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1. Geschichts-Cursus für die mittleren Klassen der Gymnasien und Realschulen - S. 90

1865 - Eisleben : Reichardt
90 Kaaba, nimmt sich seiner an. Handelsreisen. Wittwe Kadidscha. Neue Religion Islam, d. i. gläubige Erge- bung; die Anhänger Moslemin, d. i. Gläubige. „Es gibt nur Einen Gott, und Muhamed ist sein Prophetbo) Am 15. Juli 622 Flucht von Mecka nach Medina (Hedschra, mohamedanische Zeitrechnung«. 66lj Erobe- rung von Mecka, 63! Angriff gegen das byzantini- sche Reich, 632 Tod Muhameds, sein Grab in Medina. Der Koran, d. i. Schrift. Sekten der Schiiten (Aliten) und Snuiten. Die ersten Kalifen (d. i. Statthalter) waren A-bu Be kr (Schwiegervater des Propheten) und Omar. Die- ser eroberte Palästina, Syrien und Persien, wäh- rend sein Feldherr A m r u A e g y p t e n unterwarf, ä) Bald wurde auch Afrika's Nordküste erobert. 711 Tarik setzt nach Spanien über,,wo ein maurisches Reich gegründet wird. Gibraltar — Gebet al Tarik, d. i. Fels des Tarik. Der Westgothenkönig Roderich verliert die «L-chlacht bei Lerez de la Frontera, Mnsa vollendet die Erobe- rung Spaniens. Nur in den astliri scheu Gebirgen be- hauptet sich ein kleines westgothisches Reich. Lon hier ans kämpften die Christen fortwährend gegen die Mauren und entrissen ihnen eine Provinz nach der andern e); aber erst 1492 ging die letzte maurische Besitzung, Granada, an Ferdinand den Katholischen verloren. 732 Karl Martell schlägt die Araber bei Poitierö. Dagobert 1. beherrschte eine Zeit lang das ganze fränkische Reich, überließ aber die Regierung (622) dem Major dornus Pipin von Landen. Nach ihm theilte sich wieder das Reich in Austrasien, Neustrien und Burgund. Sein Enkel Pi Pin von Heristal ward (687) durch den Sieg bei Testri Major dornus über das ganze Reich. Dessen Sohn Karl Martell (d. i. Hammer) befestigte und erweiterte diese Herrschaft, nannte sich dux et prin- ceps Francorum und kämpfte glücklich gegen Friesen, Ale- inannen und Baiern. Als die Araber unter Abderrahman mit 400000 Mann von Spanien aus in Frankreich einsielen, schlug er sie iw c Moses und Jesus betrachtete M. als seine Vorgänger. d) Die angeblich auf Omars Befehl erfolgte Verbrennung der großen Bibliothek zu Alexandria beruht wahrscheinlich auf Sage. e) In diesen Kämpfen zeichnete sich im 11. Jahrhundert Don Rodrigo von Vivar (genannt der Cid) aus.

