Anfrage in Hauptansicht öffnen

Dokumente für Auswahl

Sortiert nach: Relevanz zur Anfrage

1. Lesebuch der Erdkunde - S. 210

1884 - Calw [u. a.] : Verl. der Vereinsbuchh.
210 Ii. Das Deutsche Reich. Hügeln^) und Thälern, in seinen herrlichen Buchenwaldungen und Seen und den gutangebauten Feldern mit Edelhösen und Dörfern eigentümliche Reize und bedeutende Schätze besitzt, sondern hauptsächlich wegen jener Buchten und Häfen, durch die es in Verbindung mit seiner seetüchtigen Bevölkerung für Deutschland von nnschätz- barem Werte ist. Tie Herzogtümer sind nämlich zwar vorzugsweise Landwirtschaft treibende und da- durch recht wohlhabende Staaten, die durch prächtige Güter, vortreffliche Milch-, Butter- und Käsewirtschaft, berühmte Pferde, andern deutschen Ländern vorleuchten; allein sie sind zugleich, zwischen die zwei wichtigen Meere hingelagert, Seestaaten, und ein großer Teil der Bevölkerung lebt ausschließlich von Fischerei und Schiffahrt. Die deutschen Gestade der Nordsee sind nicht allein seicht und äußerst arm an Häfen, sondern durch viele Marschbänke und Sandriffe sehr gefährlich, somit eine vor- treffliche Schule für den Seemann, jedoch nicht geeignet für eine Flotte. Die Ostsee- k ü st e dagegen steigt mit dem Kreidegebirge des Ostrandes der Halbinsel ziemlich schroff aus dem Meere auf, bildet daher jene fast ununterbrochene Reihe tiefer und reizender Seebuchten, die oft tief in das fruchtbare Land eindringen und eine Menge in das Meer hinausgreifender, wie für ein Seevolk geschaffener Halbinseln umgrenzen; an den Küste« aber, sowie in den Mündnngsbuchteu aller ihrer Flüßcheu sind überall ziemlich tiefe Gewässer — und ebenso an ihren schützend vorliegenden Inseln die vortrefflichsten natür- lichen Häfen, wie gemacht zur Aufnahme der größten Flotten. Daher sind denn auch die kecken schlanken Söhne des alten Angelsächsischen Landes, die kühnen glücklichen Seefahrer der heidnischen Lorzeit schon, noch jetzt wegen ihrer See- tüchtigkeit berühmt und gesucht. Ebenso führen die Friesen an der Nordsee und auf den Inseln zwischen ihren Morästen und Sandbänken in fast unangreifbaren Zuflnchtsörtern besonnen und felsenfest den angeerbten Kampf mit der See. Noch gilt ihnen ihr alter Wahlspruch: „Lieber tot als Sklave". Kein Land hat wohl je bei geringer Einwohnerzahl so viele Seeleute ge- liefert als die Friesen-Inseln, auf deren meerumbrausteu Tünen sich der hochherzigste deutsche Sinn unter allen Verwüstungen empörter Elemente erhalten hat. Eben so urdeutsch sind die mannlichen Dithmarschen (an der Nordsee), auch friesischen Stammes, ferner das waghalsige Fischervolk an den Gestaden der Niederelbe, und die östlichen Holsten. Ein großes Übergewicht unter den Seevölkern gibt ihnen ihre mehr als gewöhnliche Bildung und Sittlichkeit, ein Erbeigentum des schleswig - holsteinischen Stammes. Daher war denn auch in alten Zeiten das deutsche Reich hier, in seinen Nordmarken, eine Achtung gebietende Macht. Es kann das wieder werden, wenn es sich zur Seemacht emporarbeitet, wozu in neuerer Zeit ein tüchtiger Anfang gemacht ist (vgl. S. 211 n. a. O.). § 206. Wir zählen die Hauptorte des Landes nach der Folge ihrer Lage auf. An der Elbe: Altona, die bedeutendste See- und Landhandels-, wie Fabrikstadt Holsteins mit 91090 E., nur durch die Altenau von Hamburg getrennt, neu und hübsch aus dem ansteigenden rechten Ufer der hier eine Meile breiten Elbe amphitheatralisch erbaut, mit schönem Hafen und hübschen Gärten und Landhäusern; durch Auswanderung katholischer und israelitischer Hamburger wegeu Unduldsamkeit um 1600 bedeutend gewor- den und nun bind) Hamburgs Nähe begünstigt; starker Betrieb des Häringsfangs. Blan- kenefe, großes Fischer- und Lotsendorf. Weiter unten Glückstadt, gutgebaute Schiff- fahrts- und Handelsstadt, aber in sumpfiger Gegend. Nördlich davon das lebhafte, freundliche Itzehoe (spr. itzeho; 10000 E.). - Auswärts vou Hamburg: L a u e n b n r g (Lawe wendisch: Elbe) auf dem hohen Elbeufer, in hübscher, hügeliger Umgebung; Kanalschiff- fahrt nach Lübeck. In der Nähe von Hamburg: Waudsbeck (16000 ®.), Heimat von M- Claudius („Wandsbecker Bote"). *) Der höchste Hügel („Berg") in Holstein ist der 160 m hohe Bungsberg, nordöstlich von Eutin; in Schleswig der Koberg (98 m) westlich von Christiansfeld und die Hüttncr Berge bei Sckernförde (110 m).
   bis 1 von 1
1 Seiten  
CSV-Datei Exportieren: von 1 Ergebnissen - Start bei:
Normalisierte Texte aller aktuellen Treffer