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1. Vom Beginne christlicher Kultur bis zum Westfälischen Frieden - S. 82

1917 - Halle a.d.S. : Buchh. des Waisenhauses
82 Dritte Periode. Von 1056—1273. Wilhelm von Holland kaum, zu behaupten. In Italien aber war Friedrich zunächst siegreich. Seit 1248 trafen ihn jedoch mehrere Schläge. Die Guelfen bemächtigten sich der Stadt Parma; der Kaiser belagerte sie und erbaute in der Nähe eine hölzerne Stadt „Vittoria“. In seiner Abwesenheit überfielen und verbrannten die Parmesen die Festung und schlugen sein Heer. Einem Yergiftungsversuche entging der Kaiser.1 Aber die Bolognesen überfielen (1249) Enzio bei Fossalta und nahmen ihn gefangen; er starb (1272) in bolognesischem Kerker. Unter Vorbereitungen zu einem neuen großen Angriff starb Friedrich 1250, Friedrich Ii. ist der geistig bedeutendste Kaiser. Er verstand deutsch, lateinisch, italienisch, griechisch, arabisch, hatte hohes Interesse für die Dichtkunst und für naturwissenschaftliche Studien. Sein Umgang mit arabischen Gelehrten erzeugte in ihm eine für jene Zeit ungewöhnliche Unbefangenheit in religiösen Dingen; bezeichnend ist, daß man ihm das Buch „De tribus impostoribus“ („Die drei Betrüger“, die Stifter der drei monotheistischen Religionen) zuschrieb. In ihm lebte klar bewußt wie bei keinem Zeitgenossen der Gedanke des Widerspruchs gegen den geistlichen Staat überhaupt. Seinem ganzen Wesen nach war er mehr Italiener als Deutscher. Und doch bezieht sich unsre Kaisersage in ihrer ursprünglichen Gestalt auf ihn, nicht auf Friedrich L 73. 6. Untergang- des staufischen Hauses. a) Deutschland. Konrad Iv. vermochte sich gegen Wilhelm von Holland nicht zu halten; er ging nach Italien zu seinem Halbbruder Manfred2 und ist dort (1254) gestorben. Wilhelm starb (1256), ohne zu Macht gelangt zu sein. Die Zeit von 1256—1273 ist ein Interregnum eigentlich insofern nicht gewesen, als sogar infolge einer Doppel wähl zwei Könige vorhanden 1) In die Angelegenheit wurde auch Petrus de Vinea verstrickt; er tötete sich im Gefängnisse, man weiß nicht, ob im Gefühle der Schuld. 2) Friedrich ist dreimal vermählt gewesen, mit Konstanze von Aragon (ihr Sohn Heinrich), mit Isabella, der Tochter des Titularkönigs von Jerusalem Johann von Brienne (ihr Sohn Konrad), und mit Isabella, der Schwester Heinrichs Iii. von England. Aus ändern Veibindungen stammen Enzio, dessen Mutter eine vornehme Deutsche war, und Manfred, ein Sohn der Bianca Lancia.

