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1. Bodenständiger Unterricht - S. 70

1913 - Leipzig : Dürr
— 70 — Jede Einzelfrage müßte gründlich, aber gemeinverständlich in einem besondern Hefte behandelt werden. So erhielten wir vielleicht, um die wichtigsten Teile einer wirk- lichen Heimatkunde zu nennen, etwa folgende Heimatbücher:*) 1. Erdkundliche Stoffe für Herford. 2. Sage und Geschichte von Herford. (Naturgemäß sind wir in dieser Beziehung schon durch manche gute Arbeit**) versorgt, aber das, was wir hier wünschen müssen, fehlt uns noch.) 3. Naturkundliche Stoffe für Herford: Pflanzen- und Tierwelt, Gesteinskunde. 4. Bürgerkundliche Stoffe für Herford: Gefellfchafts- und Ver- waltungskunde. 5. Volkswirtschaftliche Stoffe für Herford: Landwirtschaft, Fabrik- wefen, Handel, Gewerbe, Verkehr (Bahn, Post, Straßen, Geld- und Bankwesen,Zölle, Anpreisungsanzeigen, Reisende,Fremden- verkehr in Herford), Steuern. 6. Gerichts-, Polizei- und Gefängniswesen in Herford. 7. Bildungswesen in Herford: Schulen, Kirchen, Vereine. 8. Gesundheits- und Wohlfahrtspflege in Herford: Krankenhäuser und -kassen, staatliche und sonstige Versicherungen, Armen-, Waisen- und Jugendpflege, Fürsorgeerziehung, Erholungs- Heime, Heilstätten usw. 9. Volkskundliche Stoffe: Namen (Vor-, Familien-, Platz-, Straßen-, Orts- und andere Namen in und bei Herford), bemerkenswerte Häufer und Kirchen, Inschriften, Museum, Kleidung, Beschäftigung, Sitten, Gebräuche, Volksfeste, Aber- glaube, Sprache, Redensarten, Kinderreime, Lied, Gesang, Religion u. a. der Bewohner. Es muß natürlich den einzelnen Verfassern überlassen bleiben, welche Fragen sie behandeln wollen und in welchem Umfange. Wahrscheinlich würde manche Einzelarbeit so eingehend und groß werden, daß sie allein ein Hest füllte, z. B. über die Vogelwelt, die Pilze, die Tiere und Pflanzen in unfern Teichen, Gräben und Flüssen, *) Derartige Heimatbücher sind natürlich für jeden Ort notwendig, wo man bodenständigen Unterricht geben will. **) Vgl. I. Normann, Herforder Chronik (siehe dort die Literatur, S. Ix—xii).

