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1. Lesebuch für Volksschulen - S. 122

1855 - Duisburg : Ewich
Aus Tausenden tritt Keiner vor. Vergebens durckhenlte mit Weib und Kind Der Zöllner nach Rettung den Strom und Wind. Sieh, schlickt und recht, ein Bauersmann Am Wanderstabe schritt daher. Mit grobem Kittel angethan; An Wuchs und Antlitz hoch und hehr. Er hörte den Grafen, vernahm sein Wort Und schaute das nahe Verderben dort. Und kühn, in Gottes Namen, sprang Er in den nächsten Fischerkahn; Trotz Wirbel, Sturm und Wobendrang Kam der Erretter glücklich an. Doch wehe! der Nachen war allzu klein, Der Retter von allen zugleich zu sein. Und dreimal zwang er seinen Kahn, Trotz Wirbel, Sturm und Wogendrang; Und dreimal kam er glücklich an, Bis ihm die Rettung ganz gelang. Kaum kamen die Letzten in sichern Port, So rollte das letzte Getrümmer fort. — Wer ist, wer ist der brave Mann? Sag' an, sag' an, mein braver Sang! Der Bauer wagt ein Leben dran; Doch that er's wohl um Goldesklang? Denn spendete nimmer der Graf sein Gut, So wagte der Bauer vielleicht kein Blut. — „Hier," rief der Graf, „mein wackrer Freund, Hier ist dein Preis! Komm her! Nimm hin!" Sag' an, war das nicht brav gemeint? Bei Gott! Der Graf trug hohen Sinn. Doch höher und himmlischer, wahrlich! schlug Das Herz, das der Bauer im Kittel trug. „Mein Leben ist für Gold nicht seil. Arm bin ich zwar, doch eff' ich satt. Dem Zöllner werd' euer Gold zu Theil, Der Hab' und Gut verloren hat!" So rief er mit herzlichem Biederton, Und wandte den Rücken und ging davon. Hoch klingst du, Lied vom braven Mann, Wie Orgelton und Glockenklaug! Wer solches Muths sich rühmen kann. Den lohnt kein Gold, den lohnt Gesang. Gottlob, daß ich singen und preisen kann, Unsterblich zu preisen den braven Mann! Bürger. 156. Frisch gewagt, ist halb gewonnen./ „Frisch gewagt, ist halb gewonnen." Daraus folgt:
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