2. Vom Beginne christlicher Kultur bis zum Westfälischen Frieden - S. 124

1917 - Halle a.d.S. : Buchh. des Waisenhauses
124 Vierte Periode. Vom 1273—1517. Seitenlinie regierte, und als dieser mißlang, — das Ergebnis war, daß Neapel an Ferdinand d. Kath. von Spanien kam, — richtete Karls Nachfolger Ludwig Xii. sein Auge auf Mailand und eroberte es (1499). In dem weiteren Kriege, in den Maximilian, die Päpste Julius Ii. und Leo X., Venedig, Spanien und England verwickelt wurden und der Italien furchtbar verwüstete1, verloren die Franzosen wieder das Land; aber 1515 siegte Franz I. von Frankreich in dem „Grigantenkampfe“ bei Marignano (unweit Mailand) über die Schweizer Söldner; damit war Mailand französisch. 100. 5. Die religiösen Strömungen im deutschen Volke am Ausgange des 15. Jh. Das deutsche Volk war im 15. Jh. von einem leidenschaftlichen religiösen Verlangen erfüllt, das, je weniger die Kirche imstande war es zu befriedigen, zu um so krankhafteren Erscheinungen führte. Gibt einerseits die verhältnismäßig große Verbreitung der deutschen Bibel, vor allem aber die reiche kirchliche Liebestätigkeit gegen Arme und Kranke Zeugnis von dem im Volke vorhandenen frommen Sinne, so führte anderseits die gesteigerte religiöse Phantasie sowohl zu wachsender Äußerlichkeit des religiösen Lebens, die sich in der — wirtschaftlich so verhängnisvollen — Zunahme der Klöster, der Leidenschaft für Ablässe, Wallfahrten und Reliquien (Friedrich der Weise), dem Kultus der Maria, Anna und der Heiligen äußerte, als auch zur Sektiererei, zur Schwärmerei und Phantastik, zu Aberglauben aller Art, wie dem Hexenwahn2, der Alchemie und 1) Die Leiden Italiens brachten den Florentiner Staatssekretär Nie colo Macchiavelli auf den verzweifelten Gedanken, in dem Sohne Papst Alexanders Yi. Cesare Borgia, dem Bruder der Lucrezia, dem Typus der Gewaltmenschen der Renaissancezeit, eine zeitlang den „neuen Fürsten“ zu sehen, dessen Italien bedürfe („Ii Principe“). 2) Der „Hexenhammer“ (malleus maleficarum) ist ein Werk zweier deutscher Dominikaner. Aber erst das 16. und 17. Jh. zeigt bei Katholiken und Protestanten diese Verirrung in traurigster Blüte. Am Ende des 16. Jh., stärker im 17. begann sich der Widerspruch gegen diesen Wahn zu regen; die ersten praktischen Erfolge hatte der edle Jesuit Friedrich v. Spee („Cautio criminalis“). Erst seit dem Beginn des 18. Jh. setzten erleuchtete Theologen und Juristen, wie Christian Thomasius, das allmähliche Aufhören der Hexenprozesse durch.

3. Vom Beginne christlicher Kultur bis zum Westfälischen Frieden - S. 185

1917 - Halle a.d.S. : Buchh. des Waisenhauses
Dritte Periode. Von 1056 —1273. 185 Veränderte Stellung des staufischen Kaisertums. 1190 —1197 Heinrich Vi. Sein Plan einer Weltherrschaft. 1198 —12081 König Philipp von Schwaben, 1208 ermordet von Otto von Wittelsbach. 1198 —1218 J Otto Iv. 1215—1250 Friedrich Ii. Pontifikat Gregors Ix. Sein Streit mit Friedrich wegen des Kreuzzuges. 1227 Sieg norddeutscher Städte, Fürsten und Bauern über Waldemar Ii. von Dänemark bei Bornhöved. Friede Friedrichs mit Gregor Ix. Constitutio Mon-archiae Siculae (Petrus de Vinea). König Heinrich empört sich gegen seinen Vater Friedrich Ii. 1235 Reichstag zu Mainzj, Verkündigung des Landfriedens; - “■“"“^Braunschweig-Lüneburg Herzogtum. 1237 Sieg Friedrichs Ii. über die Lombarden bei Cor-tenuova. Vermählung Enzios mit der Erbin von Sardinien. Dritter Kampf zwischen Kaisertum und Papsttum. 1241 Mongoleneinfall; Heinrich d. Fromme bei Liegnitz ' geschlagen. Innocenz Iv. (Graf Sinibald Fiesco von Lavagna). 1245 Konzil zu Lyon; Friedrich gebannt. Niederlage Friedrichs bei Vittoria. Enzio bei Fossalta von den Bolognesen gefangen (f 1272). 1250 —1254 König Konrad Iv. Gegenkönig Wilhelm von Holland. Stiftung des rheinischen Städtebundes. 1256 —1273 sog. Interregnum (Richard von Cornwallis und Alfons von' Kastilien). 1266 Manfred von Karl von Anjou bei Benevent geschlagen, fällt. 1268 Konradin bei Tagliacozzo geschlagen, gefangen und in Neapel hin gerichtet. Sizilische Vesper: Sizilien an Aragonien.