2. Die wichtigsten Begebenheiten der Neuzeit, insbesondere der preußisch-deutschen Geschichte seit 1648 - S. 37

1911 - Breslau : Hirt
Begrndung d. Brandenb.-pren. Staates unter d. Gr. Kurfrsten u. Friedr. Iii. 37 von Kalcksteiu, den er in Warschau hatte ausheben lassen, enthauptet. (Der Absolutismus dauert in Preußen bis 1848.) Die Hauptsttzen seiner unumschrnkten Gewalt waren die Domnen, das stehende Heer und das Beamtentum (vgl. darber spter 32 und 33). In diesem Kampfe vertrat der Kurfürst den Staatsgedanken gegen die territorialen Ge-walten. Schon während des Krieges hatte die kurfrstliche Regierung gegenber den Stnden, die Geld nur fr ihr eignes Land aufbringen und verwendet wissen wollten, den Standpunkt vertreten, da die einzelnen Lnder ein Ganzes bildeten und jedes die Lasten dieses Ganzen mit zu tragen habe. Sie hatte auch durchgesetzt, da die Stnde in Kleve einen Geldbeitrag zu dem Kriege in Ostpreuen leisteten. Nur auf diesem Wege konnten die zerstreuten Gebiete zu einem Staatsganzen weiterent-wickelt und ihre Bewohner mit einem krftigen Staatsbewutsein erfllt werden. In diesen Jahren wurden auch die ersten Schritte zur Einfh-ruug der Akzise, einer indirekten Steuer auf Mehl, Schlachtvieh und Bier, getan, durch die sich der Kurfürst eine regelmige, mit dem Wohl-stnde des Landes wachsende, von der Bewilligung der Stnde unab-hngige Einnahme sicherte. Er begnstigte das Merkantilsystem, legte den Mllroser Kanal zur Verbindung der Elbe und Oder an und schuf eine eigne Post, begrndete ferner die Bibliothek in Berlin und die Universitt Duisburg. 22. Der Franzsisch-schwedische Krieg. Ende der Regierung. Auch an der Bekmpfung der Franzosen war der Kurfürst während des zweiten Raubkrieges hervorragend beteiligt, ohne freilich trotz glnzender Erfolge der die franzsischen Verbndeten, die Schweden, einen nennenswerten materiellen Gewinn zu erzielen (vgl. 4). Seit dieser Zeit wurde der Name des Groen Kurfrsten" in Deutschland volkstmlich. Der Krieg an der Ostsee hatte den Kurfrsten die Notwendigkeit einer Flotte erkennen lassen. Im Jahre der Schlacht bei Fehrbellin hatte er schon drei Fregatten (Kurprinz", Berlin" und Potsdam") mit dem roten Adler im weien Felde von Holland durch den hollndischen Reeder Raule gechartert". Die Flotte stieg allmhlich auf 30 Schiffe. Sie griff wegen rckstndiger Hilfsgelder die spanische Silberflotte an und bestand ein rhmliches Gefecht bei St. Vincent. Sie erwarb auch Kolonien an der Guineakste, wo das Fort Grofriedrichsburg angelegt wurde. Eine afrikanische Handelsgesellschaft sollte den Handel frdern. Aber die Eifersucht der Hollnder, die Anforderungen an die Steuerlast des Landes fr das unentbehrliche Landheer, der Mangel eines geeigneten Hafens, da Pillau und Emden zu weit von dem Mittelpunkte seiner Staaten ab-gelegen waren, das alles war einer krftigen Kolonialpolitik und der Ent-Wicklung einer starken Flotte ungnstig. Wenn der Kurfürst sich nach dem Schwedischen Kriege zu einem Bndnis mit Frankreich entschlo, so wirkte auch das gespannte Verhltnis

3. Die Hauptereignisse der römischen Kaiserzeit, Deutsche Geschichte bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges - S. 24

