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1. Allgemeines und Deutsches Reich - S. 83

1905 - Berlin : Süsserott
83 nur 2/7 Dampfer, 5/7 sind Segelschiffe, die allerdings jetzt auch ganz aus Eisen und Stahl in gewaltigen Abmessungen hergestellt werden und hauptsächlich Massengüter (landwirtschaftliche Rohstoffe, Kohlen, Erze u. s. f.) zu niedrigen Frachtsätzen befördern. — Mit dieser Handelsflotte folgt Deutschland im Range gleich hinter Groß- britannien, so daß es die Union und Frankreich überflügelt hat. Den gewaltigen Aufschwung verdankt der deutsche Schiffsverkehr zunächst der Wiedererrichtung des Deutschen Reiches, dann der Er- werbung der Kolonien, insbesondere der Handelsstützpunkte in der Südsee und in Ostasien, zum größten Teil endlich der fast bei- spiellos dastehenden Entwicklung der heimischen Industrie. Auch ist an dieser Stelle die Erstarkung unserer Seemacht zu nennen, die deutschen Handel und deutsche Interessen überall nachdrücklich ver- tritt. (China, Venezuela, Haiti.) 2. Die Ostsee. Während die Ostsee zur Zeit der Hansa das am meisten be- fahrene Meer war, ist ihre heutige Bedeutung für den Verkehr im Verhältnis zur Nordsee oder gar zum Atlantischen Ozean gering. In ihrem östlichen Teile ist sie, besonders an der Küste, mehrere Monate mit Eis bedeckt. (Lage, Salzgehalt!) Trotzdem versucht man mit Hilfe von Eisbrechern, d. h. sehr stark gebauten spitzen Dampfern, den Schiffsverkehr ausrecht zu erhalten. — In den Verkehr und Handel auf der Ostsee teilen sich alle Userstaaten; der deutsche Anteil ist naturgemäß der größte. (Gründe: Fluß- mündungen und brauchbare Häfen, starkes Einfuhrbedürfnis.) Neben Stettin, Danzig und Königsberg kommen auf deutscher Seite noch die Städte Lübeck mit seinem Vorhafen Travemünde und Kiel und in zweiter Linie Rostock, Wismar und Flensburg in Betracht. Lübeck hat gegen früher viel verloren, strebt aber wieder mächtig vorwärts, (Elbe-Trave-Kanal) um seinen alten Rang unter den Ostseeplätzen wieder einzunehmen. Es ttnterhält Dainpferlinien nach Kopenhagen, Stockholm und Petersburg sowie nach der Nordsee und New L)ork. Geschadet hat ihm zugunsten Kiels der Bau des Nord-Ostseekanals. (Warum?) Dieses hat einen herrlichen Hafetl und ist Hauptflottenstation in der Ostsee. Eine wichtige Dampfer- linie verbindet es mit Korsör aus Seeland. (Schnellste Verbindung Deutschlands mit Kopenhagen.) Ebenso wichtig ist die Linie Saßnitz- 6*

