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1. Die Weltgeschichte - S. 163

1835 - Mainz : Kupferberg
Josepl/s Nenerungen. Fürstenbund. Revolution. 163 n.c.g. Aufhebung des Jesuiten - Ordens durch Pabst Clemens 1773. Xiv.* * **)). In dem bairischen Erbfolgestreite maßt sich Oester-1777. reich den Besitz Baierns au, gegen die näheren Ansprüche von Ehurpfalz. Der König Friedrich, um Hilfe gebeten, rüstet sich. Nach rmbedeutenden Gefechten — Frieden zu Teschen: 1779. Oesterreich erhält den Burgauer Kreis, das Uebrige Chur- pfalz. Joseph beginnt, nach dem Tode seiner Mutter, seine 1780. raschen Neuerungen: neue Stolordnnng, Verschenkung der Bisthümer und Abteien, Aufhebung von 644 Klöstern rc., will seine Niederlande als Königreich Burgund gegen Pfalz- baiern austauschen; allein Friedrich Ii., von dem Herzoge von Zweibrücken anfgcfordert, widersetzt sich, und veranlaßt den deutschen Fürstenbund zu Berlin; bald darauf stirbt 1785. der große Mann 75 Jahre alt; ihm folgt Friedrich Wil- helm H. (1786-97). In den Niederlanden (Löwen und Lüttich) brechen 1789. indessen durch Josephs Neuerungen unruhige Bewegungen aus. Einfluß der um dieselbe Zeit in Frankreich begonnenen Revo- lution *). zum Kriege auf 0 768—1774). Die Russen erobern 1770 die Moldau und Wallachei, 1771 die Krimm; aber Oesterreich rüstet sich. Daher, nach dem Plane Katharinas und Friedrich's zur Erhaltung des Gleich- gewichts die erste Theilung Polens. *) Um diese Zeit brach der nordamerikanische Krieg gegen England ans, indem die englischen Colonien in Nordamerika die Besteuerung von ihrem Mutterlande nicht ertragen wollten. Im 1. 1776 vereinen sich 15 Provinzen, und erklären sich für unabhängig; sie bestehen unter ihrem Feldherrn Washington blutige Kämpfe, erhalten durch Benjamin Franklin Hilfe von Frankreich 1780, und werden endlich, nachdem Eng- land seine Ueberlegenheit zur See gegen Frankreich behauptet, im Frieden zu Versailles in ihrer Unabhängigkeit anerkannt 1783. Dagegen gewann um dieselbe Zeit die von Elisabeth schon 1600 gestiftete ostindische Com- pagnie immer mehr an Bedeutung und Umfang. **) Die durch Ludwigs Xiv. Kriege entstandene Schuldenlast war durch die Verschwendungen Ludwigs Xv. über tausend Million Thaler 11*

