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1. Geschichte des Mittelalters - S. 172

1878 - Mainz : Kunze
172 Vierte Periode des Mittelalters. v°?B°!el Rudolf war eben in einer Fehde mit dem Bischof von Basel begriffen, dessen Bürger während der Fastnacht einige von seinen Leuten erschlagen, andere verjagt hatten, und lag mit seinem Kriegsvolke vor der Stadt. Da weckte ihn einst in der Nacht sein Neffe Friedrich von Zollern, Burggraf zu Nürnberg, welcher für Rudolfs Wahl sehr thätig mitgewirkt hatte, und theilte ihm das Ergebnis derselben mit. Er nahm an. Der Bischof von Basel aber rief, als er die unerwartete Kunde vernahm, bestürzt aus: „Lieber Herr Gott, setze dich fest auf deinen Thron, sonst holt dich der auch herunter!" Die Belagerung von Basel ward sogleich aufgehoben; die Stadt öffnete dem König die Thore und schenkte ihm 9000 Mark Silber als Beitrag zu den Krönungs-%Sung in ^°^en' Rudolf begab sich hierauf mit einem ungeheuren Gefolge nach Aachen. Aachen, wo ihn der Erzbischof von Cöln feierlichst krönte. Als aber nach der Krönung Rudolf den Fürsten die Belehnung mit dem Scepter ertheilen sollte, fand sich dasselbe nicht vor. Da nahm der fromme König das Crucifix vom Altar, küßte es und sprach: „Dies Zeichen, in welchem die ganze Welt erlöst wurde, kann wohl ein kaiserliches Scepter vertreten!" Die Fürsten küßten das Kreuz und empfingen mit demselben die Belehnung. Auch Festlichkeiten aller Art verherrlichten die Krönung. Zum ersten Male wurde ein mit Wildpret gefüllter Ochse für das Volk gebraten; 2000 Mark Silber empfing die Volksmenge, und 5 Tage währte das Turnier. Rudolf Ueberall, wo Rudolf erschien, kamen Scharen von Bürgern und Frieden" her" Landleuten zu ihm und beschwerten sich über die Willkür und Wegelagerei der Herren vom Adel. Der König wußte gar wohl, wie gerecht die Klagen waren, und forderte daher von Allen, den Landfrieden zu achten und die Ruhestörer zu strafen. Im ganzen Reiche suchte er Ruhe und Ordnung wieder herzustellen. Wer des Landfriedensbruchs schuldig befunden wurde, verfiel in schwere Strafe. Viele Raubschlösser wurden gebrochen, räuberische Ritter und Reisige an Bäumen aufgehängt und andere erschlagen. ehrt den Gleich nach der Krönung schrieb Rudolf an den Papst und ver- stchabe/nicht sprach Alles zu erfüllen, was Otto Iv. und Friedrich Ii. gelobt hätten; krönen, darum ward er auch als rechtmäßiger König vom Papste anerkannt. Doch wollte er sich durchaus nicht in Rom krönen lassen, und als man ihn nach der Ursache fragte, antwortete er mit einer Fabel: „Es wurden viele Thiere geladen vor einen Berg, darin war eine Löwenhöhle. Der Fuchs kam auch herbei. Alle Thiere gingen in den Berg, nur der Fuchs nicht; der blieb allein draußen stehen und wartete, ob

