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1. Das Mittelalter - S. 57

1896 - Bamberg : Buchner
- 57 * Die Kirche als Staatsanstalt. Karl zog die Diener der Kirche wie Be-anite des Staates zu weltlichen Diensten jeder Art heran und verwendete geistliche Pfrnden, um Kleriker fr weltliche Dienste zu entlohnen. Geistliche dienten als Kanzler und Notare an seinem Hofe, gingen als Knigsboten in die Provinzen, als Gesandte an auswrtige Hose. Die Klster dienten bald als Staatsgefngnisse, bald als Mittel-punkte militrischer Rstungen, das geistliche Gericht ward weltlichen Zwecken dienstbar gemacht, das Klostergut wie Knigsgut vergeben (Laienbte). Die Zustnde, die in der Zeit des Jnvestitnrstreites Paschal Ii. zur Klage veranlaten: ministri enim altaris ministri curiae facti sunt", waren schon in den Tagen Karls des Groen vorhanden. Ii. Wirtschaftliche und soziale Verhltnisse, a) Wirtschaftliche Verhltnisse. Wie in der germanischen Urzeit, waren auch in der frnkischen Periode Acker-bau und Viehzucht fast die einzige Quelle fr Nahrung und Erwerb, bildete die Hufe die kleinste wirtschaftliche Einheit, gehrte zur Hufe das Nutznieungsrecht an der gemeinen Mark oder Almen de. Doch das Privateigentum des einzelnen am Acker war schon in der Merovinger Zeit vollstndig durchgedrungen; freilich war das Gemeindemitglied mit seinem Ackerland dem Flnrzwang unterworfen. Auch war der Betrieb des Ackerbaus verstndiger geworden: die Dreifelderwirtschaft, d. i. die Aufeinanderfolge von Wintersaat, Sommersaat und Hackensrucht, bczw. Brache, griff immer mehr durch. Die grte wirtschaftliche Verndernng der frnkischen Periode und zwar schon der Merovinger Zeit war die Ausbildung eines Grogrundbesitzes (eine Folge kniglicher Rodungsprivilegien und Schenkungen, aber auch des Privat-eigentums). Dieser suchte die wirtschaftlich schwcheren Kleinbauern in seinen Verband einzugliedern. Allerdings hat Karl, um den freien Kleinbauernstand zu erhalten, die Ding- wie die Wehrpflicht erleichtert, aber der schon in der Merovinger Zeit eingeleitete Niedergang des freien Mittelstandes wurde von ihm nicht aufgehalten, die freien Bauern wurden in immer grerer Zahl Hintersassen der geistlichen und weltlichen Grogrundbesitzer. Allerdings hat Karl das erste groe Beispiel einer staatlichen Frsorge fr die grten wie fr die kleinsten wirtschaftlichen und sozialen Verhltnisse gegeben, aber das König tum konnte diese Fhrung der Nation nicht behaupten; seit dem 9. Jahrhundert beherrschte der geistliche und weltliche Grogrundbesitz das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben Deutschlands bis zum Anfange des 12. Jahrhunderts. Indes konnten diese groen, von einem einheitlichen Willen geleiteten Betriebe den damaligen wirtschaftlichen Anforderungen ^Rodung zc.) besser entsprechen als die Kleinbetriebe und wurden zugleich die Schule fr weite Kreise der Bevlkerung. berdies hat Karl fr die groen Landgter Muster an st alten geschaffen in den kniglichen Meierhfen. Karls capitulare de villis (800) wurde fr die Bewirtschaftung groer Herren-Hfe grundlegend. der die Bltezeit des Grogrundbesitzes s. nchsten Zeitraum I, 7.