2. Die ersten Elemente der Erdbeschreibung - S. 71

1830 - Berlin : Reimer
71 Kehren wir aus dem baltischen Meere zurück nach der Nordsee und gehen vom Eingänge des Skagcrracks gerade gegen Süden, so treffen wir an der Nordküste des Vestlandcs, d. i. also an der südlichen Seite der Nordsee D. den Dollart, unter 53^° N. Breite und 24^o £. Länge; cs ist ein Golf von geringer Erstrek- kung, der durch eine weite Oeffnung mit der Nordsee irr Verbindung steht und mehr eine breite Flußmündung als ein Mccrestheil ist. — Westlich vom Dollart, un- gefähr 20 Meilen entfernt, trifft man E. die Zuyder Zee (sprich Saüder Sec, d. h. südliche See), ein Busen, der in der Richtung von N. nach S. 2o Meilen lang ist und in seiner größ- ten Breite Io-Meilen zahlt. Gegen N. wird er von einer Inselrcihe begranzt, die sich längs dem Vestlaude bis in die Gegend der Dollart-Oeffnung erstreckt. So reich an Gliedern die Nordsee auf ihrer Ost- seite ist, so arm darau ist ihre Westseite, da, wo sie von der Insel Großbritannien bcgränzt wird. Hier bemerken wir nur das Peut land Frith (d. h. Meerenge), welches unter etwa 58j° N. Br. gelegen die nordwärts gelegene Gruppe der Orkney Inseln von Großbritannien trennt. Auf der Ostküste der zuletzt ge- nannten großen Insel bildet die Nordsee vier Buchten, die von N. nach S. gezählt folgendermaßen heißen: Murray Bai, Bai von Forth, das Wash (d. h. Sumpf, Pfütze) und die Themse Bucht. In ihrem südwestlichsten Winkel steht die Nordsee durch eine Meerenge, Pas de Calais oder Straße von Dover- genannt, mit einem zweiten Gliede des atlantischen Oceans in Verbindung, mit 2) dem Kanäle., Seine Länge beträgt 75 Meilen in der Richtung von No. nach Sw. D>,e Breite ist sehr- abwechselnd; am geringsten ist sie im Pas de Calais selbst, wo sie nur 21 tausend Fuß beträgt, dann aber nimmt sie schnell zu bis auf 22 Meilen, um abermals abzunehmen bis auf 11 Meilen, was zwischen dem Kap de la Hague, auf der Küste des europäischen Vestlandcs gelegen, und dem 'an der großbritannischen Küste liegenden Portlandspitze Statt v

3. Bd. 5 - S. 273

1845 - Leipzig : Kollmann
haben, nach Schottland zurück. Durch französische Truppen, sowie durch Hochländer verstärkt, ging er auf Stirling zu und belagerte die Stadt und das Castell. Erstere, fast unbe- festigt, ergab sich, sobald eine Batterie dagegen errichtet war, aber das Fort vereiltelte alle Angriffe der Empörer. Inzwischen rückten ihnen 13,000 Mann der besten Truppen des Herzogs von Cumberland entgegen, sie unversehens zu überfallen. Allein zu ihrer großen Bestürzung stießen die Engländer am 17. Januar auf das Heer der Rebellen, welche die Absicht ihrer Feinde ent- deckt ^und sich auf den Anhöhen bei Falkirk vorkheilhaft postirt hatten. Eilfertig griffen die Engländer zu den Waffen. Es regnete und stürmte heftig. Fruchtlos suchten sie ihren Gegnern den Vorthcil des Windes abzugewinncn; eine zweckmäßige Be- wegung der Letzteren verhinderte es. Ein englisches Reirer- corps von 1200 Mann rückte gegen den feindlichen rechten Flügel vor. Die Hochländer ließen sie bis auf Flintenschußweite heraus kommen, und ihre erste Salve streckte eine bedeutende Anzahl von ihnen zu Boden. Doch jetzt drang die Cavalerie in die Reihen der Hochländer ein, die von den Pferdehufen nicdergetretcn wur- den. Aber noch auf dem Boden liegend, fetzten diese den Kampf fort, erdolchten Pferde und Reiter, oder machten Gebrauch von ihren Pistolen. Kurz, der Widerstand der Hochländer war so hartnäckig, daß die Cavalerie zum Rückzüge genöthigt ward und, rasch von den Gegnern verfolgt, die hinter ihr aufgcsiellie Infan- terie in ihre Flucht mit fortriß. Zu eben der Zeit halte eine andere Abtheilung der Hochländer den rechten Flügel der engli- schen Armee angegriffen und in die Flucht geschlagen. — Die Engländer ließen ihre Zelte, ihr grobes Geschütz und ihr Gepäck im Stiche und zogen sich bis Edinburgh zurück. Sie ließen cm fünfhundert Todte auf dem Schlachtfelde, unter denen sich eine mehr als gewöhnliche Anzahl Offiziere befanden. Die Angelegenheiten des Prätendenten schienen jetzt auf ein- mal wieder eine günstige Wendung zu nehmen. Nachrichten aus Edinburgh meldeten, daß bei der dort gehaltenen Musterung'der geschlagenen Armee von den dreizehn- bis vierzehntaufend Mann, die sie vor der Schlacht bei Falkirk gezählt hatte, kaum noch viertausend unter den Waffen waren. Die Freunde des Prinzen riethen ihm daher dringend, mit größter Schnelligkeit gegen Edin- burgh vorzurücken und sich wieder in den Besitz der Hauptstadt N. G. Ii. ' “ lg