2. Geschichte des Mittelalters - S. 172

1867 - Mainz : Kunze
172 Vierte Periode des Mittelalters. Rudolph Rudolph war eben in einer Fehde mit dem Bischof von Basel vor Basel. tzegriffen, dessen Bürger während der Fastnacht einige von Rudolphs Leuten erschlagen, andere verjagt hatten, und lag mit seinem Kriegs- volke vor der Stadt. Da weckte ihn einst in der Nacht sein Neffe Friedrich von Zollern, Burggraf zu Nürnberg, welcher für Rudolphs Wahl sehr thätig mitgewirkt hatte, und theilte ihm das Ergebniß der Frankfurter Königswahl mit. Rudolph nahm die Wahl an. Der Bischof von Basel aber rief, als er die unerwartete Kunde vernahm, bestürzt aus: „Lieber Herr Gott, setze dich fest auf deinen Thron, sonst holt dich der auch herunter!" Die Belagerung von Basel ward sogleich aufgehoben; die Stadt öffnete deni König die Thore und schenkte ihm 900 Mark Silber als Beitrag zu den Krönungskosten. Rudolph be- Se,ne gab sich hierauf mit einem ungeheueren Gefolge nach Aachen, wo ihn ^Aachen bev Erzbischof von Cöln feierlichst krönte. Als aber nach der Krönung Rudolph den Fürsten die Belehnung mit dem Scepter ertheilen sollte, fand sich dasselbe nicht vor. Da nahm der fromme König das Crucifix vom Altar, küßte es und sprach: „Dies Zeichen, in welchem die ganze Welt erlöst wurde, kann wohl ein kaiserliches Scepter vertreten!" Die Fürsten küßten das Kreuz und empfingen mit demselben die Belehnung. Auch Festlichkeiten aller Art verherrlichten Rudolphs Krönung. Zum ersten Mal wurde ein mit Wildpret gefüllter Ochse für das Bolk ge- braten; 2000 Mark Silber empfing die Volksmenge, und 5 Tage währte das Turnier. Rudolph Ueberall wo Rudolph erschien, kamen Schaaren von Bürgern und Frttd^n^her''- Landleuten zu ihm und beschwerten sich über die Willkür und Wege- lagerei der Herren vom Adel. Der König wußte gar wohl, wie ge- recht die Klagen waren, und forderte daher von Allen, den Landfrieden zu achten und die Ruhestörer zu strafen. Im ganzen Reiche suchte er Ruhe und Ordnung wieder herzustellen. Wer des Landfriedensbruchs schuldig befunden wurde, verfiel in schwere Strafe. Viele Raubschlösser wurden gebrochen, räuberische Ritter und Reisige an Bäumen ausge- hängt und Andere erschlagen. ehr, den Gleich nach der Krönung schrieb Rudolph an den Papst und ver- Papst, läßt Alles zu erfüllen, was Otto Iv. und Friedrich Ii. gelobt hätten; krönen. ' darum ward Rudolph auch als rechtmäßiger König von, Papste an- erkannt. Doch wollte er sich durchaus nicht in Rom krönen lassen, und als man ihn nach der Ursache fragte, antwortete er mit einer Fabel: „Es wurden viele Thiere geladen vor einen Berg, darin war eine Löwenhöhle. Der Fuchs kam auch herbei. Alle Thiere gingen in den Berg, nur der Fuchs nicht; der blieb allein draußen stehen

3. Geschichte des Alterthums für Mittelschulen und zum Selbstunterricht - S. 177

1857 - Freiburg im Breisgau : Herder
Die Kaisersöhne Konrad Iv. und Manfred. 177 Siebenzehntes Kapitel. Die Kaisersöhne Konrad Iv. und Manfred. Schon 1246 gaben die deutschen Fürsten Friedrichs Sohne, dem Kö- nig Konrad, einen Gegenkönig in dem Landgrafen Heinrich Raspe von Thüringen. Am 5. August desselben Jahres verlor Konrad gegen ihn bei Frankfurt den Sieg, weil die Grafen von Wirtenberg und Helfen- stein während der Schlacht für 7000 Mark Silbers zu seinem Gegner übergingen. Als aber Raspe in Schwaben einfiel, wurde er bei Ulm geschlagen und auch von den Reutlingern tapfer zurückgewiesen, denn wie die Herren gegen den Kaiser und seine Söhne, so waren die Städte für sie. Als der Gegenkönig schon 1247 starb, erwählte ein Theil der Fürsten den Grafen Wilhelm von Holland zum Könige, setzten ihm aber einen Fürstenrath zur Seite; er trug den Königsnamen bis 1256, wo er am 28. Januar von den Friesen erschlagen wurde. Konrad Iv. aber zog auf die Nachricht von dem Tode seines Vaters (1251) nach Italien, um Neapel und Sicilien zu behaupten, die ihm sein Vater testa- mentarisch vermacht hatte; seine schwangere Gemahlin Elisabeth ging einstweilen nach Bayern zu den Ihrigen. Er lebte nur bis zum 21. Mai 1254; auf dem Todbette beklagte er den Untergang seines Hauses. Friedrichs natürlicher Sohn Manfred, in jeder Hinsicht das Eben- bild seines Vaters, behauptete sich aber in Neapel und Sicilien, haupt- sächlich durch die Hilfe der Saracenen, und in Oberitalien hauste bis 1259 der fürchterliche Ezzelino. Nach dem Tode seines Schwieger- vaters, des Kaisers, der ihm eine seiner natürlichen Töchter gegeben hatte, führte Ezzelino den Krieg mit verzweifelter Wuth fort. Er war Herr von Padua, Vicenza, Verona, Feltre, Bassano und Belluno; als Padua wieder in seine Gewalt kam (es hatte einen Aufstand gewagt), tödtete er 11,000 Menschen; denn er hatte den Grundsatz des Sulla, daß man seine Feinde vernichten müße. Endlich fiel er verwundet in die Gewalt der Guelfen; im Gefängnisse wies er den Geistlichen mit Hohn zurück und bedauerte nur, daß er je einen Feind verschont habe; der Freude an seiner Hinrichtung beraubte er die Guelfen, denn er riß den Verband seiner Wunden weg und verblutete. Dafür entschädigten sich diese an seinem Bruder Alberich und dessen Familie; vor den Augen Alberichs wurden seine sechs Söhne in Stücke zerrissen, sein Weib und zwei jung- fräuliche Töchter an Pfähle gebunden, und nachdem man ihnen die Klei- der vom Leibe gerissen, endlich lebendig verbrannt; dann erst wurde Al- berich mit glühenden Zangen gezwickt und von einem Rosse zu Tode ge- schleift. Dieses ist nicht ein vereinzeltes Beispiel guelfischer Wuth; mit Bumüller, Gcsch. d. Mittelalters. j2

