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1. Die Weltgeschichte - S. 140

1835 - Mainz : Kupferberg
140 Dreißigjähriger Krieg. Ferdinand N n.c.g. Während Rudolf die Empörungen in Siebenbürgen und Ungarn, sowie die Drohungen der Türken mit Roth zu besei- tigen weiß, bewirkt in Deutschland, bei der allgemeinen Unzu- friedenheit, vorzüglich der Churfürst Friedrich Iv. von der 1603.Pfalz die protestantische Union, und Matthias, von den kaiserlichen Brüdern zum Haupte ihres Hauses erklärt, erhält das Königreich Ungarn mit Oesterreich und Mähren, — Reli- 1608.gionsfreiheit der Evangelischen in Oesterreich, Majestäts- brief der Utraquisten in Böhmen; aber durch Herzog Mari- milian von Baiern die katholische Liga zu Würzburg (1610). Die Spaltung immer drohender, vorzüglich durch den Jülichschen Erbschaftsstrcit *) und die Sorglosigkeit des Kaisers, der, nachdem Matthias auch als König von Böhmen in Prag gekrönt worden, stirbt. 1612. 8) Matthias weiß als Kaiser den Jülichschen Streit, sowie die zunehmende Spannung der beiden Religionsparteien nicht zu beschwichtigen, sichert dem eifrig katholischen Erzher- zoge Ferdinand von Steiermark die Nachfolge in den öster- reichischen Staaten und die Hoffnung zum deutschen Throne (dessen Krönung zu Prag 1617). Dreißigjähriger Krieg 1618—1648. 1618. ») Utraquistlsche Periode: Der gestörte Kirchenbau der Utraquisten zu Braunau und der Protestanten zu Kloster- grab in Böhmen veranlaßt Klagen, und nach der strengen Ant- wort des Kaisers die Rache an den kaiserlichen Statthaltern Slaw ata und Martiniz mit ihrem Sccretäre Fabricius in Prag. Die Häupter der Utraquisten: Graf von Thurn, Colon von Fels, Paul von Rziczan, Wilhelm von Lobkowitz rc. treffen ihre Dcrtheidigungsanstalteu, und dehnen ihre Empörung weiter aus. Die kaiserlichen Heere zurückgeschlageu,— Budweis. Die protestantischen Uuirteu unterstützen heimlich die Böhmen, — Graf Ernst von Mansfeld erobert Pilsen. Matthias stirbt. 1619. 0) Ferdinand Ii., König von Ungarn und Böhmen, und Beherrscher der gesammten österreichischen Erbländer, *) Zwischen Churbrandenburg und Pfalz-Neuburg, s. die Tabelle.

2. Die Weltgeschichte - S. 139

1835 - Mainz : Kupferberg
Marimilian n, Rudolf Ii. Neligivnsspaltungen. 139 n.ñ.t. 6) Maximilian H., Ferdinands Sohn, erwirbt sich,1562. nachdem sein Vater in Wien in unermüdeter Thätigkeit gestorben ()564), durch seine Unparteilichkeit allgemeines Vertrauen. Der Churfürft Friedrich von der Pfalz tritt zu der refor-1566. mirten Lehre über. Der Sultan Solimán Ii. bricht mit dem Fürsten Sicg- mund von Siebenbürgen in Ungarn ein, belagert und erobert Sigcth (Zriny); sein Nachfolger Selim Ii. schließt Frieden. Der Herzog Johann Friedrich der Mittlere von Sachsen als beharrlicher Beschützer des geächteten Grumbach in lebens- länglicher Gefangenschaft. Maximilian, im Begriffe, den ihm angetragenen Thron von Polen in Besitz zu nehmen, stirbt 1576. 7) R ndolf H. täuscht, am spanischen Hofe (Philipps Ii.11576. erzogen, alle günstige Erwartungen. Parteiungen und Reli- gionsverfolgungen brechen überall hervor. Abfall der Niederlande durch Philipps Ii. Unduldsamkeit, — Inquisition; empörende Grausamkeiten des Statthalters Herzogs von Alba; seit 1569 allgemeiner Aufstand, — Meer- Gueusen für die oranische Partei (Egmvnt hingcrichtet). Wilhelm von Oranien bewirkt die Utrechter Union:1579. Holland, Seeland, Utrecht, Geldern und Friesland, später Ober-Assel und Groningen*). In Oesterreich werden die Evangelischen verfolgt; in der Pfalz wie in Sachsen ist Spaltung zwischen den Reformirten und Lutherischen; in Aachen, Köln und Straßburg zwischen den Katholischen und Protestanten, — Churfürst Gebhard von Köln ic.**). Wilhelm wird 1584 ermordet, sein Sohn Moriz setzt den Kampf glücklich fort; Waffenstillstand 1609; die völlige Anerkennung der Union erfolgt ini westphälischen Frieden. **) Auf gleiche Wehe werden damals in England unter Elisabeth die Katholischen verfolgt, und selbst Maria Stuart, die eifrig katho- lische Königin von Schottland, Jakobs V Tochter, wird durch Elisabeth, zu der sie geflohen, nach langjährigem Gefängniß 1587 hingerichtet; — im folgenden Jahre die unüberwindliche Flotte (Armada) Philipps Ii. von Spanien vernichtet, s. die Tabelle.