2. Das Mittelalter - S. 58

1896 - Bamberg : Buchner
58 Gewerbe und Handel befinden sich noch in den Anfngen. Das Gewerbe steht auf der Stufe der Hausarbeit; die gewerblichen Arbeiter sind thtig im unmittelbaren Dienste ihrer Herrschaft. Der Handel ist be-schrnkt durch den Mangel an Metallgeld, an Verkehrsmitteln und an einem deutschen Handelstand; abgesehen von den Friesen ist der Handel sst ausschlielich in den Hnden der Israeliten. Der Versuch einer Regelung des Ma-, Gewicht- und zum Teil des Mnzwesens ist das einzige, was Karl fr den Handel gethan hat. Bei Karls Projekt, Main und Donau durch einen Kanal zu verbinden, bleibt es zum mindesten zweifelhaft, ob der Frankenknig dabei die Frderung des Handels oder vielmehr die Erleichterung des Transportes von Kriegsmaterial im Auge gehabt hat. y) Soziale Verhltnisse. 1. Zum altgermanischen Geschlechtsadel kommt in der frnkischen Zeit der Dienstadel. Merkmale: entweder knigliches Amt oder Zugehrigkeit zum kniglichen Gefolge. 2. Die Freien zerfallen im Gegensatz zur germanischen Urzeit in zwei Gruppen, solche mit und solche ohne Grundeigentum. Letztere teilen sich wiederum in freie Hintersassen, welche von einem geistlichen oder weltlichen Grundherrn Ackerland in Form der buerlichen Leihe, d. i. gegen Entrichtung eines Zinses erhalten haben, und in Vasallen (Aftervasallen), welche in ein persnliches Dienstverhltnis zu einem Reichsvasallen getreten sind und dafr Grund und Boden in Form der vafallitischen Leihe erhalten haben. 3. Die Verhltnisse der Halbfreien oder Hrigen sind im allgemeinen die gleichen geblieben. 4. Ebenso zerfallen die Unfreien noch immer in solche, welche eine eigene Wirtschaft führen mit besonderem Haus und besonderer Hufe (servi casati oder mansuarii), und in solche, welche im Hause des Herrn als Ge-sinde Verwendung finden (famuli, pueri). Iii. Geistige Kultur. a) Bildung und Litteratnr. Um das Jahr 600 war die heidnische und schien die christliche Litte-ratur erloschen; eineinhalb Jahrhunderte wurde nichts hervorgebracht als einige Heiligenleben und einige geschichtliche Aufzeichnungen von grter Drftigkeit. Erst mit Karl dem Groen hebt die Kultur des Mittelalters an. Hat Karl in seiner ueren Thtigkeit und in der Staatsverwaltung das Werk seiner Vorgnger fortgesetzt, so ist er auf geistigem Gebiete als