4. Geschichte des Mittelalters - S. 300

1866 - Freiburg im Breisgau : Herder
300 Deutschland und Italien sinken. schmettern, und endlich stiegen deutsche Ritter in das Gebäude und steckten es in Brand; so erstickten 99 Männer in Rauch und Flammen; die andern waren gefallen, aber auf einen Schweizer kamen acht Armag- naken (26. August 1444). Der Dauphin sagte: „ein härteres Volk habe ich nie gesehen; ich wollte, die Todten hätten in meinem Heere gedient!" Er machte gleich darauf mit den Schweizern zu Ensisheim Frieden, behielt sie aber wohl im Auge, um sich ihrer bei gelegener Zeit zu bedienen; er sagte wie sein Vater: das Elsaß ist altfranzösisches Land und muß wieder an Frankreich zurückgebracht werden. Er verließ jedoch das Elsaß wieder, als man ihm mit einem Reichskriege drohte, und wohl noch mehr deswegen, weil er England und Burgund fürchtete. Auch Friedrich machte 1446 Frieden und Zürich wurde wieder eidge- nössisch. Kriege und Unruhen im andern Deutschland. Nürnberger Krieg (1450). Pfälzerfehde (1462). Sächsischer Bruder- krieg (1462). Zn Deutschland gab es Kriege und Fehden ohne Unterlaß; der Markgraf Albrecht von Brandenburg (Achilles genannt), welcher sich zu- erst in dem Kriege Ludwigs des Buckligen gegen seinen Vater Ludwig den Bärtigen von Bayern - Zngolstadt einen Namen erworben hatte (1439—1445) und dem das fränkische Erbe der Hohenzollern mit Bai- reuth zugefallen war, bekriegte Nürnberg; er wollte es um jeden Preis erobern, und als sich die andern Städte Nürnbergs annahmen, erhoben sich alle Fürsten und der ganze Adel Oberdeutschlands für Albrecht. Es entstand ein Krieg, in welchem beide Theile das Land schonungslos ver- wüsteten und in jedem Jahre Hunderte von Dörfern verbrannten. Albrecht siegte in acht Schlachten, bis die Schweizer Nürnberg eine Schaar ihrer Krieger zu Hilfe schickten; diese hielten bei Pilligreut Stand, als die Nürnberger schon die Flucht ergriffen; beschämt kehrten sie wieder um und Achilles wurde zum erstenmal tüchtig geschlagen. Dieser Sieg führte zu einem Frieden, der den Städten ihre Unabhängigkeit sicherte (1450). Denn es war damals eiu Lieblingsplan der Fürsten, sich der Reichsstädte zu bemächtigen; so war Mainz bei den Streitigkeiten für und gegen den von dem Papste abgesetzten Erzbischof Dieter von Isenburg durch den Grafen Adolf von Nassau erobert und ihm, dem neuen Erzbischöfe, unterworfen worden; so hatte Ludwig von Bayern-Landshut Donauwerth weggenommen, mußte es aber wieder zurückgeben, da es ihm die andern Fürsten nicht gönnten (der Krieg dauerte von 1460—1463). Die herrliche Pfalz wurde durch die Pfälzerfehde verwüstet; der Markgraf von Baden, der Graf von Wirtenberg und der Bischof von Metz fielen in das Land und brannten wie die Hussiten. Aber der Pfalz-

