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1. Das Mittelalter - S. 125

1896 - Bamberg : Buchner
125 bersetzen und durch die Eroberung von Nica und den Sieg bei Dory-Kein in sich den Weg nach Syrien ffnen. Whrend Gottfrieds von Bouillon Bruder, Balduin, die christliche Stadt Edessa am Enphrat eroberte, setzte sich das Hauptheer-in den Besitz der Stadt Antiochien und schlug den gefhrlichen Angriff eines feldschnkischen Entsatzheeres ab. Von hier aus erreichte man im Jahre 1099 das inzwischen durch den fatimidifchen Kalifen von gypten zurckeroberte Jerusalem und nahm es am 15. Juli 1099 mit Sturm. Der Sieg von Askalon der ein gyptisches Heer sicherte die christliche Herrschaft. Herzog Gottfried wurde zum Beschtzer des hl. Grabes gewhlt, sein Bruder und Nachfolger Balduin nahm den Titel eines Knigs von Jerusalem an. Das neue christliche Knigreich trug vllig abendlndischen, speziell franzsischen Charakter. Die wenigen Europer, welche der die (meist christlichen) Eingeborenen herrschten, teilten sich in ziemlich selbstndige Lehens-leute, an ihrer Spitze die Vasallen von Edessa, von Antiochien und von Tripolis, und in eine mchtige.geistlichkeit, an ihrer Spitze der Patriarch von Jerusalem. B. Die Zeit Heinrichs Iv. und Heinrichs V. war aber nicht blo die Zeit des Jnvestitnrstreites, sondern auch der Brgerkriege. Das Zu-sammenwirken beider Momente in Verbindung mit neuen wirtschaftlichen Strmungen hatte auch Wirkungen rein weltlicher Art. a) Das Verhltnis zwischen Knigtum und geistlichem Frstentum wird gelockert, das weltliche Frstentum steigert seine politische Bedeutung auf Kosten beider. Es ist nicht zufllig, da gerade seit dem Anfange des 12. Jahrhunderts eine Reihe von weltlichen Dynastien, die zum Teil bis auf den heutigen Tag sich erhalten haben, in die Erscheinung treten: Staufer, Welsen, Zhringer, Wittelsbacher, Wettiner. Fortan stehen die frstlichen Interessen im Vordergrunde der Reichspolitik, es folgt eine Zeit dynastischer Kmpfe. b) In dem Verhltnis der verschiedenen Stnde zu einander treten Zeichen einer tiefen Ghrnng hervor. Die abhngigen Klassen der Bevlkerung beginnen sich unabhngig zu machen, die Zinsleute in den Stdten vom geistlichen Frstentum, die hrigen Bauern und die Ministerialen vom- geistlichen und weltlichen Grogrundbesitz. Mit anderen Worten, es melden sich die ersten Zeichen des Verfalls des Gro-grundbesitzes, des Aufsteigens derjenigen sozialen Krfte, welche in der Stauferzeit das wirtschaftliche Leben zu beherrschen beginnen, des Brgertums und des Klein-bauerntums.

