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1. Europa (Oberstufe), Mathematische Erdkunde, Verkehrs- und Handelswege - S. 91

1896 - Breslau : Hirt
Erdinneres und Erdwärme. 91 und dunklen Oberfläche. Dieser Entwicklungsstufe gehören die Fixsterne an, die plötzlich aufleuchten und allmählich wieder verschwinden. Das 5. Stadium ist das der fortschreitenden Verdickung der Er- starrungskruste. In dieses ist unsere Erde eingetreten. 1. Anhang. Einiges aus der allgemeinen Erdkunde.^) § 1. Erdinneres und Erdwärme. Das Erdinnere entzieht sich der unmittelbaren Beobachtung, denn die tiefste Stelle, bis zu welcher der Mensch bis jetzt in seinen Planeten eingedrungen ist, das Paruschowitzer Bohrloch (Kreis Rybnik in Oberschlesien), erschließt mit ihren 2002 m Tiefe erst etwa 1/3l30 des Erdhalbmessers. Die Frage, ob das Erdinnere gasförmig, glutflüssig oder fest ist, wird auch wohl immer ein unge- löstes Rätsel bleiben; bis jetzt lassen sich für jede dieser drei Annahmen Gründe anführen. Die Erwärmung durch die Sonnenstrahlen (Insolation) dringt so wenig tief iu den Erdboden ein, daß in unseren Breiten schon in einer Tiefe von 1—Iv? iu der Unterschied zwischen Tag- und Nachtwärme nicht mehr merkbar ist, während in den Polargürtelu kaum halb so tief das dauernde Grnndeis an- hebt, dagegen in den Tropen die für die wechselnde Tageswärme unempfindliche Wärmeschicht 6 rn tief liegt. Von dieser an abwärts nimmt in den durch senk- rechte Bohrlöcher und Schachte, sowie durch Tunnel erreichten Tiefen die Wärme beständig zu. Dafür fiud allerdings an den verschiedenen Stellen recht ab- reichende Werte gewouueu, und die geothemische Tiefenstufe, d. h. das Tiefen- maß, in dem die Erdwärme um je 1 ° C zunimmt, liegt im Mittel zwischen 20 und 30 m. Immerhin ist es in hohem Grade wahrscheinlich, daß die Erd- wärme nach dem Erdmittelpunkte zu beständig wächst. Neuerdings neigt man sich vielfach der Annahme zu, daß das Erdinnere aus Gasen in überhitztem Zustande besteht, denn von einer großen Anzahl von Körpern ist nachgewiesen, daß sie bei einer Erhitzung über einen gewissen Wärmegrad hinaus nur als Gas bestehen können, so sehr auch dies Verhältnis durch den ungeheuren Druck der Gesteinshülle beeinflußt werden mag. Gegen die Starrheit des Erdkerns sprechen die Schwankungen der Erdachse um 15—20 m, die eine Art Gezeitenbewegung der Erdmasse (s. S. 86) darstellen und zeitweilige Änderungen der geographischen Breite zur Folge haben. Sie werden seit 1891 immer schärfer beobachtet und scheinen im Mittel in einem Abschnitte vou je 385 Tagen zu erfolgen, während diese Schwankungsperiode bei einem flüssigen Erdinnern 306 Tage und bei einem festen, silberähnlichen Erdkerne eiue noch erheblich andere Daner umfassen müßte. Gleichviel wie das Erdinnere beschaffen ist, so liegen Anzeichen vor, daß ans die innerste Masse als Übergang zu der festen Erdkruste mindestens noch ein Gürtel anderer Art folgen muß und zwar ziemlich sicher ein solcher von glutflüssiger oder schmiegsamer Beschaffenheit, dem man den Namen Magma (griechisch — Teig) gegeben hat. Das Magma liegt in seiner großen Masse so tief, daß es an den vulkanischen Ausbrüchen der geologischen Gegenwart keinen Anteil hat, *) S. Heft 3, S. 1 u. ff.

