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1. Grundzüge der physischen Geographie, Mathematische Geographie - S. 10

1911 - München : Oldenbourg
Xie Schieferbrüche bei Golnfjofen nächst Eich städt im Altmühlthal. Sch w achgeneigte Schichtenlagerung. (Zu S.ii.) Die Soluhofer Schiefer, einzig in der Welt durch die Feinheit ihres Korns und daher zur Lithographie ver- wendbar, haben meist wagrecht oder nur schwach geneigte Schichtung. Sie sind trockengelegter Meeresboden und sehr reich an Versteinerungen von Korallen, Muscheln, Schwämmen, Schnecken, Seeigeln, Fischen, Flugeidechsen und Sauriern. In den deutschen Tafellandschaften (Iura, Steigerwald ?c.) ist die an- nähernd >vagrechte Schichtung mit Verwerfungen vorherrschend. Verwerfung zwischen Lbercarbon und Zech st ein auf dem Hügel bei Osnabrück. (Zu o. 11.) Ter hier sehr eisenhaltige und daher dem Abbau unterliegende Zechstein links ist einst auf dem Kohlenkalk, wie man ihn rechts sieht, abgelagert worden. Später hat sich eine Bruchspalte gebildet und an dieser ist der linke Flügel gegen den rechten nach unten verschoben worden. Beachte die Gleitfläche (den Harnisch) des Geiteins.

2. Afrika, Amerika, Australien, Arktis und Antarktis, Die koloniale Stellung der Mächte, Mathematische Erdkunde - S. 53

1913 - München [u.a.] : Oldenbourg
> Nordamerika. 53 der Künste die Deutschen obenan. Deutsche waren es namentlich, welche den Yan- kees das Verständnis der Musik erschlossen, die jetzt wie keine andere Kunst drüben das Dasein verschönt. Und endlich blieb auch der von den Deutschen stets hochgehal- tene Idealismus, der Sinn für Familienleben, Rechtlichkeit, Ordnung und Freiheit nicht ohne die wohltätigsten Wirkungen auf das ganze amerikanische Leben. So hat die Union durch die deutsche Einwanderung unberechenbar gewonnen. Das be- stätigt auch das Wort des früheren Präsidenten Roosevelt: „Jedes Einwanderungs- element hat zum Nationalcharakter beigetragen, aber keinem schulden wir mehr als dem deutschen." _.v'\ 0^ C / / ./C » )y , Die Gesamtzahl der Deutschen in/der Union beträgt an 10 bis 11 Mill., also ein Zehntel der ganzen Einwohnerschaft. 1821—1900 sind allein aus Deutschland über 5 Mill. eingewandert. Stark vertreten ist das Deutschtum in den östlichen Industriestaaten, so in New Jork, New Jersey, Pennsylvanien; als die Hauptsitze des D e u t s ch - A m e r i k a u e r t u m s haben aber die nördlichen Mittel st aaten zu gelten, die alle einen mächtigen deutschen Kern enthalten: Ohio, Illinois, Michigan, Minnesota, Iowa (eiöwä), Nebraska bis zu 15—20% der Gesamtbevölkerung, Wisconsin sogar bis zu y3. Im Staa t.s l e b e n haben die Deutschen trotz ihrer großen Zahl nie eine bedeutende Rolle gespielt und zwar hauptsächlich infolge ihrer inneren Uneinig- keit und Zersplitterung. Doch ist in den letzten Jahren vieles geschehen, um den deutschen Geist zu heben. Ein großes Verdienst hieran hat der 1901 gegründete Dentsch-amerikanische Nationalbund. Am Ende des 19. Jahr- Hunderts wurde in 4000 Schulen deutsch unterrichtet. Sehr lebhaft sind die Handelsbeziehungen zwischen der Union und dem'deutschen Reich. Die zwischen beiden Ländern umgesetzten Werte erreichen eine Höhe, wie sie nur der deutsch-russische oder der deutsch-englische Handel auf- weist. Die Einfuhr aus der Union überwiegt aber bei weitem unsere Ausfuhr dort- j.r hin. Eingeführt werden hauptsächlich Erzeugnisse der Landwirtschaft (Baumwolle. Q ){ Getreide usw.) und des Bergbaues^Kupfer, Erdöl, Blei usw.). Unser hervor- ^ rag'erfte"§.....Baumwollgewerbe und unsere hochentwickelte elektri- ^ jche Industrie, die viel Kupfer benötigt, sind gg-M von den Ver. Staaten abhängig. Die Ausfuhr nach der Union umfast zumeist Industrie- erzeugnisse. Dm-2iegeu_hmmlsbeziehungen beider Länder entspricht auch ein gewaltiger Schiffsverkehr. // ^/Däs Wunderland am Aellowstone. Im Jahre 1870 ^mcheilte die Neue Welt die Nachricht von der Entdeckung eines Wunderlandes im Felsengebirge und ein Jahr darauf wurde das Quellgebiet des Yellow- stoneflusses zum Nationalpark der Vereinigten Staaten von Amerika erklärt, das groß- artigste Vorbild zur Erhaltung der Naturdenkmäler eines Landes. Der Boden des Parkes besteht in der Hauptsache aus vulkanischem Gestein, aus Trachyt und Basalt, wenn es auch keinen einzigen tätigen Vulkan darin gibt; aber heiße Quellen, Geiser, Solfataren, Dampf- ausströmungen und Schlammvulkane stellen gewissermaßen die letzten Zuckungen der er- löschenden Feuerberge dar. Im ganzen sind bis jetzt im Yellowstonepark 3000-4000 heiße Quellen und 71 Geiser bekannt. Die hohe Temperatur der Quellen (bis 121» C) und die Verbreitung der Geiser lassen keinen Zweifel, daß die Erhitzung des Wassers durch vulka- Y