4. Bd. 5 - S. 276

1845 - Leipzig : Kollmann
276 versammelten Leuten nach Jnverneß vorrückte, zog sich London mit allen Truppen zurück, und am 19. Februar versammelte sich dieganze Armee der Jakobiten in dieser Stadt, mit Inbegriff eines aus Frank- reich eingetroffenen Reiterregiments, mit welchem zugleich eine Ladung Waffen, Kriegsvorräthe und Geld auf zwei Schiffen gelandet war. Unterdessen hatte der Herzog von Cumberland, mit etwa 14,000 Mann zu Fuß und zu Roß Edinburgh verlassen, die Insurgenten aufzusuchen und ihnen eine Schlacht zu liefern. Ihm folgte der Prinz von Hessen, Schwiegersohn des Königs Georg 1!., der mit 5000 Infanterisicn und 500 Husaren zu Leith gelandet war. — Sobald es die Jahreszeit erlaubte, zog der Herzog von Cumberland seine Mannschaft zusammen und ging auf Jnverneß, das Hauptquartier des Prinzen, los. Aller Erwartung zuwider ließ man ihn ohne Widerstand über den tiefen und reißenden Fluß Spey setzen, obgleich 3000 Hochländer an der Nordseile standen, und die Ufer steil zu ersteigen waren. Doch hielt keineswegs Furchtsamkeit, sondern vielmehr das Selbst- vertrauen ihrer Anführer die Empörer davon ab, dem königlichen Heere den llebcrgang streitig zu machen. Man hatte den sonder- baren Beweggrund dazu, daß, je Mehrere von der feindlichen Armee über den Fluß kamen, desto weniger ihrer entwischen könnten, da Karls Anhänger gar nicht daran zweifelten, die ganze Armee abschneiden zu können. So romantisch dieser Ge- danke scheint, und so unweise dieser Grundsatz war, nach wel- chem man hier handelte, so hatte doch dieser Entwurf wahr- scheinlich ausgcführc werden können, wenn Karl den Rathschla- gen der kaltblütigen, erfahrenen hochländischen Anführer hätte folgen wollen. Wäre er blos vertheidigungswcise verfahren, immer nordwärts zurnckgewichen, und hätte er seinen Verfolgern jeden engen Paß streitig gemacht, bis er sie in Gebirge gelockt hätte, wo ihre eiteret keinen Unterhalt finden, wo ihr grobes Geschütz, Kriegsvorrath und Lebensmittel nicht fortkommen konn- ten, so hätte er den Herzog von Cumberland alsdann zum Rückzüge zwingen können. Allein Karl hielt es für schimpflich, sich weiter vor seinen Gegnern zurückzuziehen. Er entschloß sich vielmehr zu einer Schlacht, obgleich die königliche Mannschaft I>icht nur in jeder Rücksicht in einem besseren Zustande, sondern auch an Menge wenigstens um ein Dritttheil seinen unregelmä- ßigen Anhängern überlegen war.