3. Das Mittelalter - S. 166

1896 - Bamberg : Buchner
- 166 3. Entwickelung der stdtischen Autonomie auf Kosten ganz besonders des geistlichen Frstentums. Vornehmlich unter dem Schutze des geistlichen Grogrundbesitzes waren die Mrkte erstanden, im Gegensatze vornehmlich zu den geistlichen Grundherren entwickelte sich die stdtische Autonomie. >) Die Ansiedelungen, die sich spter zu dem entwickelt haben, was wir als Städte zu bezeichnen pflegen, sind ganz verschiedenen Ursprungs. Sie wurden gegrndet teils um Bischofsitze (meist auf den Trmmern alter Rmerstdte) und Klster, teils um knigliche Pfalzen und Burgen, teils um Pfalzen und Burgen anderer weltlicher Herren. Jede dieser Ansiedelungen gehrte einem Grundherrn; je nach dem Grundherrn unterschied man bischfliche, knigliche, frstliche Städte. Die Rmer st dte waren zur Zeit der Vlkerwanderung in Trmmer ver-wandelt worden, wurden aber spter von den Bischfen wegen ihrer gnstigen Lage (am Rhein, an der Donau und deren Nebenflssen, an Knotenpunkten der Straen) mit Vorliebe zu ihren Sitzen gewhlt. Im Anschlu an Bischof sitze, auf den Ruinen alter Rmerstdte sind Kln, Mainz. Trier, Worms, Speyer, Straburg, Basel, ebeuso Regensburg, Passau, Augsburg entstanden. Aus kniglichen Pfalzen sind Aachen, Nymwegen, Frankfurt, Ulm, Goslar erstanden, um knigliche Burgen Erfurt, Meien, Merseburg, um Pfalzen und Burgen weltlicher Fürsten Mnchen, Nrnberg, Lbeck, Braunschweig, Freiburg im Breisgau. -b) Einen stdtischen Charakter hatten diese Ansiedelungen nrsprng-lich nicht, der stdtische Charakter war erst das Ergebnis einer mehrhundert-jhrigen Entwickelung, beginnend etwa mit dem 9. und schlieend mit dem 13. Jahrhundert. Der Charakter einer mittelalterlichen Stadt war bedingt a) von einer berwiegend kaufmnnischen und gewerblichen Beschftigung der Bevlkerung und im Zusammenhange damit von einem stndigen Marktrecht des Ortes, ) von einer eigenen Gerichtsbarkeit, y) von dem Rechte korporativer Selbstverwaltung, 6) von der Befestigung. a) Was die erste, die wirtschaftliche Vorbedingung betrifft, so gab es noch in der Zeit Karls des Groen weder ein selbstndiges deutsches Gewerbe noch einen deutschen Handelsstand; Mrkte fanden nur vorbergehend, jhrlich oder wchent-lich. statt (Jahr- und Wochenmrkte). Seit dem Ende des 9. und dem Anfange des 10. Jahrhunderts begann man der die Bedrfnisse des Herrenhofes hinaus, fr die Mrkte zu arbeiten und einen selbstndigen Gewerbe st and zu entwickeln, am frhesten an den Bischofsitzen, begannen zugleich die Könige stndige Marktrechte zu verleihen. Aber die gewerbe- wie die handeltreibende Bevlkerung bildete noch immer nur einen kleinen Prozentsatz der Bevlkerung, und das Marktrecht bezog sich nur auf einen Teil der Ansiedelung (meist den am Flusse gelegenen). Erst seit dem 12. Jahrhunderten berwogen Industrie und Handel und fielen Marktgebiet und Stadl-gebiet rumlich zusammen. Auf dem Marktplatz wird das Marktzeichen errichtet, gewhnlich ein Kreuz, an dem ein Handschuh oder ein Schwert befestigt wird; in spterer Zeit trgt diese

4. Neuere Geschichte - S. 36

1869 - Mainz : Kunze
36 geworden, die Liga, endlich der Kaiser, waren besonders aus religiösen Gründen dagegen. Erzherzog Leopold, des Kaisers Vetter, wird hingesandt, um die Territorien als erledigtes Reichs- lehn einzuziehen, durch den spanischen General Marchese Ambrosio Spin ola von den südlichen Niederlanden her unterstützt. Aber mío Frankreich, mit dem sich die Union in Schwäbisch-Hall 1610 förmlich verbunden, schickte auch nach Heinrichs Iv Ermordung Hülfstruppen; ebenso Moritz von Oranien und England. Sv durch niederländisch-englisch-französische und unierte Waffen Wieder- eroberung der durch Leopold besetzten Festung Jülich. Bald darauf Waffenstillstand zwischen Union und Liga. Nach der Entzweiung des Kurfürsten von Brandenburg mit dem jungen Pfalzgrafen Wolfgang Wilhelm und dem Uebertritt des ersteren zur reformierten (1613), des letzteren zur katholischen Kirche (und Vermählung mit einer Schwester Maximilians von Baiern) 1614 bekriegten sich beide, durch die unierten Niederlande einer-, Spanien andererseits unterstützt, am Niederrhein bis zum Theilungsvertrag zu Vanten 1614, dem der Düssel- dorfer 1629 folgte. Die definitive Theilung, durch die Bran- denburg Cleve, Mark, Ravensberg, die Pfalz Jülich und Berg erhielt, erst 1666. Brandenburg faßt somit Fuß in den Westmarken des Vaterlandes. 3. Vorgänge in Böhmen. An Stelle des unfähigen Rudolf Ii suchten die Erzherzöge dessen Bruder Matthias zum 1608 Oberhaupt des Hauses Oesterreich zu erheben. Rudolf, durch den heranziehenden Matthias schon in Prag bedroht, verspricht den protestantischen Ständen Böhmens religiöse Duldung und findet sich mit seinem Bruder durch Abtretung Ungarns und Oesterreichs (unter der Ens), sowie durch Zusicherung der Nach- folge in Böhmen ab.. Die drohende Haltung der böhmischen 1609 Stände nöthigt ihm 1609 den Mas estätsbrief ab. Ein aber- mals ausgebrochener Bruderzwist zwischen Rudolf und Matthias brachte dem letzteren auch die Krone Böhmens. Rudolf starb als i6i2 allgeniein verlassener Schattenkaiser. Matthias (1612—1619), selbst kinderlos, verschafft seinem Vetter Ferdinand von Steiermark die Nachfolge in Böhmen (1617) und Ungarn (1618) trotz dem Einspruch der protestan- tischen Stände des ersteren Landes. Ferdinand geboren 1578, in Ingolstadt gleichzeitig mit seinem späteren Schwager Maximilian von Baiern gebildet, tritt 1596 die Regierung seiner

