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1. Grundriß der deutschen Geschichte mit geographischen Uebersichten für die mittleren Klassen der Gymnasien und höhern Bürgerschulen - S. 7

1852 - Koblenz : Bädeker
Kriegswesen, Lebensart und Sitten der Germanen. 7 Streithämmer (auch Donnerkeile genannt), später eherne Streitäxte, Keulen und Schleuder kommen vor. Die Schirm Waffe bestand in der Regel nur in einem Schilde ans Weidengestecht oder Holz, mit glänzenden Farben bemalt. Die Waffen und mit ihnen die Rechte des Staatsbürgers erhielt der Jüngling in: 20. Jahre von: Vater oder einem nahen Verwandten in öffentlicher Versammlung. War ein Krieg von der Volksversammlung beschlösset:, so erfolgte ein Aufgebot sämmtlicher Waffenfähigen oder der Heerbann. Ne- den diesen: bestand auch das Geleite, inden: eine Anzahl beute- lustiger junger Männer sich um einen Führer sammelte, um ihr: auf Streifzügen zu begleiten. Die keilförinige <d. h. aus einer Reihe nebeneinander aufgestellter Keile bestehende) Schlachtordnung hatte zuweilen in: Rücken und zu beiden Seitei: die Wagenburg mit den Weibern und Kindern, welche mitunter eilte wankende oder schoi: durchbrochene Schlachtordnung herstelltei:. l). Lebensart und Sitten. Die alten Deutschen lebten nicht ii: Städten, zum Theil nicht einmal in zusanm:enhangendei: Dörfern, sondern in lt:at:chei: Gegen- dei: bildete eine Ai:zahl einzeln liegender Lebmhütten, mit Stroh oder Rasen gedeckt, nebst den dazu gehörigen Aeckern eine Gemeinde. Der einfachen Wohnung entsprach die Kleidung und die gewöhnliche Nahrung. Die Hauptbeschäftigung der Freien war außer dein Kriege die Jagd; Hand- und Feldarbeiten waren den Weibern, Kindern und Unfreien überlassen. Bei ihren häufigen Gastn:ahlen und Trink- gelagen wurden Gesänge mit Begleitung musikalischer Instrumente so wie der Schwerttanz ausgeführt und oft die wichtigsten Angele- genheitel: vorberathen. Als Haupttugenden unserer Vorfahren wer- den gerühmt: Redlichkeit, Biederkeit und Treue, Keuschheit, Groß- muth gegen besiegte Feinde, zuvorkomn:ende Gastfreundschaft, glü- hende Vaterlandsliebe, verbunden mit heroischer Tapferkeit; ihre Hauptfehler waren Trink-, Spiel- und Streitsucht. 8- 3. Die Deutschen im Kampfe mit den Römern bis zur Völker- wanderung. Ii: der frühesten Zeit, von welcher die Geschichte berichtet, er- scheinen die Deutschen als noch nicht zu festen Wohnsitzen gelangt, und -im Vordringen gegei: Südwesten begriffen, wodurch sie in Be- rührung mit dei: Römern kommei:.

2. Grundriß der deutschen Geschichte mit geographischen Uebersichten für die mittleren Klassen der Gymnasien und höhern Bürgerschulen - S. 174