2. Das Deutsche Reich, Wirtschaftsgeographie und allgemeine Erdkunde - S. 156

1912 - Leipzig : Teubner
156 Beschaffenheit des Mondes. Finsternisse. weisen, meist aus erloschenen Vulkanen. „Die Größe der Krater erreicht riesige Ausdehnungen - so ist der Krater Kopernikus 90 km im Durchschnitt groß. Noch größere Krater heißen Ringgebirge. Kus ihrer Größe folgt, daß sie der Natur nach den Lrdkratern nicht vergleichbar sind. Man faßt die Mondkrater als Cr- starrungsprodukt geschmolzener Massen auf und hat mit geschmolzenen Metallen in der Tat ähnliche Bildungen erzeugen können. Daneben sind nur wenige Kettengebirge vorhanden. Weite Ebenen, die mit bloßem Kuge gut zu er- kennen sind, haben den Namen Mare erhalten. Sie liegen nicht regellos ver- teilt, sondern bilden einen Gürtel, der im Vollmond zutage tritt. Ganz eigentümlich sind zwei Oberflächengebilde auf dem Mond: die Strahlen- systeme und die Rillen. Die Strahlensysteme zeigt jedes Opernglas bei voll- mond.es sindweißestrei- fen, die von vielen Kra- tern ausstrahlen und den ganzen Mond überziehen (Fig. 6). Besonders schön ist das vom Krater Trzcho (links unten) ausgehende System, das dem Mond die Gestalt einer Kpfel- sine gibt. Wahrscheinlich sind die Strahlen Aus- würfe des Kraters. Die Rillen sind Sprünge in der Mondoberfläche, wie sie sich im kleinen auf der Erde in trocken ge- wordenem Schlick oder Lehm bilden. Ähnlich sind wohl die Rillen des Mondes als Sprünge der ihn bildenden Felsmassen zu erklären." Da der Mond keine Lufthülle besitzt und auf ihm auch kein Wasser vorhanden ist, können pflanzen, Tiere und Menschen dort nicht bestehen. 4. Sonnen- und Mondfinsternis. Wir stellen uns in die Nähe eines Tisches, auf dem eine brennende Kerze steht. Die Lichtstrahlen fallen auf unser Gesicht. Nun halten wir eine Kugel zwischen uns und das Licht. Solange wir sie etwas höher oder niedriger, nach rechts oder nach links bewegen, vermögen wir die Flamme noch zu sehen, halten wir aber die Kugel gerade zwischen das Licht und unsre Äugen, dann sehen wir es nicht mehr: das Licht wird von der Kugel verdeckt oder verfinstert. — Zur Zeit des Neumondes kommt es mitunter vor, daß Erde, Mond und Sonne in gerader Linie zueinander stehen. Der Mond, der dann von rechts (Westen) nach links (Osten) als schwarze Scheibe an der Sonne vorübergeht, verdeckt sie uns eine Zeitlang zum Teil oder auch ganz: es tritt für den Ort eine partielle oder totale Sonnenfinsternis ein. Totale Sonnenfinsternisse er- Fig. 4. Mondoberfläche mit Ringgebirgen. (Nach Nasmqth.)

