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1. Geschichte Sachsens und seiner Fürsten - S. 88

1855 - Dresden : Meinhold
88 Hessen, Churfürst August's und Anderer schlug der übel berathene Jo- hann Friedrich, in dem der Aechter mit Hilfe des Herzoglichen Kanzlers Brück die bisher nur leise schlummernde Hoffnung, durch ihn die Chur- würde wieder zu erlangen, angefacht hatte, in den Wind. Jetzt erklärte der neue Kaiser Maximilian Ii. auf dem Reichstage zu Augsburg Grumbach und seine Gesellen abermals in die Reichsacht und verlangte von Johann Friedrich ihre sofortige Auslieferung. Allein dieser, welcher sich auf dem für uneinnehmbar geltenden Schloß Grimmenstein bei Gotha für völlig sicher hielt, verweigerte dieselbe und fing sogar an zu rüsten, worauf der erzürnte Kaiser auch ihn in die Acht erklärte, und dem Churfürsten August, als ober- sächsischen Kreisobersten, die Vollziehung derselben übertrug. Churfürst August, gegen dessen Leben Grumbach angeblich schon vorher zwei Meuchelmörder angestiftet hatte, die aber entdeckt ihr frevelhaftes Beginnen auf dem Schaffot büßen mußten, sandte gleich- wohl, ehe er zu gewaltsamen Maaßregeln schritt, ein Verwahrungs- schreiben an Johann Friedrich (23. December 1566), allein sein und des Kaisers Gesandter erhielt nur Hohn zur Antwort, ja Johann Friedrich soll ihnen Münzen gezeigt haben, auf denen der Titel: ge- borner Churfürst und die Churschwerter geprägt waren. Damit war die Brücke zur Verständigung abgebrochen und der Churfürst begab sich, nachdem zuvor die auf dem Landtage zu Saatfeld (3. Januar 1567) versammelten Stände Johann Friedrichs an seinen Brüden Johann Wilhelm überwiesen worden waren, in's Lager vor Gotha und forderte Ersteren, wiewohl vergeblich, zur Uebergabe auf. Nach- dem die Belagerung mehrere Monate gedauert, erregten endlich die Bürger, die ihr Eigenthum und Leben nicht länger für die verzweifelte Sache Grumbachs auf's Spiel setzen wollten, einen Ausstand, nahmen Grumbach und seine Genossen sowie den Kanzler Brück gefangen, und in Folge davon schloß Churfürst August mit der Stadt an demselben Tage (Misericordias domini 13. April) eine Capitulation ab, an welchem zwanzig Jahre vorher der unglückliche Vater Johann Friedrichs bei Mühlberg Land und Würde verloren hatte. Letzterer mußte sich dem Kaiser auf Gnade und Ungnade ergeben , und Grum- bach und seine Genossen wurden Churfürst August überliefert, während die Besatzung freien Abzug, und Rath und Bürgerschaft, nachdem sie knieend Abbitte gethan, Verzeihung erhielt und Johann Friedrichs Bruder den Eid der Treue leisten mußte. Johann Friedrich, der vom Fenster seiner Fürstenburg aus den Einzug der Sieger in seine Stadt
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