5. Bd. 6 - S. 14

1845 - Leipzig : Kollmann
14 welches Beispiel auch von den übrigen Provinzen nachgcahmt wurde. Zu Newport in Nhode-Island verbreitete man eine heftige Schrift unter dem Titel: „Tod oder Einigkeit." In derselben ward Bostons Zustand als eine Belagerung und als ein mittelbar feindlicher Angriff auf alle Provinzen vor- gestellt. „Die Feldherrn des Despotismus — hieß es — eröff- nen jetzt die Laufgräben,, um unsere Bollwerke der Freiheit zu zerstö- ren, und nichts als Einigkeit und Entschlossenheit kann uns retten." So geschah cs denn, daß diejenigen ministeriellen Maß- regeln, von denen man am meisten gehofft hatte, daß sie eine Spaltung des Interesses hcrbciführcn und den Widerstand brechen würden, indem sie Uneinigkeiten aussacten, — daß eben dieselben das Band nationaler Eintracht nur noch schärfer anzogcn und den Whigs — wie man die Frciheitsfrcunde mit dem englischen Parteinamen, in Ermangelung eines besseren, nannte — den Sieg über die wenigen Torys oder Königsanhängcr verschafften; welche Letztere der kriegerischen Stimmung entgegen zu wirken suchten. Selbst die Colonie Pennsylvanien, deren Einwohner, größtentheils der Secte der Quaker angchörcnd, den Krieg für unerlaubt hielten, selbst diese ward durch die außerordentliche Um- sicht, mit welcher die Häupter der Mißvergnügten zu Werke gingen, zum Beitritte vermocht. Um diese Einigkeit noch mehr zu befesti- gen, ward ein Congreß aus den Vertretern und Abgeordneten aller einzelnen Provinzen gebildet, dessen durch Stimmenmehr- heit gefaßte Beschlüsse allgemein gültig sein sollten. — Am i. September 1774 trafen die Bevollmächtigten von eilf Provinzen in Philadelphia ein, und nachdem vier Tage darauf auch die Abgeordneten von Nord-Karolina dazu ge- kommen waren, sah man die vollständige Repräsentation von zwölf Eolonien — Georgien hatte sich dem Bündnisse noch nicht angeschlossen — beisammen, welche auf 260,0.00 englischen Quadratmeilen drei Millionen Einwohner zählten. Eine bewun- dernswürdige Einigkeit beseelte die größtentheils aus den erleuch- tetsten Ncchtsgelehrtcn ihres Vaterlandes zusammengesetzte Ver- sammlung, welche, außer dem Präsidenten, aus zweiundfunfzig Mitgliedern bestand. Ihre ersten, mit außerordentlicher Bestimmt- heit abgefaßten Beschlüsse vcrordneten, daß mit dem i.deccmbcc des laufenden Jahres keine englischen Maaren, keine Erzeugnisse aus den englisch-westindischen Inseln u. s. w. mehr sollten ein-