2. Kleine Lebensbilder aus dem Mittelalter - S. 18

1872 - Elberfeld : Bädeker
— 18 — Willenskraft nicht überwinden könne; diese Ansicht nennt man den Fatalismus. Die Ausbreitung des Glaubens ließen sich die Nachfolger Mohammeds, die sogenannten Chalifen, angelegen sein, unter ihnen namentlich Omar I. und Othmann, und so fielen in kurzer Zeit Persien, Syrien, Palästina, Aegypten und Nordafrika in ihre Gewalt. Ja im Jahre 711 gingen sie sogar nach Spanien hinüber und machten dort dem Westgothenreiche ein Ende, indem sie dessen letzten König Roderich in der Schlacht bei Xerez de la Frontera besiegten. Dort herrschten sie, zuletzt freilich nur noch im Süden, bis zum Jahre 1492. §. 5. Pipin der Kleine ^ König der Franken. (752 — 768.) Nach Chlodwigs Tode wurde das fränkische Reich, wie wir schon gehört haben, in vier Theile getheilt; zwar fand später noch einmal eine Vereinigung statt, doch dann erfolgte eine neue Theilung. Im Allgemeinen unterschied man zwei Hauptreiche, nämlich Austrasien, d. i. der östliche Theil bis zur Maas, zu dem alle deutschen Länder der Franken gehörten, mit der Hauptstadt Metz, und Neustrien, d. i. der festliche Theil, das jetzige Frankreich, in welchem sich der deutsche Charakter sehr bald verlor und mit romanischen Elementen vermischt wurde. Dazu kam noch Burgund, das für sich ein Reich bildete. Im Innern sah es nicht ruhig aus; Mord, Hinterlist und Meineid waren unter den fränkischen Großen, wie am Hofe ganz gewöhnliche Erscheinungen, und Hab- und Rachgier erzeugten die abscheulichsten Grausamkeiten. Als die Ruhe einigermaßen wieder hergestellt war, ergaben sich die Könige der Trägheit und dem sinnlichen Genusse und überließen die Geschäfte den sogenannten Haus-meiern (maiores domus) d. h. Beamten, die ursprünglich blos die Aufsicht über die Güter und den Haushalt der Könige führten, bald aber sich der Regierung bemächtigten, so daß der Name des Königs ein leerer Schall wurde. Einer von ihnen, Pipin von Herstall, so genannt von seinem Schlosse an der Maas (Heeresstelle, Versammlung des Heeres) wurde 687 Hausmeier des ganzen Reiches und nannte sich von da an Herzog und Fürst der Franken. Ihm

3. Geschichts-Kursus für die oberen und mittleren Klassen höherer Lehranstalten und zum Selbstunterricht - S. 87

1890 - Leipzig : Reichardt
87 778 Krieg in Spanien. Grndung der spanischen Mark. Die Omajaden in Damaskus waren von den Abbafiden gestrzt worden. Nur Abderrahman entkam und grndete in Cordova ein Kalifat. Die Emirs, welche ihn nicht anerkannten, vertrieben; so der von Saragossa. Karl, von diesem zu Hilse gerufen, ist siegreich, erobert Saragossa und Pampelona, mute aber wegen Emprung der Sachsen heimkehren. Uberfall der Nach-Hut im Thale Roncesvalles durch die Basken. Ro-lands Tod^). Spanische Mark zwischen Pyrenen und Ebro erst sper gegrndet. 79196 Krieg gegen die Avarcn. Grndung der Ost-mark. Die ruberischen Avaren hatten (788) bte Emprung des Herzogs Thassilo von Bayern untersttzt und machten den beabsichtigten Handelsweg2) nach dem griechischen Kaisertums unmglich. Karl entreit ihnen ihr Land bis zur Raab. Sie verschwinden aus der Geschichte. 800 Karl wird am Weihnachtsseste von Papst Leo Iii. zum rmischen Kaiser gekrnt. Der aus Rom verjagte und groer Verbrechen angeklagte Papst flehte in Paderborn Karls Hilfe an. Dieser ging nach Italien und setzte ihn wieder ein. nachdem er auf das Evangelium seine Unschuld beschworen hatte. Schein-bar unerwartete Krnung in der Peterskirche, wodurch Karl der hchste Herrscher der Christenheit und Schirm-Herr der Kirche wurde. Dns rmische Reich als christ-liches Reich wieder hergestellt. Nach Bekriegung der Dnen (Normannen) im Norden und der Slaven^) im Osten des Reiches verbrachte Karl seine letzten Lebensjahre in Frieden und starb 814 zu Aachen, 72 Jahre alt4). 814840 Ludwiq der Fromme. Dieser schwache, der Geistlichkeit blind ergebene Kaiser teilte bald das Reich unter seine drei Shne Lothar, Pippin und Ludwig, so da Lothar, der lteste, den grten Teil und die Kaiserwrde erhielt. Sein dadurch verkrzter Nesse Bernhard, König von Italien, emprte sich und wurde geblendet, so da er nach drei 1) Roland, Hauptheld der Karlssage. (Rolandslied des Pfaffen Konrad.) 2) Karl wollte den Rhein mit der Donau durch einen Kanal zwischen Altmhl und Regnitz verbinden. Erst König Ludwig I. von Bayern hat diese Idee durch den Ludwigskanal verwirklicht. 3) Unterwerfung der Sorben und der Milzen in Brandenburg. 4) Beisetzung im Dome zu Aachen. Erffnung der Gruft durch Otto Iii., dann durch Friedrich Barbarossa.