3. Mittel- und Norddeutschland - S. 96

1906 - Dresden : Bleyl & Kaemmerer
— 96 — Lebensprozeß der Kulturpflanzen entzogen wird. Die Holzasche die früher zu solchen Zwecken stark verwendet wurde, war mit der Abnahme der Wälder und der Steigerung des Holzwertes zu kostspielig geworden. Dem unbefriedigten Verlangen ward erst Genüge getan durch die etwa 1860 beginnende Verwertung der Staßfurter Kalisalze. Sie sind für die Landwirtschaft von unschätzbarem Werte gewesen in der kritischen Zeit, da sie nur durch gesteigerte Intensität der Produktion sich gegen den überseeischen Wettbewerb behaupten konnte." (Partsch.) Es ist ein günstiger Umstand für die deutsche Landwirtschaft, daß ihr diese Salze in reichlicher Menge zur Verfügung stehen, während sie andern Ländern ganz oder fast ganz fehlen.*) Auch ist eine baldige Erschöpfung der Gruben nicht zu befürchten, da sich Kalisalze nicht nur in der Gegend von Staßsurt finden. Vielmehr hat man ihr Vorkommen noch an vielen andern Orten in der näheren und weiteren Umgebung des Harzes, von der Saale im O. bis über die Leine im W., festgestellt. Ein Kärtchen von Partsch bezeichnet 29 solcher Stellen in dieser Landschaft, wozu noch je ein Lager a. d. Werra (bei Heringen) und in Mecklenburg (bei Jessenitz) kommt. Die Gesamtausbeute an Kalisalzen in diesem Bezirke belief sich im Jahre 1902 auf 3 280000 t, wovon gegen 300000 t ins Ausland, größtenteils nach Nordamerika, versendet wurden. Der Abbau der Salzlager geschieht in mehreren, z. T. bis 12 übereinander liegenden Etagen, deren jede 8 bis 9 m hoch ist. Die dazwischen liegenden Decken haben eine Mächtigkeit von 5 in und werden, um den Einsturz zu verhüten, in bestimmten Ent- fernungen von stehengebliebenen, 50 in im Umfang messenden Strebepfeilern getragen. Zu den Arbeitsplätzen führen Schienengeleise, auf denen Förderwagen, von Arbeitern oder Pferden bewegt, die losgebrochenen Salze zu den Schächten schaffen, durch die sie an die Oberfläche der Erde gehoben werden. Hier wird das Salz sortiert und entweder gleich in Stücken verladen oder vorher in Mühlen zu Feinsalz gemahlen. Unreines Koch- salz findet als Viehsalz Verwendung. Fig. 20 zeigt uns die Lagerung der verschiedenen Salze bei Staßsurt. Das Wichtigste über die Entstehung der Salzlager enthält der Abschnitt 16 unter c (S. 101). Ein anderes wichtiges Naturprodukt der Gegend ist die Braun kohle, die in mächtigen Lagern vorkommt. Ihr Abbau wie die Gewinnung der mancherlei aus ihr herstellbaren Erzeugnisse (S. 81) gewährt vielen Menschen Beschäftigung. Sie bietet aber auch den zahlreichen Fabriken ein gutes und billiges Heiz- Material dar und hat so wesentlich zur Entwicklung der Industrie der Land- schast beigetragen. Neben diesen unterirdischen Schätzen dürfen sich aber auch die Erzeugnisse des Ackerbaus feheu lassen. Der fette, schwere und tiefe Bodeu, den man durch die Beimengung von Kalisalzen vor Erschöpfung bewahrt, liefert reiche *) In Europa findet sich ein größeres Lager nur noch in Kalusz in Galizien.