3. Mathematische Erdkunde und Kartenentwurfslehre - S. 56

1911 - Halle a.S. : Schroedel
— 56 — Bon den periodischen Kometen sind als besonders erwähnens- wert der Halleysche, der Bielasche und der Enckesche mit Um- laufszeiten von 76,37, bzw. 6,6 und 3,3 Jahren. Eigentümlich sind die Vorgänge, die sich bei Annäherung des Kometen an die Sonne in ihm abspielen. Zuerst erscheint er als ein mattleuchtender Nebelfleck; er wird immer glänzender und leuchtender, je mehr er sich der Sonne nähert. Es beginnen ge- waltige Umwälzungen in seinem Innern, und vom Kopfe werden leuchtende Massen ausgestoßen, die meist zur Sonne hin gerichtet sind. Allmählich biegen sie um und bilden auf der der Sonne ab- gewendeten Seite den Schweif. Auf Grund dieser Beobachtungen und spektroskopischer Unter- suchungen ist man zu folgender Annahme über das Wesen der Kometen gekommen. Der Kern besteht aus kosmischen Körperchen, die in der Sonnenferne in der Kälte des Weltenraumes mit einer Eiskruste umgeben sind. In der Sonnennähe beginnt das Eis zu schmelzen, und auf der ihr zugekehrten Seite kocht es zuletzt. Der Dampf drängt unter gewaltigem Drucke auf die festen Körper nach außen, der Sonne zu. Durch die Reibung ist Elektrizität er- zeugt worden, dieselbe, die auf der Sonne durch ähnliche gewaltige Revolutionen entstanden, ist. Gleichnamige Elektrizitäten stoßen sich ab; darum biegen die Dämpfe allmählich von dcr Sonne ab und bilden den Schweif. Die Sternschnuppen, jene Lichtfunken, die in hellen Nächten plötzlich aufleuchten, sich schnell fortbewegen und nach kurzer Zeit verschwinden, gehören nicht unserer Erde an, sondern sind kosmischen Ursprungs. Ihre Zahl ist sehr groß, täglich bis 10 Millionen. Ihre größte Häusigkeit ist gegen 3 Uhr morgens. Nach neueren Untersuchungen leuchten sie in einer Höhe von 180—150 km auf und erlöschen in 90—100 km Höhe. Besonders helle derartige Erscheinungen, die zuweilen auch am Tage gesehen werden, heißen Feuerkugeln; sie treten plötzlich aus einem kleinen hellen Wölkchen hervor, leuchten in weißem, oft auch rotem und bläulichem, selten in grünem und gelbem Lichte, zerplatzen vielfach mit donnerartigem Getöse und sallen als Meteorsteine oder Aerolithe auf die Erde herab. Der größte Meteorit liegt in Ungarn und wiegt 250 kg. An dem meteoritischen Ursprung des gewaltigen, 25 000 kg schweren Blockes von gediegenem Eisen an der Nordwestküste Grönlands, den Nordenskiöld 1870 entdeckte, wird neuerdings gezweifelt. Man unterscheidet Stein- und Eisenmeteoriten. Die ersteren bestehen zum Teil aus solchen Mineralien, die auch auf der Erde gefunden werden. Die Eisenmeteoriten enthalten über 90 °/o Eisen, außerdem Nickel, Kobalt, Phosphor, Schwefel, Chrom und deren Verbindungen; sie sind kristallinisch und zeigen auf einer ge-