2. Das Mittelalter - S. 139

1896 - Bamberg : Buchner
139 Schon während seines Feldzugs gegen Rom (Frhjahr 1167) hatten sich neben dem Veroneser Bunde auch die Städte Krernoua, Bergamo, Brescia, Mantua und Ferrara zu einem lombardischen Stdtebund zusammen-geschlossen und die Mailnder in die wieder aufgebauten Mauern ihrer Stadt zurckgefhrt. Nach dem Abzge Friedrichs erweiterte sich der Bund zu einem aus 36 Stdten bestehenden Bundesstaate, an dessen Spitze jhrlich gewhlte Rektoren standen. Auch das Freundschaftsverhltnis Englands zum Kaiser hatte sich wieder gelst. g) Die letzten Kmpfe der Friede von Venedig. Im Herbst 1174 brach Friedrich neuerdings nach Italien auf; nach einem mi-lnngenen Angriff auf die (1168 erbaute) Bundesfestung Alessandria" schlo der Kaiser mit dem in der Ebene von Montebello stehendeu lom-bardischen Entsatzheere einen Prliminarfrieden (1175), der aber nach der Entlastung des kaiserlichen Heeres durch die Mehrheit des lombardischen Stdtebnndes gebrochen wurde. Dem Aufgebote Friedrichs, der fr das Jahr 1176 den entscheidenden Feldzug vor sich sah, leisteten zwar die geistlichen Fürsten Folge, nicht aber der mchtigste Laienfrst, Heinrich der Lwe. 1176 erlag Friedrich bei Legnano nach einem anfnglichen Siege den Lombarden. Damit war der gemachte Versuch, die kaiserfeindliche Koalition durch Vernichtung der Lombarden zu sprengen, gescheitert, aber die Mglich-feit einer Wiederholung dieses Versuchs war damit nicht genommen. Allein die Bischfe, mit deren finanziellen Mitteln und militrischen Aufgeboten Friedrich bisher vornehmlich den Kampf gefhrt hatte, voran die Erzbischfe Christian von Mainz, Wichmann von Magdeburg, Philipp von Kln drangen jetzt auf den Frieden. (Am 1. August) 1177 kam zu Venedig ein sechsjhriger Waffenstillstand mit den Lombarden, ein fnfzehnjhriger Waffenstillstand mit dem König Wilhelm Ii. von Sizilien, der Friede mit der Kirche zu stnde; der Kaiser opferte seinen ohnehin ohnmchtig gebliebenen Gegenpapst Kalixt Iii., den Nachfolger Pafchals Iii., und kehrte in die Gemeinschaft der allgemeinen Kirche zurck. Das wahrscheinlichste Motiv fr die Hilfverweigerung Heinrichs des Lwen ist in den Verhltnissen beg Sachsenlandes zu suchen. Heinrich verfolgte in Sachsen die doppelte Aufgabe, seine Macht auf Kosten der Slaven wie der geistlichen und weltlichen Groen des stlichen Sachsens, die soviel wie reichsun-mittelbar waren, zu erweitern. Bei der fortdauernden Oppositou der fach-fischen Fürsten glaubte Heinrich das Herzogtum fr den Augenblick nicht verlassen zu knnen, ohne seine ganze Stellung daselbst aufs uerste zu gefhrden. Der Ort der Zusammenkunft war wohl nicht Parten--kirchen, sondern Chiavenna; schon die weite Entfernung Partenkirchens mu angesichts der gefhrdeten Lage Friedrichs eine Zusammenkunft daselbst ausschlieen. Allerdings gab Friedrich im Frieden von Venedig den Versuch, das Papst-tum in dieselbe Abhngigkeit zurckzufhren, wie sie vor dem Jnvestiturstreite bestanden