1852 - Koblenz : Bädeker
174 Friedrich Wilhelm Ii. Regenten seines Zeitalters übertraf, der redlichste Eifer für Beglückung seines Volkes, die reifliche Erwägung feiner Entwürfe und die Festigkeit im Beharren «uf einmal gefaßten Beschlüffen verließen ihn während seiner ^6jährigen Selbst- regierung nie, doch waren zuweilen die Mittel zum Zwecke nicht die rechten und der Erfolg nicht immer der gewünschte. Das Glück des Familienlebens gänzlich entbehrend, fand Friedrich in seinen Mußestunden das edelste Vergnügen in dem Umgänge mit geistreichen, unterrichteten Männern und in der Beschäftigung mit Dichtkunst. Musik und mit den Wissenschaften, vorzüglich mit der Philosophie und Geschichte. Seine Vorliebe für die französische Sprache und Litteratur kann bei dem schlechten Zustande der deutschen Litteratur in seiner Bildungszeit nicht aus- fallend sein. Bei seinem Tode 17. August 1786 hiuterließ er seinem Neffen Friedrich Wilhelm Ii. ein Reich, welches er um Schlesien, die Grasschaft Ostfriesland (nach dem Tode des letzten Grasen 1744, zufolge einer Erbbelehnung von 1694) und Westprenßen vermehrt und in die Reihe der größern Mächte Europas erhoben hatte (mit 6 Millionen Einwohnern, einem Schatze von 72 Millionen und einem Heere von 200,000 Mann). Seit der Erwerburlg Westpreußens hatte er den bisherigen Titel eiiles Königs in Preußen in den eines Königs von Preußen verwandelt. 4) Friedrich Wilhelm Ii. 1786—1797 nahm persönlichen Antheil an dem Kriege der ersten Coalition gegen Frankreich s. S. 129 f. so wie an dem Kriege gegen Polen s. S. 132 f. Der erste kostete ihm seine Besitzungen auf dem linken Rheinufer s. S. 130, in dem zweiten gewann er außer Danzig und Thorn neue Theile von Polen, woraus Südpreußen diesseits der Weichsel und Neu-Ostpreu- ßen jenseits der Weichsel gebildet wurde, nur ein kleines Stück kam zu Schlesien. Auch erhielt er die Fürstenthümer Ansbach und Bai- reuth, welche der letzte brandenburgische Markgraf in Franken (1792) der Kurlinie gegen eine Rente überließ. Das von Friedrich Ii. schon entworfene „allgemeine Landrecht" ward vollendet (1794). Sein Sohn 5) Friedrich Wilhelm Iii. 1797—1840 suchte durch Auf- rechthaltung des Friedens die Hülfsquellen des Staates zu vernieh- ren, namentlich den erschöpften Finanzen aufzuhelfen und beharrte da- her auf einer strengen Neutralität bis im I. 1805 Bernadotte durch das neutrale preußische Gebiet, nämlich durch Ansbach dem Haupt- heere Napoleon's zu Hülfe zog. Doch erst die persönliche Anwesen- heit des Kaisers Alexander in Berlin gab den Ansschlag und ver- anlaßte den König dem Bunde gegen Frankreich beizutreten. Aber

3. Kleine Lebensbilder aus dem Alterthum - S. 2

1873 - Elberfeld : Bädeker
saronische Busen mit der Insel Salamis. Der Busen von Ambracia (jetzt von Arta) und der von Pagasä (jetzt von Volo) sind deßwegen zu merken, weil eine Linie, die diese Busen verbindet, das jetzige Griechenland von der Türkei trennt. Da das Land so gebirgig ist, so brachte es schon im Alterthum Feldsrüchte, namentlich Getreide, nicht im Ueberfluß hervor, dagegen gediehen Oliven, Wein und Feigen in reichlichem Maße. Das Klima ist warm, doch wegen der östlichen Lage und gebirgigen Beschaffenheit des Landes nicht so heiß, wie ©teilten und das südliche Italien; im Winter ist es in manchen Gegenden bisweilen ebenso kalt, wie in Deutschland. Das Land zerfiel in drei Haupttheile, Nordgriechenland, Hellas (jetzt Livadien) und Peloponnes (jetzt Morea). Die vorzüglichsten Städte im Hellas waren Athen mit dem Hafen Piräens oder Piräus in der Landschaft Attika, jetzt die Hauptstadt Griechenlands und Residenz des Königs, Theben in Böotien und Delphi am Fuße des Berges Parnassus in Phocis. In der letzteren Stadt war das Orakel des Gottes Apollo; denn die alten Griechen glaubten, die Götter offenbarten durch gewisse Zeichen den Menschen ihren Willen und zukünftige Ereignisse. Hier in Delphi stieg aus einem Erdspalte ein betäubender Dunst, dem man die Wirkung zuschrieb, daß er den Menschen in Begeisterung versetze, in welcher er zukünftige Dinge sehe und mit dem Gotte in nähere Verbindung trete. Ueber diesem Erdspalte stand ein Dreifuß und auf denselben setzte sich eine Priesterin, Pythia genannt, wenn man den Willen des Gottes erforschen wollte. Sobald diese durch die aufsteigenden Dünste in Verzückung gerathen war, stieß sie allerlei Laute und Worte aus, welche von den Priestern gedeutet und zu einem vollständigen Sinne verbunden wurden, der dann den um Rath Fragenden als das Orakel des Apollo mitgetheilt wurde. Im Peloponnes lag in der südlichen Provinz Lakonien die Stadt Sparta, an der Ostküste Argos und auf dem Isthmus, d. h. der Landenge, die Hellas mit dem Peloponnes verbindet, die Handelsstadt Corinth. Unter den Inselgruppen im Meere, die ebenfalls von Griechen bewohnt waren, nennen wir die sieben Jonischen Inseln, deren berühmteste, obschon sie eine der kleinsten ist, Jthaka (jetzt Theaki) war, das Vaterland des Odysseus, dann die Cykladen, d. H. die im Kreise um Delos herum liegenden Inseln und die Sporaden, die an der

