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1. Die Provinz Sachsen und das Herzogtum Anhalt - S. 120

1911 - Magdeburg : Creutz
120 8. Das Land zwischen Saale und Elbe. 2. Was für eine Landschaft bezeichnet der Name „Heide?" Gewöhnlich denken wir uns darunter eine große Fläche mit sandigem Boden, der mit dem rötlich blühenden Heidekraut bewachsen ist. Das ist aber hier nicht der Fall. Heidekraut finden wir nur an den Rändern der Wege und auf kleinen unfruchtbaren Flächen. Die Dübener Heide gehört zu den größten und schönsten Waldgebieten unserer Heimatprvvinz. Sie besteht vorherrschend aus Nadelwaldungen. Wir treffen hohe und starke Bäume an, von denen mancher einen Wert von 200 J(s> hat. Die Bewohner von Schmiedeberg und Dübeu sagen: „Wir machen einen Ausflug in die Heide" (Heide = Wald. Vergleiche Letzlinger Heide im Nw. von Magdeburg). 3. Wir lernen die Dübener Heide am besten kennen, wenn wir sie im Geiste durchwandern. Wir wandern auf der alten Heerstraße, die von Düben über Kemberg nach Wittenberg mitten dnrch die Heide führt. Es geht bergauf und bergab; denn die Gegend ist nicht eben, wie man häufig annimmt. Sie ist stellenweise sogar bergig (Tannenberg bei Schmiede- berg 180 in hoch). Rechts und links begleiten uns dichte wohlgepflegte Tannenwaldungen. Wir beobachten, wie mehrere Eichhörnchen flink und behend von Ast zu Ast hüpfen, von Baum zu Baum springen. Sonst herrscht tiese Stille im Walde. Jetzt stehen wir vor einer größeren Wiese; dahinter rauscht einer kleiner Laubwald. Wir sind in der Mitte der Heide. Zwischen hohen Bäumen aus einer Anhöhe liegt ein gewaltiger Granitblock, umgeben von Bänken. Wir setzen uns nieder, um uns von dem zweistündigen Marsche etwas auszuruhen. Könnte dieser Steinblock reden, so würde er uns von unserem Dr. Martin Luther erzählen. Aus der Vorderseite leseu wir den Namen „Lutherstein". Woher dieser Name? Als Luther aus diesem Wege von Wittenberg nach Leipzig reifte, um hier mit dem Gelehrten Dr. Eck über die Richtigkeit der evangelischen Lehre zu reden, brachten ihn seine Freunde und Studenten bis an diesen Ort. An diesem Steine nahmen sie Abschied von ihm und wünschten ihm guten Ersolg. An diesem Steine erwarteten sie ihn, als er heimkehrte. Diesen Stein bestieg er und erzählte ihnen von dem, was er in Leipzig gesehen und gehört hatte. Im Jahre 1521 verabschiedeten sich hier seine Freunde von ihm, als er im Wagen von Wittenberg über Düben nach Worms fuhr. Nachdem wir uns ausgeruht habeu, überlegen wir, wohin wir nun reisen. Der Weg nach N. würde uns in 2 Stunden nach Kemberg führen. Aus herrlichen Waldwegen könnten wir nach Oranienbaum und von hier nach Dessau wandern. Reisten wir im rechten Winkel nach links, so würden wir in derselben Zeit den Westrand der Heide erreichen. Da der Schlüssel zur Dübener Heide das Eisen-Moorbad Schmiedeberg ist, so richten wir unsere Schritte nach O. Nach zweistündiger Wanderung erreichen wir diesen Badeort. Ehe wir in die Stadt gehen, besteigen wir
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