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1. Geschichte des preußischen Vaterlandes - S. 144

1888 - Berlin : Hertz
144 Hollands Blüthe. ^ besaß große Länderstrecken in Nordamerika, die schönsten Jnsetn in West« iudien, es hatte Brasilien erobert und vorlängst in Ostindien und Ceylon festen Fuß gefaßt, selbst die Goldküste Afrika's gehorchte weithin den Holländern; mit großen Kapitalien ausgerüstete Handelsgesellschaften in Amsterdam führten die Reichthümer aller dieser Länder nach Europa. Welch reger Verkehr,^ welches geistige Streben sthon dadurch nach Holland kam, ist leicht zu ermessen, und Gelehrsamkeit und jegliche Kunst blühte, wie nie zuvor, in dem mühsam dem Meere abgerungenen Ländchen. Auf der Universität Lehden wurden besonders die alten Sprachen getrieben, aber nicht minder fanden Naturwissenschaften, Mathematik, Astronomie und Physik in Holland die fruchtbarste Förderung. Der berühmte Hugo Grotius lehrte das Völkerrecht, und Holland wurde die Wiege aller Staats - und Finanzwissenschaft. Die großen Reichthümer des Landes weckten einen lebhaften Kunstsinn; Malerei, Baukunst und alle praktischen Künste, besonders auch die Gärtnerkunst, gelangten zu einer raschen Blüthe. Die holländischen Staatsmänner, halb Kaufleute, halb Diplomaten, standen in höchster Achtung, und die großen Dränier hatten ein vortreffliches Kriegsheer und eine wahre Pflanzschule für Feldherren und Seeoffiziere in's Leben gerufen. So lernte denn der junge Prinz in Holland die Erfolge kennen und bewundern, welche ein kleines Volk durch unermüdliche Thätigkeit und unter der Leitung tüchtiger Staatsmänner in jeder Beziehung erreicht hatte, und es erstarkte in ihm der Wille, auch in seinem Volk die Keime solchen ruhmvollen Gedeihens zu pflegen und aufzuziehen. Sein ganzes späteres Wirken giebt Zeugniß davon, wie sehr jene in der Fremde gesammelten Erfahrungen von ihm zum Heile seines Volkes benutzt wurdeu. Die meisten Staatseinrichtnngen, welche er nachher in seinen Ländern beförderte, waren Ergebnisse seines Umganges mit den holländischen Staatsmännern; besonders aber lernte der Prinz die Kriegsverfassung der großen Oranier kennen und entwickelte nach ihrem Beispiel das Feldherrvtalent, das später seinen Namen durch die ganze Mit- und Nachwelt trug. Nicht aber sein Geist und sein Wissen allein erstarkten bei dem Aufenthalt in Holland, auch sein Charakter und seine Willenskraft wurden in dem edeln Kampfe gegen jugendliche Leidenschaft gestählt; er lernte sich selbst beherrschen. In dem üppigen Haag war es, wo bei den Freuden nächtlicher Gelage öfter der Versuch gemacht wurde, den Jüngling zu unwürdigen Ausschweifungen zu verführen; aber sein fürstliches Ehrgefühl, gestärkt durch die Warnungen seines Erziehers, ließ ihn den Lockungen widerstehen. Er verließ, um den Versuchungen aus dem Wege zu gehen, lieber den Haag; „ich bin es meinen Eltern, meiner Ehre und meinem Lande schuldig," sagte er und begab sich in's Feldlager zum Prinzen von Oranien. Als dieser den Grund seiner plötzlichen Entfernung aus dem Haag erfuhr, klopfte er ihm beifällig auf die Schultern und sagte: „Eine solche Flncht ist Helden* müthiger, als wenn ich Breda eroberte. Vetter, ihr habt das gethan,, ihr werdet mehr thun. Wer sich selbst besiegen kann, der ist zu großen Unternehmungen fähig." Diese ehrenvolle Anerkennung des berühmten Orauiers machte einen tiefen Eindruck auf das empfängliche Herz des ehrbegierigen Jünglings, welcher nun um so mehr bemüht war, sich vor jeder Befleckung zu bewahren und die Prophezeiung des großen Fürsten zu erfüllen.