5. Neuere Geschichte - S. 66

1869 - Mainz : Kunze
66 d. Ludwig erhebt nach dem Aussterben des Hauses Pfalz- Simmern Ansprüche auf den kurpfälzischen Allodialbesitz für seine Schwägerin, die Schwester des verstorbenen Kurfürsten, Charlotte Elisabeth (zweite Gemahlin des Herzogs von Orleans) trotz deren früherer Verzichtleistung. Der neue Kurfürst von der Pfalz, des Kaisers Schwiegervater*), betreibt besonders e. das Augsburgerbündniß 1686, vom Kaiser, Spanien, Schweden, mehreren Reichsständen, worunter auch der große Kurfürst von Brandenburg**), gegen Frankreich geschlossen. f. Wegen Nichlbestätigung des unter französischem Einfluß zum Erzbischof von Köln gewählten Cardinal-Coadjutors Wil- h e l m Ego n von Für st e n b e r g (auch Bischof von Straßburg) * 1688 durch Kaiser und Pabst, erklärt Frankreich dem Kaiser, dann nucf) Holland den Krieg. Auch Victor Amadeus Ii, Herzog von Savoyen, schließt sich den Augsburger Verbündeten an. Der Krieg zeigte das deutsche Reich in großer, lange nicht gesehener Eintracht, doch kam Schwung und Kraft in die Kriegführung erst 1689 durch die Theilnahme Wilhelms von Oranien, des neuen Kölligs von Großbritannien, dessen entthronter Schwieger- vater in Frankreich ein Asyl und Schutz seiner Ansprüche ge- funden hatte (s. ob. S. 57). Kriegsschauplatz: die Rheinlinie, Spanien und seine Nieder- lande, Italien und Irland. 1689 Die teuflische Verwüstung der Pfalz durch Melacs Mord- banden, auf Louvois' Anordnung***); Sprengung des Heidel- berger Schlosses, Schändung der Speirer Kaisergräber; Ver- pflanzung der heimatlosen Bewohner auf französischen Boden. Landung Jakobs Ii in Irland, das ihn als König aner- kannte, seine Niederlage am Boynefluß 1690. Seesieg der Engländer beim Vorgebirge La Hogue 1692. Landsiege der Franzosen unter dem Herzog von Luxemburg, Ludwigs damaligem Hauptfeldherrn, bei Fleurus 1690, (gegen den Fürsten von Waldeck), Steenkerken 1692 und Neer- winden 1693 (beide gegen Wilhelm Iii). *) Von seiner dritten Gemahlin. **) Schon 1681 hatten sich Schweden, Holland, Spanien und der Kaiser zur Aufrcchtcrhaltung des Westfälischen und Nymweger Friedens verbunden und wollten sogleich losschlagen. Der große Kurfürst aber, bei dem ungerüsteten Zustand des Reichs und verstimmt über den Frieden von Nymwcgen und St. Germain, schloß sich aus und zeitweise an Frankreich an. **.*) Der Grund dieser unerhörten Grausamkeit war die Unmöglichkeit, alle eingenommenen festen Plätze besetzen zu können , die doch auch dem Feind nicht in die Hände fallen sollten.