1911 - Breslau : Hirt
24 Aus der Geschichte des Altertums. wandte sich schließlich nach Süden, etwa bis zum Hochstaufen. Hier traf er auf den rätischen Limes, der bis zur Mündung der Altmühl in die Donau reichte. Das ursprüngliche Flechtwerk wurde später durch Palisaden, endlich in Obergermanien durch Wall und Graben, in Rätien durch eine Steinmauer ersetzt. In gewissen Entfernungen erhoben sich Wachttürme, die einen Ausblick auf das davorliegende freigehaltene Gelände erlaubten. Hinter der Linie lagen kleine Kastelle, für eine oder mehrere Kohorten bestimmt, aus Stein gebaut. (Vgl. die Saalburg bei Homburg v. d. H.) Sie waren mit Auxilien, Hilfstruppen, besetzt. Das Land am Schwarzwalde und Neckar, die agri decumates, „Zehntland", wurde keltischen Ansiedlern zur Bebauung überlassen. Die römischen Legionen, der Kern des Grenzheeres, hatten ihre Standquartiere auf dem linken Rheinufer. Moguntiacum (Mainz) und Castra vetera (Tanten) waren die beiden Hauptquartiere. Der Limes diente nicht so sehr zur Verteidigung wie zur Absperrung der Grenze und ermöglichte eine genaue Beobachtung und sofortige Benachrichtigung über alle feindseligen Bewegungen bei den Germanen. An den Stand quartieren siedelte sich eine friedliche gewerbtreibende Bevölkerung an, und so erwuchsen hier Städte: am Rheine Straßburg (Argentoratum), Worms, ©Peter, Mainz, Koblenz (Confluentes), Bonn, Köln (Colonia Agrippinensis), Nimwegen, Utrecht; ferner Aachen, Trier (Augusta Trevirorum); im Donaugebiet Augsburg (Augusta Vindelicorum), Regensburg (Castra regina), Passau und Wien. Noch heute legen die Reste römischer Bauten in den genannten Städten, zumal in Trier, von der hohen Kultur Zeugnis ab, die einst hier geschaffen wurde. Die Germanen, durch die Grenzsperre an weiterer Ausdehnung nach Westen gehemmt, gingen zu festerer Seßhaftigkeit über. Sie lernten im Grenzverkehr mit den höher gesitteten Nachbarn alle Betriebsmittel des Ackerbaues und ihren Gebrauch kennen, die es ihnen erst ermöglichten, sich in bäuerliche Verhältnisse einzuleben. Lehn-worte der deutschen Sprache haben die Erinnerung an diese Abhängigkeit aufbewahrt. § 9. Kämpfe der Kaiser im Osten. Bei der Beurteilung der Leistungen des Römischen Reiches im Kriege gegen die Germanen ist nicht zu vergessen, daß seine militärischen Kräfte gleichzeitig auch auf anderen Schauplätzen in Anspruch genommen wurden. Namentlich war es der Orient und hier die Euphratgrenze, die eine fast ebenso starke Schutzwehr wie Rhein und Donau verlangte (vgl. S. 31).

4. Die Hauptereignisse der römischen Kaiserzeit, Deutsche Geschichte bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges - S. 54

1911 - Breslau : Hirt
54 Aus der Geschichte des Mittelalters. halten; je größer sein Grundbesitz, desto größer sein Gefolge und seine Macht im Staate. Schon in der Merowingerzeit finden sich die Anfänge des Lehnswesens. Der König verteilte einen großen Teil des eroberten Landes unter seine Gefolgsmannen teils als Allodium, d. H. zu erblichem Besitz, teils als Lehen (beneficiuni, feudum), d. H. zur Nutznießung auf Lebenszeit. Der Lehnsmann (fidelis, homo, vassus, vasallus) verpflichtete sich dem Lehnsherrn gegenüber eidlich zur Treue, die besonders im Kriegsfälle zur Geltung kam. Viele Freie nahmen ihr Gut als Lehen von einem mächtigen Nachbar, um sich dessen Schutz zu sichern. Sie fielen so mit der Gruppe der Hörigen und Unfreien herab zu Grundholden, die dem Grundherrn rechtlich und dienstlich unterstellt waren. Die Hube, der Besitz an Haus, Hof und Acker, vergrößerte sich durch Urbarmachung des Bodens; Wald, Weide und Gewässer blieben Gemeinbesitz (Almende). Diese ist ein Teil der Dorfmark, die wieder aus der gemeinen Mark, dem Lande des ganzen Volkes, herausgeschält ist. In Freie, Halbfreie und Unfreie gliederte sich die Bevölkerung,° das Ansehen des einzelnen wurde durch die Höhe seines Wergeldes ausgedrückt. Am höchsten stand mit dem fünffachen Wergelde des Freien der Gefolgsmann des Königs. Ans den Grundherren erwuchs ein neuer Adel. Die Merowinger waren weit entfernt davon, die genannten Gebiete zu einem Staatsganzen zu verknüpfen oder die gesamte romanische und germanische Bevölkerung zu einer neuen Einheit zu verschmelzen. Die Abhängigkeit der einzelnen Völkerschaften war nur lose, die ehemals selbständigen (z. B. Bayern) behielten ihren Herzog; der Treueid des Herzogs, die jährliche Zahlung eines Zinses waren die einzigen Merkmale seiner Unterwerfung. Die Verfassung der Urzeit, bei der im Ding (man sagt noch heute „sich verdingen") die oberste Entscheidung lag, hat sich nicht erhalten. Sogar bei den falifchen Franken bestand eine Versammlung des ganzen Volkes nur noch als Heerschau, die alljährlich im März vom Könige oder seinem Beamten abgehalten wurde (Märzfeld). Bei ihr erschien der König auf einem mit Ochsen bespannten Wagen. Die oberste Gewalt ist auf den König übergegangen, dessen Würde in der Familie der Merowinger erblich war. Das Abzeichen der Merowinger war das lang herabwallende Haar, von Insignien der königlichen Würde blieb allein der Speer. Der König bot das Heer auf und hielt Gericht ab. Das wichtigste Recht, das ihm zustand, war das der königlichen Banngewalt, d.h. das Recht, Verordnungen, sei es allgemeiner Natur, sei es für besondere Fälle, zu erlassen und die Strafe des Königsbannes (60 Solidi) aus ihre Nichtbefolgung zu setzen. Seine Einkünfte bestanden in den Erträgen der großen Güter, den Steuern und Zöllen, die er von den ehemals römischen Untertanen erhob, den Gerichtsbußen und freiwilligen Geschenken der Germanen.