2. Kurzer Lehrgang der Geschichte für höhere Mädchenschulen - S. 196

1896 - Leipzig : Voigtländer
196 Iii. Kulturzustnde. 98. Groe Erfindungen. Man hat mit gutem Recht das neunzehnte Jahrhundert das Zeitalter der Erfindungen genannt. Ihre Zahl lt sich kaum bersehen; der grte Teil ist von den Naturwissenschaften ausgegangen. Als allgemeiner hervortretende Erfindungen mgen hier nur angefhrt sein: die Gasbe-leuchtung und Gasheizung, das elektrische Licht, der Steindruck, der Stahl-stich, der Farbendruck, die Photographie, die Schnellpresse, die Nhmaschine. Von weitgreifendster, weltumgestaltender Bedeutung aber sind die Dampf-Maschine, die Dampfschiffahrt, die Eisenbahnen und der elek-tromagnetischetelegraph. 1. Die Dampfmaschine wurde 1769 von dem Englnder James Watt erfunden; ihre Erfindung fllt also bereits in die vorhergehende Geschichts-Periode. Doch ihre groartige Verbreitung und vielseitige Anwendung gehrt erst in die neueste Zeit. Eine vllige Umwandlung des Fabrikbetriebes und des Bergbaues wurde dadurch hervorgerufen; die Industrie in ihrer jetzigen Gestalt ist durch die Dampfmaschine erst geschaffen. In der Einfhrung der neuen Erfindung war England den brigen Lndern weit voraus. Whrend dort schon im Jahre 1810 etwa 5000 Dampfmaschinen arbeiteten, begann in Preußen erst 1830 die allmhlich zunehmende Verwendung der Dampfkraft. 2. Die Dampfschiffahrt ist eine Erfindung des Nordamerikaners Robert Fnlton, der 1807 zu Newyork das erste Dampfboot baute. Sie fand rasche Ausbreitung, zunchst in Nordamerika und England. In Deutschland ging 1817 ein Dampfboot von Berlin bis Hamburg; im folgenden Jahre begannen Dampfschiffe den Rhein zu befahren. der den atlantischen Ocean machte 1819 das erste Dampfschiff die Reise von Nordamerika nach England in 26 Tagen. Gefrdert wurde die Dampfschiffahrt auch durch die Anlage groartiger Kanle, so nament-lich des Suez-Kanals, der 1869 dem Verkehr bevgeben wurde, sowie des Nord-Ostsee-Kanals, 1895. 3. Das Eisenbahnwesen wurde begrndet durch den Englnder Georg Stephenson, der im Jahre 1812 die Lokomotive erfand. Unter seiner Leitung wurde die erste fr den allgemeinen Verkehr bestimmte Eisenbahn in England 1825 vollendet. In Deutschland wurde die erste Eisenbahn 1835 zwischen Nrnberg und Frth an-gelegt; 18371841 folgte die erste grere Linie Leipzig-Dresden (f. d. Farbendruckbild Vi); 1838 wurde die erste preuische Strecke Berlin-Potsdam befahren. 4. Der elektromagnetische Telegraph wurde im Jahre 1833 von Gau und Weber in Gttingen erfunden. Die Erfindung erhielt eine weitere

3. Abriß der Weltgeschichte mit eingehender Berücksichtigung der Kultur- und Kunstgeschichte für höhere Mädchenschulen - S. 278