4. Vom Beginne christlicher Kultur bis zum Westfälischen Frieden - S. 190

1917 - Halle a.d.S. : Buchh. des Waisenhauses
190 Wiederholung - Tabellen. 1485 Niederlage Richards Iii. bei Bosworth durch Heinrich Tudor. 1485 — 1603 Haus Tudor. Heinrich Yii. Iii. Die Gründung der spanisch-habsburgischen Weltmacht und die Entdeckungen. Ferdinand d. Kath. von Aragon heiratet Isabella von Kastilien. Beginn des spanischen Machtaufschwungs. 1487 Entdeckung der Südküste Afrikas durch den Portugiesen Bartholomäus Dias. 1492 Eroberung Granadas. Ende der arabischen Herrschaft in Spanien. 1492 12. Okt. Landung des Kolumbus auf der Wätlings-insel. Beginn der Conquista. Cabot entdeckt Labrador. 1498 Landung des Yasco da Gama in Ostindien. Eroberung Indiens durch Almeida und Albuquerque. Gründung des portugiesischen Kolonialreichs. Eroberung Navarras durch Ferdinand. Entdeckung Brasiliens durch Cabral. 1519 —1522 Magalhäes’ (f 1521) Erdumsegelung. Gründung des spanischen Kolonialreichs. Mängel der spanischen Kolonisation. 1519ff. Eroberung von Mexiko durch Ferdinand Cortez. 1531 ff. Eroberung von Peru durch Franz Pizarro. Iv. Die Genesis der Reformation. 1. Kirche und Staat im 14. und 15. Jh. Die Lehre von der päpstlichen Allgewalt bei Thomas v. Aquino, bestritten von Dante. Niederlage Bonifaz' Viii. im Kampfe gegen Philipp Iv. von Frankreich. 1338 Kurverein zu Rense. 1309 —1377 Das Papsttum in Avignon. 1378 Entstehung des großen Schismas.

5. Vom Beginne christlicher Kultur bis zum Westfälischen Frieden - S. 153

1917 - Halle a.d.S. : Buchh. des Waisenhauses
Ii. Philipp Ii. von Spanien und der Abfall der Niederlande. 153 keinen Schritt näher; die Wassergeusen hatten manchen Erfolg; dem Wohlstände des Landes drohte die Vernichtung, so daß Philipp Alba endlich abrief (1578). Aber auch sein Rec|uesens (spr. Rekesens) vermochte bei der verzweifelten 'Ta^erkeitder Geusen, die bei der Belagerung von Leiden die Dämme durchstachen, nichts auszurichten. Zum bleibenden Andenken an die Rettung Leidens wurde später die Universität gegründet. Gleichfalls ergebnislos waren die diplomatischen und kriegerischen Bemühungen von Philipps Halbbruder Don__Jjylan^ (spr. Chuän) d ’ Austriav dem Sieger von Lepanto (1571) über die türkigcs? Flotte. Erst dem großen Feldherrn und Staatsmann 4l^Ääil§|,.. vj)n^ P a rmav Margaretens Sohne, gelang es die 'wallonische (romanische) und überwiegend katholische Bevölkerung des Südens für sich zu gewinnen, während die sieben nördlichen germanischen und überwiegend calvinischen Provinzen 1579 die Jjtrechter Union schlossen. 2. Die Befreiung der Niederlande und Spaniens Niedergang. § 127, a) Der Freiheitskampf bis 1609. Das war der Anfang des neuen Staatswesens, dessen Leiter Wilhelm von Oranien wurde. Als dieser von dem katholischen Fanatiker Balthasar Gerard zu Delft (1584) ermordet war, Avurden seine Söhne Moritz (f 1625) und dann Friedrich Heinrich als „Statthalter“ die Häupter der Republik. Aber ohne auswärtige Hilfe vermochten die Staaten, zumal selbst durch zahlreiche Streitigkeiten veruneinigt, der Macht Alexanders von Parma, der nach dem Falle von Antwerpen (1585) den ganzen Süden in seiner Gewalt hatte, nicht zu widerstehen. Die englische Unterstützung unter Elisabeths Günstling, dem Grafen Leicester, nützte wenig; aber Rettung brachte den Niederlanden der zwischen Spanien und England ausbrechende Krieg (§ 129) und die Vernichtung der Armada unter dem Herzog Medina Sidonia 1588. Nach zahlreichen Kämpfen kam es 1609 zu einem 12jährigen Waffenstillstände, nach dessen Ablauf der Krieg zwischen Spanien und den Niederlanden in den Dreißigjährigen Krieg einmündete.