3. Das Mittelalter - S. 94

1896 - Bamberg : Buchner
94 italienischen Verhltnisse. Italien suchte sich Konrad Ii. dadurch zu sichern, da er die italienischen Bistmer mit deutschen Geistlichen besetzte und die italienischen Laienfrsten mit deutschen Frstenhusern in Verbindung brachte. Dieser kaiserlichen Politik arbeitete Erzbischof Aribert von Mai-l a n d, welcher eine fast unabhngige kirchliche und weltliche Stellung einnahm, entgegen. Auf seinem zweiten italienischen Zuge untersttzte daher Konrad Ii. gegen Aribert und die diesem verbndeten groen Lehenstrger (Kapitne) die gedrckten kleinen Lehenstrger' (Valvasallen, Aftervasallen); doch gelang es ihm nicht, den Trotz des Erzbischofs von Mailand dauernd zu brechen. Um so wirksamer griff er in die unteritalienischen Verhltnisse ein; der gewaltthtige Fürst (Pandulf) von Kayna wurde entsetzt, der von Salerno (Waimar) auch mit Kapna belehnt, der Normanne Rainulf im Besitze der Grafschaft Averfa, in Lehensabhngigkeit von Salerno besttigt und damit die Normannen als neue Macht im staatlichen Leben Italiens anerkannt. Bald nach seiner Rckkehr von Italien ist Konrad gestorben. In Italien sicherte Konrad durch ein Lehensgesetz (1037) Den kleinen Lehenstrgern Erblichkeit der Lehen zu. Lehensstreitigkeiten zwischen den groen nnb kleinen Lehenstrgern sollten im Lehensgericht durch Schffen Dorn Stande des Angeklagten entschieden werden. uerung Konrads - Si Italia modo esurit legem, concedente Deo bene legibus hanc satiabo." Neben der Stellung. die er als Stellvertreter Christi", wie ihn Wipo bezeichnet, an der Spitze der Kirche einnahm, tritt doch in ihm das alte, fast ent-schwnndene Bild des germanischen Krieger- und Bauernknigs, der auf und von seinen Hfen aus das Volk regiert, wieder deutlich erkennbar hervor. Er ist noch einmal als König zugleich der grte Hofbesitzer und der grte Haushalter seines Volkes." (Nitzsch.) 6. Heinrich Iii. (10391056). Das Kaisertum in seiner idealsten Gestalt. bersicht. Die von Konrad Ii. hinterlassene Machtflle behauptet sein Sohn und Nachfolger Heinrich Iii. in siegreichen Kmpfen gegen einen panslavistischen Versuch Herzog Bretislavs von Bhmen und erwirbt hiezn Ungarn. Kann er dieses auch fr die Dauer nicht festhalten, immerhin ge-winnt er fr Deutschland die Leitha als sichere Sdostgrenze. Ein Friedens-frst, frdert er fr Burgund den Gottesfrieden, bringt er fr Deutschland einige Jahre des Friedens und der Vershnung durch das unmittelbare Bei-spiel von oben. Im Gegensatz zu seinem Vater ein halb priesterlicher Charakter, befreit er die Kirche vom Schisma, untersttzt er die Bestrebungen gegen die

4. Das Mittelalter - S. 212

1896 - Bamberg : Buchner
212 - Pfalz und Herzog Ludwig der Reiche von Bayern-Landshut, standen (Sieg Friedrichs bei Seckenheim [das Mahl zu Heidelberg!"^, Ludwigs bei Giengen 1462).t 9?ach der Wahl Maximilians zum rmischen König (1486) brachte Erzbisch of Berthold von Mainz die Reichsreformbewegung in der Richtung nach einem stndischen Reichsregiment, nach einem Reichs-kammergericht, nach Landsriedenskreisen wieder in Flu. Das Ergebnis dieser Reformbewegung in der Zeit Friedrichs Iii. war ein besseres Zu-sammeuwirkeu der Fürsten und Städte, eine geordnetere Stellung der letzteren auf den Reichstagen (als eines dritten Kollegiums neben dem der Fürsten und Kurfrsten), die Grndung eines zweiten schwbischen Bun-des 1488, gerade 100 Jahre nach dem Ende des ersten. Dieser zweite schwbische Bund, der im Gegensatze zu dem ersten aus Stdten und Fürsten und Herren zusammengesetzt war und bald glnzende Erfolge sowohl den Friedensbrechern im Innern als dem Auslande gegenber erzielte, zeigte mit seinem Bundesrate, seiner Bundeskasse, seinem Bundesheere im kleinen, welche Reform dem Reiche not that. Eine bundesstaatliche oder stndische Reichsreform entsprach einzig und allein den Verhltnissen der Zeit, eine streng monarchische Reichsresorin lag auer dem Bereiche der Mglichkeit. Die Forderung nach einem stndischen Reichsregiment, nach einem ewigen Landfrieden, nach einem Reichskammergericht, nach Landfriedenskreisen find seitdem nicht mehr verstummt und haben, wie die militrischen Reform-bestrebungen der Hussitenzeit, unter Maximilian I. und K a r l V. zu dauern-{jden Institutionen gefhrt. Gefahren im Osten von Trken und Ungarn. .Inzwischen hatten die Trken Konstantinopel erobert (1453) und die ganze Balkan-Halbinsel ihrer Herrschaft einverleibt; von hier aus bedrohten sie nicht mehr blo Ungarn, fondern auch das Reich, drangen bereits nach Krain und Steiermark vor. Vergebens bemhte sich der Papst Pius Ii., durch einen allgemeinen Kreuzzug der christlichen Fürsten und Völker Europa von den Trken zu befreien. Man hielt Reichstage der Reichstage, ohne aber bei der Engherzigkeit des Kaisers, der lediglich den Schutz seiner eigenen Erb-lande im Auge hatte, und der Lauheit der Fürsten zu Thateu zu kommen. Infolge der Teilnahmslosigkeit des Reiches sahen sich die Ungarn bei ihren Kmpfen gegen die Trken auf sich selbst angewiesen. Die osmanifchen Trken, ursprnglich eigentlich kein Volk, sondern eine Kriegerschar, stammen, wie die seldschnkischen Trken, aus Turkestan und erscheinen zuerst um 1200 in Kleinasien im Dienste der Sultane von Jkonium. Aber schon um das Jahr 1300 (nach dem Falle des Sultanates von Jkonium) waltete Osman, welcher der Kriegerschar den Namen gegeben, als selbstndiger Sultan. (Hauptstadt des Reiches wurde gegen das Ende seines Lebens Brussa am Olymp. Unter seinem Sohn Urchan, welcher neben der osmanischen Reiterei (denspahis) die Futztruppeder Janitscharen organisierte, rckten die Trken das Reich auf Kosten der byzantinischen

