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1. Erzählungen für den ersten Geschichtsunterricht - S. 69

1907 - Leipzig : Freytag
69 gemacht hat. Kurz vor der Schlacht bei Robach hatten sich 8000 Franzosen mit vielen Generlen und Offizieren in Gotha einquartiert. Die Offiziere hatten sich eben an die reich besetzte Tafel gesetzt. Da erschien auf einmal Seidlitz mit 1500 preuischen Reitern vor den Toren. Entsetzt sprangen die Franzosen von den dampfenden Schsseln auf und flohen so schnell, da nur wenige von ihnen gefangen genommen wurden. Aber ihr zahl-reiches Gepck und ihre Bedienung fiel in die Hnde der khnen Reiter. Noch berhmter als Seidlitz war der General Ziethen. Mancher Sieg wurde nur durch ihn erfochten. Nach der Schlacht bei Torgau, die eben-falls durch ihn gewonnen worden war, umarmte ihn der König vor Freuden. Oft suchte Ziethen den niedergeschlagenen König zu ermuntern. Abb. 42. Sanssouci. Als dieser ihn einst fragte, ob er denn einen neuen Bundesgenossen habe, antwortete Ziethen: Nein; nur den Alten da droben, und der verlt uns nicht." Der König ehrte den wackern General und lud ihn oft zu sich an die knigliche Tafel. Als er dort in seinem Alter einmal etwas eingenickt war, wollte ihn einer der Gste wecken. Friedrich aber sprach: Lat ihn ruhig schlafen, er hat oft genug fr uns gewacht." Friedrichs Regierung. Nach dem Friedensschlsse war es die erste Sorge des Knigs, die Wunden zu heilen, die der Krieg dem Lande geschlagen hatte. In den Gegenden, die am meisten vom Kriege gelitten hatten, lie er 15 000 abgebrannte Bauernhuser wieder aufbauen. Unter die verarmten Bauern verteilte er Pferde, Saatkorn und Geld, das er an seiner eigenen Hofhaltung gespart hatte. Groe Smpfe ver-

2. Erzählungen für den ersten Geschichtsunterricht - S. 72

1907 - Leipzig : Freytag
72 preuische Prinz Louis Ferdinand in einem Gefechte gefallen. Der preuische Fhrer, Herzog Ferdinand von Braunschweig, erhielt gleich bei Beginn des Kampfes einen Schu durch das rechte Auge und starb bald darauf. Das preuische Heer aber, das sich noch vor 50 Jahren, in dem Siebenjhrigen Kriege, mit Ruhm bedeckt hatte, wurde vollstndig geschlagen und vernichtet. Preuens Erniedrigung. Nach der Schlacht bei Jena und Auerstdt zogen sich die Trmmer des preuischen Heeres hinter die Weichsel 'zurck. Die meisten Festungen er-gaben sich schmhlich ohneschwertstreich.nur einige leisteten tapferen Widerstand. Als der Befehlshaber vongrau-deuz aufgefordert wurde, sich zu ergeben, weil es keinen König von Preu-en mehr gebe, sprach er: Nun wohl, so bin ich König von Grau-denz." Allein der ber-mtige Sieger konnte ungehindert in Berlin einziehen, und der unglckliche König mute mit seiner Familie nach Knigsberg und spter sogar nach Memel flie-hen. Bei Friedland wurden die preuischen Abb. 45. Napoleon i. Truppen noch einmal geschlagen, und der König ward zu dem schimpflichen Frieden von Tilsit gentigt (1807). Er mute die Hlfte seines Gebietes, nmlich alles Land westlich der Elbe, an Napoleon abtreten. Dieser machte daraus das Knig-reich Westfalen mit der Hauptstadt Kassel und gab es seinem Bruder Jerome oder Hieronymus. Auerdem mute Preußen hundert Millionen Franken Kriegskosten zahlen. Die knigliche Familie wohnte in dieser schweren Zeit zu Knigsberg in einem einfachen Landhause. Der Hofstaat wurde in allem auf das Ntigste beschrnkt, selbst das ererbte goldene