6. Vom Beginne christlicher Kultur bis zum Westfälischen Frieden - S. 155

1917 - Halle a.d.S. : Buchh. des Waisenhauses
Iii. Frankreich, England und Skandinavien im 16. Jh. 155 Interesse; die große Mehrheit des Volkes war ihr abgeneigt Zu den Führern des hugenottischen Adels gehörten Anton von Bourbon, der Gatte der Erbin von Bearn und Navarra Johanna d’Albret, Graf Kaspar Coligny und der Herzog von Sully. Die Könige Franz I. (1515 — 47) und Heinrich Ii. (1547—59), Yerbündete der deutschen Protestanten, ' vertolglen die französischen Ketzer grausam. Trotzdem wuchs ihre Zahl beträchtlich. Auf Heinrich Ii. folgte sein und der Katharina von Medici. der Nichte Clemens’ Vii., ältester So^^r^zil^^9—60). jung, schwächlich an Geist und Körper. Da wurden die strengkatholischen Gebrüder Guisa«. Herzog Franz und Karl, Kardinal-Erzbischof von Reims, deren Nichte Maria Stuart, Königin von Schottland, des Königs Gemahlin war, die mächtigsten Männer. Doch als nach Franzens Tode sein Bruder, der 10 jährige Karl Ix., zur Regierung kam, gelang es seiner ehrsüchtigen Mutter sich der Regentschaft zu bemächtigen. Um gegen die Guises einen Rückhalt zu haben, suchte und fand sie Anlehnung an die hugenottische Adelspartei. Da wurde ein von Franz von Guise unter den Hugenotten eines kleinen Ortes angerichtetes Blutbad das Zeichen zu den verheerenden Hugenottenkriegen von 1562 — 98. Nach drei Kriegen wurde den Hugenotten (1570) Duldung zugesichert; Colignvs Einfluß am Hofe war seitdem im Wachsen. Deshalb und weil Coligny Karl Ix. zu einem Kriege gegen Spanien zu treiben suchte, den sie fürchtete, schloß Katharina einen Bund mit ihren früheren Gegnern, den Guises. Als ein auf ihre Veranlassung unternommener Mordanschlag auf Coligny mißlang, faßten Katharina, ihr jüngerer Sohn Heinrich und die Guises, aus Angst vor der Rache der Hugenotten, den Plan eines Massenmordes, zu dem sie auch des Königs Zustimmung zu erlangen wußten. Er wurde bei der Vermählungsfeier der jüngsten Tochter Katharinens Margarete mit Heinrich von Bourbon-Navarra, dem Sohne Antons, ins Werk gesetzt; das ist die Pariser Biuthochzeit oder Bartholomäusnacht 23./24. August 1572. In Paris wurden wenigstens 2000. darunter Coligny. in den Provinzen etwa 30000 hingemordet.

7. Vom Beginne christlicher Kultur bis zum Westfälischen Frieden - S. 157

1917 - Halle a.d.S. : Buchh. des Waisenhauses
Iii. Frankreich, England und Skandinavien im 16. Jh. l0< Heinrichs Nachfolger war sein (einziger) Sohn1 j^j^djx (1547 58), ein Kind, dessen Vormünder dem Erzbischof Thomas Cranmer von Canterbury freie Hand ließen zur Gründung der englischen Juu§kopalen Hochkirche („The Established Church of England“, Higltldhur^ protestantisch, im Gottesdienst halbkatholisch (die Kirchenagende ist das Common Prayer Book), die katholische bischöfliche Verfassung beibehielt. Heinrichs Viii. älteste Tochter die blutige “ (1553 — 58) versuchte, mit Philipp Ii. vermaßt, durch Gewalttaten die Reformation auszurotten und verletzte auch die nationalen Empfindungen des Volkes durch ihre Teilnahme am Kriege Spaniens gegen Frankreich, der England Calais kostete (§ 126 Anm. 1). Auf sie fokte Elisabeth 1558—1603. Bestrebt die Parteien zu versöhnen, stellte sie die Hochkirche wieder her und erregte damit den Widerspruch sowohl der Katholiken wie der Calvinisten (Puritaner, Dissenters). In eine entschiedene Stellung als Vorkämpferin des Protestantismus wurde Elisabeth erst durch ihre Gegnerschaft zu der schottischen Königin Maria Stuart gebracht, deren Nachfolge anzuerkennen sie sich nicht hatte entschließen können und die nach katholischer Auffassung sogar die allein Thronberechtigte war.3 In der Wiege schon Königin von Schottland, erhielt Maria ihre Erziehung an dem sittenlosen französischen Hofe, heiratete Franz Ii. von Frankreich, ward aber I8jährig Witwe und kehrte 1) Aus der Ehe mit Katharina stammte eine Tochter Maria, aus derjenigen mit Anna Boleyn, die wegen angeblicher Untreue hingerichtet wurde, Elisabeth, aus derjenigen mit Johanna Seymour Eduard Yi. Heinrichs vierte Frau war Anda von Kleve (geschieden), seine fünfte Katharina Howard (wegen Untreue hingerichtet), seine sechste Katharina Parr. 2) Die von dem Vormunde Eduards ¥1. zur Königin ausgerufene Johanna Grey, eine Großnichte Heinrichs Viii., wurde in den Tower gebracht und darauf hingerichtet. 3) Heinrich Vh. Tudor Heinrich Viii. Margaretejjakob Iv. Stuart Elisabeth Jakob V. Maria Guise Maria Stuart.