2. Leitfaden der allgemeinen Weltgeschichte - S. 391

1881 - Freiburg im Breisgau : Herder
§ 144. Rußland. Dänemark. Schweden und Norwegen. 391 Städte. Von Kiew ging das Evangelium aus, welches durch Missionäre von Konstantinopel her gebracht wurde. Eine Anzahl Häuptlinge, des ewigen Haderns müde, verlangten von den Warägern einen Fürsten, und der Waräger Rurik aus dem Stamme Rus gründete das große Fürstentum Nowgorod,895. welches bald das bedeutendste wurde. Wladimir der Große erstreckte seine Herrschaft schon vom Dnjepr bis zum Ladogasee und bis an die Düna. Allein da er das Reich unter seinei°o°-12 Söhne teilte, so entstand wieder die alte Zerrissenheit. Iwan Iii. (als Zar Iwan I.) ist der Stifter des russischen Zarentums."77. Er machte sich unabhängig von den Tataren, verschaffte der europäischen Kultur in Rußland Eingang und fetzte fest, daß das Reich ein unteilbares sei. Iwan Iv. (als Zar Iwan Ii.) 1557. der Schreckliche fügte Kasan und Astrachan dem Reiche bei. Das Haus Rurik starb mit Zar Feodor I. aus. 1598. 398) Die Bewohner der dänischen Halbinsel und der umliegenden Inseln waren Angeln und Sachsen, ein mit den German e n verwandtes Volk. Sie trieben Seeräuberei, und ihre Seekönige waren gefürchtete Abenteurer, die nicht nur an den englischen, irischen und deutschen Küsten landeten und unermeßlichen Raub mit sich heimschleppten, sondern auch in Frankreich und Italien ganze Landschaften besetzten. Das Christentum wurde zur Zeit Haralds I. vom hl. Ansgarius gepredigt,82«. fand aber nur langsamen Eingang. Harald Ii., der Blauzahn, mußte Dänemark von Kaiser Otto I. zu Lehen nehmen. 965. Kanut der Große vollendete die schon früher begonnene Erobe-1018. jung Englands und vereinigte auch Norwegen mit Dänemark. Aber beide Länder gingen bald wieder verloren. Königin Margarete brachte die Kalmarische Union zu stände, nach welcher nur Ein König über Dänemark, Schweden und Norwegen regieren, jedoch jedes Land seine eigene Verfassung behalten sollte. Diese Union wurde mehrmals zerrissen, aber 1397. wieder erneuert. Christian Ii. war der letzte König, der die Krone der drei vereinigten Reiche trug. Er verlor alle drei nach dem Stockholmer Blutbade und mußte sich aus bent 1520. Lande fluchten. 399) Schweden und Norwegen standen an Bedeutung in den ersten Zeiten weit hinter Dänemark zurück, waren aber stets dessen gefährliche Nachbarn. Die eigentümliche Verfassung Norwegens sowie die innern Streitigkeiten veranlaßten zu allen Zeiten viele Nordmänner (Normannen) zum Auswandern. Solche uoiwegt|che Auswanderer entdeckten Island und später Grön- 861. Und und setzten sich in diesen Ländern fest. Aber nach 250 985‘ 17*

3. Leitfaden der allgemeinen Weltgeschichte - S. 432

1881 - Freiburg im Breisgau : Herder
432 Die neue Zeit. rische Lehre bekennen dürfen, protestierten sie zngleich dagegen, daß sie diejenigen von ihren Unterthanen, welche bei der alten Lehre bleiben wollten, ungestört lassen sollten. Insbesondere erklärten sie, sie könnten nie zugeben, daß ihre Unterthanen die Messe anhörten. Sie verlangten also Freiheit für sich und zugleich das Recht, gegen die katholischen Unterthanen Gewalt anwenden zu dürfen. Fortan mußte sich die Religion der Unterthanen nach der Religion des Landesherrn richten, und ein Religionswechsel des Fürsten zog jedesmal einen gewaltsamen Religionswechsel der Unterthanen nach sich. So mußten z. B. in der Pfalz die Unterthanen in kurzer Zeit viermal die Religion wechseln, zuerst lutherisch, dann reformiert, dann wieder lutherisch und wieder reformiert werden, je nachdem die gebietenden Herren lutherisch ober reformiert waren. Wo aber ein katholischer Fürst die katholische Kirche wieberherftellte, ba schrie man über Glaubenszwang und Gewissenstyrannei. 8 158. Die Reformation tu der Schweiz. 437) Zu gleicher Zeit mit Luther hatte Ulrich Zwingli, Pfarrer in Zürich, die Heilige Schrift als die alleinige Quelle des Glaubens erklärt und war deshalb mit feinem Bischöfe in Streit geraten. Aber der Große Rat in Zürich nahm sich seiner an, und unter dessen Schutze wurden nicht nur dieselben Neuerungen eingeführt, wie in Sachsen, sondern Zwingli ging noch weiter als Luther. Er leugnete sowohl das Opfer der heiligen Messe als auch die Gegenwart Jesu Christi im heiligen Sakramente, welche Luther noch neben dem 33roje znließ. Das Brot und der Wein waren ihm nichts als Sinnbilder, welche nur das Fleisch und Blut Christi bedeuten und an Christi Tod bloß erinnern sollten. Darüber geriet er mit Luther in Streit, der „die Sakrameutierer", wie er Zwingli und seine Anhänger nannte, für „Erzteufel" erklärte. Jeder erblickte in dem andern den Antichrist, und beide überschütteten einander mit denselben Schmähungen, mit denen sie Papst und Bischöfe überhäuften. Wie in Sachsen, so wurde auch iu Zürich die neue Lehre mit Gewalt eingeführt. Die Klöster und die Ehelosigkeit der Priester wurden aufgehoben, und das Abendmahl unter beiden Gestalten, und zwar mit gewöhnlichem Brote, ausgeteilt. Das Beispiel Zürichs, welches die Kirchengüter und die kostbaren Kirchengerätschaften einzog, und die evangelische Freiheit, welche weder Fasten noch guter Werke bedurfte, wirkte auch auf andere Kantone. Basel und Bern ahmten Zürich zuerst nach und verfuhren mit gleicher Gewaltthätigkeit gegen die, welche der alten Kirche treu bleiben wollten. Es entstand ein Krieg zwischen Zürich und Bern und den katholischen Kantonen,