4. Mittel- und Norddeutschland - S. 17

1906 - Dresden : Bleyl & Kaemmerer
— 17 — Als drittes Produkt verdient der Bimsstein Erwähnung, ein sehr poröses und leichtes Gestein, das als feine Asche von den Vulkanen ausgeworfen und vom Winde weithin geführt worden ist. Die mächtigsten Lager findet man im Neuwieder Becken, wo ihre Ausbeutung eine lebhafte Industrie hervorgerufen hat. Der Bimssteinsand wird mit etwas Kalk vermischt und dann zu Steinen gepreßt, die ein gutes und billiges Material für den Hausbau abgeben. Die Steine werden zu Millionen weithin versandt. Von Bedeutung ist ferner das Vorkommen von schwarzem Schiefer, der meist als Dachschiefer Verwendung findet, und von Basalt, der einen guten Pflasterstein abgibt und besonders als Kleinschlag zu Steindecken der Landstraßen verbraucht wird. Sehr reich ist endlich die Vulkanische Eisel an Mineralquellen. Doch finden sich solche auch in andern Teilen des Gebirges. Gemeinsam ist allen der starke Gehalt an Kohlensäure, wodurch das Wasser einen angenehmen, erfrischenden Geschmack erhält. Von manchen Orten, wie z. B. Gerolstein, Remagen und Roisdorf bei Bonn, wird viel Mineralwasser verschickt. Allein vom Apollinaris- brnnnen in Remagen beträgt der tägliche Versand gegen 50000 Krüge und Flaschen. Einige Orte mit besonders heilkräftigen Quellen, wie Bertrich, in einem Seitentale der Mosel, das schon genannte Neuenahr und Aachen, sind berühmte Bäder geworden. Die Ville. In der Gegend von Bonn zweigt sich von der Eiset ein flacher Höhen- zng ab, der sich in nw. Richtung weithin in die Ebene hinein erstreckt und an der Westseite vom Tale der Erst begrenzt wird. Das ist die Ville. Ihr Ostabhang ist von außerordentlicher Fruchtbarkeit, und die Bewohner haben den Boden vorzüglich aus- genützt. Es wird hauptsächlich Gartenbau getrieben, und dessen Erzeugnisse, Gemüse aller Art, Beeren, besonders Erdbeeren, und Obst, werden in ungeheurer Menge auf den Markt der großen Rheinstädte Bonn und Köln gebracht, wo zugleich Großhändler von auswärts, namentlich aus dem Wupper- und Ruhrgebiete, ihre Einkäufe besorgen. In ihrem Innern birgt die Ville große Braunkohlenlager, die den Bewohnern der um- liegenden Landschaften ein billiges Heizmaterial liefern und in neuester Zeit besonders von Brikettfabriken ausgebeutet werdeu. Die Aachener Gegend. Das Hohe Venn fällt im N. zu einem lieblichen Hügellande ab, in dessen Mitte die Stadt Aachen liegt. Hier befinden sich große Steinkohlenlager, die sich noch weithin nach W. erstrecken und ihrem größten Teile nach zu Belgien gehören. Auch Eisen-, Blei-, Zink- und Kupfererze werdeu gewonnen. Daher ist die Gegend zu einem wichtigen und dichtbevölkerten Jndnstriebezirke geworden, in dem sich ein Fabrikort an den andern reiht. Neben dem Metallgewerbe ist anch die Tnchfabrikatioit von Bedeutung. Aachen (143 000 E.), die größte Stadt des Gebiets, liegt in einem weiten Kesseltale und verdankt seine Entstehung wohl den hier sprudelnden warmen Quellen, die schon von den Römern benutzt wurden. Als der eigentliche Gründer der Stadt ist Karl der Große anzusehen, der den Ort besonders wegen seiner Heilquellen liebte. Er machte Aachen zur Fick. Ii. Band. 2

