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1. Zeit- und Lebensbilder aus der alten Geschichte - S. 7

1899 - Dresden : Huhle
Die Wcrb^toniev und Assyrer'. 1. Das Land. Zwischen dem Euphrat und Tigris lag Mesopotamien, d. H. Zwischenstromland. Im Frühjahre überschwemmten beide Flüsse die Ebene. Schon früh leiteten die Bewohner die wilden Wasser in zahlreichen Kanälen durchs ganze Land und erhöhten dadurch die natürliche Fruchtbarkeit des fetten Bodens noch bedeutend. So ward dieser Landstrich gleich Ägypten eine unerschöpfliche Kornkammer und zugleich ein Palmenhain, dicht besät von großen Städten und kleineren Orten. Im Süden wohnten am Euphrat die Babylonier, im Nordosten am Tigris die Assyrer; beide Völker gehörten samt den Arabern, Hebräern und Phöniziern zu den Semiten. 2. Babylon, die Hauptstadt der Babylonier, lag auf beiden Euphratufern, welche durch eine mächtige Brücke miteinander verbunden waren. Ein künstliches Meer, umgeben von einem hohen Damme, schützte im Südosten die Stadt vor feindlichen Überfällen. Dahinter ragte die 25 m breite Ringmauer turmhoch (100 m) in die Luft. Hundert Thore aus Erz vermittelten den Verkehr und führten auf die schnurgeraden Straßen. Zwischen der äußeren Ring- und der inneren Doppelmauer befand sich fruchtbares Acker- und Gartenland. So hatte die Riesenstadt Babylon (d. H. Gottespforte) einen Umfang von etwa 70 km. / In der Mitte erhob sich der fast 200 m hohe Belusturm, der babylonische Turm der heiligen Schrift. Sieben Stockwerke, die in bunter Pracht schimmerten, zählte der Riesenbau, auf dessen Zinne ein Tempel des Sonnengottes Bel thronte. Ebenso großartig war der große Tempel Babylons, sowie die Königsburg. Weithin sichtbar waren die hängenden Gärten, welche Nebnkadnezar seiner aus dem Berglonde stammenden Gemahlin Semiramis zu Liebe erbaut hatte. Sie erhoben sich terrassenförmig auf gewölbten Hallen bis zu einer Höhe von 300 Fuß und trugen die stärksten Bäume. Ein Springbrunnen speiste die weite Anlage mit Wasser. Von weitem schien der Wunderbau frei in der Luft zu schweben, und er wurde deshalb zu den sieben Wunderwerken der Welt gezählt. 3. Kultur. Das Zwischenstromland ist einer der ältesten Kultursitze der Menschheit. Schon in uralter Zeit entstanden hier wohlgeordnete und blühende Staaten mit hoher Kultur, welche namentlich von den Phöniziern nach Westen zu verbreitet wurde. Die aus gebrannten Backsteinen aufgeführten Bauwerke waren gleich den ägyptischen riesenhaft. Der Landbau stand in höchster Blüte und lieferte Getreide, Datteln, Wolle, Baumwolle und Seide. Unter den Gewerben standen die Weberei und Purpurfärberei, die Elfenbeinschnitzerei und Metallbearbeitung obenan. Schon früh entwickelte sich hier ein lebhafter Handel zu Wasser und zu Lande. Die Priester, Chaldäer oder Magier genannt, waren namentlich in der Himmels- und Sternkunde hochgelehrt. Sie berechneten schon das Jahr zu 365% Tagen und teilten es in Monate, Tage, Stunden, Minuten und Sekunden. Sie erfanden Sonnen- und Wasseruhren und Maße, Gewichte und Münzen. Sie besaßen auch schon Schriftzeichen, welche Keilform hatten. Noch jetzt findet man in den Ruinen Babylons zahlreiche Thontäfelchen oder Säulen mit solchen Keilinschriften, welche uns treue Kunde von jenen Zeiten geben. Denn auch unseren Gelehrten ist es endlich gelungen, diese rätselhaften
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