4. Leitfaden der allgemeinen Weltgeschichte - S. 519

1881 - Freiburg im Breisgau : Herder
§ 190. Die Schweiz. 519 Dienste und zwar in den französischen Religionskriegen sogar Schweizer gegen Schweizer. 524) Auch die Sekten verursachten in den Schweizer Kantonen, welche sich von der Kirche getrennt hatten, Unordnungen und fanden blutige Unterdrückung. Besonders waren es die Wiedertäufer, welche sich von Walds Hut aus über die Schweiz verbreiteten. Auch der Bauernkrieg fand in der Schweiz feine traurige Fortsetzung. Die von Luzern abhäugigeu Eutlibucher und die zu Bern gehörigen Emmenthal er thaten sich zusammen, um ihre alten Rechte zu wahren, welche sie vou den Städten verletzt glaubten. Zn Snmiswald im Bernischen stifteten sieden Bund aller Bauern. Aber Bern 1653. und Luzern erhielten Hilfe von Zürich, und bei Wohlen-schwyl am Zürcher See wurdeu die Bauern geschlagen. Die Patrizier, welche mit den Schweizerbauern nicht besser umgegangen waren als die deutschen Herren mit den ihrigen, übertrafen die letztem nach Unterdrückung des Aufstandes noch in der Grausamkeit. Unter den andern innern Streitigkeiten ist noch der Toggenbnrger Handel hervorzuheben, der mit dem Frieden^-von Baden endete, in welchem der Abt von St. Gallen die E. Rechte der Toggenbnrger Bauernschaft anerkennen mußte. Anmerkungen. 1. Matthäus Schinn er, Bischof von Sitten und päpstlicher Legat in der Schweiz, hatte den Eidgenossen, die vorher im Solde der Franzosen gekämpft hatten, ein fünfjähriges Bündnis mit dem Papste vorgeschlagen. Da die Schweizer für ihre den Franzosen geleisteten Dienste nicht mehr so reichlich wie früher belohnt, ja öfters beschimpft wurden, so beschlossen sie, sich vom französischen Heere zu trennen und sich auf die Seite des Papstes und des Kaisers zu schlagen. Als sie aber später mit Frankreich den ewigen Bund geschlossen hatten und die katholischen Kantone Hilfstruppen nach Frankreich sandten, so eilten aus den protestantischen Kantonen viele den Hugenotten gegen die Ligue zu Hilfe; auch fanden viele vertriebene Hugenotten Aufnahme in der reformierten Schweiz. 2. Ein großes Verdienst um die Erhaltung des katholischen Glaubens in der Schweiz hatte der heilige Karl von Borromäo, Kardinal und Erzbischof von Mailand. Er brachte den Goldenen oder Borromäischen Bund zu stände, in welchem die Kantone Luzeru, Uri, Schwyz, Uuterwalden, Zug, Solothurn, Freiburg und Wallis sich zu Luzern auf ewige Zeiten zum katholischen Glauben verpflichteten (1586). 3. Der Anführer der Schweizerbauern war Nikolaus Leuenberg, ein Bauer aus Schönholz im Kanton Bern. Er ließ sich keinerlei Gewaltthätigkeit zu schulden kommen und suchte stets zu vermitteln; auch ging die Regierung von Bern einen Vertrag mit ihm ein, wodurch die Streitigkeiten zwischen Land und Stadt beigelegt werden sollten. Wäh-