5. Lesebuch für die 5., 6. und 7. Klasse der Volksschule - S. 486

1895 - München : Oldenbourg
486 66. Die lange Nacht in Hammerfest. jeder Masche des Netzes auch ein Fisch. Seine Menge ist so ungeheuer, daß er zuweilen eine Wand bildet, welche bis auf den Grund hinabreicht, und von deren Druck nach oben die Boote dann mehrere Zoll aus dem Wasser gehoben werden. Sobald die Fahrzeuge gefüllt sind, fahren die Fischer nach Bergen. Dort nun eröffnet sich ein neues Schauspiel. Arbeiter karren den Hering aus den Schiffen unter die weiten Durchgänge der Häuser. Hier sitzen, von Tonnen umringt, Scharen von Menschen, die mit dem Messer i» der Hand das Werk des Auskehlens verrichten. Die Karren werden bei ihren Plätzen umgestürzt. Halb in Fischbergen begraben, ergreifen die Arbeiter einen Hering nach dem andern, schneiden ihm die Kehle auf, reißen mit einem kunst- gemäßen Zuge Gedärme und Eingeweide heraus und werfen ihn dann in die bereitstehenden Bütten. Sie haben in dieser Arbeit eine solche Fertigkeit, daß viele tausend Fische täglich abgethan werden. Sobald die Bütten gefüllt sind, werden sie von anderen Arbeitern an den Platz des Einsalzens ge- fahren. Dort werden die Heringe in Fässer gepackt, mit Salzlacke begossen, die Gefäße vom Böttcher geschlossen, und nun, in dem Magazine aufgestapelt, sind sie zur Ausfuhr fertig und bereit. Wenn man bedenkt, daß in den letzten guten Zeiten von Bergen allein jährlich beinahe 300000 Tonnen Heringe ausgeführt worden sind, kann man sich wohl einen Begriff von der Größe und Lebendigkeit dieses Handels machen. Ohne Zweifel kann man annehmen, daß jährlich an den Küsten Norwegens, Englands, Hollands und in der Ostsee weit über tausend Millionen Heringe gefangen und wohl noch mehr von den Raubtieren verschlungen werden. Endlich im März senken sich die Scharen in die Tiefen, und mit dem Ende des Monats verschwinden sie gewöhnlich ganz. (Mügge.) 66. Die lange Wacht in Kammerfest, f In Hammerfest ist die lange Nacht die Zeit der Ruhe für alles Handelsleben, und man möchte sagen: am Polar-

6. Die fremden Erdteile, (Wiederholung über Sachsen) - S. 32

1903 - Dresden : Huhle
— 32 — Pflanzenwelt herrschen riesenhafte Schachtelhalme, baumartige Farne n. Nadelhölzer, in der Tierwelt lassen sich nachweisen die ersten Säugetiere, Kerbtiere, Wasser- u. Landechsen, Fische, Schildkröten u. Heuschrecken. 4. Die Neuzeit läßt Basalt, Braunkohle u. Bernstein sich bilden. Die Pflanzen u. Tiere sind die nnsrer Zeit, die ersten Spuren des Daseins der Menschen sind jetzt nachzuweisen. 5. Die Gegenwart sieht die Entstehung von Ton, Lehm, Sand, Kies, Torf u. Humusboden; Verwitterung, An- u. Abschwemmung arbeiten an der Veränderung der Erdoberfläche. Die Herrschaft des Menschen führt die heutige Ausbildung der Tierwelt n. die heutige Verbreitung der Pflanzen herbei. Wie viele Millionen von Jahren die feuerflüssige Erde brauchte, bis Gottes Hand den Menschen in ihre pflanzengeschmückte und von Tieren belebte Gefilde setzen konnte, das können auch die Gelehrten nicht einmal annähernd schätzen. Trnck von B. Teubner in Dresden.