4. Kleine Lebensbilder aus dem Alterthum - S. 23

1873 - Elberfeld : Bädeker
— 23 — fünfzig Talenten (75000 Thlr.) verurtheilt. Da er diese Summe nicht bezahlen konnte, so starb er nach einer freilich unverbürgten Nachricht im Gefängnisse als ein Opfer des Undanks seiner Mitbürger, die überhaupt jeden hervorragenden Mann im Verdacht hatten, als strebe er danach, die Freiheit des Volkes zu unterdrücken und sich die Oberherrschaft anzueignen. §. 12. Wemistokles, Aristides, der dritte ^erserkrieg. (480 v. Chr. G.) In Athen traten nun zwei Männer auf, die auf das Volk Einfluß zu gewinnen suchten, nämlich Themistokles und Aristides. Ersterer war ein Mann von großen Anlagen, die er schon als Knabe bekundete, zugleich aber trieb ihn ein unersättlicher Ehrgeiz. Als Miltiades Ruhm und Lob in Aller Muude war, sah man ihn tiefsinnig umhergehen, die Nächte schlaflos zubringen und alle Schmausereien und Trinkgelage fliehen. Auf die Frage, warum er sich so plötzlich geändert habe, antwortete er: „Das Siegesdenkmal des Miltiades läßt mich nicht schlasen." Mit Ernst gab er sich von da an den Staatsgeschästen hin, und da er voraussah, daß die Perser ihre Versuche, Griechenland zu erobern, wiederholen würden, zugleich aber die Ueberzeugung hatte, daß mau ihnen nur zur See erfolgreich widerstehen würde, so beredete er seine Mitbürger, das Geld, das aus den Bergwerken einkam, auf den Bau einer Flotte zu verwenden, indem er einen Krieg, den damals Athen mit Aegina führte, zum Vorwande nahm; so wurde allmählig eine Flotte von dreihundert Dreirnderern gebaut. Während Themistokles, selbst ein Mann von geringer Herkunst, mehr auf Seiten des Volkes stand, verfocht sein Gegner Aristides, einer der wackersten Männer, die Athen jemals gehabt hat, und dem die Zeitgenossen selbst den Ehrennamen des Gerechten gaben, mehr die Partei der Vornehmen und Besitzenden» ■t Drei Jahre führten sie gemeinsam den Staat, Aristides als sparsamer Verwalter der öffentlichen Gelder, Themistokles als kluger Staatsmann, der die Macht der Republik durch jedes Mittel zu vermehren suchte. Da brachte es endlich Themistokles durch seinen Einfluß auf das Volk dahin, daß Aristides durch das Scherbengericht (Ostracis-mus) auf zehn Jahre aus Athen verbannt wurde. Als derselbe die Stadt verließ, hob er die Hände zum Himmel und flehte, daß niemals über Athen die Zeit kommen möge, wo die Bürger feiner