3. Erzählungen für den ersten Geschichtsunterricht - S. 96

1907 - Leipzig : Freytag
96 preuische Prinz Louis Ferdinand in einem Gefechte gefallen. Der preuische Fhrer, Herzog Ferdinand von Braunschweig, erhielt gleich bei Beginn des Kampfes einen Schu durch das rechte Auge und starb bald darauf. Das preuische Heer aber, das sich noch vor 50 Jahren, in dem Siebenjhrigen Kriege, mit Ruhm bedeckt hatte, wurde vollstndig geschlagen und vernichtet. Preueus Erniedrigung. Nach der Schlacht bei Jena und Anerstdt zogen sich die Trmmer des preuischen Heeres hinter die Weichsel zurck. Die meisten Festungen er-gaben sich schmhlich ohneschwertstreich.nur einige leisteten tapferen Widerstand. Als der Befehlshaber von Grau-deuz aufgefordert wurde, sich zu ergeben, weil es keinen König von Pren-en mehr gebe, sprach er: Nun wohl, so bin ich König von Gran-denz." Allein der bermtige Sieger konnte ungehindert in Berlin einziehen, und der un-glckliche König mute mit seiner Familie nach Knigsberg und spter sogar nach Memel flie-hen. Bei Friedland wurden die preuischen Abb. 53. Napoleon I. Truppen noch einmal geschlagen, und der König ward zu dem schimpflichen Frieden von Tilsit gentigt (1807). Er mute die Hlfte feines Gebietes, nmlich alles Land westlich der Elbe, an Napoleon abtreten. Dieser machte daraus das Knig-reich Westfalen mit der Hauptstadt Kassel und gab es seinem Bruder Jerome oder Hieronymus. Auerdem mute Preußen hundert Millionen Franken Kriegskosten zahlen. Die knigliche Familie wohnte in dieser schweren Zeit zu Knigsberg in entern einfachen Landhause. Der Hofstaat wurde in allem auf das Ntigste beschrnkt, selbst das ererbte goldene

4. Teil 2 - S. 6

1911 - Leipzig : Freytag
6 Richtung gegeben, welche die allmähliche Aufschließung des Erdteiles "nach W. hin erleichterte. Die Glieder, sowohl die Inseln wie die Halbinseln, sind größtenteils gebirgig. Die Mittelhöhe des Erdteiles beträgt nur etwa 300 m, und im Vergleich mit Asien finden wir den Vorzug, daß Europa nicht wie jenes Hoch- länder aufweist, die von Randgebirgen umschlossen und deshalb unzugänglich und dürr sind. Kein Landgebiet des Erdteiles ist von Natur abgeschlossen. Die Gebirge sind meistens sehr reichlich geschartet und stellen dem Verkehr kein größeres Hemmnis entgegen. Nur wenige Stellen des Hochgebirges reichen in das Gebiet des ewigen Schnees empor. 6. Flächengliederung. Man unterscheidet in dem Erdteil zwölf natürliche Teile: die Britischen Inseln, die Skandinavische Halbinsel, die Balkanhalbinsel, die Apenninhalbinsel, die Pyrenäenhalbinsel, die Flachländer von Rußland, Deutschland und Frankreich, die Mittelgebirge von Österreich, Deutschland und Frankreich und das Hochgebirge der Alpen. Zwei Drittel des Ganzen ent- fallen auf das Tiefland, das größtenteils dem Rumpfe angehört. 7. Bewässerung. Die Bewässerung des Gebietes erfolgt, der Abdachung des Geländes entsprechend, i,m, allgemeinen nur nach zwei Seiten, nach S. und nach N. Die Wasserscheide zwischen beiden Gebieten liegt nicht hoch, so daß mit Leichtigkeit Kanalverbindungen hergestellt werden können. Große Ströme konnten sich naturgemäß nur in dem großen östlichen Tiefland ent- wickeln. Hier und auch in einigen Teilen des W. fließen die Ströme nach ver- schiedenen Richtungen nahe aneinander, so daß man sie leicht miteinander durch künstliche Wasserstraßen verbinden konnte. Nur wenige Flüsse sind für die Schiffahrt ungeeignet. Viele von ihnen werden aus Gletschern oder durch die Schmelzwasser des im Winter gefallenen Schnees, auch während des Sommers, genügend gespeist. Nirgends hat Europa Wüste, nur im 0. vereinzelte Steppen- gebiete. Der Erdteil ist reich an Seen, die sich besonders im Kranze um die Ostsee herum und zu beiden Seiten der Alpen anhäufen; großenteils sind sie als Reste beziehungsweise Folge der Alpenvergletscherung zurückgeblieben und die meisten von ihnen bilden einen schönen Schmuck der Landschaft. 8. Klima. Das Klima Europas ist sehr günstig. Nirgends kommt tropische Hitze vor, die den Menschen erschlafft, und ¿ fast^nirgends finden^wir Eiswüste, die der Ausbreitung des Lebens eine Grenze zieht. Das Klima ist abhängig vom Atlantischen Ozean, von dem die Niederschläge stammen und woher im größten Teile des Jahres die Winde wehen. Es ist besonders wertvoll, daß in der kühleren Jahreszeit die Windrichtung vorwiegend Sw. ist, wobei die Luft über den warmen, die Westküste unseres Erdteiles bespülenden Golfstrom herstreichen muß und Wärme und Feuchtigkeit über die Landmasse hinführt. Der Grund für diese regelmäßige Richtung der Winde liegt darin, daß bei den Kapverdischen Inseln sich ein Hoch des Luftdruckes und bei Island ein Tief findet. Im allgemeinen hegt der Erdteil zwischen den Isothermen von 0° und von 20° und ist wärmer, als er gemäß seiner Entfernung vom Äquator sein müßte. Die kälteste Gegend im nordöstlichen Rußland hat — 6°, die wärmste im südlichen Spanien + lö1^0. Der Unterschied zwischen dem wärmsten und kältesten Monat beträgt durchschnittlich 20°, steigt aber im 0. auf 30°, während er im W. und S. auf 15° herabsinkt.