7. Das Deutsche Reich - S. 91

1914 - München [u.a.] : Oldenbourg
Tas Königreich Sachsen. 91 Am Nordrande des Erzgebirges breitet sich das „Erzgebirgische Becken" aus, eine 300—400 m hoch liegende, flache Einsenkung, umrahmt von zwei Höhenzügen: a) dem Hohensteiner (über Glauchau, Hohenstein-Ernsttal), b) dem Wildenfelser Zug (Pleißenquelle, Wildenfels, Hartenstein, Stollberg). In der Steinkohlenperiode war hier wirklich ein tiefes Becken zwischen zwei Gebirgen, in dem üppige Sumpfwälder von Schachtelhalm- und Bärlappbäumen grünten. Diese Wälder sind begraben; gewaltige Schuttmassen, von den Berg- strömen herbeigeschleppt, haben während der Rotliegendenzeit das Becken ausgefüllt. Vulkane haben Porphyrlava und Asche (Tuff) geliefert. In breiten Betten schlängeln sich jetzt die Flüsse zwischen niedrigen Hügelgruppen, und die verschütteten Wälder sind zu Steinkohlen geworden (Zwickau, Lugau-Ölsnitz, Flöha, Nebenbecken bei Döhlen-Potschappel). Das Erzgebirge mit seinem vielfach steinigen Boden, seinem rauhen, schnee- reichen Klima blieb lange Zeit ein von den Menschen gemiedenes Waldland mit unzugänglichen Mooren. Die Slawen, die mit ihrem leichten Holzpflug nur lockeren Boden bearbeiten konnten, legten hier höchstens einige Durchgaugswege für den Salzhandel zwischen Halle und Böhmen an. Vom 12. Jahrh. an drangen die deutschen Bauern als Kolonisten von N her langsam vor. Sie rodeten teilweise den Wald und gründeten in Lichtungen am Wasser ihre langgestreckten „Waldhufendörfer". Bald entdeckte man beim Roden den Erzreichtum des Gebietes, und zu den Bauern- dörfern gesellten sich die kleinen, regelmäßig gebauten Bergbaustädte, zuerst Frei- berg, Ehrenfriedersdorf. Im 15. Jahrh. fand man die Zinnerzlager von Alten- berg, die Silber- und Kobalterze von Schneeberg und Annaberg; im 16. Jahrh. folgte die Gründung der Bergstädte Wiesental, Joachimstal, zuletzt von Johann- georgeustadt. Aber bald darauf begann der Niedergang des Bergbaues; neue, überaus reiche Silberlager wurden in Amerika entdeckt; das zur Verhüttung und zum Streckenbau nötige Holz stieg im Preise, und so mußte sich die stark angewachsene Gebirgsbevölkeruug nach neuen Erwerbszweigen umsehen. Zunächst nutzte man die leicht zu erlangenden Rohstoffe (Holz, Flachs) aus und trieb Hausindustrie. Dann wurden Maschinen eingeführt und durch Wasser- kraft getrieben (Mühlen, Papierfabriken). Mit der Verbesserung der Verkehrs- mittel wurde die Zuführung der Steinkohlen von Zwickau, Lugau, später der Braun- Fischer-Geistbeck-Wagner, Erdk. f. d. höh. Lehranstalten in Sachsen. Vi. Teil. 7