5. Leitfaden der allgemeinen Weltgeschichte - S. 526

1881 - Freiburg im Breisgau : Herder
526 Die neue Zeit. schauung zu unterrichten. Zugleich benützte er diese Reise, um sich Kunstfertigkeiten aller Art anzueignen. Ein Aufstand der Strelitzen, den seine Stiefschwester Sophie anstiftete, nötigte ihn, nach Hause zurückzukehren, wohin er Gelehrte, Offiziere, Künstler und viele Handwerker mitnahm. Nachdem er ein bln-1699.tigeä Gericht über die Aufrührer gehalten, machte er sich daran, die große Aufgabe zu lösen, die er sich gesetzt hatte, nämlich Rußland in die Reihe der gebildeten Völker einzuführen. 530) Vor allem begann nun Peter das Militär nach europäischer Weise zu organisieren und die kleine Flotte, die er zur zweiten Belageruug Asows geschaffen, zu verstärken. Um auch an der Ostseeküste festen Fnß fassen zu können, griff er'schweden an, aber seine Soldaten waren den geübten schwedischen Soldaten doch nicht gewachsen und er wurde von Karl Xii. bei 170«. N a r w a auf das Haupt geschlagen. Doch eroberte er In germanland und legte den Grund zu St. Petersburg, der künftigen Hauptstadt des Reiches. Zwar verlor Peter aber-i7ii. mals eine große Schlacht am Prnth gegeu die Türken, aber die russische Flotte siegte bei den Alands in se ln über die i7i4.schwedische, und obwohl der Krieg mit den Schweden noch mehrere Jahre dauerte, so blieb doch im Frieden von Nystädt Esthland, Livland und Jngermanland bei Rußland. Eine Heer-1723. fahrt nach Persien hatte wenigstens den Erfolg, daß Rußland sich auch an der Westküste des Schwarzen Meeres festsetzte. 531) Großartig waren die Veränderungen, welche Peter im Innern vornahm. Um Handel und Verkehr zu heben, wurden Kanäle gebaut, Landstraßen verbessert, die Post, sowie gleiches Maß und Gewicht eingeführt. Auch der Bergbau wurde gehoben. Zur Sicherung der Flotte wurde Kronstadt erbaut und die Festung Schlüsselburg verstärkt, um die Handelsschiffe zu schützen. Peter errichtete Schulen und Waisenhäuser, ließ Druckereien einrichten und Bücher aus fremden Sprachen übersetzen und verbreiten. Auch manchen Übeln Sitten wirkte er entgegen. Weil er aber zu rasch vorging und der sklavische Sinn der Russen die netten Einrichtungen zu bereitwillig annahm, so blieb doch vieles nur auf der Oberfläche haften, ohne wirklich in das Volksleben einzubringen. Bildung und Gesittung konnte unter einem Monarchen wie Peter, der selbst so roh an Sitten war ttttb besten Willkür gleichen Schritt hielt mit feiner Grausamkeit, nicht zunehmen. Auch beraubte Peter die russische Kirche, die seit ihrer Trennung von Rom viel von ihrer Selbständig-keit eingebüßt hatte, noch der letzten Lebenskraft, inbetn er an die Stelle des Patriarchats eine heilige dirigierende Sy-