5. Die Hauptereignisse der römischen Kaiserzeit, Deutsche Geschichte bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges - S. 108

1911 - Breslau : Hirt
108 Aus der Geschichte des Mittelalters. den starken Wunsch weiter Kreise der Bevölkerung Italiens nach nationaler Unabhängigkeit und ihre damit zusammenhängende Feindseligkeit gegen die deutsche Herrschaft für seine Zwecke und machte sich zum Herrn der Lage. Sizilien blieb von Deutschland getrennt, Konstanze, Heinrichs Vi. Witwe, übertrug Innozenz die Vormundschaft über ihren Sohn Friedrich. Der Bürgerkrieg in Deutschland hinderte jede Entfaltung der königlichen Gewalt und ihr Eingreifen in Italien: Innozenz forderte Mittelitalien als alten Besitz der Kirche zurück. Auch in den übrigen Staaten Europas brachte Innozenz die Stellung eines Oberherrn zur Geltung; von den Königen von Portugal, Aragonien und von Johann (ohne Land) von England, dem Bruder und Nachfolger von Richard Löwenherz, wurde sie durch die Lehnshuldigung förmlich anerkannt. Der vierte Kreuzzug. Obwohl es Innozenz nicht gelang, die Wiedereroberung von Jerusalem herbeizuführen, so fand unter seinem Pontifikate die größte Einwirkung des lateinischen Abendlandes auf den Osten seit dem ersten Kreuzzuge statt. Kreuzfahrer, die sich in Venedig sammelten, wurden vom Dogen Henrico Dandolo bestimmt, die Stadt Zara für Venedig zu erobern. Hier erschien der aus Kou-stautinopel vertriebene Kaisersohn Alexius und erbat, unter Zusicherung einer großen Entschädigung, ihre Hilfe für seinen entthronten Vater Isaak Angelus. Obwohl Innozenz über die Kreuzfahrer den Bann aussprach, gingen diese auf das Anerbieten ein und führten Alexius zurück. Als er ihnen hier die versprochene Summe zu zahlen sich weigerte, eroberten sie Konstantinopel und begründeten das lateinische Kaisertum, an dessen Spitze Balduin von Flandern trat; mehrere Lehns-königtümer und Fürstentümer wurden eingerichtet, den Hauptgewinn hatte Venedig durch seine Erwerbungen am Adriatischen und am Ägäischen Meere. Auch Innozenz erklärte sich schließlich einverstanden. Seine Stellung als die eines Herrn der ganzen Christenheit trat auf der vierten lateranischen Synode, an der alle Patriarchen entweder in Person oder durch Vertreter teilnahmen, aus das glänzendste hervor. Der Widerstand gegen die Verweltlichung der Kirche, die von den Albigensern (nach der Stadt Albi) und Waldensern, Anhängern des Petrus Waldus in Lyon, ausging, wurde durch die „Albigenserkriege", die als Kreuzzüge geführt wurden, niedergebrochen. _ Der weiteren Verbreitung ihrer Lehre über die Grenzen von Südfrankreich hinaus und der drohenden Gefahr eines sich in der Stille vollziehenden allgemeinen Abfalles von der Kirche traten am frühesten und wirksamsten die Minoriten oder Franziskaner entgegen. Sie verzichteten wie die wenige Jahre später auftretenden Dominikaner gänzlich auf Hab und Gut zugunsten der Armen und wirkten hauptsächlich in den Städten. Franz von Assisi (+ 1226) und der Altkastiliauer Dominikus (+1221) sind die Stifter der nach ihnen genannten „Bettelorden". Die Erfolge der