4. Mathematische Erdkunde und Kartenentwurfslehre - S. 34

1911 - Halle a.S. : Schroedel
— 34 — einem bestimmten Orte nur etwa 9 sichtbar; unter diesen aber ist nur etwa alle 200 Jahre eine total. In Deutschland findet die nächste totale Sonnenfinsternis am 7. Oktober 2135 statt; doch schon am 17. April 1912 wird man das Schauspiel einer ringförmigen Sonnenfinsternis haben. Erscheinungen bei einer Sonnenfinsternis. Bei einer Parti- ellen Sonnenfinsternis ist die Abnahme des Tageslichts für das bloße Auge nicht besonders merklich und wird erst dann auffallend, wenn nur noch ' ein kleiner Teil der Sonnenscheibe unbedeckt ist. Mit geschwärzten oder dunkelfarbigen Gläsern kann man das Vorüberziehen der dunklen Mondscheibe vor der hellen Sonnenscheibe gut verfolgen. Sobald bei einer totalen Sonnenfinsternis der letzte Sonnen- strahl hinter der dunklen Mondscheibe verschwindet, tritt eine über- raschende, fast beängstigende Dunkelheit ein; sie würde vollständig sein, wenn nicht der Reflex der seitlich einfallenden Sonnenstrahlen durch die Atmosphäre sowie die aufleuchtende Korona ^ sie einiger- maßen abschwächte. Die helleren Sterne leuchten auf, die Tiere werden unruhig, die Nachtvögel kommen hervor, und die für die Dunkelheit empfindlichen Pflanzen schließen ihre Kelche. Die Temperatur erniedrigt sich, die Feuchtigkeit der Luft nimmt zu, und es erhebt sich nicht selten von W her ein leichter Wind, der durch die fortschreitende Abkühlung der Luft veranlaßt wird, der Finster- niswind. Die dunkle Mondscheibe erscheint mit einem blendend weißen, zuweilen unregelmäßig gestalteten Ring von gleichförmiger oder strahliger Struktur: der Korona, welche sonst nicht sichtbar ist, weil sie von dem Sonnenlicht selbst überstrahlt wird. An einzelnen Stellen des Mondrandes flammen rötliche Hervorragungen auf, oft hörnerartig umgebogen, die Protuberanzen^, Gas- Eruptionen aus dem feurigen Innern des Sonnenkörpers von einer unsere Vorstellungen weit übertreffenden Mächtigkeit. Auf Punkten mit freier Aussicht hat man wiederholt den Mondschatten von W her herannahen und kurz vor Schluß der Totalität aus derselben Himmelsgegend das Sonnenlicht herkommen sehen. Der Aalender. Der Ausdruck Kalender bezeichnet sowohl die bei den einzelnen Völkern verschiedene Einteilung der Zeit nach Jahren, Monaten und Tagen, als auch das Verzeichnis der nach Wochen und Monaten geordneten Tage des Jahres. Calendae hieß bei den Römern jeder erste Monatstag, abgeleitet von dem Zeitwort calare == ausrufen, weil in Rom der Neumond eines jeden Monats durch einen Priester öffentlich ausgerufen wurdet * Seite 47. 2 Seite 46. 3 Den 15. März, Mai, Juli und Oktober nannten sie die Iben.

5. Mathematische Erdkunde und Kartenentwurfslehre - S. 49

1911 - Halle a.S. : Schroedel
— 49 — kommt es, daß uns etwa nur ^/? der gesamten Mondoberfläche immer unsichtbar sind. Die Oberfläche des Mondes läßt bei Vollmond mit bloßem Auge helle und dunklere Flecken unterscheiden. Die helleren wurden früher als Landmassen, die dunkleren als Meere bezeichnet. Doch mußte die Vorstellung von Meeren schwinden, seitdem sich mit aller Bestimmtheit ergeben hat, daß dem Monde eine Atmosphäre und damit auch das Wasser fehlt. Wäre eine Atmosphäre vorhanden, so müßten 1. die Ränder des Mondes uns verwaschen erscheinen, 2. die Schatten auf der Mondscheibe grau und nicht schwarz, wie es in Wirklichkeit Ist, sein; es müßte 3. das Licht der Fixsterne, die unmittelbar neben dem Monde stehen, eine Brechung und Lichtschwächung erfahren. Man hat jedoch auf der Mondoberfläche die Bezeichnung der dunklen Stellen als Meere beibehalten, wie dies auf jeder Mond- karte^ zu ersehen ist, da in der Tat die grauen Partien verhält- nismäßig eben, die helleren in der Regel gebirgig sind. Auch die hellen Punkte, welche durch ein Fernrohr gesehen aus dem asch- grauen Lichte des Mondes auftauchen, sind die Spitzen der Berge, die von dem vollen Lichte der Sonne beschienen werden. Als Grundform aller Oberflächengebilde hat man einen kreis- förmigen, geschlossenen Wall, der eine konkav geböschte Tiefe um- schließt, erkannt. Sofern der Wall einen Durchmesser von 2 bis zu 10 Ml. aufweist, spricht man von Ringgebirgen; größere Bildungen nennt man Wallebenen, kleinere Rillen und Gräben. An den Rändern der Wallebenen ziehen gewöhnlich vielfach zusammengesetzte Gebirge hin, die aber nicht mit den Kammgebirgen der Erde zu vergleichen sind, in der Regel aus einer Reihe von Bergzügen bestehen. Gleich- wohl hat man ihnen den Namen unserer Erdgebirge beigelegt. Die Ringgebirge find geschlossener und überragen den Wall nur wenig. Hinter seiner Höhe bleiben stets die Zentralberge zurück, welche in der Mitte und am tiefsten Punkte des steil abstürzenden Innern sich erheben. Die größte Höhe erreichen die Einzelberge. Man hat (mit Hilfe des Schattens) Mondberge bis zur Höhe des Mt. Everest unserer Erde gemessen, welche Höhe in Anbetracht der verhältnismäßigen Kleinheit des Mondes als ganz erstaunlich gelten muß. Durch Ebenen, auch durch Gebirgssysteme ziehen schmale, tiefe Furchen, die bei Vollmond als glänzende Lichtlinien, bei schräger Beleuchtung als dunkle Streifen erscheinen; man nennt sie Rillen und hat bis gegen 800 aufgefunden. 1 Wohl in jedem größeren Schulatlas ist eine solche enthalten. Wulle, Mathematische Erdkunde und Kartenentwurfslehre. 4