5. Deutsche Geschichte von 1519 bis 1871, Übersicht über die württembergische Geschichte - S. 62

1909 - Bamberg : Buchner
62 Neue Geschichte. erklrte das Reich den Schweden gleichfalls den Krieg (1675). Vertreibung der Fremdlinge aus Wismar, Bremen und Verden, und Eroberung Schwedisch-Pommerns durch den Groen Kurfrsten. Nun fallen die Schweden unter Horn in das Herzogtum Preußen ein. Rasch eilt der Kurfürst auch dorthin. Im Januar 1679 berschreitet er das gefrorene Frische und Kurische Haff und wirft die Schweden bis der Riga zurck. Auf dem Kriegsschauplatz am Oberrhein hatte am Tag vor der Schlacht von Sehrbellin Montecncnli das Treffen von Sabach zwar gewonnen (Tureune blieb iu der Schlacht), aber in der Folge wenig mehr ausgerichtet. Der Friede von Nymweqen (1678) beendigte den faulen Feldzug. Ludwig Xiv. erhlt Freibu^Jtsl, verschiedene Reichsstdte im Elsa und das Recht, durch Lothringen Heerstraen ins Elsa zu bauen. Das Reich geht leer aus und gnnt nicht einmal dem Groen Kurfrsten den Besitz Vorpommerns. Vielmehr wurde dieser Held im Frieden von St. Ger-main (1679) durch Ludwig Xiv. zur Herausgabe seiner Eroberungen an Schweden geztvungen. Da lie er eine Schaumnze schlagen mit der Umschrift: Exoriare ali^uis nostris ex ossibus ultor!" Auferstehu soll einer aus unfern Gebeinen, ein Rcher!" (Virgils neis 4, 625). Vom Kaiser um den Besitz der pommerscheu Kste betrogen, schliet der Kurfürst mit Frankreich einen Vertrag (1679), der den franzsischen Truppen Durchzug durch brandenburgisches Gebiet und Ludwig Xiv. bei der nchsten Kaiserwahl Brandenburgs Stimme und Untersttzung, dem Kurfrsten selbst aber betrchtliche franzsische Jahrgelder zusichert. Nachdem Ludwig Xiv. auf diese Weise seinen gefhrlichsten Feind unter den Fürsten des Reichs zum Freund gemacht und so das Reich einer seiner krftigsten Sttzen beraubt hatte, fetzte er die Rennio nskammern ein (1680/84). Diese Wiedervereinigungskammern, nmlich Gerichtshfe in Metz, Befantzon und Breisach, hatten den Auftrag, alle diejenigen Landesteile ausfindig zu machen, die irgendwie einmal zu den i. I. 1648 an Frankreich abgetretenen Gebieten gehrt htten. Demnach sollten Zweibrcken, Bitsch, Homburg, Straburg, Speier, Ger-Mersheim, Ltzelstein, Mmpelgard u. a. mit Frankreich vereinigt werden. I Spter lie Ludwig Xiv. sogar durch seine Hofgelehrten die Ansicht verbreiten, ganz Deutschland msse mit Frankreich vereinigt werden, da Deutschland schon unter Karl d. Gr. zu Frankreich gehrt habe. Durch die Ttigkeit dieser Kammern be-mchtigte sich Ludwig Xiv. ohne Schwertstreich vollends des ganzen Elsasses. So wird im Jahre 1681 Stra brg französisch, und in der Folge durch den Festungsbaumeister Baubau in eine gewaltige Festung, die Zwingburg Sd-deutschlands, umgewandelt^)Der Kaiser mu diesen Gewalttaten unttig zusehen, da er im Osten durch einen Aufstand in Ungarn1 und einen damit zusammenhngenden groen Trkenkrieg vollauf beschftigt ist. Trkeneinfall in Nieder-fterreich. Flucht des Kaisers nach Linz. Belagerung Wiens durch die Trken (Sommer 1683). Die Wiener, angefeuert vom greifen Feldzeugmeister Grafen Rdiger vonstarhemberg, halten zwei Monate stand. Endlich am 6. Sep-tember kndigen Raketen die Ankunft eines Entsatzheeres an. Es sind die Polen 1 Hervorgerufen durch die Gewaltsamkeit, womit der Kaiser in Ungarn die Gegenreformation durchzufhren suchte. Der Fhrer der Aufstndischen, Emmerich Tkly, trat mit den Trken in Verbindung. . z 328