6. Die Hauptereignisse der römischen Kaiserzeit, Deutsche Geschichte bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges - S. 118

1911 - Breslau : Hirt
118 Aus der Geschichte des Mittelalters. den Himmelsgegenden ab und ließ von diesem die Hauptstraßen auslausen: auf ihm erhebt sich das Rathaus mit einem Turm und mit Kramläden, in ieiiier Nähe die Pfarrkirche. Der Unternehmer der städtischen Anlage wurde Voqt und von Lasten frei wie der Scholze der Dörser. Durch Einführung des Magdeburger Rechts verschafften sich die Städte nn Verlaufe de» 13 Jahrhunderts Selbstverwaltung, geübt durch Bürgermeister und Rat-mannen und lösten die Vogteirechte ab. In den späteren Jahrhunderten lmt die Verdeutschung des Landes gegenüber dem 13. nur langsame Fon-fckritte aemacht. Jetzt ist die Grenze auf dem Lande etwa eine menbtoimle Linie von Militsch südwärts über die Mündung der Glatzer Neiße. Die schlesische Mundart ist eine mitteldeutsche und weist darauf Hm, daß der Haupteinwanderungszug aus Franken (dem westlichen Mitteldeutschlandsgekommen ist, demgegenüber, ans den verhältnismäßig wenigen meberbeutschen Worten nt schließen, die Einwanderung aus deui nordwestlichen Deutschland verschwindend gering gewesen ist. Auch die Orts- und Personennamen Volksüberlieferungen und die Anlage von Haus und Hof fuhren auf eine fränkische Abstammung der Schlesier. Das Hauptmerkmal der fränkischen Hausanlage ist die Trennung des Wohnraums von der Scheuer. Wir finden diese Anlage auch iu der Oberlausitz, Nordböhmen, Meißen, Thüringen, ein Beweis, daß diese Länder ein einheitliches Kolonisationsgebiet gewesen sind. In den schlesischen Bauerngärten zeigt sich eine auffallende Übereinstimmung der Pflanzen mit denen, welche einst Karl der Große anzupflanzen Hier wurde die deutsche Kolonisation durch den Einfall der Mongolen im Jahre 1241 ernstlich bedroht. Am Beginn des 13. Jahrhunderts hatten sich die mongolischen und türkischen Stämme Zentralasiens unter der Führung des Dschingis-Kbaus d. h. des obersten Fürsten, vereinigt und ganz Asten unterworfen. Sein Enkel Balu, der das südliche Rußland erobert hatte und nordwärts über Kiew und Moskau vorgedrungen war, unternahm einen artff auf Ungarn und ließ einen zweiten Schwarm gegen Schlesien vor rücken. Überall flüchteten hier die Bewohner bei ihrem Herannahen. Auch die strohgedeckten Lehmhütten Breslaus wurden von ihren Einwohnern, Hörigen des Herzogs von Niederschlesien und emer deutschen Kaufmannskolonie, verlassen. Die herzogliche Burg auf der Dommfel leistete erfolgreichen Widerstand. Auf der Walstatt bei Lregmtz nlag Heinrich der Fromme, Sohn der hl. Hedwig, der zwanzigfachen Übermacht und fand feinen Tod. (Sein Grabmal m der Vmzenzkirche zu Breslau) Da aber die Mongolen beim Erscheinen eines böhmischen Heeres Schlesien verließen, so ist es zu eiuer Zerstörung der deutschen Arbeit nicht gekommen. 8 65. Die Eroberung des Nordostcus. Die Eroberung und Kolo-nisation der Ostseeländer von der Weichsel bis zum Finnischen Meerbusen ist nicht durch Fürsten, sondern bnrch zwei Rltt-rordc^ d.e Schwertritter und die Deutschherreu, vollzog-» worden. begann in deu heutigen Baltischen Provinzen des Russischen Reiches.