6. Leitfaden der allgemeinen Weltgeschichte - S. 280

1881 - Freiburg im Breisgau : Herder
280 Die mittlere Zeit. 8 102. Ausbreitung des Christentums iu Deutschland. 286) Mitten unter diesen politischen Umwälzungen hatte sich in Ost- und Westeuropa eine Macht gebildet, welche bald den größten Einfluß auf alle Lebensverhältnisse ausübte. Das war die katholische Kirche. Ihre Lehren und Einrichtungen bewirkten überall, wo sie festen Fuß faßte, gleiche Anschauungen, gleiche Gesittung und gleiche Gesinnungen. In der Kirche näherten sich einander die Völker. Vorzüglich waren es die römischen Päpste, welche durch die Sendboten, die sie ausschickten, sich das größte Verdienst um die verschiedensten Nationen erwarben. Papst Cölestin 43i.sandte den Hl. Palladins nach Irland. Er und der Hl. Pa-trizins gründeten zahlreiche Kirchen, Klöster und Schulen, so daß Irland nur die Insel der Heiligeu genannt wurde. Dem Papst Gregor I. gelang es, in Britannien (England) das bereits erloschene Christentum durch den Abt Augustiuus wieder zu erwecken. Canterbury (Känterböri) und Northumberlaud waren 597. die ersten Erzbistümer. Von dort verpflanzte sich das Christentum über die englische Heptarchie. Beiläufig um dieselbe Zeit predigte der Ire Columba in Schottland das Evangelium. 287) Schon im zweiten und dritten Jahrhundert nach Christus war das Christentum auch in Deutschland, an der Donau und am Rhein verkündet worden, aber die Völkerwanderung hatte wieder alle christlichen Kirchen und Pflanzstätten zerstört. Als aber Irland des Evangeliums sich erfreute, drang das Licht des Glaubens von da auch wieder nach Deutschland. Der hl. Fridolin wirkte am Oberrhein, Trudpert ns im Breisgau, Co-lumbau, der Schüler des hl. Columba, am Bodensee und in der Schweiz. Gallus und Pirminius gründeten die berühmten Klöster St. Gallen und Reichenau. Die hh. Emme ran, Valentin und Eorbinian waren die Apostel von Bayern, Severinus bekehrte Österreich. Kunibert und Goar arbeiteten am Niederrhein. Der Hl. Amandus, Bischof von Straßburg, trug die Lehre des Heils nach Belgien hinab. 288) Am großartigsten und bedeutendsten aber wirkte der hl. Bonisacius (Winfried) in Deutschland. Er war von England nach Rom gereist, von da im Aufträge Papst Gregors Ii. nach Deutschland gekommen und begann nun das große Werk der Bekehrung Germaniens. Er bekehrte die Friesen, die Thüringer, die Hessen, gründete Bistümer, Klöster, Kirchen und Schulen; besonders drang er darauf, daß das Volk seine gewöhnlichen Gebete in deutscher Sprache hersage. Unter ihm wurden die ersten