5. Teil 1 - S. 23

1911 - Leipzig : Freytag
23 schaftliche Schönheit und fruchtbare Gegenden ausgezeichnetes Gebiet, sondern auch namentlich eine Verbindung zwischen seinem östlichen Besitze und seinen rheinischen Landesteilen erhalten. d) Der Thüringer Wald und der Harz. 1. Bodengestalt. Das Gebiet zwischen Weser und Saale wird im S. von dem Thüringer Walde und dem Frankenwalde, im N. vom Harz eingefaßt. Zwischen ihnen erstreckt sich eine Reihe von kleineren Gebirgszügen in derselben süd- östlichen Richtung. a) Der Thüringer Wald ist ein schmales, kettenartiges Gebirge mit pracht- vollem Waldbestande, schönen Tälern und herrlicher Aussicht von seinen höchsten Bergen, dem Inselsberg und dem Beerberg. An ihn schließt sich bis zum Fichtel- gebirge eine breite, größtenteils aus Schiefer bestehende Hochfläche, die dem Rheinischen Schiefergebirge ähnlich ist, der Frankenwald. Nördlich des Thüringer Waldes liegt ein fruchtbares Becken, westlich vom Eichsfelde, nördlich von dem niedrigen Kyffhäusergebirge begrenzt. b) Bei weitem größer und massiger ist der Harz. Er trägt seinen Namen (das Wort Harz ebenso wie Hardt und Spessart hängt mit dem alten deutschen Aus- drucke für Waldgebirge zusammen) mit vollem Rechte, denn er ist fast bis auf seine höchsten Höhen mit prachtvollen Nadelhölzern bewachsen. Mit seinen steilsten und mächtigsten Erhebungen tritt er dicht an die Norddeutsche Tiefebene heran, deshalb macht er und besonders sein höchster Berg, der über 1100 m emporragende Brocken, einen viel höheren Eindruck als manches höhere Gebirge im südlichen Deutschland. Im Laufe der Täler und der Gebirgszüge wechseln südöstliche und nordöst- liche Richtimg miteinander ab ; darum wechseln die Flüsse auch oft ihre Richtung und darum ist das ganze Gebiet, ebenso wie das Weserbergland, auch staatlich sehr zersplittert. 2. Bewässerung. Die vom Thüringer Walde strömende Werra bildet den Westrand des Gebietes, die vom Fichtelgebirge kommende Saale schließt es nach 0. ab. Von den Nebenflüssen der Saale ist die Unstrut der Hauptstrom des Thüringer Landes, während die vom Brocken kommende Bode (d. i. der Fluß des Wodan) bereits im Tief lande mündet. (Fig. 13.) 3. Klima und wirtschaftliche Bedeutung. Das Klima bildet einen Übergang zu dem Binnenlandklima von Ostdeutschland, d. h. es ist trockener als dasjenige von Westdeutschland und seine Sommer sind wärmer und seine Winter kälter. Doch ist die Bewässerung noch vollständig ausreichend, an den Berghängen sogar reichlich. Thüringen und das breite Tal zwischen Harz und Kyffhäuser, die Goldene Aue, sind sehr fruchtbar, ebenso auch das Gebiet der unteren Saale. Hier bilden Zuckerrüben die Hauptfeldfrucht. Das Land ist auch sehr reich an Bodenschätzen. Zahlreich sind die Salinen (d. i. ?) und die Bergwerke auf Steinsalz. Der Harz ist reich an Erzen, besonders an silberhaltigen, und südlich davon wird viel Kupfer gewonnen. Beiweitem wichtiger ist aber die große Verbreitung der Braunkohlen von der mittleren Saale bis an den Harz. Mannigfach hat sich deshalb die Gewerbtätigkeit entwickelt, wozu schon