7. Die Hauptereignisse der römischen Kaiserzeit, Deutsche Geschichte bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges - S. 132

1911 - Breslau : Hirt
132 Aus der Geschichte des Mittelalters. stand allein dem Könige zu, der es an Bischöfe und Fürsten verlieh. Das Marktkreuz mit dem Schwerte, dem Symbol der königlichen Gerichtsgewalt, wurde aufgerichtet und im Namen des Königs für den Marktfrieden gesorgt. (Roland.) Aus manchen Anzeichen läßt sich schließen, daß im 12. Jahrhundert, als die großen Rodungen im Urwalde aufgehört hatten, das offene Land einen Überschuß an Bevölkerung hervorbrachte, den es nicht mehr zu ernähren vermochte. Dieser floß teils nach dem Koloniallande im Osten ab, teils drängte er sich in die Städte, und zwar um so mehr, je größer die Vorteile waren, die das Leben innerhalb ihres Weichbildes gewährte. Die starke Bewegung, die in der Zeit der Kreuzzüge die abendländischen Völker ergriff, belebte den Handelsverkehr, der sich seiner ganzen Natur nach geschlossenen Mittelpunkten zuwendete. Die Eroberung und Besiedlung des ostelbischen Landes eröffnete nicht nur die gewonnenen Gebiete selber, sondern auch ihr Hinterland dem Handel. Zugleich lag in den Einnahmen, die dem Grundherrn aus den Markt- und Gerichtsgefällen sowie aus der Überlassung des Grund und Bodens au die Ansiedler erwuchsen, für die Fürsten selber ein starker Anreiz, städtische Niederlassungen in jeder Weise zu begünstigen. (Über ihre Anlage vergleiche den Abschnitt über die Kolonisation Schlesiens.) Die Bürgerschaft. Freie und Unfreie, Grundeigentümer und Pächter, Kaufleute, Handwerker und Ackerbauer bildeten die Bewohner der Stadt, Freie und Unfreie zogen zu. Nicht ohne weiteres wurde der Hörige seiner bisherigen Verpflichtung gegen seinen Herrn ledig, sondern erst wenn es dieser unterließ, binnen Jahr und Tag seine Ansprüche ^gegen ihn geltend zu machen. Dieser Vorzug, der durch das Sprichwort: „Stadt-lust macht frei" ausgedrückt wird, übte eine große Anziehungskraft auf die hörige Bevölkerung des offenen Landes aus. Auch kam es vor, daß sich Landbewohner das Bürgerrecht verschafften, um die mit ihm verbundenen Freiheiten zu genießen, ohne ihren Wohnsitz auf dem Lande aufzugeben. Es sind dies die sogenannten „Pfahlbürger". Innerhalb der Stadt erhob sich eine bestimmte Gruppe von Bürgern über die übrigen, „die Patrizier". Es waren im wesentlichen die reichen Einwohner, später jedoch auch andere, da die Familien, die zu diesem Kreise gerechnet wurden, danach strebten, sich abzuschließen. Sie brachten das Recht an sich, daß die Ratsstellen nur mit ihren Mitgliedern besetzt wurden. Nach ihrer Berufstätigkeit waren die Bürger der Stadt in (Kauf-manns-) Gilden und (Handwerker-) Innungen (Zünfte) gegliedert, festgeschlossene Körperschaften, die ihre Mitglieder kräftig schützten. Der Grund dieser Einrichtung ist im wirtschaftlichen Leben der Städte zu suchen. Jede Stadt strebte danach, mit ihrem Gebiete wie in Recht und Verwaltung, so auch wirtschaftlich ein abgeschlossenes Ganzes zu bilden (Stadtwirtschaft). Es mußten darum alle Produktionszweige