5. Bilder aus der vaterländischen Geschichte für hessische Schulen - S. 67

1885 - Mainz : Frey
genötigt, 150 Reiter auf seine Kosten auszurüsten. Kanm war Arnold in Italien angelangt, so hörte er, daß in Mainz Unruhen ausgebrochen seien. Er eilte herbei, kehrte aber bald wieder zurück, weil die Unruhestifter ihn zu ermorden planten. Im Jahre 1159 hielt Arnold eine Synode (Versammlung) in Mainz, um zu beraten, was für das Wohl des Kaisers und des Reiches am besten sei. Die Versammlung wurde aber überfallen und mußte auseinander gehen. Als Arnold einst auswärts war, überfielen die Verschworenen den Dom, machten ihn zu einer Festung und raubten die kirchlichen Geräte; ebenso stürmten sie den Palast des Erzbischofs und stahlen, was sie fanden. Arnold verband sich darauf mit dem Herzoge Heinrich dem Löwen, um die Empörer zu züchtigen. Als sie dies hörten, versprachen sie Gehorsam und gaben gute Worte. Aber es war nur Schein. Nachdem Arnold nach Mainz zurückgekehrt, überfielen sie ihn im Kloster St. Jakob und töteten ihn aus schreckliche Weise. Dann beraubten sie ihn seiner Kleider und Ringe und warfen ihn nackt und durchbohrt auf einen Misthaufen, wo er drei Tage unbeerdigt liegen blieb. So endete der reiche und mächtige Erzbischof, der seinem Kaiser ein kluger Ratgeber und treuer Freund gewesen. Die Strafe aber folgte bald. Im Jahre 1163 feierte der Kaiser das Osterfest zu Worms und zog darauf er mit großem Gefolge von .Fürsten in Mainz ein. Aus Angst hatten fast alle Bürger die Stadt verlassen. Einer der Rädelsführer wurde gefangen vorgeführt und sogleich hingerichtet, alle Urheber des Mordes aber auf ewig aus der Stadt verwiesen. Die Stadt verlor für immer all ihre Freiheiten, und die Stadtmauern, alle Befestigungen und Türme wurden nieder-gerissen. Das Reichsfest bei Mainz. (1184.) a) Der Friede mit den Italienern war endlich hergestellt; auch mit dem Papste hatte sich Barbarossa zu Venedig ausgesöhnt. Zur Feier des Friedens veranstaltete später der Kaiser Friedrich I. ein großes Reichsfest. Es war aus Pfingsten des Jahres 1184. Dasselbe wurde abgehalten zwischen Rhein und Main, Hochheim und Erbenheim und verlief in glänzender Weise. Man baute den zu erwartenden Gästen zum Obdache hölzerne Häuser und Zelte von Leinwand in so endloser Menge und so großem Umkreise, daß sie wie eine große Stadt erschienen. Zu Tausende strömten sie herbei: Herzöge, Grafen, Erzbischöfe, Abte, Ritter, zahlloses Volk, fremde Gesandten, geladen und

6. Bilder aus der vaterländischen Geschichte für hessische Schulen - S. 64

1885 - Mainz : Frey
64 d- H. die ganze Burg von geharnischten Rittern umgeben, die Freiherrn und Grafen zu Pferde, wie Türme in der Mauer. „Bei Gott!" hörte man den Kaiser ausrufen, „das ist ein Bollwerk seltner Art!" Ludwig der Eiserne begleitete seinen Schwager mit 500 Reitern in vielen Feldzügen und zeichnete sich namentlich in Italien sehr aus. 32. Friedrich I., Barbarossa. (1152—1190.) a) Friedrich I. stammte aus dem Geschlechte der Hohenstaufen, deren Stammschloß in Schwaben, dem heutigen Württemberg, lag. Er war breißig Jahre alt, als er in Frankfurt unter großem Jubel des Volkes zum deutschen Könige erwählt wurde. Zu Aachen empfing er die Krone mit dem Entschlüsse, die Macht Karls des Großen wieder zu erneuern. Er war von mittlerer Größe, hatte blaue, durchdringende Augen, blonde Haare und einen rötlichen Bart, weshalb ihn die Italiener Barbarossa (Rotbart) nannten. Oberitalien gehörte damals auch zum deutschen Reiche. Die Städte in Oberitalien waren durch Handel zu großem Reichtum gelangt und hatten sich nach und nach das Recht erworben, ihren Bürgermeister und ihren Rat selbst zu wählen. Sie fragten nichts mehr nach dem Kaiser. Ein Mönch, Arnold von Brescia, forderte die Römer auf, die alte Republik wieder herzustellen. Die Römer vertrieben hierauf den Papst. Um Ruhe und Ordnung wieber zu befestigen, mußte Friedrich fünfmal über die Alpen ziehen. In Rom ließ er sich auf seinem ersten Zuge zum Kaiser krönen (1155). Am Tage seiner Krönung wäre er beinahe ermorbet worben; benn als er auf der Tiberbrücke spaziern: ging, fielen ihn die Römer wütend an. Heinrich der Löwe rettete ihn mit eigner Lebensgefahr. Auf seinem dritten Zuge strafte er das übermütige und ungehorsame Mailand auf strenge Weise. Die Stadt wurde, nachdem sie zwei Jahre belagert worden, zerstört, weil sie ihr Versprechen nicht hielt und den Kaiser und seine Regierung neuerdings verhöhnte. Auf dem zweiten Zuge des Kaisers hatten nämlich die vornehmsten Bürger von Mailand ihm Gehorsam versprochen, ihn um Verzeihung gebeten und diese auch erhalten. Damals erschienen die Vornehmen mit nackten Füßen, Stricke um den Hals und Schwerter im Nacken. Sie stellten auch 300 Geiseln und bezahlten 9000 Mark Silber. b) Aber nicht immer war der Kaiser glücklich in Italien. Einmal brach die Pest in seinem Lager aus, und er mußte verkleibet Über die Alpen flüchten. In Susa übernachtete er. Hier wollten