1891 - Leipzig : Voigtländer
278 reich ist, auf die Zustnde der Welt eingewirkt. Man hat daher mit gutem Recht das letztvergangene Jahrhundert (17891889) das Zeitalter der Erfindungen genannt. Da kettet sich eine wichtige und folgenreiche Erfindung an die andere; alle Lebensgebiete: der Verkehr und der Handel, das Gewerbe und die Industrie, der Ackerbau, die Kriegsfhrung, das geistige Bildungswesen, werden davon berhrt und verndert, die Welt durch sie gleichsam neugestaltet. Ihre Zahl lt sich kaum bersehen; der grte Teil ist von den Naturwissenschaften ausgegangen. Als allgemeiner hervortretende Erfindungen mgen hier nur angefhrt sein: Die Gasbeleuchtung und Gasheizung, das elektrische Licht, der Steindruck, der Stahlstich, der Farbendruck, die Photographie, die Nhmaschine, die Schnellpresse, die Hinterladungs-geschtze 2c. Von der weitgreisendsten, weltumgestaltenden Bedeutung aber sind: die Dampfmaschine, die Dampfschiffahrt, die Eisenbahnen und der elektromagnetische Telegraph. 1. Die Dampfmaschine wurde 1769 von dem Englnder James Watt erfunden ( 137 Anm.); ihre Erfindung fllt also bereits in die vorhergehende Geschichtsperiode; doch ihre groartige Verbreitung und vielseitige Anwendung gehrt erst in die neueste Zeit. Eine vllige Umwandlung des Fabrikbetriebs und des Bergbaues wurde dadurch hervorgerufen; die Industrie in ihrer jetzigen Gestalt ist durch die Dampfmaschine erst geschaffen. In der Einfhrung der neuen Erfindung war England den brigen Lndern weit voraus: während dort schon im Jahre 1810 etwa 5000 Dampfmaschinen arbeiteten, begann in Preußen erst 1830 die allmhlich zunehmende Verwendung der Dampfkraft; Hannover erhielt 1832, Wrttemberg 1841 die erste Dampfmaschine. Jetzt sind Hunderttausende von Maschinen in Thtigkeit; auch die bescheidenste ge-werbliche Anstalt wird schon mit Dampf betrieben". Von besonderer Wichtigkeit aber ist die Anwendung der Dampfkraft auf die Schiffahrt und das Eisen-bahnwesen (Nr. 2 und 3). 2. Die Dampfschiffahrt ist eine Erfindung des Nordamerikaners Robert Fnlton, der 1807 zu Newyork das erste Dampfboot baute. Sie fand rasche Ausbreitung, zunchst in Nordamerika und England. In Deutschland ging 1817 ein Dampfboot von Berlin bis Hamburg; im folgenden Jahre begannen in England gebaute Dampf-schiffe den Rhein zu befahren. der den atlantischen Ocean machte 1819 das erste Dampfschiff die Reise von Nordamerika nach England in 26 Tagen. Jetzt wird diese Strecke schon in 7 bis 10 Tagen zurck-gelegt. Von mehr als 300 Dampfern wird tglich der Ocean zwischen Europa und