4. Geschichts-Kursus für die oberen und mittleren Klassen höherer Lehranstalten und zum Selbstunterricht - S. 111

1890 - Leipzig : Reichardt
- 111 Gutenberg 1401 in Mainz geboren. Dann nach Stra-brg, 1444 wieder nach Mainz. Verbindung mit dem Goldschmied Johann Faust und dem Schnschreiber Peter Schsser. Die Buchstaben ansangs aus Holz-stbchen ausgeschnitten, spter von Metall. Gutenberg, dem Faust verschuldet, stirbt in Armut (1468). Das erste gedruckte Buch der lat. Psalter von 1457. 1453 Eroberung Konstantinopels durch Mohammed Ii. Ende des ostrmischen Kaisertums. Der letzte Kaiser Konstantin Xi. Palologus fallt nach tapferer Gegenwehr. Schon vorher flchten viele griechische Gelehrte vor den Trken nach Italien, was zum Wiederausblhen der Wissenschaften im Abendlande mit beitragt (Hof der Medici in Florenz.) 1476 Karl der Khne, Herzog von Burgund (Herzog-tum und Freigrafschaft Burgund, Niederlande), von den Schweizern bei Granfon und Mutten gefchlagen. Karl hatte Nancy, die Hauptstadt des Herzogs Renatus von Lothringen, erobert. Dieser stand mit den Schweizern in Bndnis. Die Besatzung von Granson verrterisch gettet. Daraus siegten die Schweizer bei Granson und Mnrten. 1477 Karl der Khne fllt bei Nancy gegen Schwerzer und Lothringer. Von dem Besitze Karls fiel das Herzogtum Burgund an den schlauen König Ludwig Xi.1) von Frankreich; die Freigrasschast Burgund und die Niederlande erbte Karls Tochter Maria, die sich mit Friedrichs Sohn, dem rittet-lichen Maximilian, verheiratetes). So wurden diese Lnder mit sterreich vereinigt. 1492 Entdeckung Amerikas. v. Der Genuese Christoph Kolumbus hatte die ^dee, Indien aus einem westlichen Wege zu erreichen, statt aus dem weiten Wege um Afrika herum. In Portugal ab-gewiesen, wendet er sich nach Spanien. Jsabella, die Gemahlin Ferdinands des Katholischen3), gewhrt ihm endlich 3 Schiffe. Abfahrt von Palos den 3. August. Nach muhseliger Fahrt*) wird am 12. Oktober die Insel Guanaham (St. Salvador) entdeckt, sodann Euba und Haiti. 1) Sein Vater Karl Vii., hart bedrngt durch die Englnder, wird durch die Jungfrau von Orleans, Jeanne d'arc aus Dom Remy tn Lothringen, gerettet, (1431 in Rouen verbrannt). 2) Ihre Kinder Philipp und Margarete. ^ _ .. . 3) Durch die Vermhlung der Jsabella von Castll,en mit Ferdinand von Aragonien wurde aus Spanien ein Reich. Die Mauren 1492 au. Granada vertrieben. . m . 4) Unzufriedenheit der Schiffsmannschaft, aber kem Aufstand.