5. Kleine Lebensbilder aus dem Alterthum - S. 17

1873 - Elberfeld : Bädeker
— 17 — zu sein, sich 'zum Alleinherrscher machte, wie wir das bei Pisistratus sehen. Der griechische Name für diese Leute ist Tyrann. Dieses Wort bezeichnet also ursprünglich einen Mann, der sich die Herrschaft in einem Staate anmaßte, der früher frei gewesen war, und man muß sich hüten, damit den Begriff zu verbinden, den es jetzt hat, wo man darunter einen Menschen versteht, der seine Gewalt mißbraucht und zur Bedrückung und Mißhandlung der Bürger verwendet. Es kam indeß nicht selten vor, daß diese griechischen Tyrannen, die ja ihre Macht gegen den Willen des Volkes besaßen, dieselbe durch Gewaltmittel zu behaupten gezwungen wurden, so daß schon damals bisweilen das Wort Tyrann zur Bezeichnung eines gewaltthätigen Menschen gebraucht wurde. Diese Tyrannen traten namentlich im siebenten und sechsten Jahrhundert v. Chr. auf, und einer der berühmtesten unter ihnen ist Polykrates von Samos. Samos war im Alterthum eine reiche und blühende Insel; sie liegt an der Küste von Kleinasien und gehört zu den sogenannten Sporaden. Hier herrschten die vornehmen Geschlechter, gegen die sich Polykrates in Verbindung mit seinen zwei Brüdern erhob. Als einst die Bürgerschaft einen großen Festzug zum Tempel der Hera hielt und während des Opfers die Waffen ablegte, überfielen seine Brüder die Wehrlosen mit einer Schaar Söldner, während er selbst sich der Burg bemächtigte und so in Besitz der Gewalt kam dies geschah um 532 v. Chr. G. Anfangs regierte er in Gemeinschaft mit seinen Brüder»; bald darauf aber ließ er den einen todten, verjagte den jungem und wurde so Alleinherrscher der Insel. Seine Macht wuchs schnell heran, und sein Name wurde bald in Asien und Griechenland bekannt. Was er unternahm, das gelang ihm; er besaß hundert Schiffe von fünfzig Rudern und außer anderen Söldnertruppen eine Schaar von tausend Bogenschützen. Diese Macht benutzte er, um verschiedene Inseln des ägäischen Meeres und Städte in Kleinasien zu erobern. Dadurch kam er in den Besitz unermeßlicher Reichthümer, die er verwandte, um großartige Bauwerke in seiner Residenz zu errichten und seinen Hof auf das Prächtigste auszustatten. Er war auch Beförderer der Künste und Wissenschaften und Freund von Dichtern und Gelehrten, die sich an seinem Hofe aufhielten; ebenso legte er eine Büchersammlung an. * 2

6. Kleine Lebensbilder aus dem Alterthum - S. 83

1873 - Elberfeld : Bädeker
— 83 - zum Unterschiede vom älteren Scipio. Aus seiner glücklichen Muße, in welcher er fortan im Umgange mit Gelehrten, Dichtern und Künstlern lebte, wurde er uoch einmal auf den Kriegsschauplatz gerufeu. Die Einwohner der Stadt Nnmantia in Spanien, beim jetzigen Soria in Altcastilien, führten seit längerer Zeit schon einen hartnäckigen Krieg gegen Rom, und da die römischen Heere solche Niederlagen erlitten hatten, daß kein Feldherr mehr einen neuen Angriff unternehmen wollte, so übertrug man dem Scipio das Commando' Es gelang ihm, nach einer Belagerung von fünfzehn Monaten die Stadt zu erobern; er fand sie aber wüste und menschenleer, da sich die Bewohner selbst durch Feuer und Schwert getödtet hatten. Er erhielt nun auch den Ehrennamen Numautinus. Dies geschah im Jahre 133 v. Chr. G. Um dieselbe Zeit erhielt Scipio aus Rom die Nachricht von dem Tode seines Schwagers Tiberins Sempronius Gracchus, mit dem er sich in politischen Dingen entzweit hatte. Dieser Tiberius Gracchus war nebst seinem Bruder Cajus ein Sohn der Cornelia, der Tochter des älteren Africanus; Scipio hatte seine Schwester zur Frau. Er war unter der Leitung seiner trefflichen Mutter herangewachsen und hatte sich schon früh vor Ear-tbago und Numautia durch persönliche Tapferkeit und Umsicht hervorgethan. Dennoch war es nicht kriegerischer Ruhm, durch den er glänzen wollte, sondern er richtete seine Thätigkeit auf ein anderes Gebiet des Staatslebens. Die Verhältnisse der einzelnen Stände im Volke lagen damals im Argen. Seitdem die Macht des römischen Staates sich über das südliche Europa, über Asien und Afrika ausgedehnt hatte, war an die Stelle der früheren Einfachheit der Sitten und der Genügsamkeit Prachtliebe, Schwelgerei und Habsucht getreten. Dabei waren die unteren Stände immer mehr verarmt, und der Reichthum, die Ehrenstellen und der Landbesitz war in die Hände weniger Vornehmen, die sich Optimalen nannten, gekommen. Diese hatten auch die Ländereien, die dem Staate gehörten, den sogenannten ager publicus, unter sich getheilt und ließen diesen durch ihre Sclaven bebauen; so sank der Ackerbau, früher ein so geehrter Erwerbszweig, immer mehr zu einer verächtlichen Beschäftigung herab. Da fühlte nun Gracchus Mitleiden mit dem verarmten Volk, und als er zum Volkstribunen ernannt war, erneuerte er ein schon früher 6*