7. Leitfaden der allgemeinen Weltgeschichte - S. 497

1881 - Freiburg im Breisgau : Herder
§ 183. Joseph Ii. 497 einen ziemlich ungeschickten Feldherrn bewies, da er nie einen Angriff wagte. So blieben die Österreicher den Türken gegenüber im Nachteile, bis der Kaiser den alten Laudon zu Hilfe rief und ihm den Oberbefehl übertrug. Eine Krankheit, welche die Strapazen des Lagers ihm zugezogen hatten, nötigte ihn, nach Wien zurückzukehren, wo er im nennundvierzigsten Jahre feines ^-Fe-Lebens am 20. Februar 1790 starb. im 500) Schon als Mitregent feiner Mutter Maria Theresia hatte Joseph Ii. erkennen lassen, daß er der neuen Richtung huldige, welche aus Frankreich herübergekommen war. Diese Richtung machte sich aber neben der religiösen Gleichgültigkeit (Judifferentismus) hauptsächlich dahin geltend, daß sie die Allgewalt des Staates auf alle Verhältnisse ausdehnte. In Verfolgung dieser Richtung bildete sich Joseph Ii. ein eigenes System, welches bezweckte, die besondern Rechte der Unterthanen und Stände in den einzelnen Kronländern aufzuheben und einerlei Gesetze für Gesamt-Österreich einzuführen. Aber auch die Kirche sollte in allen ihren Beziehungen dem Staate untergeordnet werben (Josephinismus). Joseph erlaubte sich deshalb viele Eingriffe in die Rechte der Provinzen sowohl, als der Kirche. Erhob viele Klöster auf und erließ zahlreiche Verorbnungen, welche sich sogar auf rein geistliche und gottesbienstliche Gegenstänbe erstreckten. Das Beispiel von oben wirkte verberblich nach unten, und es entstand eine wahre Verfolgung der Kirche und ihrer Diener, eine Verhöhnung der kirchlichen Institute und Gebräuche. Um den Kaiser zur Zurücknahme feiner Verordnungen zu bewegen, unternahm Pius Vi. selbst eine Reife nach Wien, welche nicht nur fruchtlos war, sondern dem Papste auch manche Kränkungen zuzog. Die kirchlichen und politischen Neuerungen erregten aber in den Niederlanden, in Ungarn und in Tirol Unzufriedenheit. Die Niederlande erklärten ihre Unabhängigkeit, und es nützte4-den Kaiser nichts mehr, die Vermittlung des so schwergekränkten rno. Papstes nachgesucht zu haben. Auch Ungarn war im Begriff, sich von Österreich loszureißen, und Joseph Ii. sah sich genötigt, auf dem Sterbebette die Neuerungen, die er eingeführt hatte, roieber aufzuheben und alles roieber auf den alten Fuß zu stellen, roie es zur Zeit der Maria Theresia roar. Nur das Toleranzedikt und die von ihm angeorbnete Erleichterung der Bauern in bezug auf Leib- und Grundherrlichkeitsrechte sollten in Kraft bleiben. So sah der Kaiser fein Werk, an dem er rastlos gearbeitet und über welchem er das Deutsche Reich nnb das äußere Ansehen Österreichs vernachlässigt hatte, noch in den letzten Augenblicken feines Lebens verfallen. 21 **