4. Geschichte des Mittelalters - S. 234

1888 - Wiesbaden : Kunze
234 Vierte Periode des Mittelalters. Während er das Reich in der allgemeinen Verwirrung und Gesetzlosigkeit sich selbst überließ, fuhr er fort, seinem Erblande Böhmen und den erworbenen Gebieten seine Sorge zuzuwenden. Daher konnte ihn Maximilian I. später mit Recht „Böhmens Vater und des heiligen römischen Reiches Stiefvater" nennen. Durch strenge Rechtspflege und Abfassung eines Gesetzbuches hob er Sicherheit und Wohlfahrt, durch Anlage von Straßen, Schiffbarmachung der Flüsse, Förderung des Handels und der Gewerbe sorgte er für das Gedeihen Böhmens. Unter Mitwirkung des berühmten italienischen Dichters Petrarca stiftete er 1348 die Universität Prag, die erste in Deutschland, in der sich bald 5—7000 Studenten einfanden. Der traurige Zustand des Reiches wurde noch durch Heuschreckenschwärme, Erdbeben und Seuchen vermehrt, welche Deutschland und die Nachbarländer schwer heimsuchten. Die furchtbarste Seuche, der schwarze Tod, forderte (1348 —1350) allenthalben in Europa, Asien und Afrika zahllose Opfer. Die Krankheit begann mit Kopf-und Brustschmerzen. Bald gesellte sich Fieber hinzu. Zunge rmd Kehle färbten sich blutrot. Es bildeten sich Geschwüre, schwarze Beulen und Flecken, dann erfolgte unter entsetzlichen Schmerzen der Tod. Kein Arzt vermochte zu helfen, kein Mittel wirkte. Darum sah der Volksglaube in diesem „greulichen Weltsterben" eine Strafe des Himmels. In 3 Jahren verlor Europa nach glaubwürdigen Berichten 25 Millionen Menschen. An vielen Orten verdächtigte man die Juden, sie hätten die Brunnen vergiftet, und verfolgte sie aufs grausamste. In Mainz wurden 12 000, in Straßburg 2000, in Basel und Rom 3000 erschlagen, verbrannt oder erstickt. Andere glaubten durch Bußübungen das Übel abwenden zu können, sie stifteten die Brüderschaft der Geißler oder Flagellanten, zogen betend und büßend, singend und sich geißelnd, mit Fahnen und Kerzen von einer Stadt zur andern und wurden mit großen Feier- lichkeiten allenthalben eingeholt und geehrt. Diese Geißler-Prozes-sionen, deren Lieder sich noch erhalten haben, wurden aber den geistlichen und weltlichen Behörden gefährlich. Als sich der Papst deshalb gegen die Geißler erklärte, trennten sie sich von der herrschenden Kirche, verschmähten die Sakramente und den Gottesdienst und setzten die Buße der Geißelung an ihre Stelle. Selbst der Feuertod vermochte die Sekte nicht zu unterdrücken, und noch am Ende des 15. Jahrhunderts tauchten neue Scharen auf. Auf einer Romfahrt, die Karl Iv. mit geringer Begleitung unternahm, empfing er in Mailand und Rom 1355 die Krone.

5. Kurzer Abriss der badischen Geschichte - S. 57

1903 - Karlsruhe : Lang
— 57 — Jahr 1872 eröffnete Schwarz Waldbahn dar. In Bezug auf Ausrüstung und Fahrgeschwindigkeit genießen die badischen Bahnen den besten Ruf in Deutschland. Die Rheinschiffahrt hat gleichfalls erhebliche Fortschritte gemacht. Abgesehen von der großangelegten Rheinkorrektion sind eine Reihe bedeutender Hafenanlagen geschaffen worden: Mannheim wurde zum größten Binnenhafen Deutschlands ausgestaltet, Karlsruhe Erbgroßherzog Friedrich. erhielt einen stattlichen Rheinhasen, auch Kehl besi^t eineu solchen von namhafter Ausdehnung. Ebenso hob sich die Boden-seeschiffahrt beträchtlich. Die öffentliche Wohlfahrtspflege, die Fürsorge für Arme und Kranke, wird in Baden unter lebhaftester persönlicher Beteiligung der Großherzogin Lnise eifrig und gewissenhaft ausgeübt. Die Schöpfungen der Landesmutter auf diesem Gebiet. ~l.e in die kleinsten Orte hinein erstrecken, sind in jeder Umsicht mustergültig. Die meisten humanen Bestrebungen

