Anfrage in Hauptansicht öffnen

Dokumente für Auswahl

Sortiert nach: Relevanz zur Anfrage

1. Die deutsche Geschichte - S. 431

1829 - Elberfeld : Büschler
Mathias. 431 it'vwwivuvmwvwvnmwvm \\i vvv\v\w\\i'v\itimvv\ivwv\vvm von Frankreich ermordet war, so ließen sich die Unirten bald zu einer gütlichen Beilegung der Sache bewegen. Beide Theile legten die Waffen für diesesmal wieder nieder. Kaiser Rudolfs Absetzung in Böhmen und Tod. 1612. — Der alte Kaiser verbitterte sich seine letzten Lebensjahre selbst durch neue Zwiste in seinem Hause. Seinen Bruder Ma- thias betrachtete er mit Widerwillen; auch von den Uebrigen war ihm keiner lieb, außer dem schon erwähnten Leopold, Bischof von Passau; diesem wünschte er sein letztes Land Böhmen zu verschaf- fen, und ließ deshalb, nach übel berechnetem Plane, im Jahre 1611 geworbenes Kriegsvolk aus Passau in Böhmen einrücken. Die böhmischen Stande, welche dabei eine feindselige Absicht gegen ihre Religion vermutheten, griffen zu den Waffen, schloffen den Kaiser in seiner Burg zu Prag ein, und riefen den Mathias, welcher schon früher die Anwartschaft auf die böhmische Krone erhalten hatte, herbei. Unter lautem Jubel zog er in Prag ein, und Rudolf mußte, nach bittern und kränkenden Verhandlungen, auch diese Krone seinem Bruder abrreten. In diesen trüben Tagen soll er einmal im Unmuthe das Fenster seines Zimmers aufgerissen und diese Worte hinausgerufen^ haben, welche wie eine böse Verkündigung angesehen werden können: „Prag, du undankbares Prag, durch mich bist du erhöht worden, und nun stößest du deinen Wohlthäter von dir! Die Rache Gottes soll Dich verfolgen, und der Fluch über Dich und ganz Böhmen kommen!" Es blieb ihm von allen seinen Kronen nur noch die kaiserli- che ; vor der Schmach, auch diese zu verlieren, wie es nicht ohne Anschein war, bewahrte ihn der Tod, welcher ihn bald nachher, in seinem 60. Jahre, den 20. Januar 1612, wegnahm. Er sah demselben mit Ruhe und sogar mit Freudigkeit, als einem Be- freier aus tausendfachen Sorgen, entgegen. 101. Mathias. 1612 — 1619. Die Wahl des neuen Kaisers fiel auf den Aeltesten des öst- reichischen Hauses; sie geschah zu Frankfurt den 13. Juni und die Krönung, mit fast nie gesehener Pracht, den 24. Außer dem Churfürsten von Brandenburg waren alle andere Churfürsten und eine große Menge von Fürsten zugegen; es war, wie ein Ge- schichtschreiber sagt, als wolle man für immer Abschied von ein- ander nehmen; denn so sind die deutschen Fürsten nachher nie wieder zusammen gewesen. Der König Mathias hatte allein in seinem Gefolge 3000 Menschen, 2000 Pferde und 100 sechs- spännige Wagen; und die andern Fürsten erschienen nach ihrem Vermögen fast mit gleichem Aufwande. Feste folgten auf Feste, und wer die große, glänzende und fröhliche Versammlung sah, hatte Deutschland für das erste Land der Welt preisen mögen, welches so viele treffliche Fürsten besitze mtb sie in solcher Trau-
   bis 1 von 1
1 Seiten  
CSV-Datei Exportieren: von 1 Ergebnissen - Start bei:
Normalisierte Texte aller aktuellen Treffer