8. Leitfaden der allgemeinen Weltgeschichte - S. 445

1881 - Freiburg im Breisgau : Herder
§ 164. Der Abfall der Niederlande. 445 so rasch, daß er beim Tode seines Stifters (1556) über 1000 Mitglieder zählte. Der erste Deutsche, welcher in den Orden eintrat, war der selige Petrus Canisins, dessen Katechismus von den Katholiken dem lutherischen entgegengestellt und im Laufe der Zeit fast in alle Sprachen übersetzt wurde. 1686 zählte man schon über 400 Auflagen. 8 164. Der Abfall der Niederlande. 452) Karl V. hatte den großen Fehler begangen, die 17 niederländischen Provinzen, welche seit 1512 den bnrgnndischen 1512. Kreis bildeten, von Deutschland zu trennen und mit der spanischen Monarchie zu vereinigen. Darüber wurden die niederlän-164». dischen Städte, denen Karl ohnehin die bedeutendsten Privilegien genommen hatte, unruhig. Im Anfange befriedigte sie es, daß Philipp Ii., Karls Sohn, nach Antritt der Regierung seinen Wohnsitz in den Niederlanden aufschlug, allein schon nach drei Jahren ging dieser wieder nach Spanien. Er ließ zwar seine 1550. Schwester Margareta von Parma als Statthaltern zurück, ordnete ihr aber ausländische Ratgeber bei. Dies verdroß den hohen Adel, der gehofft hatte, sich in den reichen Staatsämtern von den Schulden zu erholen, welche er während des Aufenthaltes des Königs dnrch seinen Aufwand gemacht hatte. Die spanischen Truppen, welche das Land besetzt hielten, gaben ebenfalls Veranlassung zu Beschwerden. Als nun der Calvinismus auch in die Niederlande drang und Philipp Ii. die Zahl der Bistümer vermehren und die Inquisition einführen wollte, so vereinigten sich Adel und Bürger, um dagegen zu protestieren. Die Unzufriedenen gaben sich selbst den Namen Gueusen (Gosen, Bettler). Die Häupter des Adels, namentlich Wilhelm von Oranien, wußten die Statthalterin zu falschen Maßregeln zu verleiten, so daß sie selbst noch den Unzufriedenen ' Gelegenheit gab, sich zu sammelu und zu verstärken. Es entstanden Volksaufläufe, und Kirchen und Kloster wurdeu überfallen und geplündert. Viele Mouche und Nonnen wurden verjagt und viele Priester ermordet. 453) Um die Ruhe wiederherzustellen, sandte Philipp den Herzog von Alba, der aus frühern Kriegen her durch seine Treue und Ergebenheit gegen den König, aber auch durch feine Härte und Unbeugsamkeit bekannt war. Noch bevor er ankam, wanderten viele aus, weil sie an den Greueln, die geschehen, beteiligt waren. Auch Wilhelm von Oranien ging in sein Stammland Nassau, unterhielt aber seine Verbindung mit den Zurückgebliebenen.

9. Leitfaden der allgemeinen Weltgeschichte - S. 623

1881 - Freiburg im Breisgau : Herder
§ 224. Die Schweiz. 623 die Regierungsgewalt in den Hänben der Patrizier lag. Diese Unruhen gaben Frankreich willkommene Veranlassung, dieses Land durch den General Schauenburg besetzen zu lassen, um den ms. republikanisch Gesinnten zu helfen. Es würde der Schweiz eine neue Verfassung aufgedrängt, nach welcher dieselbe ans 22 Kantonen bestehen und tu Luzern, als der Hauptstadt, ein Direktorium eingesetzt werden sollte. Bis die Schweizer sich dazu verstanden, diese Verfassung anzunehmen, war ihr Land der Schauplatz blutiger Kämpfe, da insbesondere die Gebirgsbewohner gegen die Franzosen aufstanden. Die Verbindung mit Frankreich brachte es mit, daß die Österreicher unter dem Erzherzog Karl und die Russen unter Suwarow und Korsakow auf dem Schweizerboden gegen die Franzosen unter Mass 6 na ihre Kämpfe ausfochten. Um sich die französischen Truppen ootnra. Halse zu schaffen, mußte sich die Schweiz bequemen, ein Schutz-und Trutzbündnis mit Frankreich einzugehen und ein Hilfsheer von 16 000 Mann zu stellen. Die nächsten zehn Jahre verliefen is03. ruhig, aber nach dem jähen Sturze Napoleons wurde auch die Schweiz von den Alliierten besetzt und die Patrizier ergriffen, namentlich in Bern, Luzern, Solothurn und Freiburg, die Gelegenheit, frühere Zustände wiederherzustellen. Der Wiener Kongreß erkannte übrigens die Neutralität der Schweizisis. an und regulierte ihre Grenzen. 620) Die Anerkennung der Schweiz als eines neutralen Landes hatte die Folge, daß sie eine Zufluchtsstätte der politischen Flüchtlinge wurde, und es sammelten sich in ihr Unzufriedene aus allen Ländern. Viele von ihnen wurden an den schweizerischen Lehranstalten angestellt und beeinflußten die Jugend im Sinne der Revolution und des Unglaubens. Es war um so leichter, Unzufriedenheit zu erwecken, als die Vielgestaltung der einzelnen Kantonsregierungen die Notwendigkeit einer großem politischen Einheit fühlbar machte. Dazu kamen noch konfe f-sionelle Zerwürfnisse, hauptsächlich der Haß, mit dem der Liberalismus die katholische Kirche in allen Staaten verfolgt. Dieser Haß ries den Aargauer Klo st er sturm hervor, wodurch i84i. die Gemüter der Katholiken auf das tiefste gekränkt wurden. Daßjdie Verfassung im Angesicht der Garanten der Neutralität der Schweiz ohne alle Ahndung gebrochen werden durfte, machte die liberale Partei um so dreister. Es wurde eine radikale Umgestaltung der Verfassung auf dem Wege der Gewalt angestrebt. 621) Die äußere Veranlassung zum Bürgerkriege mußten die Jesuiten wieder bieten, denen der Kanton Luzern seine höhere Lehranstalt übergeben hatte. Angeblich im Interesse des konfes-1«44.