6. Bd. 6 - S. 45

1845 - Leipzig : Kollmann
45 ten, welches ihn als Spion zum Strange verurtheilte. Umsonst bemühte sich Clinton, ihm das Leben zu retten, vergeblich bat er selbst wenigstens um eine andere Todesart. Washington blieb ungerührt von dem Mitleids, das für Andre bei dessen Jugend, Liebenswürdigkeit und kriegerischem Verdienste bei Jedermann sich aussprach, und ließ den Unglücklichen aufknüpfen, so zweifel- haft die Frage erschien, ob ein Offizier, der auf Befehl seiner Oberen Aufträge an einen feindlichen Heerführer übernimmt, von der Obrigkeit des Letzteren als Spion behandelt werden kann, wenn es sich findet, daß dieser Heerführer einen Vcrrath oder Ucbergang beabsichtigt hat. England forderte vierzig Jahre spa- ter seinen Leichnam zurück, ihm die letzte Ehre zu erweisen. — Je mitleidswerther das Schicksal dieses jungen Mannes war, je mehr traf Haß und Verachtung den nach Ncw-Pork entflohenen Arnold. Zwar erhob ihn die englische Negierung wirklich zum General in ihren Diensten, wahrscheinlich in der Hoffnung, noch mehrere Uebcrläufer dadurch anzulocken; aber Niemand folgte seinem Beispiele. Um diese Zeit langten in Rhode'- Island sieben französische Schiffe mit 6000 Mann französischer Hülfstruppen unter dem Grafen Nochambeau an (Juli 1780) und erfüllte die Ameri- kaner mit neuen Hoffnungen. Man beeiferte sich jetzt, die abge- rissenen und zerlumpten Soldaten den schön gekleideten Gästen möglichst gleich zu machen, und indem die Frauen von Phila- delphia mit schönem Beispiele vorangingen, brachten einige Pri- vatpersonen ansehnliche Summen zusammen; auch half das fran- zösische Geld dem gesunkenen Credit wieder auf. Um die innige Verbrüderung mit den Franzosen anzudeuten, ward den amerika- nischen schwarzen Cocarden ein weißer Streif, das französische Zeichen, eingefügt, sowie die französische Negierung, um jeden Zwist und jede Störung zu verhüten, den Grafen Nochambeau dem Befehle Washingtons untergeordnet hatte; beide Nationen waren im vollkommensten Einverständnisse, und die Begeisterung der Amerikaner flammte von neuem auf. Die Eroberung Georgiens hatte die Engländer gereizt, den Krieg nach den südlichen Provinzen zu versetzen. Clinton war daher von Rhode-Island nach Süd-Karolina geschifft, hatte glücklich daselbst gelandet und Charlestown, worin General Lincolm mit einer starken Besatzung lag, nach sechswöchcnlli-

7. Bd. 6 - S. 37

1845 - Leipzig : Kollmann
37 Lebensbedürfnissen war mit noch größeren Schwierigkeiten ver- knüpft. Bourgoyne mußte darauf bedacht ftyn, wenn er noch mehr vorwärts rücken wollte, seinem Mangel auf einem kürzeren Wege abzuhelfen. Es war bekannt, daß die republikanische Armee beträchtliche Vorräthe von Schlachtvieh, Wagen, Korn, Mehl und anderen Dingen in Bennington, zwanzig Meilen vom Hudson, auf- gehauft hatte. Bourgoyne entsendete den braunschweigischen Oberstem Baume mit 500 Mann nebst zwei Kanonen und 100 Indianern, um Bennington zu überfallen und die Magazine zu leeren. Dieser Haufe ward aber, ehe er das Fort erreichte, von einer überlegenen Zahl Feinde angegriffen und fast ganz auf- gerieben. Eine andere ihnen zu Hülfe geschickte Abtheikung Braun- schweigcr hatte.beinahe dasselbe Schicksal. — Trotz dieser Ver- luste und der schwierigen Versorgung seines Heeres behielt Bour- goyne Hoffnung, den Zweck seines Feldzugs zu erreichen. Er erschöpfte sich in Bemühungen, noch vor dem Winter sich des Laufes des Hudson zu versichern, ja, er beging sogar die Unvor- sichtigkeit, ihn zu passiren (14. September). Am 19. lieferte er den Amerikanern ein Treffen, das aber unentschieden blieb» Ein anderes, das er am 7. Octobcr wagte, fiel entschieden zum Vortheil der Amerikaner aus. Bourgoyne befand sich jetzt in einer verzweifelten Lage; denn ohne hinreichende Lebensmittel, um sich nach dem See zurückziehen zu können, mußte er ent- weder sich ergeben, oder auf einem höchst beschwerlichen Wege und mitten durch die täglich anwachscnden Linien der Patrioten Albany zu gewinnen suchen. Sein Heer war durch die verschie- denen Gefechte, durch den Abfall der Indianer und die heimliche Flucht der Kanadier bedeutend schwächer geworden. Er hatte eine Menge ausgezeichneter Offiziere verloren, und selbst das Leichenbegängniß eines seiner Generale, Frazer, feierte man nur unter dem Donner der amerikanischen Kanonen, deren Kugeln dem Capellán, eben als er sein Amt verwaltete, die Erde in's Gesicht trieben. Unter diesen hoffnungslosen Umständen berief Bourgoyne einen Kriegsrath, welcher den verzweifelten Entschluß faßte, Ge- päck, Geschütz und die noch vorräthigen Lebensmittel im Stiche zu lassen, von letzteren nur so viel mitzuehmcn, als man auf dem Rücken fortbringcn könne, blos des Nachts zu marschiren