8. Königreich Sachsen - S. 188

1889 - Dresden : Huhle
188 Ortschaften an der Zwickauer Mulde. Kreishauptmannschaft und eines Hauptsteueramtes. Sie besitzt ein Gymnasium, Realgymnasium, eine Handels- und eine Bergschule auf dem Schlosse, eine Strafanstalt für männliche Gefängnissträflinge, ein Kreiskrankenstift, ein Waisenhaus. Für den regen Geldverkehr spricht die Reichsbanknebenstelle. Als Garnison steht hier das 9. Infanterieregiment Nr. 133. Die industrielle Beschäftigung ist eine überaus mannigfache und führen wir nur die wichtigsten Zweige derselben an: Weberei in Leinen, Wolle, Baumwolle, mechanische Segeltuchweberei, Vigognespinnerei, Dampffärberei, Zementwaren-, Steingut-, Porzellan-, Thon- und Tafelglaswarenfabrikation, Faß-, Maschinen-, Essig-, Likör-, Möbel-, Nägel-, Neusilberwaren-, Kartouageu- und Papierfabrikation. Dazu kommen Gerberei- und Glaeshandschnhfabriken, Kesselschmiedereien und Kunsttischlereien. Zur Unterstützung der Industrie giebt es eine 1828 gegründete und 1877 neueingerichtete gewerbliche Fortbildungsschule und Unterrichtskurse für Dampfkesselheizer seit 1878. Um Zwickau herum befinden sich etwa 130 Kohlenschächte, die Flötze bis zu 24 m Mächtigkeit und Schächte bis zu 760 m Tiefe besitzen. Die Kohlenförderung übersteigt bei einer Belegschaft von über 9000 Bergleuten und etwa 400 Beamten die Höhe von 42 Millionen Zentnern im Jahre. Der Verkehr auf dem Bahnhöfe zu Zwickau, letzterer einer der größten Deutschlands, ist durch den Kohlentransport ein außerordentlicher. An Wochentagen gehen täglich etwa 200 Züge ab. Die alten Wälle der einstigen Veste hat man in Zwickau, wie in Freiberg, zu schönen Anlagen umgewandelt. Den Glanzpunkt derselben bildet das Schwanenschlößchen mit dem großen, von Gondeln, einem kleinen Dampfer und vielen Waffervögeln belebten Schwanen-teiche (17 ha Fläche). Von den Dörfern der Umgebung seien genannt südlich Cainsdorf, 3067 E., ^P', mit der Königin Marienhütte, dem größten Eisenwerke Sachsens, das allein 1800 Menschen beschäftigt, Planitz mit 2 Klöppelschulen (Ober- und Niederplanitz,) 12539 E., früher ein unterirdisches Kohlenbrandfeld, über welchem sich auf der Oberfläche Treibhäuser mit tropischen Pflanzen befanden. Mit dem Zurückdrängen oder Erlöschen des Brandes sind auch diese Treibhäuser eingegangen und verschwunden. Sehr nahe liegt Schedewitz, 5728 E., mit 1887 eingeführter Uhrenfabrikation, welche Normaluhren mit einmonatlichem Gange besonders nach Hamburg und der Schweiz liefert. Die genannten Dörfer treiben alle bedeutende Industrie, sind meist schön gebaut, da viel Wohlhabenheit herrscht und besitzen alle Gasbeleuchtung. Seehöhe Zwickaus: Bodeufläche des Rathauses 265,5 m, Bahnhof 289 m.

9. Allgemeines Lesebuch für den Bürger und Landmann - S. 403

1791 - Erlangen : Bibelanst.
4oz batimt eine kalkigle Materie/ und ob die daran Hangen- den Darme rothblau angeunisen seyn, und ob sonst auch im Fleische irgendwo ewige blaue Striemen ange- troffen werden? 4) Ob rnr Halse und Ln der Lunge Wasserblassen sich finden, welche, wenn sie aufgemacht werden, garstig stinken? Wenn sich so etwas findet, oder wenn man wm, daß dre Krankheit eines Thieres Milzbrand, S chlagfluß , Lungenfäule, Fallsucht, Faulfieber mit Durchlauf, Peftilential- fr e der, oder die Vi eh se uche rst: so muß das Flersch nicht gegessen, sondern auf einem entfernten Platze 4 Fuß tief in die Erde ge scharr et werden. Es ist doch besser, man' lerdet einen Verlust an seinem Vermögen, als daß man sich und dre Semigen krank mache oder ums Leben bringe. Dagegen kann man Rindvieh, welches aufge- bläht oder ausgelaufen, auch solches, das gesios- sen worden, ein Bein gebrochen hat, oder sonst ver- ; wuudet ist, ohne Bedenken essen: wenn man es gleich j schlachtet, ehe ein Fieber dazu kommt; sonst wird es ; gefährlich, wenigstens eckeihaft-. S ch a a fv i e h, das am Du rchfa ll, an En U i zündung oder Vereiterung der Eingewei- 4 de, der Faule oder dem Anbruch, der Fall- sucht (dem schweren Leid) krank ist, darf nicht ge^ 4 schlachtet und gegessen werden. Ist es aber von ge- ^ sammletem Wasser im Kopfe toll und dre hend- ió oder hat die u a sse oder t r 0 ck n e Rande, oder die Wassersucht, wenn es nrcht sehr mager habey lzi rsi: so kann maus ohne Gefahr essen, wenn man es ln nur bey Zeiten schlachtet-. ^ . C c 2 Bey