3. Geschichte der neueren und neuesten Zeit - S. 69

1894 - Dresden : Ehlermann
Preussische Monarchie. — § 23. Letzte Regierungszeit Friedrichs d. Gr 69 Reichstag, umstellt von russischen Soldaten, unterzeichnet das Duldungsgesetz unter dem Bilde Katharinas. Die Empörung über das herrische Auftreten der Russen ruft eine Gegenkonföderation (zu Bar in Podolien abgeschlossen), hervor, die gegen die Einmischung der Fremden und für das Alleinrecht des römisch-katholischen Bekenntnisses eintritt. Ein greuelvoller Bürgerkrieg zerfleischt das Land. Die Nationalpartei wird durch die Waffen Russlands niedergeworfen; Versprengte flüchten auf türkisches Gebiet. Die den Flüchtigen nacheilenden Kosaken verüben Greuel; eine Moschee geht in Flammen auf. Die schnöde Verletzung des Völkerrechtes treibt den friedliebenden Sultan zur Kriegserklärung. 1768 ff. Russisch-türkischer Krieg. Der Zwiespalt der Parteien in Polen dauert fort; der dem russischen Einfluss gänzlich verfallene König wird gefangen genommen. C. Das Schicksal Polens. Das Wafifengliick der Russen im türkischen Kriege und deren Fortschritte in Polen wecken die Eifersucht der Mächte. Annäherung Preussens und Österreichs. Joseph Ii. besucht Friedrich den Grossen 176g in Neisse; der Besuch wird 1770 von diesem zu Neustadt (nördlich von Olmütz) erwiedert. Der von Katharina ausgehende Gedanke einer Einziehung polnischen Gebietes zur Vergrößerung des eigenen Landes wird aufgegriffen. Preussen und Österreich schieben ihre Grenzpfähle vor. 1772. Einigung der drei Herrscher! 1772 Russland nimmt Litauen zum grössten Teil (3500 [] m), Österreich Ost - Galizien und Lodomirien (2500 □ m), Preussen erhält mit Westpreussen ausser Danzig und Thorn das Bistum Ermeland und den Netzedistrikt (631 □ m). Die Hohenzollernkönige nunmehr Könige von Preussen. Friedrichs landesväterliche Fürsorge kommt den neuerworbenen Gebieten zu gut (§ 22, Iii a, 1). Ii. Der bayrische Erbfolgekrieg. (1778 bis 1778 1779)- Joseph Ii., seit 1765 Kaiser (bis 1790), dem der bls Gedanke einer Einigung Süddeutschlands unter Österreich!- 1779 schern Zepter vorschwebt, benutzt das Aussterben der älteren Linie des Wittelsbachischen Hauses (1777) zur Erhebung von Ansprüchen auf bayrisches Gebiet. Er gewinnt den erbberechtigten kinderlosen Karl Theodor von Pfalz-Sulzbach von der jüngeren Wittelsbachischen Linie zur Abtretung seines Erbrechtes auf die Oberpfalz, Niederbayern und Teile von Oberbayern und Schwaben und besetzt sofort diese Länder. Weitere Unterhandlungen mit dem leichtfertigen Kur-