6. Lehrbuch für die beiden ersten Jahre des erdkundlichen Unterrichts - S. 104

1900 - Breslau : Hirt
104 Iii. Eine Reise um die Erde. ist die Stadt noch keine 5)0 Jahre alt, und die meisten dieser ameri- kanischen Städte sind ganz juug, erst durch die Einwanderung so schnell emporgewachsen, während bei uns manche kleine Stadt ihre 800 Jahre zählt. Riesenhäuser mit 10—20, ja noch mehr Stockwerken sehen wir in der innern Stadt. 5. Am Abend des 12. Juli nimmt uns der Zug der Pacific jpassisikj- Bahn auf. Das Wort bedeutet „still", und damit werden die Bahnen bezeichnet, die vom Atlantischen nach deni Stillen Ozean führen. Drei Tage und vier Nächte sollen wir im Zuge eingesperrt sein, um eine Strecke zurückzulegeu, die länger ist als die Entfernung zwischen New Dork und London. Eine schöne Aussicht. Aber eiu Einblick in die ..Palastwagen" (f. Fig. 46, S. 105) beruhigt uns. Da drinnen kann inanspazieren gehen, schreiben, essen, trinken, zu Bette gehen und baden. Mit 90 km in der Stunde, einer Geschwindigkeit, die aus wenigen Bahnen in Europa er- reicht oder gar übertrossen wird, saust hier im ebenen Lande der Zug in die Dunkelheit hinaus. Wärterhäuser und Wärter giebt es nicht. Die Brücken sind zum Teil aus Holz gebaut und seheu vou weitem aus wie eiu Gerüst aus Streichhölzern. Meistens geht es glücklich hinüber, bisweilen aber auch uicht. Menschenleben werden hier nicht so sorgfältig geschont wie in Deutschland. 6. Bisher haben endlose Stop pelfelder den Zug begleitet. Hier reifen bis zum Juni die unermeß- liehen Hafer- und Weizenernten; Dampfpflug und Dampfmäh- inaschine haben hier gearbeitet, und da der Boden auch noch billig ist, so können die Kornmassen zu so geringen Preisen nach Europa ge- bracht werden, daß unsere Bauern ' neben jenen ihr Korn nur mit ge- ringen, Nutzen verkaufen können. Die Ackerfelder halten auch noch eine Zeit lang an, nachdem wir über die große, trübe Wasserinasse hinüber sind, den

