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1. Wegweiser zum praktischen Betrieb der Heimatkunde - S. 64

1914 - Langensalza : Beyer
64 Xi. Geographische Grundbegriffe. des Hügels. Die Schüler werden nun an den untersten Teil des mensch- lichen Körpers erinnert. Er heißt Fuß. So nennt man auch den untersten Teil des Hügels. Die Einprägung der neu gewonnenen Begriffe erfolgt nun, indem man die Kinder an Ort und Stelle aus Erde, Sand oder Lehm, also ans Material, welches am Orte gerade vorhanden ist, den Wind- mühlenberg herstellen läßt. Dabei sind die steilen und sanften Abhänge zu beachten. Ein Steinchen bezeichnet die Windmühle. Wenn alle Kinder fertig sind, müssen die Kinder die einzelnen Begriffe an ihren eigenen Er- zeugnisfen zeigen. Selbstverständlich muß das auch am Windmühlenhügel geschehen. Die Kinder sind zu veranlassen, sich über die Begriffe aus- zusprechen. Warum nennt man den höchsten Teil des Windmühlenhügels Kuppe? Weshalb heißen die Seiten Abhang? Warum nennen wir den untersten Teil des Hügels Fuß? Dabei muß das Zeigen und Erklären Hand in Hand gehen. Die Kinder müssen demnach bei der Einführung und Einprägung der Grundbegriffe möglichst immer geistig und manuell tätig sein. Neben der genannten Art von Grundbegriffen gibt es eine ganze Reihe, die bei der Einführung an der Hand von Bildwerken meist vernachlässigt werden. Es sind das gerade die, welche so recht eingehend in das Entstehen, Sein und Vergehen der Heimat in denkender Weise einführen, z. B. Aus- Waschung, Flußtrübe, Flußschotter, Transportkraft des fließenden Wassers, Lagerung der Anschwemmungen nach der Korngröße, Bedeutung der Fluß- Windungen für die Ablagerungen, Stromstrich, Abschleifung der Steine beim Transport durch das Wasser, Findlinge, Gesteinsarten (Lehn?, Sand, Ton, Kies, Mergel. Sandstein, Buntsandstein, Muschelkalk, Keuper, Löß, Humus, Granit. Lette. Lettenkohle, Verwitterung nsiv.). Diese Art erdkundlicher Grundbegriffe gerade ist es, die besonderes Interesse bei den Schülern auslöst. Ich erinnere z. B. an das Verwittern. Die Schüler werden an ein altes, aus Ziegelsteinen aufgeführtes Gebäude geführt, das nicht mit „Putz" beworfen worden ist. Da sehen sie, daß manche Steine bröcklig geworden sind. Mit dem Fingernagel kann man Teilchen herauskratzen. Der Stein ist ganz mürbe. Wie ist das wohl ge- kommen? Wir erinnern an das Zerfallen eines Stückchen ungelöschten Kalkes an der Luft. (Ein derartiger Versuch ist möglichst vorher anzustellen.) Auch das Auseinanderfallen der harten Ackerschollen nach einem milden Regen kann erwähnt werden. Luft und Regen machen den harten Kalkstein und die harte Ackerscholle mürbe. Aber auch der Frost kann dabei behilflich sein. In die Ritzen der Felsen und Steine dringt nämlich Regenwasser ein. Dieses friert im Winter und sprengt dann die Felsen auseinander. In Orten, die Wasserleitung besitzen, kann man an das Platzen der Leitungs- röhren erinnern, wenn in ihnen das Wasser gefriert. An anderen Orten läßt man im Winter eine gefüllte Wasserflasche frieren. Sie zerspringt. Die Kinder bringen gelegentlich solcher Beobachtungen und Versuche oft noch andere Erfahrungen aus dem häuslichen Leben zntage, z. B. das Zerspringen von Gefäßen, welche bei strenger Kälte mit Wasser gefüllt waren. Anch an das im Herbste umgepflügte Kleefeld wird man erinnern. Da war es mit großen Schollen bedeckt. Im Frühlinge waren sie auseinandergefallen.
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