6. Geschichte der Deutschen - S. 108

1856 - Münster : Cazin
108 Das deutsche Reich und insbesondere des römischen Stuhles, welcher ihn doch selbst gegen die welfische Partei erhoben hatte, der härteste Gegner erwachsen, da er seine kaiserlichen Rechte in einer Weise auffaßte und geltend machte, wie kein anderer vor ihm gethan. Zwar trat ec nicht gleich zu Anfang der Regierung mit seinen Absichten frei und offen hervor, sondern suchte viel- mehr durch freundliche Versprechungen und Verfügungen den Pabst und die geistlichen Fürsten geneigt zu erhalten und da- durch seine Stellung zu festigen. Als aber Innocenz 111. ge- storben war (1216), ließ er seinen Sohn Heinrich gegen sein Versprechen, demselben Apulien und Sicilien als unabhängiges Königreich zu überlassen, nach Deutschland kommen, belehnte ihn mit dem Herzogthum Schwaben und ließ ihn 1220 sogar zu seinem Nachfolger in Deutschland wählen, wofür er die Zu- stimmung der geistlichen Fürsten durch Verleihung einer fast unbeschränkten Landeshoheit erkaufte. Den neuen Pabst Ho- norius 10. suchte er sowohl wegen dieser Sache als auch we- übnläßt fti-gen Ausführung eines schon bei seiner Krönung 1215 freiwil' nem Sohne,lig gelobten Kreuzzuges durch oft wiederholte Versprechungen dem^Konigkhinzuhalten. Gleich nach der Krönung seines Sohnes überließ las 1>nitfcteec ^efem deutsche Reich als ein Nebenland zur Verwaltung Reich ». be-Und begab sich nach Italien, um hier in seinen eigentlichen schästigt sicherblanden den Grund zu weitern Planen zu legen. In Rom mit Italien erhielt er gegen den Erlaß Mehrer kirchenfreundlicher Ge- setze und gegen das Versprechen, den gelobten Kreuzzug im folgenden Jahre zu unternehmen, 1220 die Kaiserkrone und ging darauf nach dem Königreiche beider Sieilien, wo er gegen die Eingriffe der geistlichen und weltlichen Großen seine Rechte genau festzustellen suchte. Doch lvurde er mit der Reorganisa- tion dieses Landes nicht vor dem Jahre 1225 fertig und schob daher den Kreuzzug, zu dem ec zwar auf dringende Mahnung des Pabstes einmal scheinbar Anstalten machte, immer weiter hinaus. Selbst nachdem er in Sicilien alles nach Wunsch ge- ordnet, zog er zuerst nach Ober-Italien, um den Bund der feindlichen Städte zu unterwerfen, und versprach, um für diese Unternehmung Zeit zu gewinnen, bis zum Jahre 1227 den. Kreuzzug sicher zur Ausführung zu bringen, widrigenfalls er' sich der Strafe des ihm gedrohten Bannes anheimgefallen er- klärte. Doch war Friedrich bei seinen Versuchen in der Lom- bardei nicht glücklich, und mußte sogar. den Pabst um eine friedliche Vermittelung ersuchen. Unterdessen hatte dieser auch den Kaiser bewogen, um die Sache Palästinas ihm mehr zur eigenen zu machen, die Tochter des Titular- Königs von Jeru- salem (Jolanthe) zu heirathen; und Friedrich schiffte sich end- lich, um dem Banne zu entgehen, 1227 nach Palästina ein,