7. Die Heimat - S. 1

1899 - Leipzig : Degener
Einleitung. Entstehung der Erde und ihrer Oberstäche/) Nach der Kant-Laplaceschen Hypothese gehörten einst alle Körper unseres Sonnensystems einer einzigen kugelförmigen Dunstmasse an, die sich in langsam rotierender Bewegung befand. Dieser Nebelballen reichte in seinem äußeren Um- fange mindestens bis zur Bahn des äußersten Planeten. Der äußerste uns bekannte Planet ist der Neptnn, der 60v Millionen Meilen von der Sonne entfernt ist. Demnach muß dieser Nebelball einen Durchmesser von mindestens 1200 Millionen Meilen gehabt haben. Die Teile der Dunstmasse verdichteten sich, und in gleichem Maße nahm die Umdrehungsgeschwindigkeit zu, und die Umdrehungszeit wurde verkürzt, denn die Teile, die früher einen großen Kreis zu durchlaufen hatten, legten jetzt einen klei- neren Weg zurück. Daraus folgte eine Zunahme der Fliehkraft am Äquator. Es entstand dort eine Aufbauschung, woraus sich infolge der Schwungkraft mit der Zeit Teile loslösten, welche Ringe bildeten, wie wir sie heute noch am Saturn sehen. Dieselben rissen schließlich und ballten sich zu verschieden großen Neben- kugeln zusammen, die wir Planeten oder Wandelsterne nennen, weil sie durch die sich entgegenstehenden Wirkungen der Flieh- und Schwerkraft in bestimmten Bahnen um die Sonne, ihre Mutter, herumwaudelu. So ging aus dem großen Nebel- ball nach Abtrennung aller Planeten unsere Sonne hervor. In gleicher Weise, wie die Planeten von der Sonne, lösten sich später die Monde von den Planeten ab. (Beschreibung des Vorganges, angewendet auf unsere Erde!) Planeten und Monde, Kinder und Enkel, umkreisen die Souue, ihre gemeinsame Mutter, in größeren und kleineren Bahnen und setzen auch die Bewegung um ihre eigene Achse in der Richtung von West nach Ost fort.**) *) Zu weiterer Orientierung über Entstehung der Erde werden die folgenden, auch bei dieser Arbeit benutzten Bücher empfohlen: M. Neumayr, Erdgeschichte; E. Brückner, Die feste Erdrinde und ihre Formen; Penck, Das Deutsche Reich; A. v. Reichenbach, Kleines Gemälde der Welt; Haas, Sturm- und Drang- Periode der Erde; Hintze, Die Schöpfung der Erde; Senft, Wanderungen in das Reich der Steine. **) „Auf sehr schöne Weise gelang es dem französischen Gelehrten Plateau, den Werdeprozeß unseres Sonnensystems gleichsam im Wasferglase zu wiederholen. In ein mit Wasser gefülltes Gleis, dem er vorher durch Zusatz von Alkohol die spezifische Schwere des Olivenöls gegeben hatte, Stecket, Prov. Sachsen. \