5. Lehr- und Lesebuch oder die Vaterlands- und Weltkunde - S. 428

1863 - Essen : Bädeker
428 Schwerter. Wegen dieser kostspieligen Röstung konnten aber nur die Reichen und Vornehmen zu Pferde dienen. Darum gab der Reiter- dienst eine Art von Ansehen und Adel. Um einen solchen Vorzug zu erhalten und zu vermehren, war das ganze Leben des Adels kriegerisch von Jugend auf. Körperliche Kraft und Gewandtheit ging ihm über Alles; von Jugend auf lernte der Adelige ein wildes Ross tummeln und Lanze und Schwert mit Gewandtheit führen. Kein leichter Fussgänger konnte sich mit einem geübten Reiter messen, der vom Kopfe bis zu den Füssen mit Eisen bedeckt war. So machten in den damaligen Zeiten die Adeligen die vornehmsten Krieger aus, und von ihrem Rei- terdienst erhielten sie den Namen Ritter. — Mit der Zeit bildeten die Ritter einen besonderen Stand. Religion, Ehre, Tapferkeit und Hochachtung gegen das weibliche Geschlecht waren die vier Haupt- tugenden der Mitglieder. Zur Zeit der Kreuzzüge stand das Ritterthum in seiner schönsten Blüthe Es bildeten sich, gleich den Mönchsorden, drei geistliche Ver- brüderungen der Ritter unter einander. Das waren die Orden der Johclll" niter, der Tempelherren und der Deutschherren. Schon im Jahre 1048 hat- ten Kaufleute aus Amalfi (in Unteritalien) in der Nähe des heil. Grabes ein Kloster bauen lassen zur unentgeltlichen Aufnahme und Verpflegung armer und kranker Pilger. Als Gottfried von Bouillon 1099 nach Eroberung der heil. Stadt dieses Spital besuchte, wurde er von der hingebenden Treue der Mönche, die hier ihr Leben der Krankenpflege widmeten, so gerührt, dass er der Stiftung eines seiner Güter in Brabant zum Geschenk machte. Nun traten einige Ritter seines Gefolges in das Kloster als dienende Brüder ein, entsagten der Welt, verpflichteten sich zu dem gewöhnlichen dreifachen Klo- stergelübde des Gehorsams, der Ehelosigkeit und der Armuth, und bezeichneten ihre schwarze Ordenstracht mit einem achtspitzigen, weissen Kreuze. Schnell verbreitete die Dankbarkeit heimkehrender Pil- ger, die bei ihnen Aufnahme und Verpflegung gefunden hatten, ihren Ruhm durch ganz Europa, und in allen Ländern wetteiferte die Mildthätigkeit der Frommen, durch reiche Gaben sich einen Antheil an diesem Verdienste zu erwerben. Jetzt erhoben sich statt des armseligen Obdachs, das die Brüder bisher zur Aufnahme bieten konnten, Paläste, und daneben wurde ein präch- tiger Tempel zu Ehren des heil. Johannes des Täufers erbaut, und die Brüderschaft führte von nun an den Namen Jobälllliterordßll. — Ihre Güter mehrten sich bald in allen europäischen Ländern, und sie selbst schlugen sich lange heldenmüthig mit den Türken, bis auch sie der Übermacht wei- chen mussten. Sie liessen sich dann auf der Insel Cypern nieder, und als sie auch hier vertrieben wurden, auf der Insel Rhodns. Als sie aber endlich auch hier keine bleibende Stätte mehr fanden, schenkte ihnen im Jahre 1530 der deutsche Kaiser Karl V. die Insel Malta, und von jener Zeit an hiessen sie auch Maltheserritter. — Der König Balduin von Jerusalem schenkte im Jahre 1118 acht fran- zösischen Rittern, die sich heldenmüthig der armen Pilger ausserhalb der Hauptstadt gegen die Angriffe der räuberischen Horden angenommen hat- ten, den Platz, wo einst der Tempel Salomo’s stand. Hier bauten sie sich an und erhielten davon den Namen Tempelherrn. Sie trugen ein rothes Kreuz auf ihrem weissen Mantel. Ungewöhnlich schnell stieg das An- sehen dieses Ordens, der grösstentheils aus Franzosen bestand, und er ge- wann durch reiche Mitglieder und fromme Vermächtnisse einen Reichthum, der bald jenen der Johanniter überstieg. Aber dieser Reichthum reizte den habsüchtigen französischen König Philipp Iv. zum Verderben dieses Ordens. Er klagte die Mitglieder der grössten Verbrechen an; sie wurden unschuldig misshandelt, eingemauert, lebendig verbrannt, und der ganze Orden wurde im Jahre 1312 aufgehoben, seine Güter aber zum Vortheile des Königs und de» Papstes eingezogen. —