7. Geschichte der Deutschen - S. 207

1856 - Münster : Cazin
Leopold L 207 an sich zu reißen; und wirklich wußten seine Gesandten die drei geistlichen Kurfürsten, sowie Baiern für diesen Plan zu gewinnen, allein die übrigen Mitglieder des Wahlcollegiums und namentlich der große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Bran- denburg setzten mit aller Gewalt die Erwähluüg Leopold'» I. durch. Doch gewann der französische König durch feine Be- mühungen wenigstens soviel, daß in der Wahleapitulation di; Macht des Kaisers im Allgemeinen sowohl als auch besonders durch die Bestinnnung, den jetzigen und künftigen Feinden Frank- reichs keinen Vorschub leisten zu dürfen, geschmälert wurde. § 107. Leopold's 1. lange Regierungszeit wurde fast ganz ausgefüllt mit höchst blutigen Kämpfen im Westen gegen den eroberungslustigen Ludwig, im Osten gegen die mißvergnügten Ungarn und die abermals unter fürchterlichen Verheerungen vordringenden Türken. Erster Krieg Leopold's gegen die Türken, 1064. In Siebenbürgen war nach dem Tode des Großfürsten Beth- len Gabor ein Streit um die Herrschaft ausgebrochen und der türkische Sultan unterließ bei dieser Gelegenheit nicht, das Recht der Vormundschaft über jenes Land und seine fürstlichen Va- sallen im vollen Maße zu üben. Der Nachfolger des Bethlen Gabor, Ragoezy mußte sich als türkischer Vasall mit dem Fürstenthume förmlich beleh- nen lassen; und als sein Sohn und Nachfolger wegen eines gegen den Willen des Sultans unternommenen Polenfeldzugs abgcsetzt wurde, erhielt zwar der von den Siebenbürgern gewählte^ £ürifn Apaffi gegen den selbstständig als Herrscher aufgetretenen Ke-wollen Äc- meny Unterstützung, aber zugleich machten die Türken schondeickicka. tu Miene, das Land in ein eigenes Paschalik zu verwandeln.^' Der hart bedrängte Kemeny suchte und Jfaub Hülfe beim Kai- £ '* £ tt' sec und Reich und auch der in seinem Gesandten vom türkischen Großveziec grob beleidigte König Ludwig Xi V. von Frankreich sandte eine auserlesene Schaar Krieger unter Coligny. Die Türken rückten aus dem ihnen unterworfenen Nieder-Ungarn im Frühjahr 1605 nach Ober-Ungarn, wurden aber bei Lewenz j und namentlich bei der Cisterzienser - Abtei St. Gotthard flnbeifeu'cvbei der Raab durch den kaiserlichen General so entscheidend geschla-St. Gotth., gen. daß die Türken schon wenige Tage darauf zu Vasvar ei- 1644- neu zwanzigjährigen Waffenstillstand mit dem Kaiser eingingew,Waffen,M, der jedoch dem Sieger keineswegs die zu erwartende Vortheile Üpiv zu brachte. Denn wenn auch Siebenbürgen seine Unabhängigkeit insofern behielt, als es kein türkisches Paschalik wurde und man ,M Sic- den Ständen die Wahl ihres Fürsten zugestand, so mußte doch bcubüva«» der Kaiser den Vasallen des Sultans Apaffi anerkennen und die Türken in dem für sie höchst wichtigen Besitz einiger im Kriege eroberten Festungen belassen.