7. Kleine Lebensbilder aus dem Alterthum - S. 37

1873 - Elberfeld : Bädeker
— 37 — Des Pelopidas spätere Thätigkeit zeigte sich namentlich in Thessalien, der nördlichsten Provinz Griechenlands. Hier hatte sich damals ein Tyrann, mit Namen Alexander von Pherä, der Regierung bemächtigt und herrschte willkürlich und grausam; die bedrängten Thessalier wandten sich zuerst nach Macedonien, dessen König ihnen auch zur Hilfe kam, aber dann einen Theil des Landes selbst in Besitz nahm. Nun suchten sie Hilfe bei Theben, das ihnen auch ein Heer unter Anfiihruug des Pelopidas schickten. Bei dieser Gelegenheit wurde er von dem Tyrannen, der ihn unter dem Vorwande einer freundlichen Besprechung zu sich gelockt hatte, gefangen genommen und in's Gefängniß gesetzt. Als die Thebaner, um ihn zu befreien, ein Heer unter Epaminondas nach Thessalien schickten, fand der Tyrann es für gerathen, den Gefangenen loszugeben. Später wandten sich die Thessalier, bei denen nun allgemeine Erbitterung gegen Alexander entstanden war, noch einmal nach Theben; man schickte den Pelopidas mit einem starken Heere dorthin ab. Als dieser in der Schlacht den Tyrannen erblickte, spornte er sein Pferd gegen ihn und fiel, von Pfeilen durchbohrt, indem er sich tapfer gegen die Leibwache des Tyrannen, die ihn umzingelte, vertheidigte. Sein Heer erfocht einen vollständigen Sieg; die Leiche wurde nach - Theben gebracht, und die Thessalier ehrten sein Andenken durch eherne Statuen, die sie ihm errichteten, und durch Schenkung von Ackerland an seine Kinder. (364.) Wir wenden uns jetzt zu seinem Freunde Epaminondas. Dieser stammte aus einem vornehmen Geschlechte, das aber schon seit längerer Zeit verarmt war; er suchte daher durch Bildung zu ersetzen, was » ihm an äußerer Stellung abging. Er konnte, was damals zur griechischen Bildung gehörte, Cither spielen und singen, ebenso Flöte blasen und tanzen; zum Lehrer der Philosophie hatte er den Pytha-goräer Lysis aus Tarent, dem er mit inniger Liebe zugethan war. Auch aus den Turnplätzen übte er sich fleißig und erlangte eine große körperliche Gewandtheit. Seine sittlichen Grundsätze werden von Len alten Schriftstellern mit größtem Lobe erhoben, und namentlich wird von ihm gerühmt, daß er niemals, auch nicht im Scherze, log. Auch strebte er nie darnach, sich Reichthümer zu erwerben, und nahm selbst angebotene Geschenke nicht an; dagegen verwandte er alle Mittel, die ihm zu Gebote standen, dazu, Andere zu unterstützen.