6. Lehr- und Lesebuch oder die Vaterlands- und Weltkunde - S. 428

1864 - Essen : Bädeker
428 Schwerter. Wegen dieser kostspieligen Rüstung konnten aber nur die Reichen und Vornehmen zu Pferde dienen. Darum gab der Reiter- dienst eine Art von Ansehen und Adel. Um einen solchen Vorzug zu erhalten und zu vermehren, war das ganze Leben des Adels kriegerisch von Jugend auf. Körperliche Kraft und Gewandtheit ging ihm über Alles; von Jugend auf lernte der Adelige ein wildes Ross tummeln und Lanze und Schwert mit Gewandtheit führen. Kein leichter Fussgänger konnte sich mit einem geübten Reiter messen, der vom Kopfe bis zu den Füssen mit Eisen bedeckt war. So machten in den damaligen Zeiten die Adeligen die vornehmsten Krieger aus, und von ihrem Rei- terdienst erhielten sie den Namen Ritter. — Mit der Zeit bildeten die Ritter einen besonderen Stand. Religion, Ehre, Tapferkeit und Hochachtung gegen das weibliche Geschlecht waren die vier Haupt- tugenden der Mitglieder. Zur Zeit der Kreuzzüge stand das Ritterthum in seiner schönsten Blüthe Es bildeten sich, gleich den Mönchsorden, drei geistliche Ver- brüderungen der Ritter unter einander. Das waren die Orden der Johäq« niter, der Tempelherren und der Dentschherren. Schon im Jahre 1048 hat- ten Kaufleute aus Amalfi (in Unteritalien) in der Nähe des heil. Grabes ein Kloster bauen lassen zur unentgeltlichen Aufnahme und Verpflegung armer und kranker Pilger. Als Gottfried von Bouillon 1099 nach Eroberung der heil. Stadt dieses Spital besuchte, wurde er von der hingehenden Treue der Mönche, die hier ihr Leben der Krankenpflege widmeten, so gerührt, dass er der Stiftung eines seiner Güter in Brabant zum Geschenk machte. Nun traten einige Ritter seines Gefolges in das Kloster als dienende Brüder ein, entsagten der Welt, verpflichteten sich zu dem gewöhnlichen dreifachen Klo- stergelübde des Gehorsams, der Ehelosigkeit und der Armuth, und bezeichneten ihre schwarze Ordenstracht mit einem achtspitzigen, weissen Kreuze. Schnell verbreitete die Dankbarkeit heimkehrender Pil- ger, die bei ihnen Ausnahme und Verpflegung gefunden hatten, ihren Ruhm durch ganz Europa, und in allen Ländern wetteiferte die Mildthätigkeit der Frommen, durch reiche Gaben sich einen Antheil an diesem Verdienste zu erwerben. Jetzt erhoben sich statt des armseligen Obdachs, das die Brüder bisher zur Ausnahme bieten konnten, Paläste, und daneben wurde ein präch- tiger Tempel zu Ehren des heil. Johannes des Täufers erbaut, und die Brüderschaft führte von nun an den Namen Johädniteforded. — Ihre Güter mehrten sich bald in allen europäischen Ländern, und sie selbst schlugen sich lange heldenmüthig mit den Türken, bis auch sie der Übermacht wei- chen mussten. Sie liessen sich dann auf der Insel Cypern nieder, und als sie auch hier vertrieben wurden, auf der Insel Rhodus. Als sie aber endlich auch hier keine bleibende Stätte mehr fanden, schenkte ihnen im Jahre 1530 der deutsche Kaiser Karl V. die Insel Malta, und von jener Zeit an hiessen sie auch Maltheserritter. — Der König Balduin von Jerusalem schenkte im Jahre 1118 acht fran- zösischen Rittern, die sich heldenmüthig der armen Pilger ausserhalb der Hauptstadt gegen die Angriffe der räuberischen Horden angenommen hat- ten, den Platz, wo einst der Tempel Salomo’s stand. Hier bauten sie sich an und erhielten davon den Namen Tempelherrn. Sie trugen ein rothes Kreuz auf ihrem weissen Mantel. Ungewöhnlich schnell stieg das An- sehen dieses Ordens, der grösstentheils aus Franzosen bestand, und er ge- wann durch reiche Mitglieder und fromme Vermächtnisse einen Reichthum, der bald jenen der Johanniter überstieg. Aber dieser Reichthum reizte den habsüchtigen französischen König Philipp Iv. zum Verderben dieses Ordens. Er klagte die Mitglieder der grössten Verbrechen an; sie wurden unschuldig misshandelt, eingemauert, lebendig verbrannt, und der ganze Orden wurde im Jahre 1312 aufgehoben, seine Güter aber zum Vortheile des Königs und des Papstes eingezogen. —