10. Leitfaden der allgemeinen Weltgeschichte - S. 667

1881 - Freiburg im Breisgau : Herder
§ 238. Die Kirche. 667 des Glaubens (Congregatio de propaganda fide), welche der Ungunst der Zeit unterlegen war, wieder in das Leben zu rufen. Die alten Orden begannen abermals ihre Wirksamkeit zu entfalten ; neben ihnen entstanden eine große Anzahl religiöser Vereine, welche nach allen Seiten des gesellschaftlichen Lebens hin thätig waren. Den Päpsten Leo Xii., Pins Viii. und Gregor Xvi. war es beschieden, die kirchlichen Verhältnisse in den meisten europäischen Ländern auf neuen Grundlagen ordnen zu können. Wenngleich die Kirche in ihrem Vermögen und in ihren Rechten schwere Einbuße erlitt, so minderte sich doch der kirchliche Geist dadurch nicht nur nicht, sondern überall ist er in freudigem Ausschwuuge begriffen. Wie es Blumen gibt, die nur im Wasser blühen, so blüht die katholische Kirche am herrlichsten unter Thränen. 665) Wohl am trostreichsten ist das Wachstum der katholischen Kirche in denjenigen Ländern, welche am meisten derselben entfremdet waren, und in denen das Sektenwesen am meisten um sich gegriffen. Dazu gehören vorzüglich England und Amerika, wo zahlreiche Bekehrungen aus den vornehmsten Familien und namentlich auch aus dem Gelehrtenstande stattfinden. Während man vorzugsweise in katholischen Ländern die Klöster, die Orden und andere kirchliche Anstalten mit grimmigem Hasse verfolgt oder aus kindischer Furcht deren Aufkommen verhindert, steht dort, wo die Freiheit im bürgerlichen Leben das Banner entfaltet hat, auch der Kirche nichts im Wege, ihre segensreiche Wirksamkeit denen, die sich ihr anschließen, angedeihen zu lasten. Die Sendboten der Kirche gehen mit Unterstützung aus allen christlichen Ländern nicht nur nach Amerika und in die vor Jahrhunderten schon gegründeten Missionen Asiens, sondern auch tief in Hinterindien und Tibet, in Siam, in China, in Japan und Korea, in Ägypten, Arabien und Abessinien, auf der Insel Madagaskar, unter den Algonkins und den Irokesen, an den äußersten Grenzen von Lappland säen die Priester der katholischen Kirche in Thränen, um daraus in Freuden ernten zu können. Die Missionare sind nicht nur die Sendboten des Evangeliums, sondern auch der Zivilisation, und wo ein Werk des Friedens errichtet wird, fehlt demselben nicht die religiöse Weihe, wie denn die ersten Schiffe ans dem neueröffneten Suezkanal Priester und Ordensschwestern an die Stationen des Roten Meeres und der Arabischen Wüste trugen, die in aufopfernder Liebe sich der Pflege des geistigen und leiblichen Wohles der armen Eingebornen widmen. Diese großartige Thätigkeil auf dem Felde der Missionen ist hauptsächlich möglich
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