8. Kleine Lebensbilder aus dem Alterthum - S. 88

1873 - Elberfeld : Bädeker
Römer nicht länger ruhig zusehen; sie beschlossen den Krieg gegen Mithridates und übertrugen daß Commando dem Sulla, der damals Consul war. Jhu empfahl außer seiner erprobten Feldherrntüchtigkeit seine ausgezeichnete Bildung, sein einnehmendes freundliches Wesen, seine Klugheit und Gewandtheit in Staatsgeschäften. Aber der bereits achtundsechszigjährige Marius war selbst danach begierig, die Lorbeeren in diesem Kriege zu erringen; er verband sich mit einem verwegenen Volkstribunen Sulpicius und setzte mit dessen Hülse einen Volksbeschluß durch, daß ihm der Oberbefehl übertragen wurde. Sulla eilte zu seinem Heere, das bei Nola stand, und führte dasselbe, welches ihm willig folgte, gegen Rom; er bemächtigte sich nach kurzem Sturm der Stadt, in die zum erstenmal ein römischer Feldherr an der Spitze seines Heeres als Feind einzog. Er ließ dort über Marius und seine Anhänger die Acht aussprechen; Sulpicius kam auf der Flucht um, Marius entkam nach mannigfaltigen Abenteuern nach Afrika und brachte den Winter auf einer kleinen Insel an der Küste zu. Nachdem Sulla in Rom die Angelegenheiten geordnet hatte, ging er mit seinem Heere nach Griechenland, eroberte Athen, schlug den Feldherrn des Mithridates in einer Mutigen Schlacht bei Orcho-menos und setzte dann nach Asien über. Mithridates, durch seine Ankunft erschreckt, suchte eine persönliche Zusammenkunft mit ihm nach; diese fand zu Dardanuö in Phrygien statt, und der König willigte in die Bedingungen, die Sulla stellte, nämlich das Eroberte herauszugeben, eine bedeutende Geldsumme zu zahlen und siebenzig Schiffe auszuliefern. Sulla hatte sich beeilt, diesen Frieden abzuschließen, weil in Rom neue Unruhen entstanden waren. Er hatte bei seinem Weggang von dort zwei Consnln wählen lassen, deren einer zu seiner Partei gehörte, während der andere, Cinna, ein Anhänger des Marius war. Dieser hatte ihm eidlich versprochen, in seiner Abwesenheit nichts an der Staatsverfassung zu ändern; kaum hatte sich aber Sulla entfernt, als Cinna den Kampf gegen die Optimalen begann. Zwar wurde er aus der Stadt vertrieben, aber er gewann das römische Heer, das noch immer mit den Samniten im Kampfe war, für sich, verband sich dann mit dem heimgekehrten Marius, und beide zogen gegen Rom. Hier hausten sie auf eine schreckliche Weise, ließen die Stadt fünf Tage lang plündern und eine große Zahl ihrer Gegner

9. Kleine Lebensbilder aus dem Alterthum - S. 90

1873 - Elberfeld : Bädeker
— 90 — Senat durch die Aufnahme von dreihundert Mitgliedern aus dem Ritterstande, übergab demselben die richterliche Gewalt, die seit Gracchus Zeiten die Ritter ausgeübt hatten, und sicherte seinen eigenen Einfluß in den Volksversammlungen dadurch, daß er zehntausend Freigelassene mit dem Bürgerrechte und den Gütern der Proscribirteu beschenkte. Nebenbei aber sorgte er durch weise Gesetze gegen Mord, Ehebruch, Meineid, Erpressungen, Unterschleife und andere Verbrechen für die öffentliche Sicherheit und das $bohl Roms und der unterworfenen Völker. Nachdem er zwei Jahre die Dictatur bekleidet hatte, legte er sie 79 v. Chr. freiwillig nieder; körperlich erschöpft und des Herr-fchens müde, sehnte er sich nach Ruhe und begab sich auf eines feiner Güter in Campanien. Hier starb er im Jahre 78 v. Chr. im sechs-zigsten Lebensjahre an einer ekelhaften und schmerzlichen Krankheit die er sich durch feine Ausschweifungen zugezogen hatte. § 16. Wmpejus. Cnejus Pompejns stammte aus einer ritterlichen Familie im scenischen; sein Vater hatte sich im Bundesgenossenkrieg als Feldherr Ruhm erworben, und er selbst legte schon früh Probe» von Muth und Entschlossenheit ab. Dabei besaß er ein gefälliges, einnehmendes Wesen, durch welches er sich die Gemüther Aller, besonders auch der Soldaten, gewann. Während der Herrschaft des Marius und Cinna lebte cv auf seinen Gütern, die er von feinem vom Blitz erschlagenen Vater geerbt hatte; kaum aber war Sulla in Italien gelandet, als Pompejns in seiner heimathlichen Provinz drei Legionen warb und sie glücklich durch die feindlichen Heere demselben zuführte, wofür ihn dieser mit dem Ehrentitel Imperator beehrte, den sonst die Soldaten ihren Feldherren nach erfochtenen Siegen ertheilten. Kurz darauf stellte ihm Sulla die Aufgabe, die Ueberreste der marianifchen Partei in Sicilien und Afrika zu vernichten; dies gelang ihm vollständig. Als er aber auf <L>uüa's Befehl die Legionen entlassen sollte, gehorchten die Soldaten nicht, sondern verlangten vom Pom-pejus, daß er sie gegen jenen führe. Nur durch die Drohung, sich entleiben zu wollen, brachte er die Meuterer zum Gehorsam zurück; für diese Entschlossenheit und Treue belohnte ihn Sulla mit dem Beinamen: Magnus d. h. der Große, wie er sich selbst den Namen: 8elix d. H. der Glückliche beigelegt hatte. Bald darauf trat zwischen