4. Grundzüge der Geschichte des Mittelalters - S. 192

1891 - Dresden : Höckner
— 192 — die nationalen Stände beider Länder ohne Rücksicht auf die Erb-ansprüche der jüngeren Habsburgischen Linie selbständig über ihre Kronen. In Ungarn wurde der jugendliche Matthias Corvi-nus (fl 490), Der Sohn des tapfern Türkenkämpfers Hunyady, zum König erhoben, in Böhmen der Utraquist Georg Podjebrad (t 1471), der fortan infolge des unaufhörlichen Haders der deutschen Fürstenhäuser untereinander die eigentliche gebietende Macht auch in deutschen Landen darstellte. 2. Der Niedergang der deutschen Herrschaft in den Grenzgebieten. 1. Während in Deutschland in wüsten Parteifehden mit dem nationalen Gemeingefühl auch der letzte Rest einer leitenden Reichsgewalt dahinschwand, brachen unter dem Druck der ständischen Gegensätze nun auch fast auf allen Seiten die deutschen Grenzstaaten zusammen. Wie der Sieg des tschechischen Adels das Deutschtum an einer wichtigen Stelle der östlichen Grenzwehr erschüttert hatte, so entfremdete die Pflichtvergessenheit des Kaisertums im Westen die Eidgenossenschaft auf die Dauer dem habsburgischen Hause und damit dem Reiche, als die vom Baseler Concil zu seinem Schutze aufgerufenen Eidgenossen bei St. 1444 Jacob an der Birs 1444 gegen die Armagnacs, zuchtlose Söldnerbanden des französischen Dauphins (Ludwig Xi.), unterlagen. Seiner Pflicht, das Elsaß gegen die frechen Plünderer zu schützen, entzog sich Friedrich Iii. durch eilige Abreise, um '27 Jahre lang den Boden des Reiches nicht wieder zu betreten. 2. Noch verhängnisvoller war es, daß jetzt unter dem Doppelstoß einheimischer Empörung und auswärtigen Angriffs auch der preußische Ordensstaat, das stärkste Bollwerk des Deutschtums an der Ostsee, zertrümmert wurde. Die wachsende Zuchtlosigkeit der Ordensritter und die Ausbeutung durch dieselben (Pfundzoll) hatten bereits 1440 zahlreiche einheimische Edelleute und Städte zum Abschluß eines Bundes gegen den Orden und 1454 sogar zur offenen Empörung und zur Anrufung polnischer Hilfe getrieben. Die unbezahlten, meist tschechischen Söldner des Ordens überlieferten die verpfändeten Burgen, darunter auch die Marienburg, dem Polenkönig Kasimir. Nachdem auch die Stadt Marienburg, aber erst nach 3jähriger tapferer Verteidigung, gefallen war, beendete endlich der „ewige Friede" von Thorn 1466 1466 den greulichen Kampf. Der Orden trat das ganze Weichselland samt dem Bistum Ermlaud an Polen ab und nahm den