8. Geschichte der Deutschen - S. 211

1856 - Münster : Cazin
Leopold I. 211 sagte, dem Apellationstribunal zu Breisach. Um aber zugleich noch fernere Eroberungen, die mit Waffengewalt nicht hatten gemacht werden können, durch List zu bewerkstelligen, errichtete er 1680 zu Metz, Tournai, Besanyon und Breisach unter dem _ Namen von Reunionskammern vier Gerichtshöfe, welche ermit- teln sollten, was jemals zu den an Frankreich in den vier mern. letzten Friedensschlüssen mit allen Dependenzien abgetretenen Ländern und Plätzen gehört hätte. In Deutschland erhob man laute Klagen darüber und Ludwig Xiv. schickte, um wenigstens den Schein des Rechts zu wahren, Abgesandte zu dem wegen dieser Angelegenheit nach Frankfurt berufenen Congreß. Nichts desto weniger aber überrumpelte er 1681 das nicht einmal zum» Elsaß gehörige Straßburg und forderte dadurch Deutschland^" ' auf's Entschiedenste zu einem Kriege heraus. Aber in Frank-Straßburg. furt, wo man iiü Streit über höchst unbedeutende Nebenum- stände seine Zeit verlor, wurde 'endlich nur beschlossen, die eigentliche Angelegenheit auf einem demnächst in Regensburg abzuhaltenden Reichstage in Erwägung zu ziehen, und der Kaiser ward durch Gährungen in Ungarn und durch einen neuen Einfall der Türken gehindert, dem räuberischen Vorgehen Ludwig's kräftigen Einhalt zu thun. § 170. Unterwerfung- der aufständischen Un- garn und zweiter Krieg gegen die Türken. 1683— 1699. Der Kaiser hatte im Frieden zu Vasvar einige unga- rische Festungen den Türken abgetreten und in andere deutsche Truppen unter deutschen Commandanten gelegt. Hiemit waren die Ungarn höchst unzufrieden, und diese ihre Unzufriedenheit erhielt noch mehr Nahrung, da nicht bloß die Protestanten da- selbst bei manchen Gelegenheiten zurückgesetzt wurden, sondern der Kaiser auch sogar im Jahre 1667 beim Tode des Palatins die für die Ungarn so wichtige Stelle desselben unbesetzt ließ.namentl. d. Der Palatin hatte nämlich außer andern Rechten die Oberem-^'chlbesetz. führung der ungarischen Miliz und namentlich die Aufsicht über „/ts treibt die Erhaltung der ungarischen Privilegien gegenüber den etwai- die »„gar. gen Eingriffen des Königs. Die unzufriedenen Magnaten ver- Magnaten schwörten sich zu einer förmlichen Empörung, welche jedoch durchs « die Ueberlegenheit der österreichischen Waffen bald ^edämpft^ ' wurde. Die vier ersten Rädelsführer mußten die That mit dem Tode büßen und Leopold behandelte auf den Rath des Fürsten Nach Hin- Lobkowitz Ungarn jetzt als ein erobertes Land. Das Palatinatoättunq der wurde 1673 gänzlich aufgehoben und ein Deutscher als Statt-^^^ffss^ Halter eingesetzt, den Protestanten wurden mehre Kirchen ge--Palatinal nommen und sämmtliche Einwohner durch harte und obendreinaufgehoben. eonstitutionswidrige Steuern gedrückt. Die Ungarn griffen zu Dies, sowie den Waffen und Graf 'Tökely bemächtigte sich eines großen der Druck
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