8. Die Geschichte der neuesten Zeit - S. 449

1877 - Köln : DuMont-Schauberg
48. Der zweite Krieg um Schleswig-Holstein. 449 der dänischen Armee (25,000 M.) und 80 Geschützen besetzt. Das österreichische Corps nebst den preußischen Garden unternahm es, das Dane-werk in der Fronte anzugreifen und den Feind hier zu fesseln, während das preußische Corps die Stellung der Dänen im Osten beim Fischerdorfe Miffunde an der Schlei „öffnen" sollte. Eine dreistündige Kanonade gegen die Schanzen von Missunde (2. Febr.) und ein Versuch, dieselben zu erstürmen, hatten, zum Theil durch Nebel gehindert, keinen anderen Erfolg, als daß man die Stärke der feindlichen Stellung erprobte. Das österreichische Armeecorps unter dem Feldmarschall-Lieutenant Freiherrn von Gab lenz, der sich früher (1848—1849) in Italien und Ungarn ausgezeichnet hatte, war unter kleineren Gefechten bis zum Danewerk vorgedrungen, fand dasselbe aber von den Dänen verlassen. Denn de Meza hatte die Instruction, den Kampf um die keineswegs ganz fertige Vertheidigungsstellung nicht so weit zu führen, daß dadurch „das Dasein des Heeres compromittirt werde". Da aber seine Armee, abgesehen von der mangelhaften Organisation, viel zu schwach war, und die Eroberung des Danewerks nur eine Frage der Zeit sein konnte, so zog er es vor, sich mit ungeschwächtem Heere in die zweite Vertheidigungslinie (Düppel) zurückzuziehen. Auf dem Rückzüge entspann sich unweit Flensburg — kaum 1v* Meile nördlich von Jdstedt, wo sich 1850 die Geschicke des Landes ent schieden hatten (s. S. 368) — ein Arriere-Garden-Gesecht bei Oeversee (6. Febr.), welches zu Gunsten der Oesterreicher endete. b. Belagerung und Erstürmung der Düppeler Schanzen. Die Ostküste Schleswigs hat mehrere tiefe Meereseinschnitte, durch welche vorspringende Halbinseln gebildet werden; die nördlichste derselben zwischen dem Flensburger und Apenrader Meerbusen, heißt das Sunde-witt. Ihre abgestumpfte Spitze (im Südosten) am Alsensund enthält die Düppelberge, einen von einzelnen Kuppen überragten Höhenzug (250'), welche schon 1849 (s. S. 366) den Sachsen und Baiern so viel Blut gekostet hatten, daß die Soldaten sie das „Blutloch" nannten. Seitdem war der Rücken dieses von Natur festen Höhenzuges durch eine Doppelreihe von (7 und 3) Schanzen mit außerordentlicher Kunst fester gemacht und mit allerlei Annäherungshindernissen (Pallisadenreihen, Eggen, Wolfsgruben, Spitzpfählen, Drahtnetzen) ausgestattet worden. Beide Flügel dieser „Düppelstellung" waren an das Meer gelehnt und durch die Flotte (Kanonenboote) geschützt, auch deckten im Rücken derselben zwei Brückenköpfe die Schiffbrücken zwischen dem Sundewitt und der Insel Alsen. Bei der geringen Ausdehnung der Linie (3000 Schritt) war die Durchbrechung ungleich schwieriger, als bei der (11 Meilen langen) Danewerk-Position, die Vertheidigung ungleich leichter. Am 9, Febr. rückten die ersten preußischen Bataillone unter dem Pütz, Histor. Darstell, u. Charakteristiken. Iv. 2. Aufl. / 29