5. Grundzüge der Geschichte des Mittelalters - S. 181

1891 - Dresden : Höckner
— 181 — (seit dem Tode ihres Sohnes Olaf 1387 Königin von Dänemark und Norwegen), die ihrem Großneffen Erich von Pommern die Nachfolge nicht nur in Dänemark, sondern auch in Norwegen gesichert hatte, nun auch mit Hilfe des dortigen Adels ganz Schweden (bis auf Stockholm) in Besitz nahm. 2. Die Hilfe, welche Rostock und Wismar durch Ausgabe von Kaperbriefen der hartbedrängten schwedischen Hauptstadt leisteten, führte zur Ausbildung des räuberischen Unwesens der „Vitalianer" oder „Likendeler" (Klaus Störtebeker), die, vom deutschen Orden aus der Ostsee vertrieben, in gleicher Weise die Nordsee heimsuchten, bis sie endlich 1402 durch die Koggen der Nordseestädte überwältigt wurden. Unterdessen hatten sich 1397 1397 Dänemark-Schweden und Norwegen in der Union von Kalmar unter Margarete zu Schutz und Trutz gegen jeden 'auswärtigen Feind bei voller innerer Selbständigkeit verbunden; doch wußte sich die Hansa auch jetzt noch (durch Übergabe Stockholms an Erich) die Bestätigung ihrer Privilegien in allen drei Reichen zu sichern. 3. Dagegen erlag die Macht ihres alten Verbündeten, des deutschen Ordens, mit einem Schlage, als die sittlichen und auch die politisch-militärischen Grundlagen desselben zerstört wurden. Der fürstliche Prunk der Hochmeister in der Marienburg im Verkehr mit den zahlreichen, oft leichtfertigen Kreuzfahrern edlen Standes untergrub die Sittlichkeit des Ordenslebens, während die auf den blühenden Eigenhandel des Ordens neidischen Städte und der Landadel Preußens mit steigendem Unmut die Ausschließung vom Landesregiment ertrugen (der Eidechsenbund 1397). Der Übertritt der Litauer, des letzten noch heidnischen Volkes Osteuropas, zum Christentum 1386 machte 1386 die Fortsetzung der Kreuzzüge, die eigentliche Aufgabe des Ordens, unmöglich, und die gleichzeitig durch Vermählung des Großfürsten Jagello von Litauen (als Polenkönig Wladiflaw Iv.) mit der Erbin Polens herbeigeführte Union zwischen Litauen und Polen schuf dicht an der Ordensgrenze eine furchtbar überlegene Macht, die nach dem Besitz der Küstenlande streben mußte. 4. Der Übermacht der durch tatarische Reiter und tschechische Söldner (Ziska) verstärkten Polen und Litauer erlag das ganze Aufgebot des Preußenlandes unter dem Hochmeister Ulrich von Jungingen 1410 in der Schlacht bei Tannenberg. Wenngleich 1410 nun der tapfere Heinrich Reuß von Plauen, Komtur von Schwetz, die Marienburg rettete und der Orden im Frieden von

6. Grundzüge der Geschichte des Mittelalters - S. 193

1891 - Dresden : Höckner
— 193 — östlichen Teil Preußens (mit Königsberg als Hochmeistersitz) von Polen zu Lehen. 3. Gleichzeitig begann sich nun auch die Handelsherrschaft der Hansa und damit die Machtstellung der Deutschen im Nor-den aufzulösen. Dahin wirkten die Spaltung zwischen dem Fürstentum und den Städten, der Kampf der Stände im Innern der Städte (demokratische Erhebungen der Zünfte gegen das 'patri-zische Regiment), vor allem aber der Gegensatz der Interessen zwischen den einzelnen Gruppen des Bundes. Der Anspruch der Niederländer auf freien Verkehr mit der Ostsee, den Lübeck wie bisher an seine alleinige Vermittelung binden wollte, gab den Anlaß zur dauernden Trennung der Osterlinge und Wester-linge. 4. Dieser Gegensatz verflocht sich dann aber mit demjenigen zwischen den deutschen Städten und Dänemark, das im Interesse der Belebung des Sundverkehrs die Niederländer begünstigte, um die Handelsherrschaft der deutschen Hansestädte zu durchbrechen. Umsomehr wurde diese erschüttert, als nach dem Aussterben der Schauenburger in Schleswig-Holstein der selbstsüchtige Adel diese Lande (allerdings „ewich tosamende uugedeelt") 1460 an den Grafen Christian von Oldenburg (Enkel des 1460 Herzogs Gerhard von Schleswig - Holstein und Neffen des letzten Schauenburger Herzogs Adolf) übertrug, der bereits 1448 vom dänischen Reichsrat zum König von Dänemark gewählt worden war. 5. Die inzwischen bis zum Kaperkrieg verschärfte Feindschaft mit den Niederländern, die durch die Niederlage des deutschen Ordens gelockerte Verbindung seiner Städte mit der Hansa, der veränderte Zug des Härings nach der Nordsee an die niederländische Küste, der auch die Fischerei in die Hände der Niederländer brachte, ganz besonders aber die Eroberung Nowgorods durch den russischen Großfürsten Iwan Iii. von Moskau 1478 und die Schließung des hansischen Hoses zu St. Peter 1494 beschleunigten den Niedergang der einst im Norden allmächtigen Hansa. 6. Während so im Norden und Osten das Deutschtum zurückwich, stieg im Westen eine gewaltige deutsch-romanische Kriegsmacht empor, welche deutschen Boden und deutsche Kultur nicht minder bedrohte. Hier schickte sich der Herzog Karl der Kühne von Burgund (1467—77) an, die von seinen Vorgängern auf Kosten Frankreichs und Deutschlands gemachten Eroberungen der Kümmel u. Ulbricht, Grundzüge Ii. 13