6. Teil 1 - S. 72

1911 - Leipzig : Freytag
72 oberen Mosel, das noch zur Republik Frankreich gehört. Auch im deutschen Lothringen werden einige Kreise vorwiegend von Menschen französischer Sprache bewohnt. Die sämtlichen südlichen Landschaften faßt man mit dem Namen Süd- deutschland zusammen. Sie sind in den meisten Beziehungen sehr verschieden. Schon die Höhenlage wechselt zwischen 3000 und 100 m über dem Meeresspiegel; teilweise ist es Hochgebirge, teilweise Mittelgebirge; Hochfläche, Ebene und welliges Hügelland wechseln miteinander ab. Der Boden ist zu einem geringen Teile Ödland: Kies, Moor und Sumpf; zum Teile ist er mit schönem Walde bedeckt, aber auch zu einem großen Teile fruchtbar und gartenmäßig angebaut. Besonders schön sind die Täler. Das Klima ist zum größten Teile milde, das Land gut be- Fig. 39. Das Deutsche Tor in Metz. (Nach einer Photographie der Photoglob Co., Zurich.) wässert und der Wasserreichtum hat nahezu überall eine hervorragende Gewerbe- tätigkeit ins Leben gerufen. Fast das ganze Gebiet gehört zu den beiden großen Stromgebieten der Donau und des Rheins. Namentlich die von den Alpen kommenden Flüsse sind das ganze Jahr hindurch wasserreich, da im trockenen Sommer die Schmelzwasser von den Gletschern herabströmen. Im ganzen kann man Süddeutschland als ein bevorzugtes Stück von Deutsch- land bezeichnen, besonders da es eine günstige Yerkehrslage hat. Die Verbindung mit dem N. wird fast nur durch den Rhein bewirkt, während beinahe auf der ganzen Linie die Norddeutsche Tiefebene von Süddeutschland durch die Mitteldeutsche Gebirgsschwelle getrennt wird. 5. Österreich-Ungarn. Ungünstige Verhältnisse. Die österreichisch-ungarische Monarchie liegt un- gefähr unter derselben Breite wie Frankreich, hat aber, da sie zu einein großen

7. Teil 1 - S. 75

1911 - Leipzig : Freytag
an der Etsch Italiener und an den Nebenflüssen der Donau Slawen hinauf, deren Ansprüche fortwährend wachsen und die dem deutschen Volke und dem österreichischen Staate viel Beschwerden bereiten. Dem Bekenntnisse nach ist die überwiegende Zahl der Bewohner Öster- reichs katholisch. Staatliche Einteilung. a) In dem Gebiete, das noch zu den Westalpen gehört, liegt die Landschaft Vorarlberg (d. i. das Land vordemivrlberge), größten- teils zum Rheingebiete ge- hörig und nach dem Boden- see abwässernd. Die Haupt- stadt des Gebietes, das neben Vieh Wirtschaft auch eine beträchtliche Baum- wollindustrie hat, ist Bre- genz (brêgenz) ambodensee. östlich schließt sich die gefürstete Grafschaft Tirol an. Sie besteht aus zwei Teilen, einem nörd- lichen im Gebiete des Inn, der fast durchweg deutsch ist, und einem südlichen im Gebiete der Etsch. Die Hauptstadt Innsbruck (d. i. Brücke über den Inn) hat eine Universität und ist der geistige Mittelpunkt des Landes. (Fig. 42.) Wegen ihrer Lage in der Mitte des breiten Inntales und am Beginn der Bren- nerstraße wird sie viel von Fremden besucht. Nach S. führt der Brenner in den ungemein milden Talkessel der oberen Etsch; wo der