9. Die Geschichte der neuern Zeit - S. 574

1864 - Köln : DuMont-Schauberg
574 89. Ter nordamerikanische Freiheitskrieg. verzweifeltsten Umständen den Mitbürgern Anhalt für die wankende Zuversicht gaben. Ohne diesen Einen Mann würde Amerika schwerlich die Freiheit errungen haben. Nicht darin, daß er glänzende Großthaten auf Schauplätzen großer Kämpfe gegen den Feind verrichtet, nicht in der Masse erbeuteter Fahnen und Kanonen liegt der Hauptstoff, den die Geschichte zu preisen hat, sondern in der befruchtenden und schaffenden Bürgertugend, durch die er schnöde, eigensüchtige Gleichgültigkeit und verderbliche -Fahrlässigkeit zu Leistungen für das Gcmeinbeste zu ge- winnen und in Thätigkeit zu erhalten vermochte. Bei keinem Manne der neuern Zeit ist der Lorber des Kriegsruhms so dicht und reich mit dem Eichenlaube des Bürgerkrone durchflochten. Um die Zeit, wo Washington den Oberbefehl zum Kriege gegen des Mutterlandes Söldnerscharen übernahm, erließ König Georg Iii. eine Achtserklärung gegen die Amerikaner, worin über diese als Auf- rührer der Stab gebrochen wurde. Auf diese Achtscrklärung waren die eif- rigsten Rüstungen zum Kriege der Unterwerfung betrieben worden; ein zahlreiches Heer sollte Schrecken nach Amerika bringen und die Werk- stätte des Gehorsams werden. Im Jahre 1776 schloß die britische Regierung Verträge mit dem Landgrafen von Hessen-Cassel, dem Her- zog von Braunschwcig, dein Markgrafen von Anspach, später auch mit dem Fürsten von Waldeck, über Menschenlieferungen. Rußland und Holland hatten Anträge zu dergleichen zurückgewiesen. Ehe noch die britischen Söldner angekommen waren, sprach der Con- greß der dreizehn vereinigten Staaten zu Philadelphia, 4. Juli 1776, die Unabhängigkeit Amerika's von England aus. Darauf wur- den die königlichen Zeichen vernichtet, Georg's Iii. Standbild in New- Aork umgestürzt und zerhackt, um Erz zu Kugeln zu geben. Das Söld- nerheer, welches Englands Minister geworben, landete auf der Insel Long-Jsland. Die Amerikaner, dem Kampfe gegen die dichten Scharen soldatisch geordneter und geübter Feinde, unter denen namentlich tie Hessen sich auszeichneten, nicht gewachsen, wurden zerstreut und dabei eine Kernschar, lauter Jünglinge guter Abkunft, fast gänzlich niedergehauen; bald riß solche Verzagtheit bei ihnen ein, daß zahlreiche Scharen heim- zogen und Washington, der während des Kampfes als trefflicher Feld- herr befehligt und als der bravste Soldat gefochten hatte, über die schmähliche Feigheit und die dringende Nothwendigkeit, ein zu dauern- dem Dienste pflichtiges Heer zu bilden, die nachdrücklichsten Vorstellun- gen an den Congreß zu richten genöthigt war. Indessen rückten die englischen Kriegsvölker durch die Landschaft New-Jersey, die sich mit Verzagtheit unterwarf, der Hauptstadt Penn- sylvaniens, Philadelphia, näher. Washingtons Vorstellungen an den General-Congreß und an einzelne Landschaften hatten Hülfsmannschaft zu seinen Fahnen geführt, die Feinde, denen schon Geringschätzung der Amerikaner zu Kopfe gestiegen war, lagerten ohne sorgsame Hut: Washington brach auf, sie zu überfallen. Bei Trenton wurde ein Theil der Hessen aus einander gesprengt. Von nicht minderem Erfolge war