7. Grundzüge der Geschichte des Mittelalters - S. 163

1891 - Dresden : Höckner
— 163 — Ordens gegen die heidnischen Preußen (Cistercienser-Missionar Christian) an, indem er ihm zum Lohne das Kulmerland und dann auch Preußen einräumte. Kaiser Friedrich Ii. bestätigte diese Schenkung und übertrug ihm das zu erobernde Land mit allen Hoheitsrechten, während der Papst die Kreuzpredigt gestattete. 6. Seit 1231 begann der Orden die planmäßige Unterwer- 1231 fung des Landes, indem er an strategisch wichtigen Punkten zur Sicherung des gewonnenen Bodens und als Ausgangsstation zur Eroberung des umliegenden Gebietes Burgen erbaute, an welche sich sofort städtische Ansiedelungen anschlossen. Nach der Besitznahme von Kulm begründete der Landmeister Hermann Balk die Burg Thorn, später Marienwerder und Elbing. Unterdessen hatte der Papst 1234 den Orden Polen gegenüber dadurch sichergestellt, daß er das Kulmerland und seine Eroberungen unmittelbar unter die Hoheit des h. Petrus nahm. Der Anschluß der Schwertbrüder 1237 dehnte das Gebiet des Ordens auch auf Livland aus und steigerte rasch seine Erfolge. 1252 wurde Memel an der Nordspitze des Kurischen Haffs, 1255 mit Hilfe König Ottokars Ii. von Böhmen (und des Markgrafen Ott/lii. von Brandenburg) Königsberg am Pregel gegründet und ein letzter allgemeiner Aufstand 1260-1273 (Heinrich Monte) unter furchtbaren Kämpfen niedergeschlagen. Daran schloß sich die Unterwerfung der noch freien litauischen Landschaften im Osten bis 1283. 1283 7. Obgleich die nicht geringe Zahl der treu gebliebenen Preußen gegen Abgaben und Kriegsdienst im Besitz ihrer Güter blieben, so war doch die (nieder-) deutsche Einwanderung aus allen Ständen so massenhaft, daß das Land bis ins 14. Jahrh, mit Ausnahme der Grenzstriche vollständig germanisiert wurde. Die Erwerbung Pommerellens, des wichtigen Mündungslandes der Weichsel mit Danzig, 1309 gestattete die Verlegung des Hochmeistersitzes nach der prächtigen Marienburg 1309. 1309 8. Gleichzeitig wurde auch von den Assaniern die Ger-manisterung der neuerworbenen slawischen Gebiete (S. 154) planmäßig weiter gefördert und zwar mit Hilfe von Klöstern (Cister-eienserabteien Lehnin und Ehorin) und Städten (Berlin-Köln in Barnim, Neu-Brandenburg im Lande Stargard, Kustrin im Oderlande, Frankfurt a. £).). 9. Bon der Saale bis zu den Karpathen vollzog sich die Ausbreitung deutscher Kultur ebenfalls seit dem Anfang des 13. Jahrhunderts in friedlicher Weise durch Gründung von Dörfern und 11*