7. Lehr- und Lesebuch oder die Vaterlands- und Weltkunde - S. 397

1859 - Essen : Bädeker
397 ften Blüthe. Es bildeten sich, gleich den Mönchsorden, drei engere Verbrüderungen der Ritter unter einander. Das waren die Orden der Johanniter, der Tempelherrn und der Deutschen. Schon im Jahre 1048 hatten Kaufleute aus Amalfi (in Unteritalien) in der Nähe des heil. Grabes ein Kloster bauen lassen zur unentgeltlichen Auf- nahme und Verpflegung armer und kranker Pilger. Als Gottfried von Bouillon 1099 nach Eroberung der heil. Stadt dieses Spital besuchte, wurde er von der hingebenden Treue der Mönche, die hier ihr Leben der Krankenpflege widmeten, so gerührt, daß er der Stiftung eines seiner Güter in Brabant zum Geschenk machte. Nun traten einige Ritter seines Gefolges in das Kloster als dienende Brüder ein, entsagten der Welt, verpflichteten sich zu den gewöhnlichen Kloster- gelübden des Gehorsams, der Ehelosigkeit und der Armuth, und bezeichneten ihre schwarze Ordenstracht mit einem achtspitzigen, weißen Kreuze. Schnell verbreitete die Dankbarkeit heimkehrender Pilger, die bei ihnen Aufnahme und Verpflegung gefunden hatten, ihren Ruhm^urch ganz Europa, und in allen Ländern wetteiferte die Mild- thätigkeit der Frommen, durch reiche Gaben sich einen Antheil an diesem Verdienste zu erwerben. Jetzo erhoben sich statt des armseligen Obdachs, das die Brüder bisher zur Aufnahme bieten konnten, Paläste, und daneben wurde ein prächtiger Tempel zu Ehren des heil. Johannnes des Täufers erbaut, und die Brüderschaft führte von nun an dm Namen Johanniterorden. — Ihre Güter mehrten sich bald in allen europäischen Ländern, und sie selbst schlugen sich lange heldenmüthig mit den Türken herum, bis auch sie der Übermacht weichen mußten. Sie ließen sich dann auf der Insel Cypern nieder, und als sie auch hier vertrieben wurden, auf der Insel Rhodus. Als sie aber endlich auch hier keine bleibende Stätte mehr fanden, schenkte ihnen im Jahre 1530 der deutsche Kaiser Karl V. die Insel Malta, und von jener Zeit an hießen sie auch Mattheftrritter. — Der König Balduin von Jerusalem schenkte im Jahre 1118 acht französischen Rittern, die sich heldenmüthig der armen Pilger außerhalb der Hauptstadt gegen die Angriffe der räuberischen Horden angenommen hatten, den Platz, wo einst der Tempel Salomo's stand. Hier bauten sie sich an und erhielten davon den Namen Tempelherrn. Sie trugen ein rothes Kreuz auf ihrem weißen Mantel. Unge- wöhnlich schnell stieg das Ansehen dieses Ordens, der größtentheils aus Franzosen bestand, und er gewann durch reiche Mitglieder und fromme Vermächtnisse einen Reichthum, der bald jenen der Johanniter überstieg. Aber dieser Reichthum reizte den habsüchtigen französischen König Philipp Iv. zum Verderben dieses Ordens. Er klagte die Mit- glieder der gröbsten Verbrechen an; sie wurden unschuldig mißhandelt, eingemauert, lebendig verbrannt, und der ganze Orden wurde im Jahre 1312 aufgehoben, seine Güter aber zum Vortheile des Königs ein- gezogen. — Auch der deutsche Ritterorden hat den Kreuzzügen seine Ent-