8. Vom Beginne christlicher Kultur bis zum Westfälischen Frieden - S. 182

1917 - Halle a.d.S. : Buchh. des Waisenhauses
182 Wiederholungs - Tabellen. 1077 Jan. Heinrich zu Canossa vom Banne gelöst Wahl Rudolfs von Schwaben zum Gegenkönig. Bürgerkrieg in Deutschland. Pontifikat Urbans Ii. Abfall Konrads. Heinrichs Sorge für die niederen Stände. Empörung Heinrichs V. gegen den Vater. 1106 — 1125 Heinrich Y. Papst Paschalis H., gefangen, muß auf die Investitur verzichten. Aufstand der Fürsten. 1122 Das Wormser oder Calixtinische Konkordat. Ii. Die auswärtigen Unternehmungen des Papsttums: die Kreuzzüge. Ursachen und Veranlassung. 1095 Kirchenversammlung zu Clermont. 1096—1099 Erster Kreuzzug, unternommen von der lothringischen, französischen^ und italienischen Ritterschaft. Eroberung von Edessa (Balduin), Anti-ochia (Boemund) und Jerusalem (Gottfried von Bouillon). — Die geistlichen Ritterorden der Johanniter und Templer. 1147 —1149 Zweiter Kreuzzug, veranlaßt durch den Fall von Edessa, unternommen von Konrad Iii. von Deutschland und Ludwig Vii. von Frankreich, ergebnislos. 1189 —1192 Dritter Kreuzzug, veranlaßt durch die Eroberung Jerusalems durch Saladin, unternommen von Friedrich I. Barbarossa (f 1190 im Kalykadnus), Richard Löwenherz von England und Philipp H. Augustus von Frankreich; fast ergebnislos. 1198 Stiftung des Deutschen Ritterordens. 1202 —1204 Vierter Kreuzzug, unternommen von französischen Rittern, richtet sich gegen Konstantinopel (Heinrich Dandolo, Doge von Venedig).