8. Grundzüge der Geschichte des Mittelalters - S. 179

1891 - Dresden : Höckner
— 179 — dischen und die preußisch-livländischen Städte traten sogar dem Bündnis Schwedens, der Fürsten von Mecklenburg und Holstein und des jütischen Adels gegen Waldemar Iv. bei. 7. Vor der hier einmal vereinigten städtischen und adeligen Macht Norddeutschlands wich der Dänenkönig nach Pommern zurück. Die Flotte der „Osterlinge" nahm das wehrlose Kopenhagen (1368) und eroberte Schonen und die kleineren dänischen Inseln, während der holsteinische Adel Jütland besetzte und die Nordseeflotte den ganzen Südwesten des Dänemark verbündeten Norwegens samt Bergen verheerte. Im Frieden von Stralsund 1370 mußte Dänemark der Hansa freien Handel durch das 1370 ganze Reich, die früheren niedrigen Zölle und die festen See-plätze in Schonen und zwei Drittel ihrer Einkünfte auf 15 Jahre, ja sogar das Recht der Mitwirkung bei der dänischen Königswahl einräumen. Es war der Höhepunkt der hansischen Macht, die nunmehr den Sund und seine Gestade beherrschte. 8. Seitdem schlossen sich die Hansestädte wohl im allgemeinen enger zusammen, doch hinderte die Verschiedenheit der Interessen der einzelnen Städtegruppen eine festere Gestaltung der Bundesverfassung („Hansetage" meist in Lübeck, „Verhansung" widerspenstiger Städte) und gestattete deshalb auch gemeinsames politisches Handeln immer nur für bestimmte Zwecke und bestimmte Fristen. Ihre „Kaufhöfe" oder „Kontore" in Nowgorod, Bergen, London (Stahlhof), Brügge, streng organisierte Genossenschaften, vermittelten ausschließlich den hansischen Verkehr mit den betreffenden Ländern und beherrschten sie in Bezug auf den Handel vollständig. Ihre „Bitten" auf Schonen sicherten ihnen die Seefischerei, eine Hauptquelle des Reichtums für die wendischen Städte, ihre Kriegsschiffe (Fredekoggen) deckten die regelmäßig verkehrenden Handelsflotten. In mächtigen Rathaus- und Kirchenbauten (zu St. Marien, St. Nikolai und St. Petri, der Schutzheiligen der Schiffahrt und des Fischfanges) offenbarten die Städte ihren Reichtum und ihren Kunstsinn. 9. Mit der Hansa zugleich und in einträchtigem Zusammenwirken mit ihr erstieg der deutsche Ordensstaat die Höhe seiner Macht unter den Hochmeistern Winrich von Kniprode (1351 —1382) und Ulrich von Jungingen (1394 — 1410). Nachdem Kasimir d. Gr. von Polen, derselbe, der als Reformator feines Volkes (Umgestaltung des Kriegswesens, Universität Krakau 1364) in Polen die Fortschritte des Deutschtums zum Stillstand brachte, im Vertrage von Kalisch (1343) dem Orden Pomme- 12*

9. Grundzüge der neueren Geschichte - S. 56

1886 - Dresden : Höckner
56 ... d) Der Kampf bis zur Union von Utrecht 1579. 1. Die Erhebung zunchst nur fr das alte Landesrecht und April die Religionsfreiheit begann in den feetchtigen Nordprovinzen 1572 mit der Einnahme von Brielle 1. April 1572 durch die Wassergeusen unter Gras Wilhelm de la Mark (Egmonts Vetter), die Oranien mit Kaperbriefen versehen hatte, England im stillen untersttzte. Seeland und Holland schlssen sich an, erkannten Oranien als Statthalter an und bewilligten ihm eine Kriegssteuer. Aber dem Einbruch Oraniens in die Sd-Provinzen, wo sein Bruder Mns (Bergen) genommen hatte, entzog die Bartholomusnacht (24. August) den gehossten Rck-halt an Frankreich, und Albas Sohn, Friedrich von Toledo, wtete grlich in Holland (Naarden, Haarlem), bis er vor der verzweifelten Gegenwehr von Alkmaar (unter Oranien) zurck- Decbr. wich. Vom wtendsten Hasse verfolgt und trotz aller Er- 1573 Pressungen in Geldnot nahm Alba seinen Abschied Dec. 1573. 2. Sein Nachfolger, Luis de Zuniga y Requefens 1573/6, beruhigte die Sd- und Mittelprovinzen, wo der Pro-testantismus ausgerottet oder geschwcht war, durch Amnestie und Aufhebung des Blutrats, konnte aber den Nordprovinzen die Religionsfreiheit nicht gewhren, und diese schrften den Gegensatz durch Annahme des Calvinismus (Synode von .Dortrecht 1574). Der Versuch, von Deutschland aus das be- April lagerte Lehden zu entsetzen, scheiterte in der Schlacht auf der 1574 Mooker Haide 14. April 1574 (Ludwig und Heinrich von Nassau -};) Leyden aber behauptete sich, bis die Durchstechung der Deiche der seelndischen Flotte den Weg zur Stadt bahnte (3. Oktober). Zur Belohnung erhielt es die erste protestantische Universitt der Niederlande (Februar 1575). Durch die Union Hollands und Seelands 1575 fr die Dauer des Krieges und durch die bertragung der frstlichen Rechte an Oranien wurde die Losreiung von Spanien vorbereitet. 3. Dem Tod Zunigas Mrz 1576 folgte die groe Meuterei" seiner unbezahlten Sldner. Ihre Verheerungen in Flandern und Brabant, besonders die entsetzliche Plnde-ruug von Antwerpen 4. November, trieben die meisten Sd- Nov. Provinzen zum Anschlu an den Norden in der Genter Pd- 1576 sikation 8. November 1576 (Abzug der spanischen Truppen, Suspension der Ketzeredikte, Anerkennung des Calvinismus in Holland und Seeland). Der neue Generalstatthalter Don Juan t)'Austritt mute, gedrngt noch durch die Brsseler Union,