8. Die Heimat - S. 2

1899 - Leipzig : Degener
— 2 — Durch Ausstrahlung der Wärme in den Weltenraum hinaus müssen die Körper erkalten, und zwar um so schneller, je kleiner sie sind. So haben die Monde und Asteroiden nahezu den Zustand völliger Erstarrung erreicht, während unsere Erde au ihrer Oberfläche erkaltet, im Innern aber wahrscheinlich noch glühend ist. Die Urzeit. (Archäische Periode.) Der Erdkörper war anfangs ein im glühenden Schmelze befindlicher Ball, welcher ohne Aufhören Gase ausstieß, so daß sich, ähnlich wie bei der Sonne, eine leuchtende Gashülle bildete, welche sich mit dein Erdballe drehte. Bei dem Laufe durch den Weltenraum strahlte Wärme aus, so daß sich die Gase zu einer düsteren, mit Mineralbildungsstoffen erfüllten Duusthülle verdichteten; letztere aber entzog wieder dem Erdkörper von seiner Oberfläche soviel Wärme, daß diese all- mählich erstarrte und eine feste Schlackenschicht über der tieferen noch flüssigen Glasmasse entstand. Aber noch lange Zeit blieb diese feste Rinde so heiß, daß sämtliches Wasser über ihr Dampfgestalt behalten mußte. Nach weiterer Ab- kühluug trat endlich ein Zeitpunkt ein, wo das erste tropfbar flüssige Wasser sich bilden und auf der Erdoberfläche erscheinen konnte. Aber dieses erste Wasser mußte selbst noch eine sehr hohe Temperatur haben. Es nahm nur sehr all- mählich aus der Atmosphäre einige andere Gase in sich ans, vornehmlich Chlor- wasserstoffgas, mit welchem es sofort begann, die eben erstarrte Erdrinde auf chemischem Wege heftig anzugreifen. Es lösten sich in dem heißen Wasser alle Stoffe auf, aus denen die Erdrinde damals bestand, z. B. Kieselsäure, Phosphor- säure, Thonerde, Kalkerde, Bittererde, Kali, Natron, Eisenoxydul, überhaupt alle Substanzen, aus denen unsere jetzige Erdrinde besteht. Als der Sättigungsgrad des Wassers überstiegen war, mußte es die Stoffe nach und nach ausscheiden. Zuerst war es die Kieselsäure, welche aus dem immer noch sehr heißen Wasser als breiartige Masse ausschied, die man als „Magma" zu bezeichnen pflegt. Hieraus entstand bei vollständiger Ausscheidung des Wassers brachte er auf vorsichtige Weise mittelst einer Pipette einen Tropfen dieser letztgenannten Substanz. Der Öltropfen nahm sofort die Kugelgestalt an, und jeder ferner eingeführte Tropfen vereinigte sich mit dem ersten zu einer größeren Kugel. Nun versetzte er mittelst einer kleinen, an einer drehbaren Achse befestigten Scheibe, welche in die Mitte der Ölkugel zu liegen kam, diese letztere in drehende Bewegung. Wurde nun die Drehgeschwindigkeit langsam vergrößert, so erfolgte eine Abplattung der Kugel an ihren Polen, und wenn die Rotation noch mehr beschleunigt wurde, so löste sich ein Olring ab, welcher sich genau im Sinne des Ölsphäroides bewegte. Bei noch- maliger Verstärkung der Umdrehungsgeschwindigkeit teilte sich diese durch die Flüssigkeit dem £)l= ring mit, derselbe zerriß, um einzelne Kugeln entstehen zu lassen, welche die Hauptkugel uun genau in derselben Weise umkreisten, wie vorher der Olring, sich gleichzeitig aber auch in derselben Richtung wie erstere um ihre Achse drehten. Beim Plateanschen Experiment sind teilweise andere Kräfte mit thätig, wie z. B. die eigentümlichen Spannungen an der Oberfläche von Flüssigkeiten, während bei der Entstehung des Sonnensystems die Schwerkraft fast einzig und allein als centralisierende Macht austrat. Aber Hier wie dort bleibt die Wirkung der Centrifugalkraft die gleiche." (Haas, Sturm- und Drangperiode der Erde, I. B.)

9. 1. Abth. - S. 132

1832 - Berlin : Duncker u. Humblot
132 Nbschn. vii. Australien oder Polynesien. Viertes Kapitel. Ethnographische Verhältnisse Australiens. §. 14. Uebersicht. Nach §. 9. des sechsten Abschnitts gehören die Bewoh- ner Australiens zur malayischen Race. Ihrer Körperbildung und ihrer Sprache nach theilen wir dieselben in drei Klassen. 1. Die Bewohner Neuhollands, Neu-Guineas und aller Inseln, im S. des Aequators und im W. des 180 Längen- grades; — Australneger. 2. Die Bewohner der Inseln im N. des Aequators u. im W- des 180 L.; — Mongolische Malayen. 3. Die Bewohner von Neu-Seeland und aller Inseln im O. des 180 L-; Hinöu-Malayen. §. 35. Australneger. Die erste Klasse zeigt die größte Aehnlichkeit mit der äthiopischen Race, eine dunkle, zuweilen schwarze Hautfarbe, bei einigen Stämmen wolliges Haar u. s. w.; — daher ihr Name. Neuholland und Van Diemens-Insel bewohnen sie ausschließlich; auf Neu-Guinea und den übrigen Inseln in den angegebenen Grenzen hausen sie fast nur in den Gebir- gen des Innern, während die Küsten mit Hindu-Malayen besetzt sind. (Urvolk und Eingewanderte?) Ihre Sprachen sind noch sehr unbekannt; dem An- scheine nach sind es nicht bloß Dialekte derselben Haupt- sprache, sondern viele völlig verschiedene. Ihre Lebensart ist völlig nomadisch; Jagd und Fisch- fang sind Hauptnahrungsquellen, Vegetabilien werden wenig genossen. Sie stehen auf einer sehr niedrigen Kulturstufe und obgleich es ihnen durchaus nicht an Fassungskraft ge- bricht, so sind sie, ihrer Vorliebe für das ungebundene No- madenleben halber, doch nur selten bildungsfähig. — Sie eignen sich Trunksucht und andere Laster der Europäer, wo- durch ihre Anzahl täglich geringer wird, leicht an, nicht aber die übrigen Eigenschaften derselben. Wohnung und Klei- dung sind ihnen fast fremd; das Feuer kennen sie, benutzen