6. Das Deutsche Reich, Wirtschaftsgeographie und allgemeine Erdkunde - S. 73

1912 - Leipzig : Teubner
Moore. Ostsee. 73 ginnen, — Man sucht aber auch weite Moorflächen für alle Zeiten in anbaufähiges Land zu verwandeln. Zuerst wird die obere Moorschicht entfernt, der Torf bis auf Sie unterste Schicht abgestochen und auf Schiffen, welche die breiten Entwässerungskanäle befahren, fortgeschafft. Dann vermengt man den unterlagernden Sandboden durch tiefes Umgraben mit der zuletzt stehengelassenen Moorschicht. So erhält man, indem man auch fleißig düngt, nach langer mühevoller Arbeit Ackererde, auf der sogar Weizen gedeiht. Dieses Verfahren bezeichnet man als Fehnwirtschaft (Fehn heißt Moor, Sumpf). Auf andere Weise macht man die graswüchsigen Moore anbaufähig. Man teilt sie durch tiefe Entwässerungsgräben in 15 —16 m breite Streifen oder „Dämme" (Moordamm- kultur). Um die Moorpflanzen auf den trocken gelegten „Dämmen" zu ersticken, bedeckt man sie mit einer 12—14 cm starken Sandschicht, die fleißig gedüngt wird, so daß mit der Zeit eine Ackerkrume entsteht. — versieht man diese Moore nicht mit einer Sanddecke, sondern entwässert und pflegt sie nur, so erhält man bei Aufwendung geringer Kosten ausgezeich- nete Viehweiden, die es ermöglichen, in Zukunft die Fleischversorgung des deutschen Volkes vom Auslande unabhängig zu machen. Abgesehen von mehreren kleinen süssen wird die Landschaft von Weser und Ems entwässert, die außerhalb des Gebietes entspringen und in die Nordsee münden. Die Weser erhält von rechts die 5lller als Zufluß, deren Quelle im Flach- lands westlich von Magdeburg liegt. Sic begleitet den Südfuß der Lüneburger Heide und mündet, durch die Leine verstärkt, bei Verden. In dieser unfrucht- baren Gegend sind nur wenige Städte entstanden. Oldenburg (30), die Haupt- stadt des gleichnamigen Herzogtums, ist der ansehnlichste Grt. Die Pferdemärkte, die hier alljährlich abgehalten werden, sind die bedeutendsten in ganz Nord- deutschland. c) Die Ostsee und ihr Hinterland. Bestimme die Lage der Ostsee zu ihren Nachbarländern! Suche ihre ver- bindungsftraßen mit der Nordsee und dem Weltmeere auf! Nenne die deutschen Ströme, die sich in die Ostsee ergießen! Nenne die deutschen Gstseeinseln! Nenne die Einbuchtungen an der deutschen Gstseeküste! Welche deutschen Handelsstädte liegen an der Gstsee? — Nenne die Teile des nördlichen Landrückens! Suche die Städte des Landrückens auf und bestimme ihre staatliche Zugehörigkeit! Nenne Brücher des Ostdeutschen Flachlandes! Welche Kanäle verbinden Weichsel, Oder und Elbe? Ordne die Städte der Tieflandsmulde nach ihrer Zugehörigkeit zu den preußischen Provinzen! vie Ostsee, deren durchschnittliche Tiefe nur 67 m beträgt, ist ein Verhältnis- mäßig junges tfteer. Sie ist durch Senkung der Erdrinde nach der Eiszeit ent- standen und auf dem Grunde mit dem Schutt der eiszeitlichen Gletscher bedeckt. Bevor sie ihre jetzige Gestalt erlangte, hat sie mehrere Wandlungen durchge- macht. Zuerst stand sie in breiter Verbindung mit Nordsee und Eismeer. Dann erfolgte eine Hebung des Landes, durch die der Zusammenhang mit den beiden Meeren unterbrochen und die Gstsee zu einem großen Binnensee wurde. Schließlich traten im Westen wieder Senkungen der Erdrinde ein, durch die die heutige ver- bindung mit der Nordsee hergestellt wurde. Da nun der Gstsee durch zahlreiche große Flüsse viel Süßwasser zugeführt wird, durch Verdunstung aber Verhältnis- mäßig wenig Wasser verloren geht, ist ihr Salzgehalt geringer als der der Nordsee.(etwa 1 kg Salz in 100 1 Wasser). Wegen des geringen Salzgehaltes frieren die Häfen der Gstsee im Winter meist zu, so daß die Schiffahrt eingestellt