9. Vom Beginne christlicher Kultur bis zum Westfälischen Frieden - S. 79

1917 - Halle a.d.S. : Buchh. des Waisenhauses
m. Überwältigung des Kaisertums durch das Papsttum. 79 noch der Umstand verhängnisvoll, daß der deutsche Thronstreit in Zusammenhang geriet mit den fortwährenden Kriegen zwischen England und Frankreich; wegen ihrer Verwandtschaft erhielten die Welfen Unterstützung von jenem, infolgedessen bemühten sich die Staufer um die Hilfe dieses. Innocenz Iii. erklärte sich zunächst nicht; erst spät erkannte er ütto Ittlin und bannt^hili]^ näherte sich ihnt"aber, ~ats der Krieg für ihn entschied. Da wurde Philipp 1208 von dem Pfalzgrafen Otto von Wittelsbach, der sich von ihm persönlich gekränkt glaubte, ermordet Um den Zwist beizulegen, erkannte jetzt auch die staufische Partei Otto Iv. an. Auch die Kaiserkrönung erlangte er. Als er aber, in die Bahnen der staufischen Politik einlenkend, Sizilien, das der Papst als päpstliches Lehen ansah, zum Reiche ziehen wollte, brach der Streit mit Innocenz aus: der Papst stellte gegen ihn den Staufer Friedrich auf, der, auch durch Frankreich unterstützt, in Deutschland erschien, in wunderbarem Siegeszuge an den Rhein gelangte und (1212) von vielen Fürsten gewählt und zum König gekrönt wurde. Seit der Schlacht von Bou-vines (sö. von Lille), in der Otto Iv. als Bundesgenosse Johanns von England 1214 von Philipp Ii. August entscheidend geschlagen wurde, verlor er alle Macht (*f* 1218) 1215 ließ sich Friedrich Ii., nun allgemein anerkannt, nochmals krönen. 5. Friedrich Ii 1215-50 und der dritte Kampf zwischen Kaisertum und Papsttum. a) Der Kaiser, der Papst und Italien bis 1230. Bei seiner §<»* Krönung hatte Friedrich Papst Innocenz Iii. einen Kreuzzug versprochen. Dessen Nachfolgert^der milde Honorius Iii., ließ «s -zu, daß dieses Versprechen unerfüllt blieb, und krönte ihn zum Kaiser. Um so nachdrücklicher~Festand auf dieser Forderung Gregor Ix., der trotz seinen 80 Jahren die Leidenschaftlichkeit eines~Tüngllngs besaß, und bannte Friedrich. Der Kreuzzug wurde nun unternommen (§ 56j7 Aus Palästina zurückgekehrt, schlug der Kaiser die ,.Schlüsselsoldaten“ aus Neapel heraus, worauf Gregor mit ihm Frieden schloß. In der nächsten Zeit beendete Friedrich unter dem Beistände Peters de Vinea die Ordnung des sizilischen Reiches. Die Con-

10. Vom Beginne christlicher Kultur bis zum Westfälischen Frieden - S. 83

1917 - Halle a.d.S. : Buchh. des Waisenhauses
Iv. Deutschland am Ende des staufischen Zeitalters. 83 waren: Richard von Cornwallis, ein Bruder Heinrichs Ih von England, und Alfons X. von Kastilien, ein Tochtersohn Philipps von Schwaben. Aber dieser kam niemals ins Reich, iener nur zuweilen; Bedeutung hat keiner erlangt. b) Italien. Hier hielt Friedrichs Ii. Sohn Manfred die staufische Herrschaft ruhmvoll aufrecht und ließ sich in Palermo krönen. Gegen ihn rief der Papst Karl von Anjou, den Bruder Ludwigs Ix. von Frankreich, hefbeit^Bres^ erlag er Jj^jj&.nach heldenmütigem Kampfe bei Bene vent, wo er den Tod fand. Non forderten die Ghibellinen Konrads Iv. jungen Sohn Konrad (Corradino) auf, das Erbe seiner Väter in Besitz zu nehmen. Er kam, wurde in Rom gut empfangen, erlitt aber -1268 b ei Tagliacozzo durch Karl eine vollständige Niederlage, floh nach cter Jüüstet*wurde dort ergriffen, an Karl ausgeliefert und nach einem empörenden Prozeßverfahren mit seinem Freunde Friedrich von Baden zu Neapel hingerichtet. Karl von Anjou war Herr von Neapel-Sizilien. Iv. Deutschland am Ende des staufischen Zeitalters. 1. Sturz des Kaisertums und Auflösung der deutschen Verfassung, § a) Sturz des universalen Kaisertums. Der Untergang des staufischen Hauses bedeutete zugleich den Sturz des universalen Kaisertums. Es hatte sich herausgestellt, daß der Gedanke die abendländische Menschheit in eine politische Einheit zusammenzufassen nicht zu verwirklichen war. Seit dem 14. Jh. ist der Kaisername nichts andres als ein Ehrenname, der von deutschen Königen erstrebt wurde. Immer mächtiger trat in den Kulturländern an die Stelle des weltbeherrschenden Gedankens der nationale. b) Auflösung der deutschen Verfassung. a) Königtum und Fürsten. Das Lehnswesen mußte das Staatsbewußtsein auflösen; daher konnte das Königtum nur dann Kraft entfalten, wenn seine Träger bedeutende Persönlichkeiten waren. Die massenhafte Vergabung von Krongut (§ 68) hatte es arm gemacht, so daß nach dem Interregnum den Königen nichts andres übrig blieb als nach Erwerbung einer Hausmacht zu streben, um überhaupt erst eine materielle Grundlage ihrer Macht 6*
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