6. Neuere Geschichte - S. 19

1869 - Mainz : Kunze
19 fessio Augustana am 25. Juni verlesen (Luther, noch geächtet, inzwischen in Coburg), die Confutatio (3. August) durch Mayr von Eck u. a. Das versuchte Versöhnungswerk scheitert, der Reichstagsabschied verlangte bis zum Mai 1531 die Unterwerfung der Protestanten unter die alte Kirche unter Androhung ihrer Ausrottung; Melanchthons Apologie vom Kaiser nicht angenommen, aber durch den Druck veröffentlicht. Confessio Tetrapolitnna der Städte Straßburg, Memmingen, Constanz, Lindau, die aber 1532 dem Bunde der Protestanten beitraten. Der Abschluß des Schmalkaldner Bundes (auf 6 Jahre, dann verlängert) folgt auf dem Fuß im Dezember 1530; förmlich abgeschlossen Anfang 1531. Später werden zu Bundeshauptleuten 1531 ernannt der Kurfürst von Sachsen und der Landgraf von Hessen. Luthers „Schmalkaldener Artikel" 1537. — 1533 ein katholischer Gegenbund norddeutscher Fürsten zu Halle, ans die süddeutschen wie auf Kaiser und König ausgedehnt zu Nürnberg 1533. Der wieder heftiger entbrennende Türkenkrieg veranlaßt den milden Nürnberger Religio ns frieden, wesentlich eine 1532 Wiederholung des erste n Speirer Reichstagsabschiedes (Einstellung aller Prozesse gegen die protestantischen Stände bis znm Con- cilium). Würtemberg, anfangs Oesterreichifchen Rätheu, feit 1522 denn Erzherzog Ferdinand zur Verwaltung übergeben, erhält 1534 Herzog Ulrich, durch Landgraf Philipp von Hessen mit französischer Unterstützung zürückgeführt, wieder. Vertrag zu Cadan in Böhmen mit Ferdinand. Durchführung der Refor- mation in Würtemberg und Beitritt Zmn Schmalkaldischen Bund. Die auswärtigen Kriege, gegen Osmanen und Franzosen, halten den Ausbruch des Religionskrieges auf. Gleichzeitig der Aufruhr der Wiedertäufer tit Müu- ste r 1534—1535. Schon 1532 hatte sich, besonders durch den Prediger Bernt (Bernhard) Rvthmann, in Münster eine evan- gelische Gemeinde (anfangs lutherischer, dann zwinglischer Richtung) gebildet, die sich durch Philipps von Hessen Vermittlung 1533 auch gegem Bischof und Domkapitel behauptete. Bewegungen der Gilden gegen den Rath gingen mit der kirchlichen Gährnng Hand in Hand. Hier fanden wiedertüuferische Lehren, die, von den Zwickauer Schwarmgeistern und Thomas Münzer ausgehend, in Oberdeutschland und der Schweiz trotz aller Verfolgungen sich festgesetzt hatten, von den Niederlanden her durch Flüchtlinge und Sendboten (Jan Bockelson von Leiden, Jan Mathys ans Hartem) 1533 Eingang. Politisch-kirchliche Umgestaltung der Stadt; Bernt 2*

7. Neuere Geschichte - S. 84

1869 - Mainz : Kunze
84 mögliche Mittel für die festere Einigung der durch das ganze Reich zerstreuten Landestheile. Gründung des st e h e n d e n H e e r e s als eines der Grund- pfeiler von Brandenburgs Größe schon von 1641 an. Bei des Kurfürsten Tod ein kriegserprobtes Heer von etwa 28000 Mann. Der aus schwedischen Diensten übergetretene Feldmarschall Georg von Dersslinger der Schöpfer der brandenburgischen Reitereis- Begründer der Artillerie und des Besestigungswesens der Feld- marschall Otto von Sparr. Versuche zur Gründungfeiner Flotte schon 1664, dann im schwedisch-französischen Krieg 1675, zunächst zur Kaperei und zu Angriffen gegen Schweden; 1682 Bildung einer Handelsgesell- schaft nach der westasrikanischen Küste, wo bald zwei branden- burgische Colonien, Groß-Friedrichsburg und Dorotheenschanze, entstehen. Nach des großen Kurfürsten Tod verfallen diese Unter- nehmungen, zugleich angeseindet von den Holländern, an welche die brandenburgischen Besitzungen endlich 1720 durch Kauf über- gehen. Hebung der im 30jährigenkriege tief gesunkenen Land es - cultur; Förderung der inländischen Industrie nach nieder- ländischem und französischem Vorbild. Ausnahme von etwa 20,000 nach Aushebung des Edictes von Nantes flüchtigen französischen Protestanten in seinen Landen 1685. Be- deutende Canalbauten, namentlich der Müllroser oder Fried- rich-Wilhelms-Canal als Wasserstraße zwischen Oder und Elbe durch die Spree, vollendet 1668. Gründung der Uni- versität Duisburg 1655. Friedrich Iii Kurfürst von 1688 —1701, als König Friedrich I — 1713. Auch unter ihm nimmt Brandenburg- Preußen an den wichtigsten Ereignissen der Zeit bedeutenden An- theil. Seine Heere unterstützen Wilhelm von Oranien bei dem Gewinne der englischen Krone; nehmen unter seiner Führung am dritten Kriege gegen Ludwig Xiv und am Türkenkrieg Theil; zeichnen sich im spanischen Erbsolgekrieg aus; entschiedenes Mit- wirken bei Höchstädt, Turin, Malplaquer *). a. Länderzuwachs von 38 Q. M. durch den Erwerb der i7v2 Grafschaften Meurs und Lin gen 1702, des Fürstenthums i7v7neuschatel mit Val engin 1707 aus der oranischen Erbschaft, *) S. oben Seite 56, 67, 74.