10. Kleine Lebensbilder aus dem Alterthum - S. 50

1873 - Elberfeld : Bädeker
— 50 — merke man sich namentlich den Fluß Rnbicon. In Mittelitalien lag die Provinz Latium, deren Einwohner Latiner hießen, und in ihr die Stadt Rom größtentheils auf dem linken Ufer des Tiber auf sieben Hügeln, unter denen man sich den Capitolinischen, Palatinischen, und Aventinischen merke. Andere Landschaften waren Etrnnen, ungefähr das heutige Toscana, Campanien, eine äußerst fruchtbare Provinz, die deßhalb das glückliche genannt wnrde, Samninm m den heutigen Abruzzen, von den tapfern und einfachen Sammten bewohnt, und in Unteritalien Apulien, südwestlich vom Sporn Italiens, nebs Calabrien. Ueber die Abstammung der ältesten Bewohner Italiens laßt sich nichts Sicheres sagen; die Hauptmasse der Bevölkerung bildete ein Stamm, der mit den Griechen sehr nah- verwandt war, weshalb sich anch in den Sprachen sehr viel Aehnlichkeiten finden und bte Religion beider Völker im Wesentlichen übereinstimmt, s° daß das oben von der griechischen Götterlehre Gesagte auch für die Römer gilt. Ein eigenthümlicher Gott war bei den letzteren noch bei 3 an ns, der Gott alles Anfanges und Beginnens, dessen Tempel im Frieden geschlossen, im Krieg dagegen geöffnet wurde. Auch die Hirtengöttin Poles und der Waldgott Silvanu« finden sich bei den Griechen nicht, wie denn der G°tt Saturuns nicht gan; dem gr.-ch» schen Chronos entspricht. Dieser Saturuns herrscht- zu der Zell !° erzählt die Sage, als auf Erden Friede und Glückseligkeit herrsch -n, die man das goldene Zeitalter zu nennen pflegt. .ll« er der Herrschaft der Welt dnrch feinen Sohn Jupiter beraubt war, floh er nach Latium und wurde dort König; zum Andenken au d.e gluck. [Wie Heit, die das «and unter feiner Regierung verlebte, feierten Römer alljährlich im December das Fest der Satnrnalien, an welchem die Sclaven für eine knrze Zeit Freiheit genoffen und sogar von ihren Herrn bedient wurden. Die Römer der aliejien Z waren ein einfaches Volk von strengen, oft rauhen Sitten, an_ har e Arbeit, an Ackerbau nnb Krieg gewöhnt. Dies änderte sich sie ch in der spätern Zeit sehr, so daß Schwelgerei und S.ttenlofiglett,ast bei keinem Volke mehr Platz gegriffen haben, als bei ihnen Uebr. gen« beherrschten die Römer nicht gleich im Mang a I I Italien, sondern eroberten sich in fortwährenden Kriegen da,selbe allmählich.
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