10. Bd. 2 - S. 79

1875 - Köln : DuMont-Schauberg
225. Die südlichen Hebriden (Jona, Staffa). 79 „Klein und unbedeutend, wie Du bist, soll Dir große Ehre erwiesen werden, nicht allein von den Schotten und ihren Königen, sondern auch von fremden Herrschern und barbarischen Stämmen: auch Heilige anderer Kirchengemein- den sollen Dich verehren." In der That ist diese Prophezeiung im weitesten Umfange in Erfüllung gegangen. Seine 12 Anhänger, die nach seinem Tode sein Bekehrungswerk fort- setzten, gründeten ein Kloster und ernannten einen Abt. Sie gaben sich den Namen Culdees, welches aus dem celtischen Grille De (Diener Gottes) ge- bildet ist, während die Gelehrten den Namen aus dem Lateinischen Cultores Dei ableiten. Ihre Aufgabe war, die Jugend zu lehren, das Evangelium zu predigen und zu verbreiten. So wurde auf Jona die größte Missions- anstatt in den damaligen Zeiten (im 7., 8. Jhrhdrt. u. s. f.) gegründet. Die Heiligkeit von Jona machte dasselbe zu einem beliebten Begräbniß- platz nicht nur für die Bewohner von Schottland, sondern auch für die der umherliegenden Inseln und von Irland. Außer dem allgemeinen Begräb- nißplatze gab es einen besondern, der noch heute den Namen „Begräbniß- platz der Märtyrer" führt, ausschließlich für diejenigen bestimmt, die für ihre Anhänglichkeit an die Kirche und in ihrem Dienste ihren Tod gefunden haben. Sonst wird der Begräbnißplatz der Könige von Schottland gezeigt, wo 48 gekrönte schottische Häupter, von denen der letzte der durch Shakespeare bekannt- gewordene Macbeth war, beerdigt liegen; ferner der Begräbnißplatz der Könige von Irland, endlich der Begräbnißplatz der Könige von Norwegen, wo 8 norwegische Könige liegen. Außerdem haben viele Große und vor- nehme Leute (Herren der Inseln) in ihrem letzten Willen ihre Beerdigung auf Jona angeordnet, und sind noch einzelne ihrer Grabsteine wohl erhalten. Die Insel Staffa ist klein, man kann sie in weniger als einer Stunde Zeit bequem umklettern; sie ist unbewohnt, es werden nur einige Schafe darauf geweidet; der Versuch, auf der grünen hohen Plattform, welche sich über ihre Basalt-Eolonnen hinzieht, ein Haus zu errichten, scheiterte an den atlantischen Stürmen, die es zerstörten, bevor es vollendet war. Sie ent- steigt von allen Seiten senkrecht und in den wundervollsten Basalt-Forma- tionen dem Ocean. Ihre Höhlen sind so zahlreich, daß man das ganze Eiland davon durchdrungen ansehen muß, allein alle Wunder sind auf der Westseite zusammengedrängt, und die Brandung, welche sich unaufhörlich an diesen Felsen bricht, macht den Zugang und die genaue Besichtigung eben so selten möglich, als sie stets gefährlich bleiben wird. Wochenlang liegen oft die Reifenden in den benachbarten Hochlandinseln oder in dem fernen Hafen zu Oban (f. S. 69), um den seltenen Augenblick zu erwarten, wo der stürm- reiche Ocean den Zugang in sein Heiligthum gestattet, und Tausende mußten schon unverrichteter Dinge wieder abziehen. Der Zugang zur Fingalshohle führt zwischen Felsenmassen durch, welche einige Male so nahe beisammen stehen, daß die Ruder gehoben wer-
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