8. Alte Geschichte - S. 108

1869 - Mainz : Kunze
Die Ostseite ist schmal, von dürftiger Strombildung (der Aufidus, j. Ofanto, der bedeutendste Fluß), dazu ziemlich gerad- linig abgeschnitten, ohne Küstenentwicklung; die östliche Küste des nördlichen Italiens bildet eine Reihe von Sümpfen und Lagunen. Die Westseite dagegen ist reicher und mannichfaltiger aus- gestattet. Sie bat mehr Küstenentwicklung, ist von Inseln um- geben und bildet ein breiteres Gebiet, das durch größere Ströme (Arnus, Tiber, Vulturnus) und durch frühere vulkanische Thätig- keit zu der mannichfacksten Thal- und Hügelbildung entwickelt ist. Die Westseite war daher zu größerer historischer Be- deutung bestimmt als die Ostseite, die auch das adriatische Meer ohne nahe Inseln und die gegenüber liegenden unfruchtbaren Küftenlandschasten «licht zur Thätigkeit und zum Verkehr anregten. Die westlichen Laudschastell Etrurien, Latillni und Campanien waren zu einer Rolle berufen, welche die Natur Apulien und Messapien versagt hat. Italien war auf den Westen hingewiesen wie Griechenland auf kn Osten. Italien hat stark ausgeprägte Natur grenzen; die eigentliche Halbinsel ist auf drei Seiten vom Meere umgeben; um das nörd- liche Italien legt sich im Halbkreise eine ungeheure Scheidewand, die Alpen. Die Westalpen, am ligustischen Meerbusen aufsteigend, nach Westen gegen das Thal der Rhone (Rhvdanus), nach Osten gegeli die Poebene abfallend, trennen es von Gallien. Mit dem Mont blaue begimit der höchste und mächtigste Theil der Alpen, die Centralalpen, die Italien gegen Helvetien und Germanien abschließen; die dritte und östliche Abtheilnng, mit dem Groß- glockner beginnend, ist niedriger, legt sich aber breiter durchs Land und zieht sich bis znm adriatischen Meere. Italien hat uatrlrgenläß vier Theile: 1) Oberitalien; L) Mittelitatiell,. den eigentlichen Stanrm der Halbinsel; 3) Unter- italieu, aus dell beiden Halbinseln bestehend und 4) die. Inseln. 1) O b e r i t a l i e n oder der evntineutacke Theil Italiens von den Alpen bis zum Macra und Rubieon reichend; dazu gehört vor Allem die lombardische Tiefebene, von dem Po (Padus) der ganzen Länge nach durchzogen, in Dreiecksgestalt zwischen den Alpen und den Apenninen sich ausdehnend; eine Linie zwischen Parma, Mutina, Bononia und Arüninum bezeichnet die südliche Grenze. Oberitalien umfaßt : a. Gailia cisalpiua, togata (im Gegensatz zu Gailia braccata), durch den Po in Gailia trau>.-