8. Teil 1 - S. 84

1911 - Leipzig : Freytag
84 Salz. Es wässert größtenteils zur Theiß ab, doch durchbricht die Aluta (Á) oder Alt die Transsilvanischen Alpen, um unmittelbar der Donau zuzuströmen. Fast die Hälfte des Landes ist von Wald bedeckt. Der Bergbau und Ackerbau liegt, obwohl ihre Zahl nur 200 000, d. i. 10°/0 der Gesamtheit beträgt, größtenteils in der Hand der Deutschen fränkischen Stammes, die hier als Sachsen bezeichnet werden. (Fig. 50.) Die übrige Bevölkerung besteht zum größten Teile aus Rumänen, zum geringeren Teile aus Magyaren (sprich: madjáren), die Ackerbau und Vieh- zucht treiben; außerdem leben dort viele Juden, in deren Händen der Handel liegt, und Zigeuner. Die wichtigsten Städte sind von Deutschen ge- gründet und auch be- wohnt : Kronstadt, Her- mannstadt am Rotenturm- paß und Klausenburg. Die Deutschen werden hier wie in Galizien immer mehr eingeengt und zurück- gedrängt. 2. Das Ungarische Tief- land ist der Rest eines alten Sees, deshalb größten- teils ganz flach, stellen- weise sumpfig, aber auch in weiter Ausdehnung fruchtbar. Es ist ganz von Gebirgen umgeben und deshalb sehr arm an Niederschlägen. Das mitt- lere Gebiet, von der Theiß und der Donau durch- strömt, ist daher auf weite Strecken nur eine Grassteppe, sogenannte Pußta; auf ihr weiden Schafe, langgehörnte Rin- der und halbwilde Pferde, von berittenen Hirten ge- hütet. An den Rändern, wo die Niederschläge reichlicher fallen, wird viel Weizen und Mais gebaut; immer weiter dringt der Anbau gegen die Steppe vor; die Gebirgshänge tragen feurigen Wein. Die nördlichen Randgebirge sind reich an Gold und anderen Erzen; der im W. das Tiefland unterbrechende niedrige Bakonywald (spr. báckonj) bietet mit seinen Eichenwäldern großen Schweineherden ergiebige Nahrung. Zwei große Seen, der Plattensee und der flache Neusiedler See, sind die Reste der einstigen Seebedeckung. Die Theiß richtet häufig durch "C berseliwemmung große Verwüstung an. Fig. 50. Sachsen. (Nach einer Photographie der Photoglob Co., Zürich.)