7. Ausgewählte Lesestücke aus deutschen prosaischen Musterschriften für höhere Bürgerschulen und die unteren Klassen der Gymnasien - S. 272

1810 - Berlin : Realschulbuchh.
272 Siebenter Abschnitt, Nacht mitten im Schlaf überfallen, dennoch so viele Stunden mit erstaunlicher Tapferkeit in Dunkelheit und Nebel gestritten, die mehresten ihrer Heerfüh- rer verlohren hatte, und doch jetzt im Begriff stand den Blutkampf zu erneuern. Dieses war auch die Absicht Friedrichs, als der Herzog von Aremberg, der mit feinem starken Corps unter Begünstigung des Nebels dem Könige in die Flanke gekommen war, den linken Flügel der Preußen angriff. Hier wurden einige .tausend Mann über den Haufen ge- worfen, und eine große Preußische Batterie erobert. Dies war aber auch die Gränze des Siegs. Der König, der jetzt feindliche Truppen vorne und im Rücken hatte, zog seine tapfern Schaaren mitten unter diesem Mordgetümmel zusammen, und machte, nach einem fünfstündigen verzweifelten Gefechte, ei- nen Rückzug, dem nichts als ein zweitaufenjahri- ges Alter fehlt, um von allen Zungen gepriesen zu werden. Er wurde durch ein starkes Artilleriefeuee und durch Linien von Kavallerie gedeckt, die in der Ebene von Weigern mit großen Zwifchenrämen auf- marschierten, hinter denen sich die Infanterie for- mine. Die Oesterreichifche Armee^war in zu großer Unordnung, um einen solchen Rückzug zu stören; überdem auch hatte Daun schon bei Kollin zu erken- nen gegeben, sein Grundsatz ftlj, daß man einem fliehenden Feinde eine goldne Brucke bauen müsse. — Der Marsch Friedrichs ging nicht weit. Nur eine halbe Meile vom Wahlplatz, auf den sogenannten Spitzbergen, lagerte er sich mit feinen Truppen, die den größten Theil ihrer Artillerie und Bagage ver- lohren, den kurzen Rock in der rauhen Jahreszeit zur Decke, und den Himmel zum Zelte hatten. Es fehlte ihnen sogar an Pulver und Kugeln, diesem größten Bedürfniß der Europäischen Heere. Ein neues Treffen in dieser Lage hatte die alten Schlach- ten erneuert, wo Mann gegen Mann focht, und jeder sich auf feine Faust verließ. Die Stellung des Königs war indessen so vortheilhaft, die Mittel, allen Gefahren Trotz zu bieten, bei ihm so mannich- faltig, und seine Truppen selbst in ihrem gefchlage» ven

8. Das Zeitalter Friedrichs des Großen, Deutschland in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts, Das Zeitalter Kaiser Wilhelms I. - S. 428