9. Wiederholungsfragen aus der Geschichte - S. 46

1897 - Bamberg : Buchner
17. Worin liegt Karl Theodors Bedeutung a. fr die Pfalz, b. fr Bayern? 18. Wie verhielt sich sterreich dem Snccessionswechsel in Bayern im Jahre 1777 gegenber? 19. Welche Persnlichkeiten machten sich im vorigen Jahrhundert um die Erhaltung der Integritt Bayerns verdient? 20. Welche Teile des heutigen Knigreiches Bayern gehrten vorbergehend zum Knigreich Preußen? 21. Waun entstanden die drei bayerischen Landesuniversitten, wann die bayerische Akademie der Wissenschaften? 30. St. (Die jetzt regierende Linie des Hauses Wittelsbach.) 1. Wer ist der Stammvater der jetzt regierenden Linie des Hauses Wittelsbach? Wann ist dieselbe zum Katholizismus zurck-gekehrt? 2. Welche Schicksale erfuhr Bayern und die Pfalz in der Zeit der franzsischen Revolution und Napoleons? a. Verlust der linksrheinischen Pfalz 1794/95; b. Bayern auf Seite sterreichs bis 1800; c. 1803; 1805; 1806; 1809/10; 1812; d. 1813; 1814; 1815. 3. * Welche Schlachten dieser Zeit wurden auf dem Boden des heutigen Knigreiches Bayern geliefert? a. in der Pfalz; b. in Bayern (und Schwaben); c. in Franken (und Oberpfalz).

10. Geschichte des Mittelalters - S. 61

1870 - Mainz : Kunze
61 den Erzbischöfen und Bischöfen, endlich gegenüber den fast unabhängigen Reichsstädten und den Handelsansiedlungen der Genuesen, Venetianer und Pisaner an den Küsten. Die Reichsgesetzgebung in den assises du royaume de Jerusalem. Der Seneschall, Connetable und Marschall die ersten Reichs- beamten. Nicht minder unabhängig wie die hohe weltliche und geistliche Aristokratie einer-, die Städte andererseits hielten sich der Krone gegenüber die geistlichen Ritterorden, eine eigeuthümliche Schöpfung der Kreuzzüge, aus einer Verbindung von Ritterthum und Mönchswesen entsprungen, ein Hauptwerkzeug zur Fortsetzung des Kampfes gegen den Halbmond. Der Ritterstand (milites. equites), von größerem Eigen- oder Lehenbesitz und dem hierdurch ermöglichten Reiterdienste ausgehend, durch die Kriegsspiele der Turniere und eigeuthümliche Standessitte weiter ausgebildet erhält seine volle Entwicklung durch die Kreuzzüge, in denen der ritterliche Adel aller christlichen Länder in wechselseitigen Verkehr mit einander tritt und sich als Corporation fühlen lernt. — Stufen des Ritterlebens: Nach der häuslichen und mütterlichen Erziehung des jungen Adlichen bis zum siebenten Jahre und nach der Zeit, die sie als Edelknaben („junkherrelin") am Hofe des Lehnsherrn oder anderer Ritter verlebten: 1. Der Stand der Edelknechte, Knappen (armiger), in den die Ritterbürtigen durch die Wehrhaft- machung zwischen dem 14. und 18. Lebensjahre eiutraten; 2. der Stand der geschlagenen Ritter, in welchen nach ab- gelegtem Gelübde durch den Ritterschlag und die Umgürtung mit dem Schwerte in der Regel int 21. Jahre die Aufnahme stattfand. — Bestandtheile der gewöhnlichen Ritterburg: der (Männer)-Saal, die Kemenate (oder Phiesel-Ga- dem) der Frauen, der Turn (das „Berchfrit), meist nur Verließe, Treppen und Wachtstuben enthaltend. — Seit der Zeit der Kreuzzüge auch Wappen und Geschlechts- namen, sowie die weitere Ausbildung der Turniere; der Adel Hauptträger der Dichtuttg in der Volkssprache. Geistliche Ritterorden: 1. Der Johanniter- Orden oder der Orden des Hospitales von St. Johann, ausgegangen von dem Marien-Hospital, einer Schöpfung
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