10. Allgemeine Erdkunde, Länderkunde, Handelsgeographie und Weltverkehr - S. 4

1906 - Halle a.S. : Schroedel
— 4 — klination etwa 70°. Da der Inklinationswinkel mit wachsender Breite zunimmt, so muß zwischen den beiden magnetischen Polen eine Linie vorhanden sein, wo die Nadel horizontal bleibt, also keine Inklination stattfindet. Diese Linie heißt der magnetische Äquator. Er steigt in Ostafrika und Südasien bis auf 10° n. Br. und senkt sich in Süd- amerika bis auf 15° s. Vr. Der Betrag der Deklination erleidet tägliche Schwankungen, ferner solche von 26 tägiger Dauer (die mit der Dauer einer Achsendrehung der Sonne zusammenfallen), von etwa 11 Jahren (Periode des Auftretens der Sonnenflecken) und endlich auch säkulare Schwankungen. Mit den Schwankungen der Magnetnadel fällt das Erscheinen der Nordlichter^ zusammen. Sie werden angesehen als Äußerungen elektrischer Ströme. Indem die Erde, dieser gewaltige Magnet, rotiert, entstehen elektrische Ströme; am'äquator steigt die Elektrizität, die positive, in die Höhe, fließt nach den Polen ab und verdichtet sich auf allmählich engerem Räume, bis sie in höheren Breiten sich mit der in der Erde enthaltenen negativen Elektrizität „in der Form des schwach aufflackernden Glühlichts" ausgleicht. L. Tie Gesteinshülle^. Erdgeschichte. Die Gestalt der Erde bezeugt die Weise ihrer Entstehung. Die Abplattung an den Polen und die Ausbauschung am Äquator als Folge der Achsendrehung der Erde deutet darauf hin, daß die Erde sich ursprünglich in einem plastischen und zwar, wie allgemein an- genommen wird, in einem glühendflüssigen Zustande befunden habe^. Durch Ausstrahlung in den kalten Weltenraum bedeckte sich die Oberfläche mit einer Erstarrungskruste; auf dieser verdichtete sich das Wasser, welches bis dahin in Dampfform die Atmosphäre an- gefüllt hatte, und begann seine chemische zersetzende und auflösende Tätigkeit auf den festen Felsgrund auszuüben. Durch Wölbungen, Faltungen, Einbrüche entstanden auf der Oberfläche der fortgesetzt schrumpsenden Erde das trockene Festland und die Becken der Meere, die Gebirge und Niederungen, und nun übte das Wasser auch seine mechanische Tätigkeit aus, indem es in seinem Kreislauf das Fest- land gliederte und die aufgelösten Festlandsteile nach dem Ozean führte', in welchem sie sich als feiner Schlamm niederschlugen, allmählich zu Gesteinen erhärteten und im Lauf der Zeiträume von 1 Vgl. den Abschnitt: Das Nordvolargebiet! 2 Credner, Elemente der Geologie. Hann, Hoch- stetter und Pokorny, Allgemeine Erdkunde, Ie. Abt., Die feste Erdrinde und ihre Formen von Ed. Brückner. 3 Es ist dabei gleichgültig, ob wir uns den glühendfliissigen Erdball aus einem glühenden Urnebel durch Abkühlung entstanden denken <Kant-Laplacesche Hypothese), oder durch Zusammenstoß und Zusammenballung von Meteoriten, die durch die Hitze des Anpralls zusammenschmolzen.
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