1902 - Langensalza : Schulbuchh. Greßler
428 Mied und studierte nun die Rechtswissenschaft, seit 1877 wurde er im auswärtigen Amte zu Berlin beschäftigt, wo er gegenwärtig als Legationsrat lebt. Ta er an dem Feldzuge 1870 teilgenommen hatte, konnte er seine großen Heldenlieder V i o n-oille (1870) und Sedan (1875) aus eigener Anschauung schaffen. Seine Tramen: Ter Mennonit; Die Herrin ihrer Hand; Die Karolinger; Harold; Väter und Söhne; Die Ouitzows; Der neue Herr u. a. sind von echt dramatischer Kraft und Gewalt. Neben ihm sind noch zu nennen Gerh. Hauptmann und Joh. Sudermann. Hinter dem Interesse an der gelehrten Arbeit und an der Wissenschaft, ist gegenwärtig der Anteil an der Dichtung etwas zurückgetreten. Dieuuoch dürfen wir hoffen, daß gerade durch die gelehrte Arbeit auch unsere Dichtung mannigfache Anregung und Förderung finden wird. Wollte man in der Dichtung der Gegenwart nach einem charakteristischen Zuge suchen, der aus eine weitere Kunstentwickelung hindeutet, so dürfte man denselben in dem Wiedererwachen unserer nationalen Heldensage und in dem wachsenden Verständnis finden, das den vollendeten Kunstwerken unserer altgermanifchen und mittelhochdeutschen Poesie zu teil wird. Die Malerei sehen wir in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts noch einen Schritt weiter gehen, als in dem vorhergehenden Zeitraum. Deutsch, ja das war sie im innersten Wesen geworden, aber allgemein deutsch. „Das ganze Deutschland soll es sein" — „sowieit die deutsche Zunge klingt", das war so der Ton, wie ihn Schnorr, Schwind, zum Teil auch Richter und andere anschlugen. Doch diese deutsche Zunge, wie klang sie so verschieden in Nord und Süd, — wie anders trug sich, schwätzte und lachte der leichtlebige Rheinlänber, als sein Vruber ba oben am einsamen Belt, wo die Möve zieht! Wie anders bachten und gebärbeten sich bieselben Deutschen auf dem ernsten Märkerfaub, als unten im Schwabenwinkel. Welch eine wuuberbare Mannigfaltigkeit! Mit den Eisenbahnen waren sich die Stämme näher getreten, man hatte sich kennen, sich verstehen gelernt. Mit den Eisenbahnen drohten aber auch die Stammoriginale von Nord und Süb, die malerischen Trachten, das charakteristische Geplauber mehr zu verschwinben. Mit liebenber Sorgfalt fing man an, den Spuren der sich leise verwischenben Stammesunterschiebe nachzugehen. Man

9. Lehrbuch der Deutschen Geschichte für die oberen Klassen höherer Mädchenschulen - S. 295

1902 - Leipzig : Roßberg
— 295 — diesen die Maler Cornelius und Kaulbach, der Bildhauer Rauche der Dichter Friedrich Rückert und der Musiker Felix Mendels-sohn-Bartholdy hervor. Die ausgezeichnetsten Gelehrten wurden an die Berliner Hochschule berufen, größere wissenschaftliche Reisen der Gelehrten förderte der König in jeder Weise. Aus dre Erwerbung von Bücherschätzen, von Denkmälern des Altertums, sowie auf die Errichtung wissenschaftlicher Institute ließ er große Summen verwenden. Eine Reihe der herrlichsten Bauwerke verdankt Friedrich Wilhelm Iv. ihre Entstehung oder Wiederherstellung. Außer dem Dom zu Cöln und der Zollernburg stnd unter anderem zu nennen: die Berliner Schloßkapelle mit ihrer Riesenkuppel, der Hochmeistersitz Marienburg und das Bergschloß Stolzenfels am Rhein. In Trier ließ der König eine römische Basilika für die Zwecke des evangelischen Gottesdienstes einrichten. Die Erneuerung des größten Bauwerks aus der Karolingerzeit, des Münsters zu Aachen, förderte er durch Schenkung von neuen Säulen und Glasgemälden. Unter seiner Regierung wurden auch die ersten eisernen Eisenbahnbrücken (bei Dirschau über die Weichsel und bei Cöln über den Rhein) gebaut. § 308. Friedrich Wilhelms Iv. Lebensabend und Tod. Preußen erwarb 1850 die hohenzollernschen Lande, indem die beiden daselbst regierenden Fürsten zu Gunsten des Königs abdankten. Durch den Ankauf des Jadebusens an der Nordsee konnte ein Kriegshasen für die gegründete preußische Flotte errichtet werden. Dagegen trat der König das Fürstentum Neuen-burg an die Schweiz ab. Friedrich Wilhelms Iv. Tätigkeit war nirgends ausdauernder als in der kirchlichen Richtung. Die Belebung des christlichen Glaubens lag ihm vor allem am Herzen. Von seinem srommen Sinn legen zahlreiche Kirchen Zeugnis ab, in Berlin allein sind mehr als zwanzig neue Gotteshäuser zum größten Teil aus seine Veranlassung und mit seiner tätigen Beihülfe erbaut worden. So machte er seinen Wahlspruch: „Ich und mein Haus wollen dem Herrn dienen", zur Wahrheit. Auch die Bestrebungen der „inneren Mission" förderte er nach allen Kräften. Das Krankenhaus Bethanien in Berlin ist in jeder Beziehung sein Werk. Im Jahre 1857 erkrankte der König so bedenklich, daß er die Regierungsgeschäste seinem ältesten Bruder, dem Prinzen Wilhelm, vorläufig übertragen mußte. Da der König nicht genas, so trat der Prinz von Preußen am 9. Oktober 1858 die selbständige Regentschaft an. Damit endete die Regierung Friedrich Wilhelms, aber noch nicht sein Leiden. „Lang Leid, lang Leid", so kennzeichnete der duldende König selbst seinen