8. Lehr- und Lesebuch oder die Vaterlands- und Weltkunde - S. 459

1872 - Essen : Bädeker
459 Sehwerter. 'Wegen dieser kostspieligen Rüstung konnten aber nur die Reichen und Vornehmen zu Pferde dienen. Darum gab der Reitor- dienst eine Art von Ansehen und Adel. Um einen solchen Vorzug zu erhalten und zu vermehren, war das ganze Leben des Adels kriegerisch ^on Jugend auf. Körperliche Kraft und Gewandtheit ging ihm über Alles; von Jugend auf lernte der Adelige ein wildes Ross tummeln und Lanze und Schwert mit Gewandtheit führen. Kein leichter Fussgänger konnte sich mit einem geübten Reiter messen, der vom Kopfe bis zu den Füssen mit Eisen bedeckt war. So machten in den damaligen Zeiten die Adeligen die vornehmsten Krieger aus, und von ihrem Rei- terdienst erhielten sie den Namen Ritter. — Mit der Zeit bildeten die Ritter einen besonderen Stand. Religion, Ehre, Tapferkeit und Hochachtung gegen das weibliche Geschlecht waren die vier Haupt- tugenden der Mitglieder. Zur Zeit der Kreuz zöge stand das Ritterthum in seiner schönsten Blüthe Es bildeten sich, gleich den Mönchsorden, drei geistliche Ver- brüderungen der Ritter unter einander. Das waren die Orden der Johan* niter, der Tempelhenenund der Deutschherren. Schon Im Jahre 1048 hat- ten Kaufleute aus Amalfi (in Unteritalien) in der Nähe des heil. Grabes ein Kloster bauen lassen zur unentgeltlichen Aufnahme und Verpflegung armer und kranker Pilger. Als G ottfr.icd von Bouillon 1099 nach Eroberung der heil. Stadt dieses Spital besuchte, wurde er von der hingebenden Treue der Mönche, die hier ihr Leben der Krankenpflege widmeten, so gerührt, dass er der Stiftung eines seiner Güter in Brabant zum Geschenk machte. Nun traten einige Ritter seines Gefolges in das Kloster als dienende Brüder ein, entsagten der Welt, verpflichteten sich zu dem gewöhnlichen dreifachen Klo- stergelübde des Gehorsams, der Ehelosigkeit und der Armuth, und bezeichneten ihre schwarze Ordenstracht mit einem achtspitzigen, weissen Kreuze. Schnell verbreitete die Dankbarkeit heimkehrender Pil- ger, die bei ihnen Ausnahme und Verpflegung gefunden hatten, ihren Ruhm durch ganz Europa, und in allen Ländern wetteiferte die Mildthätigkeit der Frommen, durch reiche Gaben sich einen Antheil an diesem Verdienste zu erwerben. Jetzt erhoben sich statt des armseligen Obdachs, das die Brüder bisher zur Ausnahme bieten konnten, Paläste, und daneben wurde ein präch- tiger Tempel zu Ehren des heil. Johannes des Täufers erbaut, und die Brüderschaft führte von nun an den Namen Johamiiterordcil. — Ihre Güter mehrten sich bald in allen europäischen Ländern, und sie selbst schlugen sich lange heldenmüthig mit den Türken, bis auch sie der Übermacht wei- chen mussten. Sie liessen sich dann auf der Insel Cypern nieder, und als sie auch hier vertrieben wurden, auf der Insel Rhod us. Als sie aber endlich auch hier keine bleibende Stätte mehr fanden, schenkte ihnen im Jahre 1530 der deutsche Kaiser Karl V. die Insel Malta, und von jener Zeit an hiessen sie auch Maltheserritter. — Der König Balduin von Jerusalem schenkte im Jahre 1118 acht fran- zösischen Rittern, die sich heldenmüthig der armen Pilger ausserhalb der Hauptstadt gegen die Angriffe der räuberischen Horden angenommen hat- ten, den Platz, wo einst der Tempel Salomo’s stand. Hier bauten sie sich an und erhielten davon den Namen Tempelherrn. Sie trugen ein rothes Kreuz auf ihrem weissen Mantel. Ungewöhnlich schnell stieg das An- sehen dieses Ordens, der grösstentheils aus Franzosen bestand, und er ge- wann durch reiche Mitglieder und fromme Vermächtnisse einen Reichthum, der bald jenen der Johanniter überstieg. Aber dieser Reichthum reizte den habsüchtigen französischen König Philipp Iv. zum Verderben dieses Ordens. Er klagte die Mitglieder der grössten Verbrechen an; sie wurden unschuldig misshandelt, eingemauert, lebendig verbrannt, und der ganze Orden wurde im Jahre 1312 aufgehoben, seine Güter aber zum Vortheile des Königs und des Papstes eingezogen. —