8. Bilder aus Frankens Vergangenheit - S. 72

1914 - München : Oldenbourg
— 72 — Menschen erschuf, gab er ihm Gewalt über alle Tiere, über die Vögel in der Luft und die Fische im Wasser. 5. Zum fünften haben sich unsere Herrschaften die Hölzer allein zugeeignet und der arme Mann muß sich sein £70x3 teuer erkaufen. Unsere Meinung ist, daß alle Wälder, die nicht gekauft wurden, der Gemeinde zufallen sollen. Brenn- und Bauholz soll dann jeder nach Bedarf von der Gemeinde umsonst erhalten. 6. Zum sechsten fordern wir, daß man mit den Diensten, die täglich zunehmen, Einhalt tuen möge und uns gnädig behandle, wie unsere Eltern gedient haben nach dem Worte Gottes. 7. Zum siebten wollen wir uns von einer Herrschaft nicht weiter beschweren lassen als zu der Zeit, da das Gut verliehen wurde, wenn der £?err neue Dienste nötig hat, soll der Bauer ihm gehorsam sein, aber zu einer Zeit, da es ihm nicht zum Nachteil ist, und um einen annehmbaren Lohn. 8. Zum achten wollen wir, daß Güter, welche die Gült nicht tragen, von ehrbaren Leuten nach Billigkeit geschätzt werden, damit der Bauer nicht umsonst seine Arbeit tue, denn jeder Taglöhner ist seines Lohnes wert. 9. Zum neunten beschweren wir uns dagegen, daß man straft nach Neid und Gunst und nicht nach geschriebener Strafe und nach Gestalt der Sache. 10. Die Acker und wiesen, die der Gemeinde gehören und die sich jemand angeeignet hat, werden wir wieder der Gemeinde zu fanden geben. \ V Den Todesfall wollen wir abgeschafft haben. \2. wenn einer der Artikel dem Worte Gottes nicht gemäß ist, so wollen wir davon abstehen, wenn uns dies aus der Schrift nachgewiesen wird. Der Friede Ehristi sei mit uns allen. Amen. f) Das Lager von Bildhausen. Am palmtag versammelten sich etliche Bauern von Burglauer und Umgegend in einem Schenkhaus zu Münnerstadt und machten mit einigen aus der Stadt einen Pakt, das Kloster Bildhausen einzunehmen. Am folgenden Mittwoch zogen bis zu zoo Mann mit wehren, Trommeln und pfeifen vor das Kloster und forderten Einlaß. Als sie eingelassen waren, haben sich £)ans Schnabel von Münnerstadt, ein Schreiner, und fjans Scharr von Burglauer zu f^auptleuten unter ihnen aufgeworfen. Der Abt und der größte Teil des Konvents flohen gegen Königshofen im Grabfeld. Die £}auptleute nahmen die Verwaltung des ganzen Klosters Zu ihren fanden, bestellten die wache, da sie einen Überfall befürchteten, und hielten Straßen, Wege, Führten und Schläge bei Tag und Nacht in guter Acht. Auf ein Ausschreiben liefen ihnen viele Bauern aus der Umgegend zu; auch die von Neustadt schlossen sich ihnen an. Als der