10. Lehrstoff der mittlern und obern Klassen - S. 263

1893 - Hannover : Hahn
263 genannten Kulturländer, verbanden sie unter einander und gingen nach den angrenzenden Ländern: 2 uralte Wege von Indien nach China; Straßen von den Enphratländern nach Mittel- und Hinter-Asien, dem s. Arabien, dem ö. Afrika; von Phönicien nach dem Persischen Golf und S.-Arabien. Der Verlauf derselben deckt sich im allgemeinen mit den heutigen Hauptkarawanenstraßen; denn die Rastorte in der Wüste, die Ein- und Verkaufsstellen fesselten die Karawanen. Nur unwesentliche Änderungen traten infolge der Zerstörung einzelner Stätten und des Aufblühens neuer Handelsplätze ein. Das Lasttier war das Kamel. Anteil der Nomaden am Handel durch Leitung und Beschützung der Züge, sowie durch das Stellen von Lasttieren. Flußschiffahrt. Auch an kunstgemäß angelegten Straßen fehlte es in dieser Zeit nicht. Viel erwähnt ist die alte Straße, die Semiramis erbaut haben soll. Ebenso haben die Inder und Phönicier Kunststraßen in ihren Ländern angelegt. Allmählich wagte man sich auch in dieser Periode schon auf die See hinaus, wenngleich man sich von den Küsten nicht zu entfernen wagte. Die Phönicier vermittelten mit ihren Schiffen den Verkehr von Indien nach Babylon, Arabien und Ägypten; sie suchten die Küstenländer des Mittelmeeres auf und gelangten bereits um 1100 zu den Säulen des Herkules (Meerenge von Gibraltar). Später besuchten sie Madeira und die Cauareu und gelangten im N. bis zu den bri- tischen Inseln, wo sie Zinn holten. Durch die Fahrten der Phönicier im Mittelmeer wurden auch die Europäer zur Handelsthätigkeit angeregt, indem sie die Waren der Phönicier weiter nach dem Innern verbreiteten und umgekehrt Produkte der europäischen Länder zur Küste beförderten. So wurde anfangs durch die Gallier das Zinn von den Scilly- Inseln (an der W.-Spitze von Cornwall) auf dem Landwege nach dem Mittelmeer befördert, so bestanden Handelsverbindungen zwischen der Ostseeküste (Bernstein) und dem Schwarzen Meer. Ein uralter Handelsverkehr von der Schweiz nach der Mittelmeerküste läßt sich auch nachweisen. — Am gelehrigsten zeigten sich die Griechen, in denen die Phönicier neben Karthago, das von ihren eignen Landsleuten gegründet wurde, gefährliche Nebenbuhler bekamen. Zur Ptolemäerzeit erwuchs dann noch in Alexandria ein neuer Mittelpunkt für den Handel, so daß die Phönicier auch im O. ihre Bedeutung verloren.
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