10. Grundzüge der neueren Geschichte - S. 29

1886 - Dresden : Höckner
29 2. Den ruhigen Fortgang seiner Thtigkeit verbrgte dann die Haltung des Reichsregiments (seit Herbst 1521 in Nrnberg), das die Forderung des einer Reform an sich geneigten Papstes Hadrians Vi. (Adrian von Utrecht 152223), als Bedingung jedes Zugestndnisses an Deutschland das Wormser Edikt streng durchzufhren, zurckwies und ein Concil in Deutsch-laud binnen Jahresfrist verlangte (Februar 1523). 3. Dann aber unterbrach den Frieden der Aufstand der 1522 Reichsritter unter Sickingen (15221523). Zur Verwirk- bis lichung ihrer unklaren Ziele (Sicherung ihrer Selbstndigkeit gegenber den Fürsten, Einziehung der geistlichen Frstentmer und gewaltsame Durchfhrung der Kirchenreform) schlo die rheinische, srnkische und schwbische Reichsritterschaft in Landau ein brderliches Verstndnis" (August 1522). Aber die Verstndigung mit den Stdten milang auch Hutten, und Sickingens Angriff aus das Erzstist Trier scheiterte nicht nur an der tapfern Verteidigung der Hauptstadt, sondern trieb auch Hessen und Pfalz zum Bndnis mit Trier. Whrend die Reichsritter meist un-thtig blieben und dann vereinzelt vom schwbischen Bunde berwltigt wurden, erlag Sickingen selbst inzwischen gechtet dem Angriff der drei Fürsten aus dem Landstuhl (April und Mai 1523). In seinen Fall verwickelte er auch Hutten, der als armer Flcht-ling unter Zwiuglis Obhut in Usnau bei Zrich starb. 4. Der Aufstand erschtterte die Stellung des Reichsregi-ments gegenber den Fürsten, die ihn allein besiegt hatten. Gleich-zeitig erregte es die Besorgnis der Reichsstdte durch das Projekt einer Reichszollgrenze. Beide erzwangen deshalb aus dem Reichstage von Nrnberg Anfang 1524 die Entlassung der bisherigen Mitglieder und die Verlegung seines Sitzes nach Elingen, damit die Auslsung jeder geordneten Reichsregierung. Der Kaiser aber verbot den zur Regelung der kirchlichen Frage in Speier beabsichtigten Reichstag, und der Sonderbund von Regensburg (zwischen sterreich, Bayern, Salzburg und elf Bischsen) zur selbstndigen Durchfhrung des Wormser Juli Ediktes Juli 1524 entschied die konfessionelle Spaltung 1524 Deutschlands. 5. Andrerseits begann die kirchliche Neugestaltung, da Fürsten und Bischfe sie ablehnten, durch selbstndiges Vorgehen der Gemeinden nach Luthers Anweisung, zuerst in Kursachsen (Wittenberg, Zwickau, Altenburg), Erfurt, Magdeburg, in der Oberlausitz und in Schlesien (Breslau), in den sddeutschen
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