7. Die Neuzeit - S. 56

1884 - Mainz : Kirchheim
oo Franz v. Sickingen. Hier traten am auffallendsten die Umwälzungsbestrebungen des Adels hervor. Die Seele des von solchen Tendenzen erfüllten zahlreichen Reichsadels in Schwaben, Franken und am Rhein war der schon S. 45 genannte Ritter Franz von Sickingen. Derselbe gehörte einem alten schwäbischen Adelsgeschlechte an, und war Zu Sickingen (unweit Breiten, dem Geburtsorte Omauchthons) am 1. Mai 1481 geboren. Von Körper klein, aber von überlegenem Geist und kriegerischem Mut, den er besonders in seinen Privatfehden mit Metz, Worms n. a. bewährt hatte, dazn ein Ritter, der viele Burgen besaß, war er ganz zu der Rolle eines Lenkers der Ritterschaft für die Erringnng der gedachten Zwecke geeignet. Karl V. wollte ihm ein anderes Feld der Thätigkeit anweisen, und übertrug ihm das Kommando am Rhein gegen Franz I von Frankreich. Sickingen schlug den französischen General und schloß ihn ein, und würde ihn auch in seine Gewalt bekommen haben, wenn nicht der Neid des Grasen von Nassau eine Trennung in seinem Heere veranlaßt hätte. Darauf machte Franz I., diese Gelegenheit benutzend, Anträge an Sickingen und deu deutschen Adel, der sich auch wirklich herbeiließ, um, weil er sich nicht mit den Bürgern und Bauern verbinden wollte, mit Hilse Frankreichs seine Pläne durchzusetzen. Aus Sickingens Rat versammelte sich der ganze reichsunmittelbare Adel von Schwaben, Franken und dem Rhein auf einem großen Tage zu Landau, wo Sickiugeu zum Bundeshauptmann gewählt wurde. Allein der König von Frankreich ließ ihn im letzten Augenblick im Stich; zwar brachte er ein Heer von 12,000 Mann zusammen, mit welchen er den Kurfürsten Richard von Trier belagerte, aber dieser wurde von dem Pfalzgrafen Philipp von Hessen und dem Kurfürsten Ludwig von der Pfalz entsetzt (1522). Als Sickingen nun im nächsten Jahre in die Pfalz einfiel, verrieten ihn die angesehensten Glieder des Bundes, — die von Fürstenberg und von Zollern, und machten mit den übrige« Bundesgliedern aus, alle sie bloßstelleudeu Schriften zu ver-brennen. So plötzlich von dem Buude verlassen, zog sich Sickingen auf seine feste Burg Land stuhl zurück, wo er sofort von den Fürsten belagert wurde, die ihm seine Burg mit schwerem Geschütz zertrümmerten. Sickingen wurde durch einen von einem Schuß ans einer sogen. Notschlange zersplitterten Balken tödlich verwundet, und verschied in Anwesenheit der in die Burg eingedrungenen Fürsten von der Pfalz, von Hessen und von Trier am 7. Mai 1523. Seitdem schmiegte sich der Adel — mit einzelnen vorübergehenden Ausnahmen — den Fürsten an.
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