9. Bilder aus Frankens Vergangenheit - S. 111

1914 - München : Oldenbourg
— m — bis auf wenige Familien gestorben oder verdorben. Ohne Unterricht, ohne Gottesdienst war das junge Volk aufgewachsen in Roheit und Sittenlosigkeit; von den Soldknechten der Heere hatte es Gewalttätigkeit und Verbrechen aller Art gelernt. Über den ehemaligen Acker war Wald gewachsen; angebaut wurde nur so viel Feld, als 3um (Ertrage der nötigen Nahrung erforderlich war. Der wert der Grundstücke war ungemein gesunken. Ost weigerten sich Nachbarn, anstoßende herrenlose Acker schenkungsweise anzunehmen, um die darauf lastenden Bodenabgaben nicht zahlen zu müssen. Die Ortsgeschichten belegen diese 2lngaben mit (Einzelbeispielen. So schreibt die dhronif von Gerolzhofen: „(Ein jammervolles Bild boten Stadt und Markung von Gerolzhofen nach den Drangsalen des Krieges. Die Mittel des Stadthaushaltes waren völlig erschöpft, Stadt- und Landgemeinden an den Bettelstab gebracht. Greulichen Anblick bot das Gebiet der Stadtmarhmg, der Umgebung, dessen ausgebrannte, totenstille Dörfer Lindelach, Rügsbofen, Stockheim, Alitzheim, Mittelmühle in Trümmern lagen. Rügshofen erlangte feinen früheren Umfang nicht wieder, Lindelach erhob sich überhaupt nicht mehr. Auren und wiesen waren nach langem Verwildern ertraglos, Acker und Weingärten von wildem Buschwerk überwuchert. Auch der sittliche Zustand der gelichteten Bevölkerung hatte begreiflicherweise sehr stark gelitten unter den (Eindrücken endloser blutiger Greuel, unbeschreiblicher Ausschreitungen, jammervoller Seuchen, He$enverfolgungen und Kriegsläufe. Zahlreiche Güter waren herrenlos und fanden tatsächlich keinen Herrn." In der Ortsgeschichte von Untererthal ist zu lesen: „Zwischen \652 und \650 verschwanden Nachbarn mit Familienangehörigen. Gegen (Ende der Kriegstvirren waren an die 50 Hofstätten verödet. Von 25 dem Frhrn. von (Erthal zustehenden Häusern standen 20 leer. Die unbewohnten Häuser waren teilweise abgebrannt oder verfallen. Steine und Holz verwendeten die den Krieg überlebenden Nachbarn zum Ausbessern ihrer baufälligen Heimstätten. Felder, wiesen und Weinberge lagen größtenteils brach; sie waren vielfach mit Hecken und Stauden verwachsen. Auf Hetzloser Markung waren \658 von 295 Morgen (Erthaljcher Acker nur ungefähr 40 Morgen bebaut, „das übrige mit Hecken und Holz verwachsen". Von \03 Morgen wiesen konnten nur 35 Morgen genutzt werden, die übrigen waren verwachsen und verwildert. Noch um 1?oo lagen \56 Morgen Feld bei Hetzlos wüst und das Dorf zählte noch ^6 öde Hofstätten. Hier wie überall wurde die Markung neu vermessen, da sie „mit Holz, Hecken und Sträuchern dergestalt verwachsen, daß sich darinnen schwerlich mehr zu finden". Die Stadt Karlstadt hatte ^670 {7? leere Häuser. Infolge der großen Verarmung der (Einwohnerschaft wurde der Gemeindewald verteilt.
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