10. Gesellschaftskunde - S. 75

1904 - Dresden [u.a.] : Müller-Fröbelhaus
>i< 75 >i< schaft“. Sie bringt dem deutschen Volke jährlich Millionen Ge- winn. Ihre Dampfkessel und Maschinen in der Gegend um Mans- feld und Eisleben (F 5) zählen nach Hunderten. */4 Hundert Hochöfen und viele Meilen Bergwerksbahn sind in ihrem Besitze. Über dem Revier der Gesellschaft breitete sich zwischen Halle und Eisleben der Salzige See aus. Von ihm drohte dem alten Bergbaugebiet Verderben. Langsam war sein Wasser in die Erde gedrungen. Mit fürchterlicher Gewalt stürzte es endlich in die Tiefe und füllte die Schächte. Die meisten Gruben er- soffen, gleiches Schicksal drohte den übrigen. Da zeigte die Ge- werkschaft, was ein Verein zu leisten vermag, wie Einigkeit stark macht. Sie kaufte den See und Hess sein Wasser durch riesen- hafte Pumpwerke heben und in die Saale führen. Das verursachte freilich 25 Millionen Mark Kosten. Ja, noch grösser wurden die Opfer. Das eingedrungene Wasser weichte den Boden auf, so- dass die Hohlräume mit Donnern und Krachen zusammenstürzten. Dadurch senkte sich auch die Erdoberfläche. Die Mauern der Stadt Eisleben erhielten Risse, neigten sich und stürzten teilweise zusammen. Allen diesen Schaden trug die Gewerkschaft, und sie ist nicht vernichtet worden, sie arbeitet vielmehr mit aller Kraft weiter. So schaffen die Mansfelder Bergwerke schon seit der Zeit Dr. Martin Luthers, der ja selbst ein Sohn eines dortigen Berg- manns war. — In Kohlengegenden bestehen Kohlenbauvereine. Auch Eisenbahnen sind im Besitze von Vereinen. Oft langen die Mittel der Vereine nicht zu, die gewaltigen Eisenbahnunter- nehmungen zu halten; dann übernimmt sie der Staat, der ja selbst auch ein Verein ist, ein Verein aller seiner Bewohner. Mächtig haben die Vereine auch zur Hebung der Elbschiffahrt beigetragen. Es sei erinnert an die „Sächsisch-Böhmische Dampf- schiffahrtsgesellschaft“. Ihr ist es mit zu danken, dass der Elb- verkehr in aussergewöhnlicher Weise zugenommen hat. Vergl.no. 10. 36. Notwendigkeit der staatlichen Einigung. Die Kosten der Verkehrsmittel sind ungeheure. Eine einzige Lokomotive kostet 50 000 Mk., Milliarden kosten die Bahnkörper*). Bedenken wir noch einmal, dass die Weichselbrücke bei Graudenz (C 12) 1143 m lang ist. Um Solingen und Remscheid zu verbinden, erbaute man die 500 m lange und 107 m hohe Kaiser Wilhelm- Brücke bei Müngsten. Im Süden und Westen Sachsens bilden Gebirge für den Verkehr kostspielige Hindernisse. An der schon genannten (No. 22) Göltzschtalbrücke (// 6) arbeiteten über 1000 Menschen 5 Jahre lang. Die Kosten dieser Brücken belaufen sich nach Millionen. Solche Summen können nur aufgebracht werden, wenn die Menschen sich einigen, und zwar in grossen Mengen. Das erfolgt durch die Bildung von Staaten. Ein anderer Grund zu solcher Einigung ist die Einheitlichkeit und Schnelligkeit der Beförderung. 26 verschiedene Staaten umfasst das Reich. Das *) 1 km in Sachsen 325 000 Mk.
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