9. Die deutsche Geschichte - S. 20

1855 - Essen : Bädeker
20 besondere von jetzt an eine ununterbrochene Kette von Bruderkriegen und Gräueln, von Unthaten, blutdürstiger Grausamkeit und Nachgier, die sie gegen einander verübten, als ob sie sich aller Furcht Gottes ent- äußert hätten. Zum zweiten Male vereinigte Chlotar Ii. (613) das ganze Reich. Aber der hohe Adel verband sich mit den Bischöfen, die Tyrannei der Könige zu beschränken, und die Hausmeier (Majores domus), die Oberverwalter der Krongüter, denen die Fürsorge für die Bedürfnisse des königlichen Hauses oblag, wuchsen an Ansehen und Einfluß, während die Könige immer unbedeutender wurden, und der Trägheit und Wollust fröhnten. Der Letzte aus Chlodwigs Stamm von einiger Bedeutung war Chlotars Ii. ältester Sohn Dagobert I., König von Austrasien. Er stand unter der weisen Leitung seines Haus- meiers Pipin von Landen. Pipins Sohn Grimoald dachte schon daran, seinen Sohn auf den Thron zu erheben, und ging dabei unter. Allein Grimoalds Schwestersohn Pipin von Herist all erhob sich durch die Schlacht bei Testri (687) zum alleinigen Hausmeier in den drei Frankenreichen Austrasien, Neustrien und Burgund, führte alle Geschäfte und schrieb sich Herzog und Fürst der Franken. Er starb nach 24jähriger, kraftvoller Negierung (714) und konnte seine Macht in seinem Hause vererben. §. 28. Karl Martcll. Pipins von Heristall Sohn Karl folgte seinem Vater, dem er an Muth, Kraft und Weisheit gleich kam. In mehreren Schlachten er- kämpfte er sich die alleinige Hausmeierwürde, und regierte von Köln aus die Frankenreiche. Dazumal brachen die Sarazenen (muhame- danische Araber) über die Pyrenäen herein, und drohten der Christen- heit Untergang. 711 waren sie aus Afrika nach Spanien herüber- gekommen, hatten die Gothen, weil diese in Zwietracht lebten, in der Schlacht bei Leres de la Frontera niedergeworfen, und was von ihnen sich rettete, in die nördlichen Gebirge gedrängt. Nun wollten sie auch an die Franken; wären auch sie erlegen, so hätte ihr brausender Strom, der vom Indus bis an den atlantischen Ozean binnen 80 Jahren alle Reiche Asiens und Afrikas überwältigt hatte, keine Abwehr gefunden. Schon schwärmten sie, Tod und Verwüstung verbreitend, bis an die Alpen, da machte sich Karl auf wider sie. Zwischen Tours und Poitiers geschah die große Nettungsschlacht im October 732, gerade hundert Jahre nach Muhameds Tode. Furchtbar war der Anprall der Sarazenen; doch die Franken hielten ihn aus, und dann brach Karl mit seinen hochstämmigen Deutschen in ihre aufgelösten Reihen, und richtete ein Blutbad an, wie die Geschichte kaum eins kennt. Der Sarazencnfürst Abderrachman siel mit hunderttausend der Seinigen, und die Christenheit war gerettet. Von nun an führt Karl den ehrenden Beinamen „Martell" d. h. der Hammer, und die Nachwelt aller Zei- ten gedenkt seines Ruhmes mit Dankbarkeit. Sterbend vertheilte er sein Reich — er hatte den erledigten Thron unbesetzt gelassen — 'un- ter seine Söhne (741).
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