9. Teil 1 - S. 61

1911 - Leipzig : Freytag
61 Demnach ist Deutschlands Grenze nur im N. von der Natur geschützt. Nach den drei anderen Seiten muß es für Grenzschutz Sorge tragen : gegen Rußland, Österreich und Frankreich. Gegen Frankreich haben wir, seit Lothringen wieder deutsch geworden ist, eine günstigere Stellung als früher, weil wir die vorgeschobene Festung Metz wieder besitzen. Gegen Rußland ist unsere Stellung ungünstig, da die russischen Grenzprovinzen in großen Sümpfen einen natürlichen Schutz besitzen. Auch an der südlichen Grenze ist die Stellung unserer Nachbarn vor- teilhafter, weil ihnen durchweg der Kamm der Grenzgebirge gehört. 2. Bevölkerung. Das Land wird fast vollständig von Angehörigen des ger- manischen Volksstammes bewohnt und beinahe alle Bewohner sprechen die deutsche Sprache. Nur im 0. des Reiches wohnen Slawen mit polnischer Sprache, in einigen Bezirken des W. spricht man französisch und an der Nordgrenze gibt es wenige Dänen, die das Deutsche nicht als Umgangssprache haben. Das Land ist, obwohl es nicht überall von natürlichen Grenzen zusammen- gehalten wird, dennoch durchaus einheitlich. Von S. nach N. lassen sich vier natür- liche Teile von Mitteleuropa unterscheiden, die großenteils zum Deutschen Reiche gehören. 3. Natürliche Einteilung. Im S. verlaufen die Alpen, ein Hochgebirge. Daran schließt sich als zweiter Teil das Alpenvorland, auch die Donauhochfläche genannt, ein Hochland. Als dritter Teil folgt das Deutsche Mittelgebirge; als letzter Teil schließt sich nach N. das Norddeutsche Tiefland an. Von dem Deutschen Mittel- gebirge kann man das Süd westdeutsche Becken als einen besonderen Teil abtrennen. 2. Die Alpen. A. Teile. Das Alpengebirge erscheint dem Blicke von weitem als ein hoher Gebirgskamm, der mit seinen höchsten Spitzen in das Reich des ewigen Schnees emporragt. Bei näherer Betrachtung zeigt es sich durch Täler in verschiedene Teile gegliedert. Als Hauptteile unterscheidet man die Ostalpen und die West- alpen. Ihre Grenze befindet sich ungefähr in der Mitte des Gebirges und zieht vom Bodensee den Rhein hinauf. Die Ostalpen lassen drei, die Wesfcalpen zwei gleichlaufende Züge erkennen. Beiden Teilen ist es gemeinsam, daß sie nach S. steiler und tiefer abfallen als nach N. Die Westalpen bestehen auf der Nordseite größtenteils aus kalkigem Gestein; bei den Ostalpen ist sowohl der nördliche als der südliche Zug aus Kalkstein auf- gebaut. Der südliche Zug der Westalpen besteht, ebenso wie der mittelste Kamm der Ostalpen, aus Urgestein (Granit), und man unterscheidet deshalb einen nörd- lichen Kalkalpenzug, der sowohl in den Ostalpen wie in den Westalpen auftritt, von den granitischen Zentralalpen. Die Ostalpen haben außerdem einen süd- lichen Kalkalpenzug, der in den Westalpen fehlt. a) Im W. sind die Gebirgsmassen mehr zusammengedrängt als im 0. Die höchsten Berge liegen da, wo die Westalpen und Ostalpen zusammenstoßen. An der Stelle, wo die Alpen aus der südlichen Richtung in die östliche über- gehen, ragt der Hauptgebirgsstock des Montblanc (d. i. Weißer Berg) Qjnpor; er kann zu beiden Seiten über den Großen und den Kleinen St. Bernhardpaß umgangen werden. Weiter östlich liegt die jäh nach Italien abstürzende Felsmasse des Monte (n ohne Nasenlaut) Rosa (d. i. Roter Berg), und nördlich davon das

10. Teil 1 - S. 65

1911 - Leipzig : Freytag
65 die Felsen glatt zu durch waschen. Darum bildet er schon oberhalb der Aare mündung kleinere und größere Stromschnellen, unter denen der Rheinfall bei Schaffhausen die größte ist; er stürzt sich hier bei 120 m Breite in schäumendem Tosen über einen 20 m hohen Felsen hinab. (Fig. 35.) Fig. 35. Der Rheinfall bei Schaff hausen. (Nach einer Photographie.) b) Das Deutsche Alpenvorland= A. Gliederung, Bodenbeschaffenheit. Das Deutsche Alpenvorland, auch die Oberdeutsche oder Donauhochebene genannt, wird nach den staatlichen Land- schaften in eine Schwäbische und eine Bayrische getrennt, an die sich jenseits der Donau noch die Oberpfälzische anschließt. Sie ist noch mehr als die Schwei- zerische von den Alpen abhängig, denn fast ihr ganzer Boden besteht aus dem Moränenschutt, den die in früherer Zeit viel weiter herabreichenden Gletscher der Alpen hinterlassen haben. Nördlich der Moränenlandschaft dehnen sich große Sümpfe und morastige Stellen aus, die man dort als Ried oder Moos bezeichnet und in denen man Torf sticht. tfig. 36.) Sie erstrecken sich bis zur Donau, so daß dieser Strom wegen der sumpfigen Ufer nur an wenigen Stellen überschritten werden kann. B. Bewässerung. Das ganze Hochland ist im Durchschnitt 500 m hoch, dacht sich aber im 0. allmählich ab, entsprechend dem Laufe der Donau. Zu ihr hat sich eine Reihe von Flüssen den Weg teilweise in das Land eingegraben: die Iiier, der Lech, die Isar und der Inn. Ihr Gefälle ist ziemlich stark und sie sind S t ein e o k e - K r e t s eh m e r, Deutsche Erdkunde für Mittelsch. I. Teil. 5
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